Allgemein Kultur in Jena Kulturarena

„Music is the language of us all!“

Kulturarena Jena 2018, ein volles Arenarund auf dem Theatervorplatz in Jena bei Abenddämmerung

Ein paar Gedanken zum Spirit der KulturArena

Fast jedem ist sie schon begegnet. Die kaum messbare Kraft, mit der Musik bestimmte Tagesabschnitte, Tätigkeiten, Stimmungen, Phasen, Anlässe – ja unser ganzes Leben begleitet. Diese Kraft klopft bei uns im Alltag auf unterschiedlichste Weise an die Tür. Was bei vielen mit der Morgendusche beginnt, in eine Joggingrunde übergeht, den Arbeitsweg versüßt oder den Feierabend einstimmt, wird bei anderen mit eigenem Musizieren als Hobby oder Beruf noch intensiviert. Selbst der Einkaufsbummel im Supermarkt funktioniert kaum noch ohne Hintergrundgetüdel. Allen ist das bekannt. Aber auch bewusst?

Das gleiche Lied, das Max Müller aus Jena jeden Morgen zum Start in den Tag abspielt, gehört vielleicht auch bei Jonathan Smith aus New York und Millionen weiteren Menschen auf dieser Erde zum festen Morgenritual.

„Musik ist eine Welt für sich. Mit einer Sprache, die wir alle verstehen.“

(Stevie Wonder)

Sprache wird nicht nur über Worte transportiert – auch das ist allen bekannt. Vertieft man diesen Gedanken, entpuppt sich Musik als eine universelle, ganz eigene Sprache, die auf besondere Art und Weise Menschen aus allen Schichten, Kulturen, Ländern und Generationen verbindet. Da schlägt ein Takt in uns, den wir alle verstehen und spüren. Ein Takt, der nicht übersetzt werden muss. Zu dem wir nicken, wippen, springen, tanzen oder ihn ohne äußere Regung in uns aufnehmen.

The Cat Empire aus Australien (die schon einige Male Gäste der Kulturarena waren) singen in einem ihrer Songs „music is the language of us all“. Die musikalische Botschaft ist den meisten wohl bekannt. Sie eroberte die Herzen der Kulturarena Jena im Sturm, wurde auf Shirts und Schlüsselbänder gedruckt und taucht nicht selten in Programmheften oder anderen Veröffentlichungen des Festivals auf – und das passiert nicht ohne Grund.

eine Cloud aus Wörtern, das Wort MUSIK auf zahlreichen Sprachen
Kulturarena Jena

Seit der Gründung begrüßt das Jenaer Festival Musiker und Musikerinnen aus aller Welt. Die Botschaft von Vielfalt, Offenheit und Begegnung ohne Barrieren war und ist in all den Jahren eine echte Herzensangelegenheit und eine feste Planungsgröße in den Vorbereitungen, die die Kulturarena begleiten.

Während wir heute von Spotify, YouTube und tausend anderen Portalen mit Musik in all ihren Facetten verwöhnt werden, quasi immer Zugriff darauf haben, konnte sie vor gar nicht so langer Zeit noch als geheimnisvolle Unbekannte verführen. Im ersten Sommer der Kulturarena strömten die Gäste zu neuen und aufregenden Rhythmen aus insgesamt 13 verschiedenen Ländern Amerikas und Europas auf den Jenaer Theatervorplatz. Da war sie, diese geheimnisvolle Unbekannte und sie weckte Neugier, sie war anders und verzauberte – ganz ohne Grenzen der Sprache. Über die Jahre wurde der Zugang zu Musik natürlich leichter, die Neugier vielleicht etwas geringer. Einige besuchen die Konzerte nur, wenn sie die Künstler und Künstlerinnen kennen und sich diese bereits etabliert haben. Andere wollen vorher unbedingt sichergehen, checken über diverse Musikportale genaustens ab, was gespielt wird und ob es ihnen zusagt. Manche lassen sich überraschen, kommen einfach auf den Theatervorplatz und begrüßen neugierig die neue Unbekannte. Egal welche dieser beschriebenen Formen man für sich wählt, die besondere Atmosphäre der Kulturarena bleibt: Sie ist spürbar und doch nicht exakt zu definieren. Es entstehen ein gemeinsam erlebter Moment, Freude, eine herzliche Begegnung und ein offener Austausch, der weit über Wortsprache hinausgeht.

Nach dieser Ode an die Kraft der Musik sollten ein paar Zahlen und Fakten unsere künstlerische Vielfalt abrunden. Die Kulturarena Jena wirbt schließlich unentwegt mit ihren Musikern und Musikerinnen aus aller Welt und so scheint ein Blick auf die vielen Gäste der vergangenen 30 Jahre nicht verkehrt:

  • Seit 1992 durften wir musikalische Gäste aus über 80 verschiedenen Ländern dieser Welt empfangen. Das ist stattlich, bei 195 Ländern haben wir aber noch ein bisschen Luft nach oben.
  • Durchschnittlich spielen pro Arenasommer Künstler und Künstlerinnen aus 16 verschiedenen Ländern.
  • Abgesehen von Deutschland kamen die meisten Acts der Kulturarena aus den USA. Auf Platz 3 landet Großbritannien.
  • Das Jahr mit der geringsten Ländervielfalt war 2021. Aufgrund der Corona-Pandemie und damit einhergehenden Reisebeschränkungen wurden Künstler und Künstlerinnen aus 7 verschiedenen Ländern begrüßt.
  • Aus diesen Ländern kamen unsere bisherigen Künstler und Künstlerinnen*

Ägypten, Albanien, Algerien, Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Australien, Belgien, Bermuda, Bosnien und Herzegowina, Brasilien, Bulgarien, Burkina Faso, Burundi, Chile, China, Dänemark, Deutschland, Dominikanische Republik, Elfenbeinküste, Estland, Faröer-Inseln, Finnland, Frankreich, Ghana, Großbritannien, Guatemala, Guinea, Haiti, Indien, Iran, Irland, Island, Israel, Jamaika, Japan, (Jugoslawien), Kamerun, Kanada, Kap Verde, Kolumbien, Kongo, Kroatien, Kuba, Libanon, Mali, Marokko, Mexiko, Moldawien, Neuseeland, Niederlande, Nigeria, (Nord-)Mazedonien, Norwegen, Österreich, Pakistan, Peru, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Senegal, Serbien, Simbabwe, Spanien, Sri Lanka, Südafrika, Südkorea, Tansania, Togo, Trinidad und Tobago, Tunesien, Türkei, Ukraine, Ungarn, Uruguay, USA, Venezuela, Vietnam

*Auswahl, oftmals nur Hauptherkunftsland der Band; einzelne Bandmitglieder oftmals aus weiteren Ländern, Insel-/Binnenstaaten eingerechnet

Eine Weltkarte, die dunkelgrau darstellt, aus welchen Ländern die Kulturarena-Künstler:innen bereits anreisten
 map1.maploco.com Dunkelgrau sind alle Länder, aus denen bereits Kulturarena-Künstler:innen anreisten

Auf 30 Jahre mit über 800 verschiedenen Künstlern und Künstlerinnen aus mehr als 80 Ländern der Welt darf die Kulturarena nun bereits zurückblicken. Die Ziele für die kommenden 30 Jahre sind klar gesteckt: Die Vorzüge der Musik als Sprache für uns alle müssen unbedingt weiter gelebt und bewahrt werden. Und ein paar weitere Fleckchen auf der Weltkarte dürfen auch gerne hinzukommen.

 

Kulturarena Jena | Anna Fuhlbrügge

 

Wie immer richten wir uns an dieser Stelle an Sie, liebe Leserinnen und Leser. Letzte Woche startete die 30. Kulturarena Jena. Sind Sie denn Besucher:in der Arena? Auf wen freuen Sie sich in diesem Jahr am meisten? Gehen Sie zur Arena um eine:n bestimmten Künstler:in zu hören, freuen Sie sich darauf, Freunde und Bekannte zu treffen oder ist es das Gefühl, diese ganz eigene Jahreszeit mitten in Jena?

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