Allgemein Kunstsammlung Jena

„Kunst ist LIEBE / Liebe ist KUNST“

Blick in die Jenaer Jonathan-Meese-Ausstellung in der Kunstsammlung Jena

JONATHAN MEESE

Der ERZ-Künstler in der Kunstsammlung Jena auf den Spuren von Richard WagnERZ

Am vergangenen Donnerstag, 26. März 2026, wurde in der Kunstsammlung Jena eine neue Ausstellung eröffnet: JONATHAN MEESE: MEIN/DEIN „„K.U.N.S.T.K.O.R.P.S.“-RICHARD WAGNERZ“!
(ERZVERBINDUNGEN DER TOTALSTLIEBE!!!!!!!!) TROMMELNDES GESAMTKUNSTWERK DE LARGE!

Der eigenwillige Titel der Ausstellung und das Sich-Beziehen Meeses auf Richard Wagner und dessen individuelle Ausdeutung der romantischen Theorie vom Gesamtkunstwerk lassen ahnen, dass es ohne Beschäftigung mit Jonathan Meese und seinem Kunstbegriff nicht ganz einfach ist, Zugang zu seiner Kunst zu finden. So sind wir Kurator Erik Stephan dankbar für diesen kleinen Hintergrundbericht, der einige interessante Ansatzpunkte liefert.

Ausstellungen mit Jonathan Meese sind herausfordernd, anstrengend und schön. Nach der Anlieferung aller Werke in Jena hatten wir immerhin drei Tage, um alles aufzubauen, und konnten die Schau der Presse vorstellen und am Abend des 26. März 2026 dann auch dem Publikum. Dieses reagierte ausgesprochen positiv auf Jonathan Meese, seine Kunst, sein „Gesamtkunstwerk Richard Wagnerz“ und seine Performances.

Jonathan Meese beim Aufbau der Ausstellung in Jena
Jonathan Meese beim Aufbau der Ausstellung in Jena | © Jonathan Meese

Letztlich geht es bei Meese um die „Diktatur der Kunst“, um „die liebevollste Herrschaft einer Sache, wie Liebe, Demut und Respekt, zusammengefasst und gipfelnd in der Herrschaft der Kunst.“

„In der Allmacht der Kunst geht es nicht um das Machtgehabe des Künstlermenschen oder um die Machtfantasien von Selbstverwirklichern und Realitätsfanatisten, sondern um die antinostalgische, alternativlose Macht der Kunst, also der Sache. Kunst stellt die Machtfrage, nicht der Künstler.“

Jonathan Meese

Jonathan Meese wurde 1970 in Tokio geboren und zählt zu den bekanntesten und vieldiskutiertesten deutschen Künstlern der Gegenwart. Er lebt und arbeitet in Ahrensburg und Berlin.

Von 1995 bis 1998 besucht Meese die Kunsthochschule in Hamburg, wo er bei Franz Erhard Walther – von dem wir auch einige Werke in der Jenaer Sammlung haben – studiert. Er bricht das Studium ab und hat großen Erfolg auf der 1. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst 1998 mit „Ahoi der Angst“, einer Marquis-de-Sade-Rauminstallation.

In den folgenden Jahren folgen dann viele Ausstellungen und Beteiligungen mit teils provokanten Rauminstallationen und Bildern sowie mit Performances und Aktionen. Die Themen umkreisen die deutsche Geschichte, die Kunst- und Geistesgeschichte, den Nationalsozialismus oder verschiedene Protagonisten der Geschichte. Der Künstler scheut dabei keine umstrittenen Themen und schlüpft in verschiedene Rollen, die das Publikum nicht selten irritiert zurücklassen. 2006 zählte das Magazin Capital ihn erstmals zu den 100 bedeutendsten Künstlern.

Jonathan Meese in Jena
Jonathan Meese in Jena | © Jonathan Meese

Die Jenaer Ausstellung umfasst rund 300 Werke: Malerei, Skulpturen, Installationen, Dokumente, Collagen, Videokunst und Requisiten verschiedener Theaterarbeiten. Im Mittelpunkt stehen Richard Wagner und sein vielschichtiges, geniales und zugleich widersprüchliches Gesamtkunstwerk. Meese arbeitet sich mit Leidenschaft an Wagner ab, er ehrt ihn und zerschreddert ihn in vielen Varianten. Die Ausstellung dürfte für Wagner-Fans wenig Freude bereithalten. Dabei werden auch alle Facetten nationalkonservativer Geisteshaltungen ab- und bearbeitet.

KUNST IST LIEBE! LIEBE OHNE ENDE!
TOTALSTZUSAMMENHALT DER KUNST!
EIGENSINN UND EINZIGARTIGKEIT!
„RICHARD WAGNER“ ALS KUNSTSTAATSCHEF!

Der Komponist, Dirigent, Schriftsteller und Regisseur Richard Wagner war ein Multitalent, ein Arbeiter im Gehege der Kunst, ein konservativer Revolutionär und vieles mehr. Jonathan Meese beschäftigt sich seit einigen Jahren mit dem „Gravitationszentrum“ Wagner und in vielen seiner Werke, in Bewunderung, Kritik mit allerlei „Verwurstungen“ Wagners und seiner eigenwilligen Fangemeinde in Bayreuth.

Die Ausstellung präsentiert Arbeiten in allen Techniken und aus unterschiedlichen Werkphasen, darunter bereits bekannte Arbeiten.

Meeses verstorbener Künstlerfreund Jörg Immendorff, sagte in einem Interview: „Jonathan Meese ist mir in seinem radikalen Denken sehr nah“, und: „Ich glaube, man kann diesen Beruf nur überleben, wenn man radikal gegen sich selbst ist.“

Jonathan Meese auf dem Heimweg von Jena mit dem Farbmonster
Jonathan Meese auf dem Heimweg von Jena mit dem Farbmonster | © Jonathan Meese

Wir wünschen allen Gästen viel Freude an dieser reichen und sehenswerten Schau, die vom Rahmen einer „normalen“ Kunstausstellung deutlich abweicht.

Bis zum 7. Juni 2026 haben Sie die Gelegenheit, diese sehr besondere Ausstellung in der Kunstsammlung Jena zu besuchen. Wir empfehlen den Beitrag dazu bei JenaTV und auch das umfangreiche Begleitprogramm.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.