Allgemein JenaKultur (übergreifend) Musik- und Kunstschule Jena

MitarbeiterInnen von JenaKultur vorgestellt | Heute: Yvonne Krüger

Yvonne Krüger

Yvonne Krüger stellt sich neuen Herausforderungen

Heute führen wir unser Reihe „MitarbeiterInnen von JenaKultur“ fort und möchten Ihnen Yvonne Krüger vorstellen. Seit 2000 arbeitet sie an der Musik- und Kunstschule Jena (MKS), seit 2014 ist sie fest angestellt. Jetzt hat sie sich im Bewerbungsverfahren um die Schulleitung der MKS durchgesetzt.

Sie sind schon –  entschuldigen Sie den etwas saloppen Ausdruck – fast so etwas wie ein JenaKultur-Urgestein. Nun treten Sie in die nicht ganz kleinen Fußstapfen von Friedrun Vollmer. Welche Erwartungen verknüpfen Sie mit dieser neuen Funktion?

Ich bin tatsächlich kein neues Gesicht in der Musik- und Kunstschule, denn mit der Schule und der Stadt Jena bin ich mittlerweile seit 19 Jahren eng verbunden. 14 Jahre war ich Blockflötenlehrerin auf Honorarbasis und seit fünf Jahren gehöre ich zum fest angestellten Kollegium. In dieser Zeit habe ich miterlebt, welche enorme Entwicklung die Schule innerhalb von JenaKultur genommen hat und war aktiv bei vielen Veränderungsprozessen mit dabei.

In der Musik- und Kunstschule mit seinem außergewöhnlichen und kreativen Kollegium konnte ich in den letzten Jahren als Fachgruppenleiterin immer mehr Verantwortung übernehmen und so habe ich zwar Respekt vor der Aufgabe, diese wunderbare Schule zu leiten, freue mich aber auch die Gesamtverantwortung zu übernehmen und die Schule in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Welche Akzente werden Sie in der Arbeit der MKS setzen? Was hat sich bewährt, worüber muss man noch einmal neu nachdenken? Und Hand aufs Herz: Bereitet Ihnen die Vorstellung, vom mehr Gestaltendem zum eher Verwaltendem zu wechseln, eigentlich auch ein bisschen Kopfzerbrechen? Welche persönlichen Eigenschaften helfen Ihnen bei der neuen Aufgabe?

Mir liegt daran, die Musik- und Kunstschule Jena als Einrichtung von JenaKultur in ihrer gut funktionierenden Struktur weiter zu führen und trotzdem nicht die Augen vor Veränderungen in der Gesellschaft zu verschließen.

Bei diesem beeindruckendem Portfolio der Schule fragt man sich tatsächlich, was hat sich bewährt und worüber muss man noch einmal neu nachdenken.

Prinzipiell müssen wir unsere Schülerwarteliste kritisch und wertfrei betrachten und sie als „Seismograph“ für mögliche Veränderungen sehen.

Mir liegt viel daran, neben den gutgebildeten Akademikerfamilien, auch Schüler*innen mit Migrationshintergrund, aus bildungsferneren Schichten und mit einer Behinderung zu erreichen. Unsere Gesellschaft wird multikultureller, was wir in unserem Unterrichtsangebot als große Chance begreifen.

Um die Familien, die beruflich stark belastet sind, zu erreichen, möchte ich noch mehr mit den Kitas und Schulen der Stadt zusammenarbeiten, sodass wir Unterricht nicht nur in unserem Hauptgebäude in der Ziegenhainer Straße und der Außenstelle in Lobeda, sondern auch nach dem Motto „Kurze Beine – kurze Wege“ noch mehr Unterricht vor Ort anbieten können. Ziel ist es, Projekte wie das Instrumentenkarussell, Musik- und Bewegung, Bandunterricht und neue Angebote im Bereich Kunst, Tanz und Schauspiel nachhaltig zu finanzieren und an vielen Bildungsinstitutionen in der Stadt zu verankern.

Derzeit arbeiten wir daran, eine allgemeinbildende Schule für eine Bläser-Klasse zu finden. Die Schüler einer Klasse lernen ihre Instrumente gemeinsam im regulären Musikunterricht, der dadurch sehr praxisnah und mit viel Spaß zum gemeinsamen Erlebnis wird.

Auch die Erwachsenenbildung als Teil lebenslangen Lernens in unserer kulturellen Vermittlung muss immer mehr Bedeutung erhalten, wenn man sich den demografischen Wandel der Gesellschaft vergegenwärtigt.

Damit einher geht auch ein stärkeres Bewusstsein für flexiblere Angebotspakete. Wir diskutieren bereits über 10er Karten, Probestunden und Halbjahreskurse. Dasselbe gilt für die Digitalisierung unseres Alltags.

Weiterhin möchte ich dafür sorgen, dass Förderprogramm für Hochbegabte, die sich auf Wettbewerbe oder für die Berufslaufbahn qualifizieren, weiter zu garantieren und damit unseren Standort nicht nur als Freizeiteinrichtung, sondern auch als Begabtenförderzentrum zu festigen. Die vielen Wettbewerbserfolge unserer Schüler*innen mit ihrem extrem hohen künstlerischen wie pädagogischen Selbstanspruch zeugen von einer gemeinsamen intensiven Arbeit und haben eine enorme Außenwirkung.

Eine Herausforderung sind nach wie vor die unterschiedlichen Anstellungsverhältnisse von freien und festen Mitarbeitern. Ich würde mich für einen höheren Anteil festangestellter Kolleg*innen mit dem wichtigen Leistungspaket der „Zusammenhangstätigkeit“ einsetzen und hoffe dabei auf die Unterstützung der Stadtpolitik, die endlich erkennen muss, dass die qualitative Aufrechterhaltung der Arbeit unserer Musik- und Kunstschule auf diesem Weg in Gefahr gerät.

Das Initiieren und Begleiten von Veränderungsprozessen, um die Schule weiterzuentwickeln sowie die konzeptionelle Planung und Organisation von Konzerten haben mir schon immer viel Freude bereitet und meine pädagogische Arbeit bereichert. Meine ausgeprägte Führungs- und Sozialkompetenz wird mir im Umgang mit Schülern, Eltern und dem Kollegium von Vorteil sein.

Die Kunst wird es aber sein, im Alltag zu bestehen und immer noch ich selbst zu bleiben.

Musik- und Kunstschule Jena, Ziegenhainer Straße 52 © MKS Jena, F. Rebner

Gibt es etwas – eine Geschichte, Episode, Erfahrung in Ihrer bisherigen Tätigkeit – das Sie unseren Blog-Lesern mitteilen möchten?

Die spartenübergreifenden multimedialen Produktionen von Musik, Kunst, Tanz und Schauspiel gehören traditionell zu den Schuljahreshöhepunkten unserer Musik- und Kunstschule und haben eine enorme Innen- wie Außenwirkung. In diesem Schuljahr nahm ich nicht nur mit meinen eigenen Schüler*innen teil, sondern war von der ersten bis zu letzten Minute für dieses Bühnenprojekt als Projektleiterin verantwortlich. Mit großer Begeisterung hielt ich die Fäden zusammen und entwickelte gemeinsam mit dem Kollegium viele neue und gewagte Formate. Die Herausforderung an diesen Projekten ist, dass man bis kurz vorher nicht weiß, ob alles funktioniert. In der Generalprobe war selbst das Technikteam vom Volksbad skeptisch. Aber gemeinsam schaffen wir es immer wieder und zehren das ganze Schuljahr von diesen wunderbaren Momenten.

Wir danken Yvonne Krüger für das aufschlussreiche Interview und wünschen Ihr viel Erfolg bei ihrer neuen Aufgabe!

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