Deutschlands größte Kulturveranstaltung – der Tag des offenen Denkmals – widmet sich 2026 dem Thema „NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur.“ Hauptaugenmerk liegt also auf historischen Gebäuden und Anlagen, die Menschen und Regionen vernetzen und verbinden. Natürlich stehen die Denkmale im eigentlichen Sinne des Wortes im Mittelpunkt, aber eben auch Menschen, die mit ihnen oder durch sie verbunden bzw. vernetzt sind.
Genau das ist es auch, was unseren Kulturbetrieb JenaKultur jeden Tag antreibt und motiviert: Menschen in der Vermittlung von Kultur zusammenzubringen. Insofern spricht uns das Thema des diesjährigen Denkmaltages direkt aus dem Herzen.
Am kommenden Sonntag, dem 13. September 2026, werden 33 Jenaer Denkmalorte ihre – oft auch sonst verschlossenen – Türen für geschichts- und architekturinteressierte Menschen öffnen, die auf Entdeckungstour gehen möchten, um Einblicke in die spannende Welt des Denkmalschutzes zu erlangen.
Die Eröffnung findet einen Tag vorher, am 12. September 2026 um 16 Uhr im ehemaligen Umspannwerk / Imaginata unter dem Motto: „Ein elektrisierender Tag – Zeugnisse aus 125 Jahren elektrischer Stromversorgung“ statt.
Zu den am Sonntag geöffneten historischen Stätten und Bauwerken gehören auch über ein Dutzend Orte, die von JenaKultur genutzt und verwaltet werden. Um es gleich vorweg zu nehmen: ja, eine Vielzahl dieser Orte sind leider ebenfalls nicht zu kontinuierlichen Öffnungszeiten zugänglich. Das liegt an personellen Ressourcen, aber auch – und das leider in zunehmendem Maße – an der Gefährdung durch Vandalismus.
Umso schöner ist es, dass Sie beispielsweise das historische Stadtmauerensemble mit Johannistor und Pulverturm den ganzen Tag lang von 9 bis 18 Uhr besuchen können. Zu Beginn der Öffnung erwartet die Besucher:innen im „Faulloch“ gleich ein besonderes musikalisches Erlebnis anlässlich des 50. Geburtstages des Knabenchores der Jenaer Philharmonie: ein Pop-up-Konzert der Knabenchöre Jena, Uetersen und Wuppertal, des Männerchores Göttingen und des Chores der Ehemaligen.
Das Ernst-Abbe-Denkmal am Carl-Zeiss-Platz ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Hier vermittelt Ihnen eine kompetente Ansprechpartnerin bei Bedarf tiefere Einblicke in die Geschichte und Bedeutung dieses einzigartigen Gesamtkunstwerkes europäischen Ranges.

Das nach 30 Jahren Sanierung endlich wieder zugängliche Burgareal der mittelalterlichen Burgruine der Lobdeburg kann mit dem Stadtarchäologen Dr. Matthias Rupp ab 9:30 Uhr historisch fundiert erkundet werden. Ausliegende Faltblätter vermitteln tiefergehende Informationen mit Text, Fotos und Plänen zu diesen Denkmalen.
Auch die Städtischen Museen Jena beteiligen sich an der Veranstaltung. Romantikerhaus, Kunstsammlung und Stadtgeschichte in der „Göhre“ können an diesem Tag kostenfrei besucht werden.
In der Kunstsammlung gibt es folgende Zusatzangebote:
11:00 Uhr | Inszenierung & Identität – Öffentliche Führung zu Zohar Fraiman und Frank Gaudlitz | 2 €
14:00 Uhr | Familienprogramm zu Zohar Fraiman – Spurensuche im Bilderlabyrinth | 1 € Kinder / 3 € Begleitperson
15:00 Uhr | Künstlergespräch mit Frank Gaudlitz | Eintritt frei
15:00 Uhr| Künstlergespräch mit Frank Gaudlitz | Eintritt frei
Außerdem sind zwei Orte, die keine kontinuierlichen Öffnungszeiten anbieten, geöffnet.
Das Karmelitenkloster ist zentral gelegen neben Theaterplatz und Bibliothek. Der Überrest stammt von einer kleinen Klosteranlage, in der nur etwas mehr als 100 Jahre ein kleiner Konvent lebte, danach wurde die Anlage anderweitig genutzt. Seit der Sanierung im Jahr 2017 können die verbliebenen Räumlichkeiten besichtigt werden. Aktuell ist dort die Ausstellung „Mönche, Luther und der Goldene Engel“ zu sehen.
Am 13. September 2026 gibt es ein kleines Sonderprogramm: Das Kloster ist von 11–15 Uhr geöffnet. Um 12:30 Uhr findet eine öffentliche Führung statt; zusätzliche Kurzführungen ab 5 Personen gibt es nach Bedarf vor Ort.

Die Pelzer-Werkstatt ist ein technisches Denkmal in Jena, fast ein wenig versteckt in einem Hinterhof. Diese Maschinenschlosserei aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde bis 1992 betrieben. Besucher:innen haben die Möglichkeit, diese authentische Werkstatt zu besichtigen – man hat das Gefühl, schon am nächsten Morgen könnte jemand zurückkommen und die liegengebliebene Arbeit wieder aufnehmen. Am 13. September 2026 kann die Werkstatt zwischen 12 und 14 Uhr individuell besichtigt werden. Um 11 und 14 Uhr gibt es zusätzlich einen geführten Rundgang mit Erläuterungen. Die Teilnehmerzahl für die Rundgänge ist aus Gründen der Sicherheit auf 15 begrenzt. Eine Anmeldung ist nicht möglich. Die nächste Möglichkeit zur Besichtigung wird zur Langen Nacht der Museen 2027 bestehen.
Das Volkshaus Jena öffnet ebenfalls seine Türen für interessierte Bürger:innen. In der Zeit von 10 bis 14 Uhr sind Kolleg:innen vor Ort und führen individuell und kostenfrei durch die „smarte alte Lady“ und stehen für Fragen zur Verfügung. Direkt im Anschluss, um 15 Uhr, heißt Sie die Jenaer Philharmonie bei freiem Eintritt in der neuen Spielzeit willkommen, die unter dem Motto „Planet Dvořák“ einen Komponisten in den Mittelpunkt rücken wird, der für Heimat- und Naturverbundenheit gleichermaßen steht. Das Saisoneröffnungskonzert bietet dabei mit Werken von Dvořák, Smetana, Mozart, Prokofjew u. a. einen vielfältigen Ausblick auf die kommenden Monate. GMD Simon Gaudenz dirigiert und führt Sie zusammen mit OB Dr. Thomas Nitzsche und Dezernent Johannes Schleußner durch das Programm.
Last but not least steht auch die Villa Rosenthal Jena für Erkundungen offen.
Alle Räume im Erd- sowie Obergeschoss sind geöffnet, so auch die Dauerausstellung rund um die Familie Rosenthal, der Wechselausstellungsbereich und das dezentrale Denkmal für Eduard Rosenthal. Der um die Villa angelegte parkähnliche Garten mit Gedenkpavillon an Curt Rosenthal lädt zum Wandeln und Verweilen ein. Darüber hinaus wurden vor 10 Jahren, im Jahr 2015, der Park und die Fläche des ehemaligen Nutzgartens westlich der Villa Rosenthal für eine künstlerische Intervention, ein sogenanntes „Folly“ freigegeben. Suchen Sie daher hier gern den Blick in die Ferne.

Sie sehen, es ist am Wochenende ganz viel los. Denn auch das Jenaer Altstadtfest bietet auf dem Weg von einem Denkmalort zum nächsten allerhand, nicht zuletzt lukullische Highlights. Machen Sie sich also auf und erkunden Sie Jena wieder einmal. Wir freuen uns auf Sie und natürlich auch Ihre Berichte darüber, was Sie erlebt und entdeckt haben.
