Das sagt Barnabás Fekete über seine Tätigkeit als Erster Schlagzeuger der Jenaer Philharmonie im Interview, und wir finden, das hört sich klasse an, denn es klingt nach echter Leidenschaft und Begeisterung für das, was er tut. Er, in Ungarn geboren, und seine Kollegin Maria Izabella Dicu, Erste Violine und gebürtige Rumänin, stehen für die Verjüngung und gleichzeitig die Internationalität des Jenaer Orchesters. Das gilt auch für den neuen Konzertmeister János Mátyás Stark. Über ihre sehr besonderen Werdegänge sprechen sie mit Monika Steinhöfel und Christoph Staemmler im neuen SeitenKlang, dem immerhin schon 39ten.
Abermals möchten wir Ihnen dessen Lektüre ans Herz legen. Nirgends kann man so interessante Einblicke hinter die Kulissen der Jenaer Philharmonie bekommen wie in dem quartalsweise erscheinenden Musikermagazin. Denn hier schreiben Musiker:innen über das, was man im Konzertsaal nicht sehen oder hören kann und auch darüber, was für uns Laien Faszinosum bleibt. Oder wussten Sie, was ein Konzertmeister tut, außer dem Dirigenten am Beginn des Konzerts symbolisch die Hand zu reichen? Wussten Sie, dass er eigene Interpretationsvorstellungen in die musikalischen Visionen des Dirigenten einsteuern kann? Wussten Sie, was das bedeutet: Erste Violine, Erstes Schlagzeug?
Neben der Beantwortung dieser Fragen und den Porträts der drei Genannten finden Sie diesmal auch einen Erlebnisbericht einer sehr treuen und zugleich hochbetagten Abonnentin der Jenaer Phiharmonie. Ursula Schilling, die selbst Musik studierte, zu den Gründungsmitgliedern des Jenaer Madrigalkreises gehört und jahrelang in Jena und Umgebung als Kantaten- und Oratoriensängerin wirkte, erzählt aus ihrem langen Leben. Als junge Studentin begegnete sie 1950 anlässlich der Feierlichkeiten von Johann Sebastian Bachs 200. Todestag persönlich Dmitri Schostakowitsch. Sie konstatiert:
„So richtig ermessen, welcher Persönlichkeit ich damals begegnete, konnte ich erst kürzlich beim Konzert ‚meiner‘ Jenaer Philharmonie, als mich deren Interpretation der ‚Leningrader Sinfonie‘ sehr berührte.“
Ursula Schilling
Gerade ist die aktuelle Spielzeit der Jenaer Philharmonie zu Ende gegangen, die sich ausführlich dem Inkommensurablen, dem Vielschichtigen, Mehrdeutigen und Rätselhaften von Schostakowitschs Schaffen gewidmet und deshalb vom „Planet Schostakowitsch“ gesprochen hat. Mehrere seiner Sinfonien und Musikstücke brachte die Jenaer Philharmonie auf die Bühne und setzte dabei jeweils Schostakowitsch in Beziehung zu anderen Komponisten.
Gleichzeitig war das Orchester auch immer wieder bemüht, Neues auszuprobieren, an ungewöhnlichen Orten aufzutreten. Ein ganz besonderes Projekt war das inklusive Musiktheaterstück „Es fliegt ein Bär“. Einen Nachklang finden Sie ebenfalls im neuen SeitenKlang. Hier kamen unter anderem 40 Schauspielende mit und ohne Behinderung auf die Bühne. Veranstaltet hat dies die Jenaer Philharmonie in Kooperation mit dem Saale-Betreuungswerk der Lebenshilfe Jena gGmbH und der Theaterhaus Jena gGmbH. Seien Sie versichert, dass eine Neuauflage in Planung ist.
Nun sind unsere Musiker:innen gerade in den Orchesterferien, die sie für ein Kulturarenakonzert mit Nils Landgren Anfang August unterbrechen, ehe die neue Spielzeit am 13. September eröffnet wird, die sich dann auf Antonín Dvořák fokussiert.
