Kunstsammlung Jena

„Der Aufbau ist dramatischer, stressiger und anregender…“

Hiroyuki Masuyama Portrait

Ein Künstlerinterview

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wer die Person hinter den Bildern im Museum ist? Der Künstler Hiroyuki Masuymama, dessen Werke noch bis zum 26.04.2026 in Jena zu sehen sind, hat uns ein paar persönliche Einblicke gegeben. 

Als Besucher:in sieht man Bilder, Installationen, Objekte, als wären sie gefühlt schon immer da. Aber vor jeder Ausstellung gibt es eine ganz lange Phase, in der andere Dinge passieren. Ein:e Künstler:in fertigt die Kunstwerke an, ein:e Kurator:in arbeitet mit einer Künstlerin oder einem Künstler zusammen und wählt Werke für eine Ausstellung aus, die Werke werden verpackt, mit der Spedition zum Zielort gebracht und dort aufgehängt oder montiert.

In Jena waren die Werke von Hiroyuki Masuyama gleich zweimal vertreten. In der Kunstsammlung Jena versuchte die Ausstellung „Hiroyuki Masuyama. Freundschaft mit Außerirdischen schließen“ vom 06.12.2025 bis zum 08.03.2026 das Thema Raum und Zeit zu beleuchten, da sich viele Werke vom Sternenhimmel fasziniert und inspiriert zeigen.

Die parallele Ausstellung „Der Wanderer – Hiroyuki Masuyama. Light boxes nach Caspar David Friedrich“ im Romantikerhaus wurde aufgrund der hohen Nachfrage verlängert. Hier haben die Besucher:innen die Möglichkeiten, den eigentümlichen Zauber der Light boxes des Künstlers Hiroyuki zu entdecken. Ihre Motive sind vertraut: „Ach, Caspar David Friedrich!“ möchte man ausrufen, wenn man die Bilder – vermeintlich Fotografien von Friedrichs Motiven – aus der Ferne sieht. Doch es ist nur ein Schein, denn Masuyamas Arbeiten sind keine Fotografien, sondern kleinteilig am Computer zusammengesetzte Collagen. Im Romantikerhaus in Jena hängen 15 dieser Light boxes nach Caspar David und können noch bis zum 26.04.2026 in der Wechselausstellung betrachtet werden.

Hiroyuki Masuyama: Mondaufgang am Meer
„Mondaufgang am Meer (nach C.D. Friedrich, 1822)“, 2018 | ©Hiroyuki Masuyama

Um Hiroyuki Masuyama und sein Wirken besser kennenzulernen, haben wir ihm ein paar Fragen gestellt. Aber lesen Sie selbst:

Wann sind Sie das erste Mal nach Jena gekommen?

2015 besuchte ich die Ausstellung „Das Unendliche im Endlichen: Romantik und Gegenwart“ in der Kunstsammlung Jena. Das war mein erster Besuch dort.

Wussten Sie schon als Kind, dass Sie einmal Künstler werden wollen?

Meine Heimatstadt ist sehr ländlich. Als Kind habe ich nie jemanden getroffen, der als Künstler gearbeitet hat. Daher habe ich nicht wirklich verstanden, was der Beruf eines Künstlers beinhaltet. Ich habe einfach gerne gezeichnet.

Was ist bewegender – der Aufbau einer Ausstellung oder der Abbau?

Der Aufbau ist dramatischer, stressiger und anregender. Es ist eine wunderbare Zeit für mich.

Sie haben viele verschiedene Objekte in Ihrer Ausstellung: Gibt es eines, das Sie vor eine besondere Herausforderung bei der Erstellung gestellt hat?

Jedes Stück erfordert von mir viel Mühe und Geduld. Das ist ein wesentlicher Teil meiner persönlichen Entwicklung und gleichzeitig eine zutiefst erfüllende und angenehme Zeit. Wäre der Prozess einfach, würde ich das Interesse an der Arbeit verlieren.

In Ihrer Arbeit geht es viel um Raum und Zeit. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Durch digitale Technologie und künstliche Intelligenz hat die Menschheit das Potenzial, sich von den Zwängen von Zeit und Raum zu befreien.

Zum Beispiel überwindet der menschliche Geist Zeit und Raum.

Ich hoffe, dass reine Kreativität aus dem menschlichen Herzen das Leben jedes Einzelnen bereichern kann, und ich möchte dafür ein konkretes Modell schaffen.

Wenn Sie nicht nur an Galerien und Kunstsammlungen denken – verbringen Sie gerne Zeit in einem Museum? Wenn ja, welche Richtung finden Sie interessant? Oder ist eines besonders in Erinnerung geblieben?

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Blick auf das Werk „Universe, 2016“ von Hiroyuki Masuyama in der Kunstsammlung Jena | ©Kunstsammlung Jena

Ich bin ein großer Liebhaber von Museen. Das American Museum of Natural History in New York ist großartig. Der dort ausgestellte Meteorit war sehr beeindruckend.

Das Publikum berührte den Meteoriten. Sie spürten etwas, das einem Willen ähnelte.

Wir danken unserer Kollegin Katharina Simon für dieses Interview.
Gibt es auch bei Ihnen Fragen, die Sie schon immer mal einem bildenden Künstler stellen wollten? Welche? Wünschen Sie sich mehr Künstlerinterviews?

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