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15 Jahre JenaKultur

Label der Jena Lichtstadt

Was wir sind

Kultur auf Flügeln

E i n  Unternehmen für die Kultur der Stadt

Seit der Gründung im Jahr 2005 stellen die heute mehr als 250 Mitarbeiter*innen von JenaKultur mit jedem Projekt und jeder Veranstaltung unter Beweis, wie sehr sie Jenas Kultur durch gelebte, unternehmerische Eigenverantwortung beflügeln.

Das spürbare und offensichtliche Ergebnis für die Bürger*innen:
Jenas Kultur ist in Bewegung.

Der Fokus von JenaKultur ist auf die Entwicklung der kulturellen Angebote gerichtet, nicht auf das Bewahren und Verwalten des Status Quo. –
Das ist der in seiner Vehemenz immer aufs Neue überraschende, deutlich erlebbare Unterschied, der sich nach „nur“ 15jährigem Wirken des Eigenbetriebes zeigt.

Was ist das eigentlich, ein „Eigenbetrieb“?

Anders als in den meisten deutschen Städten, in denen die städtische Verwaltung die Aktivitäten der einzelnen kulturellen Einrichtungen bezuschusst, ist der Kulturbereich in Jena seit dem Jahr 2005 als weitgehend selbstständiges Kulturunternehmen organisiert, das in eigener Verantwortung mit den städtischen Zuwendungen und den erzielten Erlösen wirtschaftet. Rechtlich gesehen gehört JenaKultur zum Sondervermögen der Kommune, das Unternehmen ist also eine 100%ige Tochter der Stadt ohne eigene Rechtspersönlichkeit.

Auch die hoheitlichen Aufgaben der Kulturförderung, der Denkmalförderung und der Förderung von Kunst im öffentlichen Raum werden von JenaKultur ausgeübt, wodurch nicht zuletzt ein enger inhaltlicher Austausch mit den freien Trägern der Stadt entsteht.

Somit genießt der Eigenbetrieb bei der Gestaltung der kulturellen Landschaft weitgehende Freiheiten. Der Stadtrat braucht gemäß Betriebssatzung erst im laufenden Geschäft ab 100.000 Euro, bei Investitionen ab 250.000 Euro um Entscheidung gebeten zu werden. Durch eine eigene Personalabteilung, einen eigenen Veranstaltungsservice, eigenes Marketing, Controlling und eine eigene Buchhaltung kann flexibel auf Veränderungen reagiert werden.

Kulturelle Aufgaben müssen nicht bloß erfüllt, sondern dürfen von JenaKultur neu definiert werden, was dem Eigenbetrieb große inhaltliche Gestaltungsspielräume ermöglicht. Diese unternehmerische Freiheit wirkt als starker Anreiz dafür, die Kultur in Jena und damit auch das eigene Unternehmen zu entwickeln:

Denn es liegt in der Natur eines Unternehmens, dass es Gewinn erzielen will. Der Gewinn von JenaKultur ist die seit 15 Jahren erlebbare Vermehrung des kulturellen Outputs für die Bürger*innen der Lichtstadt und des Umlands. Die Leistungen und Angebote des Eigenbetriebs finden sowohl in ihrer Qualität als auch in ihrer Quantität eine ständige Weiterentwicklung.

Die Werkleitung von JenaKultur wird von der Stadtspitze bestellt. Zur Zeit besteht sie aus:

Schon der Titel „Werkleiter“ weist übrigens auf die gelebte Vision des Jenaer Kulturunternehmens hin:

Wirken, nicht Amtieren…

 

Werkleiter Jonas Zipf: Wie funktioniert die Werkleitung?

»Entwicklung ist die DNA von JenaKultur.«
Jonas Zipf

JenaKultur an der Spitze

Alleinstellung unter den Reformbetrieben

Der Jenaer Eigenbetrieb ist deutschlandweit einmalig: Unter dem Dach von JenaKultur sind deutlich mehr Bereiche vereint, als in anderen Reformbetrieben üblich.

Bereits seit den 1990er Jahren dachten deutsche Kommunen über eine effektivere Organisation ihrer kulturellen Aufgaben nach. Der erste Reformbetrieb entstand in den 1990er Jahren in Mülheim an der Ruhr, es folgte Dortmund mit dem bis heute größten Eigenbetrieb Kultur mit über 400 Mitarbeitern. Beide Städte standen bei der Gründung von JenaKultur beratend zur Seite. Inzwischen gibt es zahlreiche kulturelle Reformbetriebe im Bundesgebiet.

 

Thomas Vogl, Kaufmännischer Leiter von JenaKultur, weiß: Mit dem Eigenbetrieb bekommt Jena mehr fürs Geld.

»Sparen kann man mit Kultur nichts. Gerade als Kaufmännischer Leiter würde ich den Mehrwert von JenaKultur im Output sehen.«
Thomas Vogl

Bei der Frage jedoch, wie ein eigenes, städtisches Kulturunternehmen zugeschnitten sein kann und welche Verantwortungsbereiche und Freiheiten man ihm zuerkennt, ist keine deutsche Stadt weiter gegangen als Jena.

Thomas Vogl: Die Alleinstellungsmerkmale von JenaKultur.

JenaKultur verfügt über gleich drei strukturelle und zwei inhaltliche Alleinstellungsmerkmale:

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Zuschussvereinbarung

Die finanziellen Zuwendungen der Stadt werden in einer vierjährigen Zuschussvereinbarung festgeschrieben. Die Etatverhandlungen zwischen Kämmerer und Werkleitung müssen nicht jährlich stattfinden wie überall sonst. Diese monetäre Verlässlichkeit setzt einen großen unternehmerischen Impuls frei, denn die zur Verfügung stehenden Mittel können nach inhaltlichen Kriterien innerhalb der Förderperiode gewichtet eingesetzt werden. Erzielte Gewinne bleiben auf dem Konto des Unternehmens und können für Zukunftsinvestitionen eingesetzt werden. JenaKultur hat dadurch einen bemerkenswerten Bewegungsspielraum; keine andere Stadt Deutschlands gewährt seinen Kulturschaffenden ein vergleichbares Vertrauen.

Personalhoheit

Die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg in Sachen Kultur sind die Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen des Unternehmens. JenaKultur verfügt bei der Besetzung von Stellen selbst über die Personalhoheit. So entkommt das Unternehmen den Zwängen einer Stadtverwaltung und kann leichter hochengagierte Mitarbeiter gewinnen, die ihren Beruf auch als Berufung ansehen. Dadurch, dass die Personalabteilung von JenaKultur gleichzeitig für die Arbeitsorganisation zuständig ist, können Stellenbeschreibungen zudem effektiv und passgenau auf die sich kontinuierlich verändernden Aufgaben zugeschnitten werden. Das erscheint geradezu selbstverständlich, dennoch liegt bei den meisten anderen Eigenbetrieben Deutschlands die Personalhoheit immer noch bei der Stadtverwaltung.

Veranstaltungsservice

Ein weiteres  Alleinstellungsmerkmal von JenaKultur ist der eigene Veranstaltungsservice, der die technische Planung und Betreuung aller Veranstaltungen gewährleistet, von der Kulturarena bis zum Musikschulkonzert. Zahlreiche Veranstaltungsmeister und ausgebildete Veranstaltungstechniker bilden das schlagkräftige Technikteam von JenaKultur, das enorme Synergien mobilisiert.

Tourismus-Convention

In den meisten anderen deutschen Städten ist der Tourismusbereich als ausgelagerte GmbH organisiert. In Jena ist er Teil des Kultur-Eigenbetriebs. Die Jena Tourist-Information stellt damit weit mehr dar als nur ein Frage-und-Antwort-Büro, sie übernimmt zugleich den Vertrieb für den gesamten Eigenbetrieb. Der Fachbereich Tourismus betreibt ein eigenes Kartenvorverkaufssystem und erfüllt alle Aufgaben des Tourismusmarketings. Die Ressourcen dafür können direkt von der Werkleitung gesteuert werden. Die Definition und das Marketing der Inhalte liegen in einer Hand – die Vorteile liegen auf der Hand.

Jenaer Philharmonie

JenaKultur ist der einzige Eigenbetrieb Deutschlands, der aus dem Kreis der städtischen Kultureinrichtungen auch das städtische Sinfonieorchester, die Jenaer Philharmonie, unter seinem Dach vereint.

Damit können inhaltliche Zielsetzungen von der Werkleitung, der Orchesterdirektion und der künstlerischen Leitung der Jenaer Philharmonie in großer Gemeinsamkeit angegangen werden. Das Orchester rückt mittelbar näher an die Stadtgesellschaft heran und genießt gleichzeitig die Vorteile des großen Players JenaKultur bei der Verhandlung von Zuschüssen und der Ausgestaltung zukünftiger Arbeitsbedingungen.

Meilensteine und Nadelstiche

Gestaltungswille mit Methode

Wie kann man Kultur zukünftig besser gestalten? – Diese zentrale Frage führte die Jenaer Kulturpolitiker*innen im Jahr 2005 zu ihrer Entscheidung, die Organisationsform des Eigenbetriebs zu wählen. Von Anfang an standen somit bei der Gründung von JenaKultur inhaltliche Ziele im Vordergrund.

An seiner Fähigkeit, Inhalte zu gestalten, misst sich also der Erfolg des Kulturunternehmens. Seit 15 Jahren geschieht dies mit bedeutenden Meilensteinen und vielen kleinen Nadelstichen. Dafür, dass diese inhaltliche Arbeit immer wieder gelingt, lassen sich im Wesentlichen drei strukturelle Gründe anführen:

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Synergien

Nach außen kann JenaKultur als  e i n  starker Player auftreten. Die verschiedenen Einrichtungen agieren zusammen und setzen dadurch bemerkenswerte Synergien frei. Sie gewinnen dadurch sowohl an Kraft als auch an Bedeutung und können gemeinsam besser inhaltliche Schwerpunkte setzen. Übergreifende Formate lassen sich leichter in der Stadt verankern und entfalten Wirkung, auch über die Stadtgrenzen hinaus.

Gemeinsames Auftreten

Gleichzeitig steht die Werkleitung von JenaKultur als gewichtiger Ansprechpartner für alle kulturellen Belange zur Verfügung – für die Bürger*innen wie auch für die Politik. Das Unternehmen repräsentiert Jena in Sachen Kultur und verantwortet zudem das Marketing der Stadt, das wirkmächtig die konkreten Inhalte vermitteln kann.

Effiziente Organisation

Nach innen – die dritte Bedingung für effizientes, inhaltliches Arbeiten – können die Aktivitäten der einzelnen Einrichtungen wirksam koordiniert werden. Durch regelmäßige, institutionalisierte Kommunikation zwischen den Unternehmensbereichen ist die Steuerung der vorhandenen Ressourcen auf optimale Weise möglich.

Jonas Zipf über das Kulturkonzept in Jena.

JenaKultur hat die Aufgabe angenommen, das kulturelle Gesicht der Stadt schärfer zu konturieren. Der gewählte Titel hat Methode – JenaKultur setzt Meilensteine und Nadelstiche und beweist damit die spezifischen Qualitäten Jenas immer wieder aufs Neue:

Jena gilt nicht in erster Linie als Kulturstadt – wie beispielweise Weimar oder Dresden. Die Jenaer Kultur fußt zwar auch auf einer bedeutenden kulturellen Tradition, zeichnet sich aber – genau wie Wissenschaft und Wirtschaft dieser Stadt – durch stetigen Gegenwartsbezug, Innovationsfreude und Zukunftsgeist aus.

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Leitziele der Jenaer Kultur

»Jena ist eine Stadt, in der kulturelle Vielfalt gelebt wird. Eigenständig im Anspruch und pointiert gefördert, können sich Kultur und Kunst entfalten. Das kulturelle Erbe wird bewahrt und vermittelt, kulturelle Bildung für die gesamte Bevölkerung ermöglicht und interdisziplinäre Projekte gewagt. Tradition und Innovation, Bewahren und Experimentieren bilden das Spannungsfeld in allen Bereichen. Institutionelle Kultur und eine vielfältige Vereinskultur werden unterstützt und genreübergreifend gemeinsame Vorhaben entwickelt.

Alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt haben die Möglichkeit zur kulturellen Beteiligung. Interkulturelle Gleich-berechtigung ist ein zentraler Anspruch. Stadtteilkultur wirkt identitätsstiftend und hat großes Integrationspotential. Öffentliche Einrichtungen, freie Träger und Kirchen kooperieren miteinander, um Vernetzungsmodelle und Verantwortungspartnerschaften in Projekten einzugehen. Anregungen von außen und kritische Reflektionen des Kulturbetriebes werden geachtet.

Jena begreift Kultur als wichtigen Standortfaktor. Zur urbanen Lebensqualität der Universitätsstadt gehören eine kreative Atmosphäre, Freiräume zur autonomen kulturellen Gestaltung und Mobilität. Neben der Kernstadt besitzen die dörflichen Strukturen und der umgebende Landschaftsraum einmalige touristische Qualitäten.

Die privatwirtschaftlichen Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft sind bekannt und geschätzt. Sie werden in die kulturellen Aktivitäten der Stadt einbezogen und erweitern damit das Angebot in vielen Bereichen.«

Aus: Kulturkonzeption der Stadt Jena. 2010–2015.

Jena ist Geburtsstätte der deutschen Romantik; herausragende Impulse für die Geschichte der Philosophie wurden hier gesetzt; auch im frühen 20. Jahrhundert spielte die Stadt eine bedeutende Rolle bei zukunftsweisenden geistesgeschichtlichen Entwicklungen wie z. B. der Lebensreformbewegung.

Diese historischen Bezüge, aber auch aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen mit Themen wie „Inklusion“ oder „Rassismus und Rechtsextremismus“ werden von JenaKultur regelmäßig in den Mittelpunkt von Projekten und Themenjahren gerückt, die künstlerisch-wissenschaftliche Symposien und innovative Festival-Formate hervorbringen: Akzente, die die kulturelle Physiognomie Jenas in Szene setzen und die überregionale Wahrnehmung der Stadt stärken.

Gerade deswegen geht JenaKultur auch bei der Förderung und Vernetzung von Kultur besondere Wege. Die Innovationsförderung Kunst und Kultur, die 2018 erstmals aufgelegt wurde, ist deutschlandweit eines von wenigen vergleichbaren Fördermodellen. In enger Kooperation mit der Jenaer Wirtschaft werden zukunftsweisende Projekte unterstützt.

Carsten Müller, stellvertretender Werkleiter von JenaKultur, über die Zukunft der Kultur in Jena: Die Möglichkeit des Scheiterns annehmen

Jenas
Kulturpolitik

Die zukunftsweisenden Wege, die der Eigenbetrieb JenaKultur seit seiner Gründung im Jahr 2005 beschreitet, resultieren aus einer Kulturpolitik „von unten nach oben“. Diese Auffassung von Politik, die Verantwortung auf viele Schultern verteilt, zeichnet Jena seit zwanzig Jahren aus.

Kulturpolitik in Jena, einer Stadt der kurzen Wege, findet so in ständigem Wechselspiel zwischen Stadtrat, Oberbürgermeister, Werkleitung von JenaKultur und freien Trägern statt. Inhaltliche Vielfalt und dynamische Entwicklung der Kultur sind die unmittelbare Folge.

Der Kulturausschuss – in Jena zuständig für Kultur und Bildung – vertritt die Interessen der gesamten Kultur in Jena. Er setzt sich aus Politikern aller Fraktionen des Stadtrates und sogenannten „interessierten Bürgern“ zusammen.

Der Werkausschuss ist das Aufsichtsgremium von JenaKultur. Er setzt sich aus Politikern aller Fraktionen des Stadtrates zusammen. Er agiert ebenso wie der Kulturausschuss im Auftrag des Stadtrates.

Tilo Schieck, Vorsitzender des Werkausschusses von 2009 bis 2019, über seine Rolle bei der Gründung und Entwicklung des Eigenbetriebs JenaKultur.

Unser Weg

Chronik

Eine Stadt ist heiß auf die Zukunft.

Die Gründung von JenaKultur im Jahr 2005

Die Bedingungen sind günstig. Im Jahr 2000 wählt Jenas Stadtrat drei neue Dezernenten: Frank Jauch (SPD, Finanzen), Albrecht Schröter (SPD, Kultur und Soziales) und Christoph Schwind (CDU, Bauen und Wirtschaftsförderung). Sie verbreiten Aufbruchsstimmung. Die Zeichen in der Politik stehen auf Neubeginn. 2003 wird ein erster städtischer Eigenbetrieb gegründet: Kommunale Immobilien Jena (KIJ).

Die Dezernenten wollen noch weitere Impulse für die Entwicklung der Stadt setzen und treffen auf eine ebenso innovationsfreudige Leiterin des städtischen Kulturamts, Dr. Margret Franz. Auch sie möchte die Kulturlandschaft Jenas gut für die Zukunft aufstellen. Der Oberbürgermeister, Dr. Peter Röhlinger, beauftragt sie zu Beginn des Jahres 2004, einen Planungsstab für die Gründung eines städtischen Eigenbetriebs, zunächst unter dem Namen „Kultur und Marketing Jena“ (KMJ), ins Leben zu rufen, und zwar mit dem Ziel der Eigenbetriebsgründung zum 1. Januar 2005.

Dr. Margret Franz, Werkleiterin von JenaKultur 2005 – 2013, im Interview: Wie kam es zur Gründung des Eigenbetriebs?

Von Anfang an besteht die politische Motivation darin, weg von der Ämterstruktur, hin zu mehr Service-Leistung für die Bürger*innen Jenas zu kommen.

»Wenn du Kultur machst, musst du alles daran setzen, dass alles, was du machst, in die Öffentlichkeit gebracht wird. Du machst den Job nicht, um die Kultur zu verwalten, sondern um anderen etwas zu bringen.«
Dr. Margret Franz

Im Lauf des Jahres 2004 werden eine Satzung, eine Personalstruktur, ein Organigramm und ein Wirtschaftsplan erarbeitet. Unterstützt wird der Prozess von der Berliner Agentur LBD (Learning by doing).

Am 27. Oktober 2004 beschließt der Stadtrat die Gründung des Eigenbetriebes „Kultur und Marketing Jena“ (KMJ).

Nach zwei weiteren Monaten fieberhafter Vorbereitungen, auch über die Weihnachtszeit, fällt noch auf der Zielgeraden die Entscheidung für den heutigen Namen „JenaKultur“.

Martin Berger, Stadtkämmerer, erinnert sich an den Prozess der Namensfindung und den ersten Arbeitstag von JenaKultur.

Am 3. Januar 2005 ist der erste Arbeitstag. Alle Rechner gehen an, die Buchhaltung funktioniert, die Tätigkeit kann beginnen. Getragen von einem beeindruckenden Teamgeist ist binnen nur eines Jahres der gesamte kulturelle Bereich der Stadt Jena neu aufgestellt worden und „heiß“ auf die Zukunft.

Ein JenaTV-Beitrag (von Doris Weilandt) zur Gründung des städtischen Eigenbetriebs JenaKultur im Jahr 2005.

Martin Berger: Die finanzielle Situation Jenas 2004

Mehr als nur Regelbetrieb

Aufbruch zu großen Projekten

Nun gibt es also den Eigenbetrieb JenaKultur, und der Betrieb der Einrichtungen geht nach dem 1. Januar 2005 natürlich nahtlos weiter. Die Jenaer Philharmonie spielt Konzerte, die Musik- und Kunstschule unterrichtet ihre Schüler*innen, die Volkshochschule bietet Kurse an. In der Ernst-Abbe-Bücherei stehen dieselben Bücher zur Ausleihe bereit… Doch was ist das Neue?

Am besten beschreiben kann man es an den großen Veranstaltungs-Höhepunkten der ersten Jahre von JenaKultur.

2005 findet die erste Lange Nacht der Wissenschaften statt, die sich als wichtige Veranstaltung mit großem Publikumszuspruch etabliert. An der Nahtstelle zwischen Kultur und der für Jena so wichtigen Wissens-Community entsteht ein spannendes Wirkungsfeld für den jungen Eigenbetrieb.

©JenaKultur, T. Peißker

©JenaKultur, D. Liepold

Die kurzen Organisationswege innerhalb des Eigenbetriebs befördern die Kooperationen zwischen den Einrichtungen. So entsteht auch das Format ArenaOuvertüre. Die Jenaer Philharmonie spielt zum Auftakt der Kulturarena ein großes OpenAir-Konzert in Jena-Lobeda, das seitdem mit großem Erfolg jährlich stattfindet: Eine direkte Synergie von Jenaer Philharmonie und Kulturarena.

Im Gedenken an das 200jährige Jubiläum der Schlacht von Jena und Auerstedt wird das Jahr 2006 zum Deutsch-Französischen Jahr ausgerufen. Zahlreiche Veranstaltungen widmen sich dem völkerverständigenden Thema. Der Höhepunkt des Gedenkjahres ist die Schlachtnachstellung auf freiem Feld mit über 40.000 Statisten. Die Organisation für dieses Großereignis liegt bei JenaKultur, und sie gelingt. Damit rückt die wichtige Aufgabe eines schlagkräftigen Veranstaltungs-Managements mit großer Vehemenz auf die Tagesordnung des jungen Unternehmens.

©JenaKultur, D. Truckenbrodt

©JenaKultur, T. Petersen

Im Dezember 2006 findet im Volkshaus das erste JenaKulturPicknick statt. An diesem „Tag der offenen Tür“ des gesamten Eigenbetriebs präsentieren sich die unterschiedlichen Einrichtungen mit Veranstaltungs- und Mitmach-Angeboten. Die beeindruckende Vielfalt des kulturellen Angebots der Stadt schafft sich selbst neue Kommunikationswege mit den Bürger*innen. Das Hauptprinzip von JenaKultur, mit allem, was man tut, nach außen, in die Stadt hinaus zu gehen, kristallisiert sich immer klarer heraus.

Die neue Struktur des Eigenbetriebes zieht größere Projekte an, sie generiert neue Wirkungsfelder. Die neuen Projekte und Wirkungsfelder wiederum nehmen Einfluss auf die Struktur und zeigen auf, welche Veränderungen bei JenaKultur in einem fortwährenden Entwicklungsprozess angestoßen werden müssen. Das Kulturunternehmen befindet sich sofort nach der Gründung im Arbeitsmodus der ständigen Verbesserung und Optimierung der Abläufe.

Als wichtigste Konsequenz daraus beginnt JenaKultur mit dem Aufbau eines eigenen Veranstaltungsservice, der zugleich auch dadurch nötig wird, dass mit dem fertiggestellten Volksbad seit Ende 2007 ein weiteres großes Veranstaltungshaus zur Verfügung steht, das gleichzeitig zum Unternehmenssitz wird.

©JenaKultur, S. Reuter

©JenaKultur, S. Reuter

Höhepunkt der ersten Phase von JenaKultur ist sicher die Auszeichnung Jenas als „Stadt der Wissenschaft“ im Jahr 2008, verliehen vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Am 21. März 2007 gewinnt Jena den Endausscheid gegen Potsdam. JenaKultur, vor allem die stellvertretende Werkleiterin Ellen Staubesand, ist federführend beim Bewerbungsprozess Jenas, der eine umfassende Koordinierung und Vernetzung zahlreicher beteiligter Einrichtungen der Stadt beinhaltet. Eine Mammutaufgabe. Schnell wird klar, dass der Eigenbetrieb dieser Aufgabe gewachsen und zu einem entscheidenden Player in Jena geworden ist, vor allem, was die Außendarstellung der Stadt angeht.

Wann wurde der Gründungswerkleiterin, Dr. Margret Franz, klar, dass JenaKultur ein Erfolg werden würde?

Konsolidierung

Wie lässt sich die Organisation des Eigenbetriebs zukunftsfähig aufstellen?

Ein Kulturbetrieb mit mehr als 200 Mitarbeitern muss Maßstäben moderner Unternehmensführung genügen, um zuverlässig steuerbar zu sein. Die in den ersten Jahren vom jungen Eigenbetrieb freudig in Angriff genommene Bewältigung der Aufgabenvielfalt benötigt gleichzeitig ein tragfähiges Fundament, das die kaufmännische Stabilität gewährleistet.

Mikadospiel im Jenaer Paradiespark

JenaKultur funktioniert wie ein Mikado-Spiel. Die einzelnen Stangen sind gebündelt nicht zu brechen. ©JenaKultur, A. Hub

Interview mit Dr. Margret Franz: Kultur und gutes Wirtschaften schließen sich nicht aus.

50.000 rocken in Jena – Rock'n'Roll-Arena gegen Rechts

Nach der Aufdeckung der Aktivitäten der rechten Terrorzelle NSU, deren Mitglieder aus Jena stammen, initiieren Udo Lindenberg und Sigmar Gabriel ein Protestkonzert.
JenaKultur organisiert das Open-Air-Konzert innerhalb von nur zwei Wochen. Neben Lindenberg treten Clueso, Peter Maffay, Julia Neigel und Silly am 2. Dezember 2011 im Paradiespark auf und verwandeln das wohl größte Konzert, das jemals in Jena stattgefunden hat, in ein Plädoyer für die „bunte Republik Deutschland“.

©JenaKultur, Marco Rank

Ende einer Ära

Zum Jahresende 2013 geht Dr. Margret Franz,
die Gründungswerkleiterin, in den Ruhestand.

Sie übergibt ein glänzend aufgestelltes Unternehmen,
das bereit ist, sich den Herausforderungen
der Zukunft zu stellen.

Die Zukunft entwickeln

Was in den „nur“ 15 Jahren JenaKultur geschehen ist, ist erstaunlich. Der Eigenbetrieb schafft sich selbst kontinuierlich neue Aufgabenfelder. Im Jahr 2020 sind ganze Unternehmensbereiche wie der Fachbereich Veranstaltungen und der Fachbereich Tourismus-Convention neu aufgestellt worden und steuern einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg des Unternehmens bei:

Der Output von JenaKultur und damit der Mehrwert für die Stadtgesellschaft haben sich kontinuierlich gesteigert.

Flankierend erfahren auch die Zuschüsse der Stadt Jena eine Verdopplung – von 8 in 2005 auf 17 Mio. Euro in 2020 – letztlich nur möglich, weil der Erfolg des Eigenbetriebs in großer Breite gesehen und wertgeschätzt wird.

»Der Erfolg von JenaKultur lässt sich gut daran festmachen, dass es uns in den 15 Jahren gelungen ist, wirklich wichtige Kennzahlen, die Nutzerzahlen, also den Output unseres Unternehmens so zu optimieren, dass wir im Bundesvergleich über alle Bereiche hinweg vordere Plätze im Ranking belegen.«
Thomas Vogl

©JenaKultur, Worsch

Die vornehmste Aufgabe des Kulturbetriebs ist es, nach außen zu gehen und sichtbar zu werden. Die Qualität der Veranstaltungen und die intensive Nutzung der Einrichtungen prägen das Image von JenaKultur. Die Öffnung in die Stadt und der Versuch, immer mehr Menschen mit den Angeboten zu erreichen, sind die wichtigsten Unternehmensziele. 

Aus dieser Erkenntnis erwächst im Umkehrschluss die Notwendigkeit, bei allem betriebswirtschaftlichen Anspruch inhaltlich nicht stehen zu bleiben. Denn auch die Zeit bleibt nicht stehen. Die Frage, wie die existierenden Strukturen kontinuierlich auf eine gute Weise herausgefordert werden können, um relevant zu bleiben und sich der Zukunft zu stellen, steht im Zentrum der Unternehmenstätigkeit.

Wie werden im Eigenbetrieb Entscheidungen getroffen? Jonas Zipf und Carsten Müller im Dialog.

Die Zeit von 2015 bis 2020 bei JenaKultur ist daher vor allem davon geprägt, dass wichtige Entwicklungsthemen angegangen und Pflöcke eingeschlagen werden, die den Eigenbetrieb gut für die 20er Jahre des 21. Jahrhunderts aufstellen. Dieser „Weiterbau des Hauses“ JenaKultur lässt sich gut am Projekt des Neubaus der Ernst-Abbe-Bücherei am Engelplatz und dem gleichzeitigen Umbau des Volkshauses zum Kultur- und Kongresszentrum veranschaulichen.

Jonas Zipf und Carsten Müller, Werkleiter und stellvertretender Werkleiter von JenaKultur

Jonas Zipf und Carsten Müller | ©JenaKultur, C. Worsch

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Neubau der Stadtbibliothek

Zukunftsprojekt 1:
Die Synergien von JenaKultur

Als die Stadt Jena sich 2015 die Kaufoption für ein brachliegendes Grundstück am Engelplatz direkt neben dem Theatervorplatz, dem Veranstaltungsort der Kulturarena, sichern kann, öffnet sich plötzlich eine Tür, um gleich mehrere drängende Zukunftsvorhaben angehen zu können.

Bereits seit dem Jahr 2013 wird diskutiert, dass das Volkshaus zu beengt für die Ernst-Abbe-Bücherei geworden ist, vor allem unter dem Aspekt zeitgemäßer Bibliotheksarbeit, die nicht nur Ausleihe ermöglicht, sondern auch Aufenthaltsqualität bietet.

Zudem besteht großer Sanierungsbedarf des historischen Volkshausgebäudes; die Arbeiten wären bei laufendem Bibliotheksbetrieb jedoch nicht möglich. Offensichtlich ist außerdem schon seit der Wende, dass Jena dringend ein Kongresszentrum braucht, um der weltweiten wissenschaftlichen Bedeutung der Stadt mit angemessenen Tagungsmöglichkeiten Rechnung zu tragen. Nun, mit der Perspektive auf einen Bibliotheksneubau am Engelplatz, liegt es nahe, die Sanierung des Volkshauses auf Tagungs- und Kongressbetrieb hin auszurichten.

Auch der Fortbestand der für JenaKultur so imageprägenden Kulturarena erweist sich als nachhaltig gesichert, weil eine an den Theatervorplatz angrenzende Wohnbebauung nun endgültig ausgeschlossen werden kann. Und auch das Theaterhaus selbst profitiert von dem geplanten Neubau indirekt, da mehr Platz und eine bessere Einlass-Situation entstehen.

Nicht zuletzt bietet der Neubau der Ernst-Abbe-Bücherei auch Platz für den Bürgerservice der Stadt Jena, womit hohe Nutzungszahlen und belebende Synergieeffekte innerhalb der neuen Immobilie einhergehen.

Ein Blick auf das Baugelände und die örtlichen Gegebenheiten | ©JenaKultur, JenaTV

Am Engelplatz entsteht ein städtisches Kulturareal in hervorragender, zentraler Lage – ein Glücksfall für die Stadtentwicklung.

Der künftige Bau in einer 3D-Animation | ©pbr AG

Zur Projekt-Website

Es sind gleich mehrere Fliegen auf einen Streich. Und es ist kaum vorstellbar, dass dieser Streich gelungen wäre, wenn nicht die beteiligten Einrichtungen – Ernst-Abbe-Bücherei, Stadtmarketing und Convention, Jenaer Philharmonie und Kulturarena – unter dem Dach von JenaKultur Teil  e i n e s  Unternehmens wären, dazu mit einem Theaterhaus und einem städtischen Bürgerservice, mit denen JenaKultur kommunikativ hervorragend assoziiert ist. Ohne die Existenz des großen Players JenaKultur würde es den Neubau der Bibliothek und den Umbau des Volkshauses zum Kultur- und Kongresszentrum wahrscheinlich nicht geben.

Kultur- und Kongresszentrum Volkshaus

Zukunftsprojekt 2:
Kultur belebt

Das Thema „Convention“ („Zusammenkunft“), also die Bemühung darum, Kongresse und Tagungen in die Wissenschaftsstadt Jena zu ziehen, ist ein Aspekt, der für die Stadtentwicklung von größter Bedeutung ist.

Die Kultur- und Wirtschaftswissenschaften haben in den vergangenen Jahrzehnten ein immer größeres Augenmerk auf den Begriff der Umwegrentabilität gelegt. Wie sehr eine Stadt belebt wird – sowohl inhaltlich wie auch finanziell –, ist extrem stark mit der Frage verbunden, wie viele Menschen sie anziehen kann. Je mehr Besucher – sowohl aus dem Umland wie auch überregional und weltweit – eine Stadt als wertvolles Ziel begreifen, desto besser können sich attraktive und innovative Strukturen in ihr heranbilden. Dies hat sowohl für eine gedeihende Wirtschaft als auch für eine blühende Kultur große, bislang immer noch eher unterschätzte Effekte. – Es ist ein Nebenaspekt der Corona-Krise, dass als Resultat der weitgehenden Einstellung aller Geschäftsreise-Aktivitäten auf drastische Weise deutlich wird, welch dramatische wirtschaftliche Auswirkungen der Wegfall der Umwegrentabilität hat.

Fragen zum Volkshaus: Stand des Baufortschritts | ©JenaKultur, JenaTV

Dadurch, dass JenaKultur bereits durch seine Unternehmensstruktur Veranstaltungen und Stadtmarketing zusammen denkt, war es naheliegend, die Realisierung des neuen Jenaer Kongress- und Veranstaltungszentrums im Volkshaus entscheidend voranzutreiben.

Doch damit nicht genug: In Ergänzung all dessen kann ein Verbindungsbau zwischen Volkshaus und Deutschem Optischem Museum in Angriff genommen werden – ein ergänzendes Bauvorhaben, das dem Museum ein seiner Bedeutung angemessenes, repräsentatives Foyer verschafft und gleichzeitig, in der oberen Etage, einen Orchesterprobenraum für die Jenaer Philharmonie vorsieht. So muss das Orchester den großen Saal des Volkshauses in Zukunft nicht mehr an 100 Tagen pro Jahr für Proben blockieren, was sicherstellt, dass das Volkshaus für Kongresse zur Verfügung stehen kann.

Kultur belebt die Stadt – JenaKultur belebt Jena

Die Sanierung des Volkshauses ist inzwischen weit vorangeschritten. Die Eröffnung als Kongress-, Tagungs-, und Kulturort ist für das Jahr 2022 geplant.

Carsten Müller zur Entstehungsgeschichte des Volkshauses als Kultur- und Kongresszentrum.

Was werden die nächsten Zukunftsinvestitionen sein, die von JenaKultur in Angriff genommen werden?
Ein modernes Kunsthaus für die Städtischen Museen Jena? Ein neues, kommunikationsfreundliches Gebäude für die Geschäftsstelle der Volkshochschule?

Dr. Beate Jonscher, Vorsitzende des Werkausschusses seit 2019, über die wichtigen Zukunftsfragen im Eigenbetrieb.

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Kulturelle Kommunikation im 21. Jahrhundert

Zukunftsprojekt 3:
Kulturelle Kommunikation. JenaKultur und die Kultur in Jena

JenaKultur ist der größte Kulturanbieter der Lichtstadt, der jährlich hunderte Veranstaltungen verschiedensten Formats ausrichtet. Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für einzelne Kulturmarken wie z. B. Volkshaus Jena, Märkte und Stadtfeste oder auch diverse Sonderprojekte bilden nur einen Teil der Arbeit im Team Marketing ab.

Hinzu kommt die Etablierung und Stärkung der Marke JenaKultur selbst, das Erarbeiten von Corporate Design-Richtlinien, die Entwicklung und Unterstützung von Onlinemarketingkonzepten oder zentraler Werbemaßnahmen wie Flyervertrieb und Plakatierung sowie die Planung und Redaktion für die zahlreichen JenaKultur- Kanäle. Den Öffentlichkeitsarbeiter*innen der einzelnen Einrichtungen steht das zentrale Team bei der Umsetzung ihrer Projekte ebenfalls beratend und unterstützend zur Seite.

Doch JenaKultur sieht sich in der Kulturlandschaft Jenas nicht als Player unter vielen, sondern vielmehr als Partner und Vermittler. JenaKultur ist in zahlreichen Netzwerken engagiert, schafft Synergien und stellt Ressourcen und Know-how zur Verfügung: Von Initiative Innenstadt bis Jenaer Bündnis für Familie, über Thüringer Städtekette bis hin zu Jena Digital. Denn letztendlich ist der Eigenbetrieb vor allem eins: Dienstleister für die Einwohner und Gäste der Lichtstadt!

»Wir stehen im ständigen Spagat zwischen der Vermarktung von JenaKultur, der JenaKultur-Einrichtungen und der Kultur in Jena. Deshalb haben wir neue digitale Plattformen etabliert.«
Antje Jurdzinski, Teamleitung Marketing

In dieser Funktion als städtischer Eigenbetrieb versteht sich deshalb auch das Marketing als Schnittstelle und Kommunikationsträger zwischen JenaKultur, freien wie auch institutionalisierten Kulturträgern und den Bürgern – nicht immer eine leichte Aufgabe. Bei der Vielzahl der JenaKultur-Angebote sind die Ressourcen der JenaKultur-Kanäle schnell erschöpft. Daher wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Angebote geschaffen, die alle Interessierten erreichen und mitnehmen sollen – eben nicht hinter verschlossenen Türen in Gremien und Beratungszimmern, sondern natürlich offen und im virtuellen Raum: Auf Blogs, Webseiten und sozialen Netzwerken können Interaktionen frei von Bürokratie stattfinden, können Menschen außerhalb von Barrieren und Öffnungszeiten teilhaben. Und ist es nicht das, was Kultur schaffen sollte? Miteinander ins Gespräch kommen, voneinander lernen, aneinander wachsen, zusammen erleben?

Man sieht es oft als selbstverständlich an, aber sehr viele deutsche Städte haben keinen funktionierenden digitalen Veranstaltungskalender. JenaKultur hat einen solchen Kalender in Eigenregie entwickelt und programmiert und ist damit inzwischen zahlreichen anderen Städten ein Vorbild geworden.

Seit dem Jahr 2019 gibt es den JenaKultur-Blog, einen Ort im Netz, an dem tiefergreifende inhaltliche Themen Platz haben und zur Diskussion anregen sollen. Ein Ort, an dem Marketing und Unternehmenskommunikation eng verschweißt sind. Dort findet man z. B. ein Gespräch über die Auswirkungen der Corona-Krise mit dem bekannten Jenaer Soziologen Prof. Hartmut Rosa. Der Intendant der Berliner Festspiele, Thomas Oberender, ein gebürtiger Jenenser, unterhält sich im Blog aus Anlass des Tags der Arbeit mit Jonas Zipf über die Situation der freischaffenden Künstler im Verhältnis zu den subventionierten Großbetrieben. Aber auch die Einrichtungen von JenaKultur geben im JenaKultur-Blog fundierten Einblick in ihre jeweiligen Bereiche.

»Wir haben lange nach einem Tool gesucht, mit dem wir über all das berichten und diskutieren können, was sich sozusagen hinter den Kulissen unseres Eigenbetriebs abspielt, was uns jenseits der Routinen und dem, was man von außen als Kunde, Nutzer, Gast… wahrnimmt, noch beschäftigt und umtreibt oder ausmacht. Unser Blog hat sich in den nunmehr fast zwei Jahren seines Bestehens zu einer lebendigen Austauschplattform entwickelt. Wir wissen, dass sich Medienvertreter*innen hier informieren, unsere Belegschaft ist begeisterte Leserschaft (und liefert unverzichtbare redaktionelle Unterstützung!), und auch die Öffentlichkeit zeigt mit Rückfragen, Statements und anderen Reaktionen, dass wir hier ein wichtiges JenaKultur-Informationsdesiderat behoben haben.«
Birgit Liebold, Unternehmenskommunikation

Die Einrichtung einer Social Wall unter dem Hashtag #KulturinJena schließlich eröffnet allen Anbietern und Nutzern von Angeboten in Jena die Möglichkeit, auf aktuelle kulturelle Hotspots der Stadt hinzuweisen und miteinander zu kommunizieren – ebenso eine rege genutzte Plattform.

JenaKultur lädt alle deshalb ein, im Blog zu kommentieren, Veranstaltungen in den städtischen Veranstaltungskalender einzutragen, mit #KulturinJena zu twittern und zu instagrammen und damit die Social Wall zu dekorieren.

 

Die gesamte, digitale Entwicklung der einzelnen Einrichtungen wird vorangetrieben, weil JenaKultur als großer Player auftreten kann. Eine Volkshochschule oder eine Musik- und Kunstschule allein hätten niemals die Chance, in der städtischen Arbeitsgruppe vertreten zu sein, die die digitale Entwicklung in Jena plant. Nun sind aber alle Einrichtungen über JenaKultur an diesen Prozessen beteiligt, und alle profitieren von der Stärke von JenaKultur.

Den immerwährenden Aufbruch des Jenaer Eigenbetriebs symbolisiert das JenaKultur-Raumschiff unter dem Motto „Auf in neue Welten“.

Corona in Jena

 

Zur 15jährigen Geschichte von JenaKultur gehört inzwischen leider auch ein gänzlich unerwartetes, aber dafür umso einschneidenderes Ereignis: Die Corona-Krise.

 „Andrà tutto bene“: Alles wird gut – Mit diesem im März 2020 von JenaKultur an seinen Häusern plakatierten Satz zeigte das Unternehmen seine Solidarität mit den beklemmenden Entwicklungen in Norditalien und proklamierte gleichzeitig seinen unerschütterlichen Optimismus.

Überlegungen zu „Veranstaltungen und Veranstaltungswirtschaft im Zeitalter des Abstands“ von Daniel Illing, Fachbereichsleiter Veranstaltungen bei JenaKultur.

Dennoch bleibt die Krise eine bislang unüberschaubare Herausforderung für Kultur und Veranstaltungswirtschaft in Deutschland. Das Selbstverständnis von JenaKultur als Dienstleister, Unterstützer und Brückenbauer der Kultur wird neue Definitionen und Wege finden müssen.

Martin Berger: Die zukünftige Kultur-Strategie. Wie kommt Jena aus der Corona-Krise?

©JenaKultur

Zahlen und Fakten

In 15 Jahren JenaKultur ist einiges Zusammengekommen: allen voran leuchtende Kinderaugen, tanzende Teenies, kreative Erwachsene, glückliche Großeltern und viele viele emotionale Momente durch alle Bevölkerungsschichten hinweg. Wie viele Besucher*innen der Eigenbetrieb mit seinen vielfältigen Angeboten wirklich erreicht hat, zeigen eindrucksvoll die interessanten Fakten und ausgewählten Kennzahlen – unbedingt reinklicken!

Glückwünsche zum 15jährigen

Wir lassen uns gern feiern.

Deswegen haben wir die Glückwünsche wichtiger Wegbegleiter zu unserem 15ten Geburtstag eingesammelt…         

Wer wir sind

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Kennen Sie eigentlich…

Sarah Gehauf, Teamleiterin Veranstaltungsräume bei JenaKultur

©JenaKultur, C. Worsch

Türk Damer, Leiter Veranstaltungsservice bei JenaKultur

©JenaKultur, C. Worsch

JenaKultur als Ausbildungsbetrieb 

Die Leiterin der Personalabteilung von JenaKultur, Yvonne Abraham, erzählt im Interview von einer ihrer Herzensangelegenheiten, der Ausbildung in den verschiedenen Bereichen von JenaKultur:

»Ausbildung sehe ich nicht nur als Teil der Personalentwicklung unseres Unternehmens. Ich finde sie auch darüber hinaus sehr wichtig. Heute geht es verstärkt darum, jungen Menschen überhaupt die Chance auf einen guten Ausbildungsplatz zu geben, damit sie gutes Handwerkszeug für die Welt da draußen bekommen. Auszubildende sind ja keine Hilfskräfte.

Ich sage immer gerne, dass wir bei JenaKultur die bunten Azubis haben. Auf den jährlichen Gruppenfotos aller Jenaer Auszubildenden kann man recht gut sehen, welche die JenaKultur-Azubis sind: Die coolen, die nicht ganz so geschniegelt und gebügelt dastehen.«

Yvonne Abraham

– Weiterlesen –

Die JenaKultur-Azubis – derzeitige und gewesene – haben, unter der Federführung von Joana Thomas (Auszubildende), Fragen beantwortet. Daraus sind folgende Schlaglichter entstanden:

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Fachkraft für Veranstaltungstechnik

Sebastian Sonntag, abgeschlossene Ausbildung bei JenaKultur

Welcher Grund hat Dich bewegt, nach der Ausbildung bei JenaKultur zu bleiben?

Das gute Team, aber auch mehr Erfahrungen im Beruf zu sammeln und natürlich die verschiedenen Einsatzorte haben mich dazu bewegt. Hier haben wir ein bzw. mehrere feste Häuser mit unserer Veranstaltungstechnik und keine freien Orte wie vielleicht andere Veranstaltungstechnik-Unternehmen.

Sebastian Sonntag und Justin Wehr

Sebastian Sonntag und Justin Wehr | ©JenaKultur, C. Worsch

Justin Wehr, Auszubildender bei JenaKultur

Welche positiven Aspekte siehst Du in einer Ausbildung bei JenaKultur?

Das kollegiale Verhältnis im ganzen Unternehmen sowie die Vielfalt an Veranstaltungsarten in unterschiedlichen Einrichtungen, von Familienfeiern bis zum Sommerfestival Kulturarena, bieten viele Möglichkeiten Erfahrungen zu sammeln und Abwechslung zu erleben.

Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste

Jennifer Tews, abgeschlossene Ausbildung bei JenaKultur

Hat sich durch die Ausbildung bei JenaKultur etwas in Deinem Leben geändert?

Ich hatte vor der Ausbildung tatsächlich wenige Bezugspunkte zur Bibliothek. Daher war es für mich interessant zu sehen, was alles zum Bibliotheksalltag gehört. Es ist eben nicht nur Bücher ausleihen; sondern auch Veranstaltungsplanung, Öffentlichkeitsarbeit, technische Einarbeitung der Medien etc. Bei uns ist ja die ganze Welt in einem Haus – diese Vielfältigkeit fand ich beeindruckend.

Laura Franke und Jennifer Tews

Laura Franke und Jennifer Tews | ©JenaKultur

Laura Franke, Auszubildende bei JenaKultur

Welche positiven Aspekte siehst Du in einer Ausbildung bei JenaKultur?

Es gibt hier unter anderem eine Jugend- und Auszubildendenvertretung, die sich für die Interessen der Azubis einsetzen, einen sicheren Ausbildungsplatz und man kann sich bei Fragen oder Unsicherheiten immer an jemanden wenden.

Veranstaltungskaufleute

Anna Fuhlbrügge, abgeschlossene Ausbildung bei JenaKultur

An was in Deiner Ausbildung erinnerst Du Dich am liebsten zurück?

Ein richtig schöner Tag war mein erster Tag in dem Team der KulturArena. Mona Lunte hatte mich empfangen und mir Einblicke in alle Ordner- und Arbeitsstrukturen gegeben. Als ich dann meine Aufgaben bekam, bin ich richtig motiviert und glücklich nach Hause gegangen und wollte sofort loslegen.

Joana Thomas und Anna Fuhlbrügge

Joana Thomas und Anna Fuhlbrügge | ©JenaKultur, C. Worsch

Joana Thomas, Auszubildende bei JenaKultur

Was kann Dir JenaKultur bieten (das andere Ausbildungsbetriebe Dir nicht bieten können)?

Ich kann viel Erfahrung sammeln, dadurch, dass ich nicht fest in einem Team eingebunden bin, sondern alle Bereiche durchlaufen kann, außerdem gibt es die Möglichkeit, ein Auslandspraktikum zu machen, was sehr cool ist.

Kauffrau für Büromanagement

Lilli Wazula, Auszubildende bei JenaKultur

Hat sich durch Deine Ausbildung bereits etwas in deinem Leben geändert?

Man könnte sagen, ich bin reifer geworden und trete sicherer auf, ich habe viel dazu gelernt und bin mit meinen Aufgaben gewachsen.

Lilli Wazula

Lilli Wazula | ©JenaKultur

Kaufleute für Tourismus und Freizeit

Berit Bodenmüller, abgeschlossene Ausbildung bei JenaKultur

Welcher Grund hat Dich bewegt, nach der Ausbildung bei JenaKultur zu bleiben?

In der Jena Tourist Information habe ich meinen Traumberuf gefunden. Meine Arbeit ist abwechslungsreich in den verschiedenen Bereichen des Tourismus (Infobereich, Souvenirshop und Ticketing). Außerdem gefallen mir die Internationalität, das Kennenlernen vieler neuer Leute und das Anwenden von Fremdsprachen am Arbeitsplatz und in Jena sehr.

Berit Bodenmüller und Rebecca Relius

Berit Bodenmüller und Rebecca Relius | ©JenaKultur

Rebecca Relius, Auszubildende bei JenaKultur

Hat sich durch Deine Ausbildung bereits etwas in deinem Leben geändert?

Ich bin verständnisvoller für Menschen, die im Publikumsverkehr arbeiten, geworden. Außerdem laufe ich mit offeneren Augen durch die Stadt, um Neues zu entdecken und mir dadurch mehr Wissen anzueignen, das ich dann an die Kundschaft weitergeben kann.

Die Kulturarena

Nach fast 30 Jahren lässt sich ohne jeden Zweifel sagen, dass die Kulturarena nicht einfach nur irgendein weiteres Musikfestival ist. Sie ist ein Ort für Offenheit und Begegnung, ein kulturelles Kraftzentrum. Hier werden Kultur und Vielfalt zelebriert, ganz ohne sich dabei auf eine Stilrichtung, ein Genre, ein Herkunftsland oder eine Formation zu beschränken! Auf dem Vorplatz des Jenaer Theaterhauses ist über die Sommermonate eine ganz besondere Stimmung zu spüren: das Zusammenspiel von Musik, Theater und Film begleitet die Jenaer Bürger und Besucher über viele Wochen – und das mitten in der Stadt! Künstler von internationalem Rang und Namen gastieren in dieser Zeit ebenso wie Newcomer auf der Bühne des Theaterhauses. Das musikalische Spektrum reicht von anspruchsvollem Pop und Rock, impulsivem Jazz, Blues und Soul bis zu elektronischer Musik. Das einzigartige Flair verzaubert!

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Unsere Vision

Das Jenaer Sommerfestival verzichtet gerne auf zu viel Glamour und Schick und setzt ganz auf seine Natürlichkeit. Die Unterstützung bislang unentdeckter und die Einladung bereits etablierter Künstler gehen bei uns Hand in Hand. Die klare Vision besteht darin, Jenaer Bürger*innen und Gäste aus aller Welt zusammenzubringen und mit ihnen gemeinsam die Besonderheit von Kultur zu entdecken und zu feiern. Dabei zielen wir auch programmatisch auf Vielfalt und setzen beim Theaterspektakel, Filmvorführungen unter freiem Himmel und Konzerten für Jung und Alt besondere Akzente. Angeregte Gespräche, künstlerische Neuentdeckungen, gemeinsamer Genuss und ein wachsendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit stehen bei der Kulturarena im Vordergrund.

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2020/2021

Was wäre ein Sommer ohne Kulturarena, ein Sommer ohne dichtes und angeregtes Getümmel auf Jenas Theatervorplatz? Für die Jenaer*innen seit vielen Jahren kaum vorstellbar! In der 29. Festival-Ausgabe 2020 kämpft die Arena jedoch mit gleich zwei großen Herausforderungen: Die Großbaustelle zum Neubau der Ernst-Abbe-Bücherei macht umfangreiche Planungen zum Umzug in den Paradiespark notwendig. Aufgrund der Corona-Pandemie muss das Festival schließlich zum ersten Mal in seiner Geschichte abgesagt werden. Diese Absage ist ein schwerer Schlag für alle Verantwortlichen und Beteiligten, die sich diesem Format mit so viel Herzblut widmen und nicht zuletzt auch für die vielen Gäste, die dadurch schmerzlich um einen kulturellen Höhepunkt beraubt werden.

Die Akteur*innen lassen sich nicht unterkriegen und tun das, was in dieser Zeit eben möglich ist: Im corona-gebeutelten Sommer werden die StraßenpflasterFestSpiele ins Leben gerufen, die regionalen Künstler*innen und ihrer handgemachten Straßenmusik eine Auftrittsmöglichkeit und eine kleine Finanzspritze für den Künstlerhut bieten. Jenas Innenstadt blüht über den Sommer also zumindest im Rahmen der Möglichkeiten kulturell auf und lädt die Musikliebhaber*innen zum Flanieren ein.

Im Jahr darauf werden die Kräfte neu gesammelt und Konzepte ausgetüftelt, damit das geliebte Sommerfestival 2021, trotz anhaltenden pandemiebedingten Herausforderungen, wieder auf dem heimischen Theatervorplatz stattfinden kann.

Lutz Engelhardt ist für die Kulturarena nicht einfach irgendein künstlerischer Leiter und Booker. Er ist ein Urgestein! Zusammen mit dem damaligen Kulturamtsleiter Norbert Reif gründete er 1992 das für Jena so wichtige Festival.

Lutz Erhardt bei der Kulturarena auf dem Theatervorplatz in Jena

Lutz Engelhardt | ©JenaKultur, H. John

Heute liegt die Projektverantwortung in seiner Hand: 2018 stieß Kristjan Schmitt zum Eigenbetrieb. In der Branche aber ist er schon lange und hat bei mehreren großen Festivals, auch auf internationalen Bühnen, gearbeitet.

Lutz Erhardt bei der Kulturarena auf dem Theatervorplatz in Jena

Kristjan Schmitt | ©JenaKultur, C. Worsch

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Ehemalige Produktionsleiter

Mona Lunte

Constanze Eiselt (Elternzeitvertretung)

Heike Faude

Henner Koch

Christoph Democh

Dr. Andreas Ittner

Dr. Margret Franz

Norbert Reif

Szenen und Eindrücke von der Kulturarena.

Die Veranstaltungshäuser

JenaKultur organisiert eigene und unterstützt fremde Veranstaltungen in mittlerweile fünf Veranstaltungshäusern und -locations.

Zu Beginn, im Jahr 2005, waren nur das 1903 eingeweihte Volkshaus Jena und das Stadtteilzentrum LISA Teil des Eigenbetriebs. Eine erste bedeutende Erweiterung der räumlichen Möglichkeiten findet mit dem Bezug des Volksbades im Jahr 2007 statt, das zugleich Veranstaltungsort und Unternehmenssitz von JenaKultur wird. Im Jahr 2009 kommen die Villa Rosenthal sowie das Historische Rathaus als Veranstaltungsorte hinzu.

Der Veranstaltungsservice

Das Wir-Gefühl

Die anspruchsvollen Vorbereitungen auf das Jahr „Stadt der Wissenschaft“ 2008 waren die Initialzündung für den Aufbau einer eigenen, schlagkräftigen technischen Abteilung von JenaKultur. Heute ist der Veranstaltungsservice zum Rückgrat des Unternehmens geworden. Das hauseigene Team ermöglicht dem Eigenbetrieb eine enorme Flexibilität bei der Durchführung auch sehr großer und komplexer Events.

 

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Seine Entstehung und wie aus Kompetenz Synergien wachsen

Zur Zeit der Gründung von JenaKultur waren zwar schon sechs Mitarbeiter im technischen Bereich tätig, die Abteilung hieß auch damals bereits Veranstaltungsservice, es gab jedoch unter ihnen keinen ausgebildeten Veranstaltungstechniker oder gar -meister.

2008 gelang es, den langjährigen technischen Leiter des Theaterhauses, Türk Damer, zu JenaKultur zu holen. Damit war die Urzelle des neuen Veranstaltungsservice implantiert. Sukzessive konnten Veranstaltungsmeister angestellt werden, es wurde begonnen, den eigenen Nachwuchs auszubilden. Seit 2017 ist der behutsame Um- und Aufbau des Bereichs abgeschlossen, inzwischen sind fünf Veranstaltungsmeister und -techniker bei JenaKultur tätig. Alle Einrichtungen führen ihre Veranstaltungen nun mit hauseigenen Kräften durch.

Vor allem das Know-How, was durch den Aufbau der technischen Abteilung im Eigenbetrieb entstanden ist, stellt einen großen Mehrwert dar. Die technische Planung für alle Projekte kann im Haus erfolgen. Durch die Synergien, die der Veranstaltungsservice mit seiner Arbeit erzeugt, ist ein starkes Wir-Gefühl entstanden, das alle übrigen Einrichtungen und Bereiche von JenaKultur gleichsam zusammenschweißt.

Familientanz im Stadtteilzentrum LISA

Der Veranstaltungsservice, Rückgrat von JenaKultur ©JenaKultur, C. Worsch

Der Bereich Tourismus-Convention

Der JenaKultur-Fachbereich Tourismus-Convention setzt sich aus der Jena Tourist-Information, dem Tourismusmarketing und dem Jena Convention Bureau zusammen.

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Marketing, Informationen und Tickets aus einer Hand

Dabei besteht die Marketingaufgabe darin, Jena und die wunderbare Umgebung der Stadt als attraktive touristische Destination zu bewerben. Dies geschieht über aktive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und eigene Publikationen ebenso wie über die Webpräsenz Visit Jena. Ebenso wichtig ist die enge Vernetzung innerhalb der Tourismusbranche. Hier vertritt das kleine Team Tourismusmarketing die Stadt in Kooperationen, auf Messen und in Workshops.

Sind die Gäste einmal vor Ort, ist die Jena Tourist-Information die geeignete Anlaufstelle für Service und Informationen. In den großzügigen Räumlichkeiten am Markt bekommen die Besucher nicht nur Auskunft zu den Highlights der Stadt, zu Museen, Restaurants, kulturellen Aktivitäten und Ausflugszielen. Sie können auch Stadtführungen und Unterkünfte buchen sowie Veranstaltungstickets erwerben. Denn der unternehmenseigene Vertrieb mit dem Kartenvorverkaufs-System von JenaKultur ist ein umfangreicher Schwerpunkt im Angebot der Jena Tourist-Information. Weitere touristische Aufgaben werden im Back Office abgewickelt, beispielsweise Zimmervermittlung und Ticketing oder die Betreuung der Social-Media-Kanäle. Das Call Center steht für telefonische Auskünfte und Vermittlung touristischer Angebote zur Verfügung.

Während es vielerorts üblich ist, die Verantwortung für den Tourismus in externe Unternehmen auszugliedern, agieren in Jena Tourismusmarketing und Tourist-Information als integrale Bestandteile des städtischen Eigenbetriebs. Für JenaKultur ist dies eine vorteilhafte Konstellation. Denn auf diese Weise lassen sich inhaltliche Akzente gezielt festlegen und vermarkten. So gelingt Tourismus-Service aus einer Hand.

Zur Tourismusstrategie

Aktivtourismus in Jena | ©JenaKultur, Videobote

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Tagungen und Kongresse für die boomende Lichtstadt Jena

Das Jena Convention Bureau ist die neuste Abteilung von JenaKultur. Das Büro versteht sich als kostenfreies Dienstleistungsangebot, in dem Beratung und Know-How für Tagungen und Kongresse zur Verfügung gestellt werden. Veranstaltungsorganisation, -marketing und Kongress-Einwerbung werden tatkräftig unterstützt.

Perspektivisch ist der Betrieb des Tagungs- und Kongresszentrums im Volkshaus, das 2022 seine Tore öffnen wird, Aufgabe des Convention Bureaus.

Aber auch jetzt schon werden Tagungen und Kongresse von der Auswahl der passenden Räumlichkeiten bis hin zum Rahmenprogramm begleitet.

JenaKultur möchte mit der Aktivität in diesem Bereich das in Jena bestehende, inspirierende Netzwerk von Forschung, Wissenschaft und Unternehmertum nachhaltig stärken.

Jetzt entdecken!

Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft gehen Hand in Hand: Der Tagungsstandort Jena | ©JenaKultur, Videobote

Die Jenaer Philharmonie

Die größte Einrichtung innerhalb von JenaKultur verfügt über eine starke, auch internationale Strahlkraft und ist ein wichtiges Zugpferd des Eigenbetriebs. Das Orchester befindet sich seit der Ernennung des schweizerischen Dirigenten Simon Gaudenz zum Generalmusikdirektor im Jahr 2018 mitten in einem künstlerischen Aufbruch, der bereits jetzt ein großes Echo in der Stadt wie auch der europäischen Musikszene hervorruft.

Generalmusikdirektor Simon Gaudenz über Gemeinsamkeit, Öffnung und Zusammenarbeit in der Kultur, bei JenaKultur und in der Jenaer Philharmonie.

 Dabei zeigt sich deutlich, dass gerade durch die Einbindung in den Eigenbetrieb JenaKultur die Diskussion über die gesellschaftlichen Aufgaben des Orchesters auf gute Weise befördert wird. Die Entwicklung zeitgemäßer Konzertformate und eine deutlich erkennbare Öffnung in die Stadt sind dabei bemerkenswerterweise vor allem aus dem Orchester heraus, von den einzelnen Musikern eingefordert und mitentwickelt worden.

Dr. Peter Röhlinger, OB der Stadt Jena bis 2006: Über die Gründe, die Jenaer Philharmonie dem Eigenbetrieb zuzuordnen.

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Jenas größte Kultureinrichtung ist zukunftsfähig

Von 2018 bis 2020 wurde von Werkleitung, Management und Orchestervorstand ein Zukunftskonzept der Jenaer Philharmonie erarbeitet, das zu einem geradezu modellhaften Arbeitsnachweis der offenen und lebendigen Kommunikationswege innerhalb von JenaKultur geraten ist: Bottom-Up- statt Top-Down-Projektmanagement.

Workshops sowohl mit Orchestermusikern als auch Sängern der drei Chöre wurden veranstaltet, mit Direktheit und Ehrlichkeit wurde die gegenwärtige Situation analysiert, Ziele wurden definiert und Wege aufgezeigt, wie die Strukturen rund um die Philharmonie optimiert werden können, so dass die innovative, künstlerische Arbeit der Musiker besser Wirkung entfalten kann.

Ansporn für diesen Erneuerungsprozess war die Aufnahme der Jenaer Philharmonie in die Exzellenzförderung des Bundes. Im November 2016 wurde das Orchester Teil des Programms „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“, ein Grund dafür lag neben der exzellenten musikalischen Qualität der Jenaer Philharmonie sicher auch in der starken Initiative, die das Orchester im Hinblick auf neue Wege der Vermittlung von Musik ergreift und nach Intensivierung der gesellschaftlichen Wirkung seiner Orchesterarbeit sucht.

Lesen Sie einen Bericht von der 2019er Schweiz-Tournee der Jenaer Philharmonie mit der weltweit renommierten Pianistin Lise de la Salle.

Durch ihre Gastspielreisen ist die Jenaer Philharmonie ein wichtiger Botschafter Jenas und Thüringens in der Welt. Durch die Programmierung des unter Simon Gaudenz initiierten Zyklus aller Mahler-Sinfonien, denen jeweils eine Uraufführung eines korrespondierenden Werkes des Komponisten Andrea Lorenzo Scartazzini beigesellt wird, wurde das Orchester bereits in zahlreiche renommierte europäische Konzerthäuser eingeladen.

Die Jenaer Philharmonie ist das einzige deutsche Orchester, das im Rahmen des Europäischen Orchesternetzwerks ONE® aktiv ist – und das bereits seit 2005.

Das Netzwerk ermöglicht auf musikalischer wie organisatorischer Ebene den Brücken bauenden Austausch mit Partnerorchestern (vor allem dem Orchestre de Picardie in Amiens), die Nachwuchsförderung, gemeinsames Musizieren, aber auch eine Vernetzung zur Entwicklung digitaler, innovativer Konzepte der Konzert- und Musikvermittlung.

Last but not least vereint die Jenaer Philharmonie drei bedeutende Chöre unter ihrem Dach: den Philharmonischen Chor, den Knabenchor und den Madrigalkreis. Ungefähr 250 junge und alte Jenaer Sänger*innen und ihre Familien sind damit ebenfalls mit dem Eigenbetrieb JenaKultur verbunden. Der Philharmonische Chor ist 2020 fünfzig Jahre alt geworden. Lesen Sie hier seine Geschichte.

Die Städtischen Museen

Mehr als drei gute Gründe, die Museen zu besuchen

Die drei Städtischen Museen Jena haben sich in den letzten 15 Jahren als drei der leistungsfähigsten städtischen Ausstellungsorte Thüringens erwiesen. In Romantikerhaus, Kunstsammlung und Stadtmuseum Jena wurden über 150 Sonderausstellungen präsentiert, hinzu kamen Begleitpublikationen, die im Eigenverlag erschienen sind. Diese ermöglichen nicht nur die Vertiefung des Ausstellungserlebnisses sondern machen auch die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der Jenaer Museen deutlich.

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Jena 2015. Romantik. Licht. Unendlichkeit

Ein Blick hinter die Kulissen der Städtischen Museen Jena und der Jenaer Romantiker aus dem Themenjahr 2015 | ©JenaKultur, Centauri Film

Mehrfach wurden in den letzten Jahren Bereiche der Dauerausstellungen im Stadtmuseum und Romantikerhaus modernisiert. Die Entstehung der deutschen Nationalbewegung rund um die Fahne der Urburschenschaft aus Jena sei hier stellvertretend für die zahlreichen singulären Ereignisse genannt, die mit der Jenaer Geschichte verbunden sind. 2017 entstand mit der neuen Dauerausstellung im ehemaligen Karmelitenkloster ein Erinnerungsort, der den Kreis der Außenstellen mit dem Museum 1806 in Cospeda und der Pelzerwerkstatt erweitert.

Die jüngste Weichenstellung für die Zukunft erfolgte kurz vor der umfangreichen Sanierung der ‚Göhre‘ 2020: In der Saalstraße 23 wurde mit Blick auf die Stadtkirche eine neue barrierearme Museumswerkstatt eingerichtet. Ein gut sichtbares Zeichen für das Eigenverständnis der Museen als Orte des informellen, lebenslangen Lernens und damit der mit besonderen Erlebnissen verbundenen Bildung. 2009 konnten zu diesem Zweck zwei feste Teilzeitstellen für Museumspädagogik geschaffen werden. Hinzu kommt ein Team engagierter, freier Mitarbeiter*innen. Kindergärten und Schulklassen profitieren in erster Linie von dieser Bildungsarbeit. Vor der Corona-Pandemie besuchten jährlich zwischen 300 und 400 Kinder- und Jugendgruppen die Städtischen Museen Jena. Dass der Großteil davon aus Jena kommt, ist kein Zufall, sondern hat eine Ursache auch darin, dass sich der Eigenbetrieb für den kostenfreien Besuch der Museen für Jenaer Kinder und Jugendliche stark macht.

Die Ernst-Abbe-Bücherei

2021: 125 Jahre = Ernst-Abbe-Bücherei Jena

Als eine der ältesten Kultureinrichtungen der Stadt Jena, ist die Ernst-Abbe-Bücherei Jena für die Bewohner*innen der Stadt ein beliebter Anlaufpunkt für Bildung und Freizeit.

Neben der Hauptbibliothek Stadtmitte gibt es noch die Zweigstelle in Lobeda, dem bevölkerungsstärksten Stadtteil Jenas.

Zusätzlich zu analogen Medien wie (Hör-)Büchern, Musik-CDs, Filmen, Zeitungen und Zeitschriften, gibt es eine Vielzahl digitaler Angebote. Diese ermöglichen eine bequeme Nutzung von zu Hause und ergänzen den Bestand der Bibliothek. Viele Veranstaltungen wie der herbstliche Lesemarathon, die Biboknirpse, Projekte zu MINT- und Nachhaltigkeitsbildung als auch Gruppenführungen und Rechercheschulungen runden das Portfolio ab.

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Chronik der Ernst-Abbe-Bücherei
1896 Eröffnung der Jenaer Lesehalle am Löbdergraben durch den Lesehallenverein
1903 Einzug ins neugebaute Volkshaus
1937 Auflösung der Vereinsstruktur und Umbenennung in „Ernst-Abbe-Bücherei und Lesehalle“, getragen von der Carl-Zeiss-Stiftung
1945 Wiederöffnung der Bücherei
1946 Eröffnung der Musikbücherei
1953 Aufbau einer Kinderbibliothek, die in städtische Trägerschaft übergeben wurde
1991 Umwandlung in eine Städtische Bibliothek in kommunaler Trägerschaft
2005 Die Ernst-Abbe-Bücherei wird Teil von JenaKultur
2007/2008 Modernisierung des Ausleihbetriebes mit Schaffung der Möglichkeit zur Selbstverbuchung

2017 wird Katja Müller Einrichtungsleiterin ©JenaKultur, C. Worsch

2018 März: Stadtratsbeschluss zur Errichtung eines Neubaus am Engelplatz (in den auch der Bürger- und Familienservice untergebracht werden soll)
2018 Beginn der Tiefbauarbeiten am Neubau am Engelplatz im November
2019 Umzug in das Zwischenquartier der ehemaligen Jenaer Augenklinik

 

 Bis zur Fertigstellung des neuen Bibliotheksgebäudes am Engelplatz 2023 und seit dem Auszug aus dem Volkshaus residiert die Ernst-Abbe-Bücherei zurzeit in der ehemaligen Augenklinik am Carl-Zeiß-Platz.

Mit den Vorbereitungen für den Umzug in den Neubau wird ein neues Bibliothekskonzept entwickelt, das großen Wert auf soziale und interkulturelle Angebote legt und das ‚Lernen in der Bibliothek‘ fördert. Die Zukunft städtischer Bibliotheken wird darin gesehen, dass man immer mehr weg vom bloßen Ausleihservice, hin zu einer gesteigerten Aufenthaltsqualität gelangt, mit der Verweildauer in der Bibliothek als zentraler Erfolgsziffer. Der Neubau am Engelplatz wird dafür ideale Bedingungen bieten.

Juniorberatende

Die Juniorberatenden der EAB (Schüler*innen des Adolf-Reichwein-Gymnasiums) geben Input für den Kinder- und Jugendbereich im geplanten Neubau.

Zum Ansehen der Bilder die Pfeile links und rechts klicken.
© Ernst-Abbe-Bücherei Jena

Wie der neue Kinder- und Jugenbereich der EAB aussehen soll, erklärt hier unsere Jugendbibliothekarin – nach einem Besuch auf der Baustelle am Engelplatz | ©JenaKultur, avocadofilm

Die Musik- und Kunstschule

Das Kollegium der Musik- und Kunstschule (MKS) besteht aus über 100 festangestellten Mitarbeitern sowie Honorarkräften in den Bereichen Musik, Tanz, Schauspiel und Kunst. Sie unterrichten über 3.000 Schüler*innen aller Altersklassen. Vom Akkordeonorchester bis zum Zeichenkurs reicht die umfangreiche Angebotspalette, in der auf hohem künstlerischen Niveau kulturelle Bildung vermittelt wird.

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Vernetzung innerhalb des Eigenbetriebs und darüber hinaus

Innerhalb des Eigenbetriebs JenaKultur ist die Zusammenarbeit mit den anderen Einrichtungen wie Jenaer Philharmonie, Volkshochschule, den Museen oder der Kulturarena von großer Bedeutung für die Musik- und Kunstschule. Die Schüler*innen, die Ensembles, die Bands und Tanzgruppen der MKS sind gern bereit, an den Veranstaltungen des Eigenbetriebs mitzuwirken und diese durch spannende Kunst- und Musikprojekte, die auf die jeweiligen Inhalte abgestimmt sind, zu bereichern.

Durch die starke Vernetzung mit Trägern kultureller Arbeit wie dem Theaterhaus Jena, Jenaer Schulchören und Vereinen, der Imaginata oder dem Musikgymnasium Schloss Belvedere Weimar sind überdies weitere, besondere Projekte und Veranstaltungen möglich, die unter Thüringer Musikschulen einmalig sind.

Die pädagogische Fachkompetenz der Lehrenden an der MKS macht die Einrichtung zu einem wichtigen Partner für die Musikvermittlung der Jenaer Philharmonie. Existierende Projekte wie die Orchesterpatenschaft TuttiPro, gemeinsame Konzerte von Philharmonie und der MKS-„Blue Beans“-BigBand und das zur Saison 2020.2021 neu eingerichtete Junge Podium im Volkshaus sind die Basis einer pädagogischen Zusammenarbeit, die von Neugier aufeinander geprägt und offen für neue Formate ist.

Eine wichtige Keimzelle für den heutigen „Klang von Jena“ wurde bereits im Jahr 2015 implementiert, als die Jenaer Philharmonie, die Musik- und Kunstschule und der KinderKultur Thüringen e. V. ein gemeinsames Familienkonzert „Im Walde“ veranstalteten. Das Orchester spielte, das Tanzensemble der MKS tanzte, Schulchöre sangen. Musik in der Natur wurde erlebbar gemacht. Diesen Prozess der Öffnung kultureller Einrichtungen in die Stadt hinein mit zu begleiten, ist ein wichtiges Anliegen der Musik- und Kunstschule.

Daher herrscht auch eine enge Beziehung zwischen der Kunstabteilung der Musik- und Kunstschule und den Städtischen Museen. Zahlreiche spannende Kooperationen und gemeinsame Ausstellungen resultieren in regelmäßiger Abfolge.

Auch die Zusammenarbeit mit allgemeinbildenden Schulen ist der Musik- und Kunstschule wichtig. Seit 2010 gibt es zum Beispiel das Bandprojekt, das der Fachbereich JazzRockPop unter der Federführung von Klaus Wegener ins Leben gerufen hat. Mit Unterstützung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur, der Stadt Jena und JenaKultur konnten Instrumente angeschafft und die Kosten der Instrumentallehrer gedeckt werden. Seit 2015 wird das Projekt ausschließlich über JenaKultur finanziert.

Yvonne Krüger und Ina Holthaus über die Kooperation zwischen Musik- und Kunstschule Jena und Jenaer Philharmonie

Spitzenförderung

Neben der Breitenarbeit ist die Talentförderung ein weiteres wichtiges Anliegen der Schule. Ein speziell zugeschnittenes Begabten-Förderprogramm bietet hochbegabten Kindern und Jugendlichen einen individuellen Bildungsweg bis hin zur Studienvorbereitung. Gleichzeitig sind die Erfolge bei der Spitzenförderung, dokumentiert durch zahllose Preise bei den Wettbewerben wie „Jugend musiziert“, äußerst bemerkenswert.

Die Volkshochschule

Bildung als notwendiger Bestandteil von Kultur

Wissen Sie eigentlich, welchen Schatz wir in Jena haben? Die Volkshochschulen in Thüringen – und damit auch die Volkshochschule Jena (vhs) – waren Angelpunkt der Volkshochschulbewegung der Weimarer Republik. Anfang 1919 wurde die vhs Jena von Dr. Herman Nohl, Prof. Heinrich Weinel, Prof. Wilhelm Rein (Ehrenbürger der Stadt Jena) und Dr. Reinhard Buchwald gegründet. Schon bald waren es 2.000 eingeschriebene Hörende. Auch das Unternehmen Carl Zeiss und die Carl-Zeiss-Stiftung beteiligten sich an der Gründung. Reinhard Buchwald wurde von 1927 bis 1933 Vorsitzender des Reichsverbandes Deutscher Volkshochschulen. Adolf Reichwein, Mitglied des Kreisauer Kreises und 1944 hingerichtet, war einer der ersten Direktoren der Volkshochschule Jena, ab 1925. Wilhelm Flitner, erster Direktor der vhs Jena, war nach dem 2. Weltkrieg ein bundesweit anerkannter Pädagogik-Professor.

 

Die Welle der Volkshochschul-Gründungen in der Weimarer Republik ging also von Jena und Thüringen aus, das zum Mutterland der Volkshochschul-Bewegung in Deutschland wurde.

Die Nähe der Gründer zu Jugendbewegung und Reformpädagogik brachte die Volkshochschule Jena auch in engen Kontakt zu Peter Petersen, dem heute umstrittenen Entwickler der Jena-Plan-Pädagogik. Petersen, der seit 1923 als Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Jena lehrte, wandelte die Übungsschule der Lehrerausbildung der Jenaer Universität in die sogenannte „Lebensstätte des Kindes“ um. Diese Schule befand sich im heutigen Gebäude der vhs, in der Grietgasse 17a.

Die Geschichte der Jenaer Volkshochschule ist also beredte Jenaer Stadtgeschichte. In der Gegenwart präsentiert sich die Volkshochschule – immer noch im Geist ihrer Gründer – als „offen für alle“.

JenaKultur formuliert für alle seine Einrichtungen den Anspruch, hinaus zu gehen in die Stadt und für alle erreichbar zu sein – also etwas, das die vhs  ohnehin schon immer getan hat, ihr sozusagen immanent ist.

»Die vhs leistet quasi ‚Graswurzelarbeit‘ im Vergleich zu den Großveranstaltungen von JenaKultur. Aber dies darf neben den Events nicht übersehen oder gar gering geschätzt werden! Wir produzieren nicht diese Peaks, die permanent herausstechen, sondern vor allem Veranstaltungen, die sich im Einzelfall und in der Regel an 8 bis 15 Menschen oder auch weniger wenden, die aber in einer unglaublichen Kontinuität, Vielfalt und Menge stattfinden. Das ist wahre Bildungsarbeit und ergänzt das Portfolio von JenaKultur kongenial!

Die Zugänglichkeit für alle und das Sich-Kümmern um viele Bildungsinteressen in fast allen Lebenslagen – von der Kindheit bis ins hohe Seniorenalter – ist ein echtes Markenzeichen der vhs.«

Dr. Angela Anding
Leiterin der vhs Jena

Als die Thüringer Landesregierung im Jahr 2005 die Zuschüsse für Erwachsenenbildung um 46% kürzte, konnte dadurch, dass die Jenaer Volkshochschule soeben Teil von JenaKultur geworden war, die Kürzung innerbetrieblich vollumfänglich aufgefangen werden. Ein erster Beweis für die Leistungsfähigkeit von JenaKultur! Seit dem Jahr 2009 stieg die Förderung von Landesseite wieder kontinuierlich an und berücksichtigt zunehmend auch die Herausforderungen durch Digitalisierung, Inklusion und Integration.

»Was die vhs ganz stark von den anderen Einrichtungen bei JenaKultur unterscheidet: Sie alle kommen zu uns, vom funktionalen Analphabeten bis zum Universitätsprofessor. Diese ganze Bandbreite haben wir.«

Gudrun Luck
Leiterin der vhs Jena bis Januar 2020

Dr. Angela Anding über strukturelle Vorteile und die Besucherzahlen der vhs.

Märkte & Stadtfeste

Hochkultur, Breitenkultur, Alltagskultur, Konsumkultur - Wir bieten alles...

Die Jenaer Märkte und Stadtfeste locken jährlich tausende Besucher in das Zentrum der Lichtstadt. Die Veranstaltungen sprechen dabei eine breite Palette an Interessen und unterschiedliche Zielgruppen an, sodass für jeden das passende Angebot dabei ist.

Die Jenaer Märkte

Die Kulturförderung

JenaKultur betreut auch die städtische KulturförderungDiese hoheitliche Aufgabe umfasst – neben der Beratung der Antragsteller – die verwaltungsmäßige, betriebswirtschaftliche und fachliche Beurteilung der Anträge. Nach einer Vorberatung durch den Unterausschuss Kulturförderung formuliert dieser eine Entscheidungsempfehlung. Anschließend werden die Anträge durch den Kulturausschuss der Stadt Jena entschieden. In der Regel gibt es zwei Fördertypen der allgemeinen städtischen Kulturförderung: 1. die Projekt- und 2. die institutionelle Förderung.

Seit 2018 gibt es nun noch einen dritten Typus der Förderung, der deutschlandweit recht einzigartig ist: die sogannte (3.) Innovationsförderung, die Anschubhilfen bietet, Entwicklungen unterstützt und Freiräume zum Ausprobieren schafft.

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Finanzierung

Die Innovationsförderung wird finanziert von der Stadt Jena mit einem Grundbudget von 200.000 Euro, welches von den folgenden Unternehmen mit unterschiedlichen Beträgen aufgestockt wird:

Diese zusätzlich zur Verfügung gestellten Förderbeträge aus der Wirtschaft werden durch die Stadt Jena noch einmal verdoppelt.

Jonas Zipf über die Besonderheit der Jenaer Kulturförderung.

Videopräsentation über die Innovationsförderung und die bisher geförderten Projekte | ©JenaKultur, dotSource GmbH

Die Denkmal- und Kunstförderung

Der Eigenbetrieb verwaltet und betreut eine Vielzahl städtischer Denkmalobjekte sowie Kunstobjekte im öffentlichen Raum und arbeitet dabei mit vielen Bereichen der Stadtverwaltung eng zusammen, mit den beiden Schwesterbetrieben KIJ und KSJ, aber natürlich auch mit dem Denkmalamt, der Unteren Denkmalschutzbehörde. Insgesamt sind ca. 320 Einzelobjekte zu dokumentieren, zu warten, zu reparieren, zu restaurieren, von Graffiti zu befreien und zu konservieren – von der Lobdeburg über das Ernst-Abbe-Denkmal bis hin zu Brunnen und Gedenktafeln…

 

Kulturpreise & Stipendien

JenaKultur managt im Auftrag der Stadt zahlreiche künstlerische Wettbewerbe. Einige davon finden regelmäßig statt, andere sind – besonders im Bereich der Kunst im öffentlichen Raum – integriert in Stadtentwicklungsprojekte.

Stadtgeschichtsforschung

Der Jenaer Stadthistoriker Dr. Rüdiger Stutz
©JenaKultur, C. Worsch

Die Stadtgeschichtsforschung ist zwar das älteste Thema im kulturellen Kosmos Jenas, stellt aber das jüngste Zimmer im großen Haus von JenaKultur dar: Seit dem 1. Januar 2019 ist auch Dr. Rüdiger Stutz, der bereits seit 2008 als Jenaer Stadthistoriker wirkt, ein Teil des Eigenbetriebs.

Die Herausgabe eines Lexikons zur Stadtgeschichte wie auch die Durchführung eines jährlichen Tags der Stadtgeschichte gehören zu den Aktivitäten der Ein-Mann-Abteilung. Digitalisierung spielt auch hier eine wichtige Rolle – so soll das Jenaer Stadtlexikon zukünftig auch online zur Verfügung stehen.

Drittmittelakquise

Es ist kein Geheimnis, dass die finanziellen Ressourcen einer Kommune, selbst wenn sie Jena heißt, endlich sind. Da Kultur und Kulturelle Bildung zudem zu den sogenannten freiwilligen Aufgaben gehören, war der Eigenbetrieb gut beraten, eine Stelle zu schaffen, die sich um die Akquise von Drittmitteln kümmert. Deren Ziel ist nicht nur das Einwerben von Mitteln und die durchführende Begleitung und abschließende Abrechnung und Übersetzung in Richtung der Fördermittelgeber (Stichwort: Projekt-Controlling), sondern es geht vor allem mit Modellanträgen um damit verbundene strategische Veränderungsprozesse innerhalb der begünstigten Leistungsbereiche. Das war und ist der Gedanke hinter den Förderprogrammen wie der Exzellenz-Förderung der Jenaer Philharmonie oder dem 360°-Programm für Diversität und interkulturelle Bibliotheksarbeit. Für das NSU-Themenjahr konnten Mittel in Höhe von mehr als 1 Mio. Euro aus drei Bundestöpfen eingeworben werden: Kulturstiftung des Bundes, Bundesfamilienministerium und Bundesinnenministerium. So hat sich die Investition in diese neue Stelle bereits in vielerlei Hinsicht für den Eigenbetrieb ausgezahlt.

Unternehmenskommunikation

Die Unternehmenskommunikation bemüht sich, den Eigenbetrieb, der gerade hinsichtlich der in ihm versammelten Professionen doch sehr heterogen ist, zusammenzuhalten und soetwas wie ein Wir-Gefühl und Mannschaftsgeist zu stiften. Nicht immer ist das als Einzelkämpfer*in einfach, oft knirscht es im Gebälk, brechen Konkurrenzen oder Dissonanzen zwischen den so unterschiedlichen Akteuren und Bereichen auf. Aber mittels Kommunikation und Information ist JenaKultur in den letzten Jahren in aller Bescheidenheit ein Stück vorangekommen. Die wöchentliche Mitarbeiterinfo, die seit 2017 erscheint, versucht Informationen aus allen Bereichen des Eigenbetriebs zu jedem noch so peripher und autark agierenden Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin zu transportieren. Nach nunmehr fast 200 Ausgaben entwickelt das Instrument mehr und mehr dialogische Qualitäten. In vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Marketingteam konnte außerdem nicht nur der JenaKultur-Blog zum Leben erweckt, sondern auch mancher größerer und kleinerer Motivationsschub Richtung Belegschaft gesendet werden. Das zweite Standbein „Sonderprojekte“ schafft zudem einzigartige Vernetzungsgelegenheiten innerhalb aber auch außerhalb des Eigenbetriebs. Wenn auch der Schwerpunkt der Stelle gemäß der Anamnese des 2019 verabschiedeten Konzepts zur Unternehmenskommunikation auf die innere Kommunikation gelegt wird, so muss auch die externe Darstellung des Eigenbetriebs weiter professionalisiert werden, sei es durch Pressearbeit oder die Erarbeitung von Wikipedia-Einträgen für die einzelnen Bereiche und Einrichtungen.

Die Werk- und Einrichtungsleiter von JenaKultur

Werkleitung

Familientanz im Stadtteilzentrum LISA

Jonas Zipf | ©JenaKultur, C. Worsch

Leer
Ehemalige

Dr. Margret Franz

Bernd Vorjans

Carsten Müller

Stellvertretende Werkleitung,
Leitung Marketing/ Tourismus/ Veranstaltungen

Familientanz im Stadtteilzentrum LISA

Carsten Müller | ©JenaKultur, C. Worsch

Leer
Ehemalige

 Marketingleitung als Bestandteil der Werkleitung bis 2010:

Ellen Staubesand

Stellvertretende Werkleitung,
kaufmännische Leitung

Familientanz im Stadtteilzentrum LISA

Thomas Vogl | ©JenaKultur, C. Worsch

Leer
Ehemalige

Sabine Wohlsdorf

Jenaer Philharmonie: Generalmusikdirektor

Familientanz im Stadtteilzentrum LISA

Simon Gaudenz | ©JenaKultur, C. Worsch

Leer
Ehemalige

Nicholas Milton

Marc Tardue

Jenaer Philharmonie: Orchesterdirektion

Familientanz im Stadtteilzentrum LISA

Ina Holthaus | ©JenaKultur, C. Worsch

Leer
Ehemalige

Intendanz:

Bruno Scharnberg

Daniel Kernchen

Dr. Juliane Wandel

Städtische Museen Jena: Direktion

Familientanz im Stadtteilzentrum LISA

Erik Stephan | ©JenaKultur, C. Worsch

Leer
Ehemalige

Holger Nowak

Dr. Matias Mieth

Dr. Ulf Häder

Ernst-Abbe-Bücherei Jena: Leitung

Familientanz im Stadtteilzentrum LISA

Katja Müller | ©JenaKultur, C. Worsch

Leer
Ehemalige

Dr. Annette Kasper

Musik- und Kunstschule Jena: Direktion

Familientanz im Stadtteilzentrum LISA

Yvonne Krüger | ©JenaKultur, C. Worsch

Leer
Ehemalige

Dorothea Gommel

Friedrun Vollmer

Denise Hartmann

Volkshochschule Jena: Leitung

Familientanz im Stadtteilzentrum LISA

Dr. Angela Anding | ©JenaKultur, C. Worsch

Leer
Ehemalige

Gudrun Luck

Veranstaltungen: Fachbereichsleitung

Familientanz im Stadtteilzentrum LISA

Daniel Illing | ©JenaKultur, C. Worsch

Leer
Ehemalige

Carsten Müller

Heike Faude

Benjamin Engelhardt

Tourismus-Convention: Fachbereichsleitung

Familientanz im Stadtteilzentrum LISA

i.V. Carsten Müller | ©JenaKultur, C. Worsch

Leer
Ehemalige

Hemmi Eckhardt (in Elternzeit)

Früherer Bereich Tourismus/Marketing

Birgit Liebold

JenaKultur preisgekrönt

Seit der Gründung des Eigenbetriebs erzielten sowohl einzelne Mitarbeiter*innen, ganze Einrichtungen wie auch übergreifende, gemeinsame Projekte herausragende Erfolge und erhielten renommierte Preise.

Leer
2005

Der von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen gemeinsam mit dem Landesverband Thüringen im Deutschen Bibliotheksverband ausgelobte Thüringer Bibliothekspreis geht an die Ernst-Abbe-Bücherei Jena.

2006

Gudrun Luck, Leiterin der Volkshochschule Jena, erhält den Meister-Eckardt-Brief des Thüringer Kultusministeriums.

Die Volkshochschule Jena erhält das Qualitätssiegel „Lernorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung“ (LQW).

2007

Am 21. März fällt in Braunschweig die Entscheidung des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft:

Jena wird 2008 Stadt der Wissenschaft.

2008

Der Wanderweg SaaleHorizontale erhält das Qualitätssiegel des Deutschen Wanderverbandes.

 i-Marke: Die neue Jena Tourist-Information am Markt 16 wird qualitätstestiert.

 Das Projekt „Jena leuchtet“ erhält die Auszeichnung Ausgewählter Ort 2008 innerhalb der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“.

2009

Das Forschungsstipendium der Getty Foundation in Los Angeles geht an den Kurator der städtischen Kunstsammlung Jena, Erik Stephan.

2012

Die Städtischen Museen Jena erhalten das Museumssiegel des Thüringer Museumsverbandes, das der Verband an Museen verleiht, die die Qualitätsstandards des Internationalen Museumsrates (ICOM) und des Deutschen Museumsbundes (DMB) vorbildlich erfüllen.

2014

Männerstimmen des Knabenchores der Jenaer Philharmonie belegen „mit hervorragendem Erfolg“ den 2. Platz beim Deutschen Chorwettbewerb in Weimar und ersingen sich 23 von 25 möglichen Punkten.

2017

Die Jenaer Philharmonie wird in das Förderprogramm des Bundes Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland aufgenommen.

2019

Die Ernst-Abbe-Bücherei Jena wird für einen Zeitraum von 5 Jahren im Programm 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft von der Kulturstiftung des Bundes gefördert.

Damals und Heute

Ohne Frage standen vor 15 Jahren die Zeichen für eine Eigenbetriebsgründung in Jena günstig. Und die Stadt nutzte die Gunst der Stunde, obwohl in dieser Neustrukturierung auch ein großes Wagnis lag.

Ob das alles nochmal so klappen könnte wie vor 15 Jahren? Da ist sich Martin Berger nicht sicher. Aber damals hatte ihnen niemand gesagt, dass es nicht geht. Und dann ging es.

Martin Berger über die Chance, JenaKultur zu gründen.

Ende gut, alles gut!? Nein, kein Ende, es geht weiter!
Auf die nächsten 15 Jahre!

»Auf das, was da noch kommt…«

… Auf jedes Stolpern, jedes Scheitern

Es bringt uns alles ein Stück weiter zu uns

Auf das, was da noch kommt

Auf das, was da noch kommt

Auf Euphorie und alles Leichte

Hoff‘, das wird lange noch so bleiben für uns

Auf das, was da noch kommt

Lotte & Max Giesinger

15 Jahre JenaKultur

Ein Storytelling zum Jubiläum des Eigenbetriebs

 

Redaktion:

Hauptstory – Michael Dissmeier
JenaKultur

Videos:

Interviews – JenaKultur, Ina Zieger
Opener – JenaTV

Lektorat, Layout und Umsetzung:

JenaKultur, Team Marketing und Unternehmenskommunikation

 Bildnachweise:

JenaKultur-UFO ©JenaKultur, skop • Volksbad ©JenaKultur, Jenaparadies/A. Gräf • Stadtkirche & JenTower ©JenaKultur, dein-jena.de/F. Liebold • Volksbad Treppe ©JenaKultur, A. Hub • Theaterhaus Jena ©JenaKultur, S. Reuter • Napoleon ©JenaKultur, T. Zippel • Dr. Franz ©JenaKultur, A. Hub • LED-Wand Volkshaus ©JenaKultur, K. Krampitz • „Andrà tutto bene“ ©JenaKultur • Light Walk ©JenaKultur, M. Moxter • Blumenstrauß ©PhotoGraphics, S. Walther • Stuhlreihe ©JenaKultur, A. Hub • Kulturarena ©JenaKultur, C. Worsch • Musikzimmer ©JenaKultur, C. Worsch • Jena Tourist-Information ©JenaKultur, A. Hub • Jenaer Philharmonie ©JenaKultur, C. Worsch • Göhre ©JenaKultur, C. Worsch • Bücherregal ©JenaKultur, C. Worsch • MKS ©JenaKultur, A. Hub • vhs ©JenaKultur, C. Worsch • Video Jenaer Altstadtfest ©JenaKultur, Videobote • Circus MoMoLo ©JenaKultur, T. Peißker • Denkmal für die Verfolgten 1945-1989 ©JenaKultur, C. Häcker • Spots ©JenaKultur, H. John • Konfetti ©JenaKultur, C. Worsch • Historische Aufnahme Volksbad ©Gaby Herzfeld, Andrea Hesse Volksbad • Volksbad Hof ©JenaKultur, C. Häcker • Wendeltreppe ©JenaKultur, Pixario/C. Häcker