{"id":9075,"date":"2023-06-16T07:26:00","date_gmt":"2023-06-16T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?p=9075"},"modified":"2023-06-08T11:16:30","modified_gmt":"2023-06-08T09:16:30","slug":"caroline-schlegel-preis-der-stadt-jena-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2023\/06\/16\/caroline-schlegel-preis-der-stadt-jena-2023\/","title":{"rendered":"Caroline-Schlegel-Preis der Stadt Jena 2023"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Am 2. September 2023 wird bei einer feierlichen Preisverleihung der <a href=\"https:\/\/www.romantikerhaus-jena.de\/de\/unser_haus\/caroline-schlegel-preis\/678521\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Caroline-Schlegel-Preis der Stadt Jena<\/a> verliehen. Von einer fachkundigen Jury gek\u00fcrt werden Essays, die mit stilistischer Vortrefflichkeit und inhaltlicher Originalit\u00e4t \u00fcberzeugen. Doch wer war eigentlich Caroline Schlegel und warum wird ein Literaturpreis nach ihr benannt? <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Name &#8222;Schlegel&#8220; l\u00e4sst insbesondere die kulturinteressierten Jenaer B\u00fcrger:innen aufhorchen,&nbsp; denn die Th\u00fcringische Stadt beherbergte in der Vergangenheit eine beachtliche Anzahl von Personen, die diesen Nachnamen trugen. Unter ihnen die faszinierende Caroline Schlegel. Geboren als Tochter eines G\u00f6ttinger Professors, f\u00fchrte sie ein spannungsreiches Leben. Unentwegt nach <strong>Freiheit und Individualit\u00e4t<\/strong> strebend, verzeichnete Carolines Lebensweg Stationen in Clausthal, Mainz und der Festung K\u00f6nigstein, bis sie an der Seite des Philologen August Wilhelm Schlegel nach Jena kam. Mit der Ankunft der Eheleute in der Stadt an der Saale begannen die gro\u00dfen Jahre der <a href=\"https:\/\/www.romantik-jena.de\/de\/einblick\/jenaer_fruehromantik\/424738\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jenaer Fr\u00fchromantik<\/a>, die im November 1799 ihren H\u00f6hepunkt fanden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Madame Luzifer oder lebhafte Salondame?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Carolines reger Verstand, ihr poetischer Geist, ihr Witz und ihre weibliche Ausstrahlung machten sie zu einem <strong>substanziellen Mitglied des Fr\u00fchromantikerkreises<\/strong>. Als kritische Ratgeberin war sie interessiert und diskutierte scharfz\u00fcngig mit namenhaften Pers\u00f6nlichkeiten ihrer Zeit, darunter<strong> Johann Wolfgang von Goethe<\/strong> und <strong>Friedrich Schiller<\/strong>. Letzterer verlieh der lebhaften Caroline, schwankend zwischen Missbilligung und heimlicher Bewunderung, den <strong>Spitznamen &#8222;Madame Luzifer&#8220;<\/strong>. Doch Caroline war nicht nur eine vehemente Diskutantin. Als <strong>geselliger Mittelpunkt eines geistigen Zirkel<\/strong> hatte sie zudem substanziellen Anteil an der Gedankenwelt der Fr\u00fchromantiker, deren Werke sie kritisierte, korrigierte und rezensierte. Bezeugt werden Carolines Jenaer Erlebnisse, ihre W\u00fcnsche und Sehns\u00fcchte durch ihre umfangreiche Briefkorrespondenz. Diese Briefe scheinen Ausdruck ihres Wesens zu sein, vermitteln sie doch einen unverstellten Eindruck ihrer einzigartigen Pers\u00f6nlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Literaturpreis der Stadt Jena<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Kaum verwunderlich erscheint nach der Skizzierung ihres Wesens, dass ein von der <a href=\"https:\/\/startseite.jena.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stadt Jena<\/a> ausgelobter Literaturpreis die Fr\u00fchromantikerin als Namenspatronin gew\u00e4hlt hat. Erstmals nach der Wiederer\u00f6ffnung des <a href=\"https:\/\/www.romantikerhaus-jena.de\/de\/startseite\/678378\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Romantikerhauses<\/a> im Jahr 2000 verliehen, wird der Caroline-Schlegel-Preis im kommenden September bereits zum neunten Mal ausgelobt. In Anlehnung an das Wirken seiner Namenspatronin w\u00fcrdigt der Preis <strong>essayistische Texte<\/strong>, die sich durch stilistische Exzellenz, Sprachgewandtheit und eine intellektuelle Durchdringung des gew\u00e4hlten Themas auszeichnen. Der Preis er\u00f6ffnet, ohne eine Beschr\u00e4nkung der Teilnehmendenzahl oder thematische Vorgaben, Bewerber:innen aller Altersgruppen und Berufsst\u00e4nde die M\u00f6glichkeit zur Teilhabe. Da der Caroline-Schlegel-Preis <strong>einen <\/strong>Haupt- und einen F\u00f6rderpreis umfasst, er\u00f6ffnet er gerade f\u00fcr <strong>aufstrebende Autor:innen<\/strong>, die am Anfang ihrer schriftstellerischen Karriere stehen, eine attraktive Gelegenheit, ihre Texte zu pr\u00e4sentieren und sich literarisch weiterzuentwickeln. Neben der <strong>\u00f6ffentlichen und publizistischen Aufmerksamkeit<\/strong>, die der Gewinnertext erh\u00e4lt, hat der Caroline-Schlegel-Preis zudem einen finanziellen Anreiz. Gro\u00dfz\u00fcgig finanziert von einer anonymen Spenderin ist der <strong>Hauptpreis mit 5.000 Euro, der F\u00f6rderpreis mit 2.500 Euro dotiert<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Wahl des Gewinnertextes<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Entscheidung \u00fcber die Vergabe von Haupt- und F\u00f6rderpreis obliegt einer <strong>fachkundigen Jury<\/strong>, die vom Romantikerhaus gestellt wird. In diesem Jahr fungiert als Jurymitglied zum einen <strong>PD Dr. Sandra Kerschbaumer<\/strong>, Literaturwissenschaftlerin am Jenaer <a href=\"https:\/\/www.glw.uni-jena.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Institut f\u00fcr Germanistische Literaturwissenschaft<\/a>. Bereits zum zweiten Mal ist sie in der Jury vertreten. Ferner obliegt <strong>Dr. Hannes H\u00f6fer<\/strong>, Literaturwissenschaftler und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der <a href=\"https:\/\/www.goethe-gesellschaft.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Goethe-Gesellschaft Weimar<\/a>, die Entscheidung \u00fcber die Vergabe des Preises. Der Berliner Schriftsteller <strong>Manuel Niedermeier<\/strong> vervollst\u00e4ndigt die dreik\u00f6pfige Jury. Sie haben die schwierige Aufgabe, aus den eingesendeten Beitr\u00e4gen die \u00fcberzeugendsten Essays auszuw\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Bisher gelang es der Jury in jedem Fall, erfolgsversprechende Gewinnertexte zu erw\u00e4hlen. So verzeichnet die Riege der bislang gek\u00fcrten Essayist:innen auch einige namenhafte Pers\u00f6nlichkeiten. Als der Preis erstmalig verliehen wurde, \u00fcberzeugte etwa die Bestsellerautorin<strong> Juli Zeh<\/strong>. Bei der j\u00fcngsten Verleihung im September 2020 wurde die iranisch-deutsche Schriftstellerin<strong> Asal Dardan<\/strong> als Gewinnerin ausgelobt. F\u00fcr ihren Essay &#8222;Neue Jahre&#8220; erhielt sie den Hauptpreis.<\/p>\n<p>Auch in diesem Jahr verzeichnet der Preis eine beachtliche Resonanz bei Essayist:innen. Seit der Ank\u00fcndigung des Preisausschreibens erreicht das Romantikerhaus ein unabl\u00e4ssiger Zustrom von <strong>Einsendungen aus Deutschland, \u00d6sterreich, der Schweiz und sogar aus Griechenland<\/strong>. Mehrere Ordner sind bereits mit \u00fcber 200 spannenden Essays gef\u00fcllt. Das Team des Romantikerhauses, die <a href=\"https:\/\/startseite.jena.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stadt Jena<\/a> und auch die Autor:innen blicken nun erwartungsvoll auf die <strong>Preisverleihung am 2. September 2023<\/strong>, bei der sich offenbaren wird, welche Gewinnertexte von der Jury ausgew\u00e4hlt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir danken unserer Gastautorin Paulina Ebmeier, Mitarbeiterin der <a href=\"https:\/\/www.uni-jena.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena<\/a>, f\u00fcr diesen interessanten Einblick in das Leben von Caroline Schlegel und f\u00fcr die Hintergr\u00fcnde zur Verleihung des nach ihr benannten Literaturpreises. Wir w\u00fcnschen allen Teilnehmer:innen viel Gl\u00fcck!<\/em><\/p>\n<p><em>Sind Sie auch gespannt auf den Gewinnertext, liebe Leserinnen und Leser? Wussten Sie eigentlich, dass dieser prestigetr\u00e4chtige Preis von der Stadt Jena regelm\u00e4\u00dfig vergeben wird? <\/em><em>Schreiben Sie uns in den Kommentaren!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 2. September 2023 wird bei einer feierlichen Preisverleihung der Caroline-Schlegel-Preis der Stadt Jena verliehen. 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