{"id":4234,"date":"2021-05-14T07:30:00","date_gmt":"2021-05-14T05:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?p=4234"},"modified":"2021-05-12T15:32:21","modified_gmt":"2021-05-12T13:32:21","slug":"mitarbeiterinnen-von-jenakultur-vorgestellt-heute-martin-schwengner-und-katharina-hoffmann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2021\/05\/14\/mitarbeiterinnen-von-jenakultur-vorgestellt-heute-martin-schwengner-und-katharina-hoffmann\/","title":{"rendered":"Mitarbeiter:innen von JenaKultur vorgestellt | Heute Katharina Hoffmann und Martin Schwengner"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>Hallo, Herr Schwengner und Frau Hoffmann. Immer mal wieder stellen wir in unserem Blog Kolleg:innen aus dem gesamten Eigenbetrieb JenaKultur vor. Sie sind ja unser wichtigstes Kapital, und vielen da drau\u00dfen ist gar nicht klar, wieviele unterschiedliche Professionen bei uns versammelt sind: Technikerinnen und Techniker, Bibliothekarinnen und Bibliothekare, Vertrieblerinnen und Vertriebler, K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler&nbsp;und eben auch P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Auch in der Belegschaft, haben wir gelernt, kann es nichts schaden, ab und zu mal den Blick \u00fcber den Tellerrand zu wagen und zu schauen, was machen eigentlich die anderen, in den anderen Einrichtungen und Bereichen.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Nun gibt es jetzt einen sch\u00f6nen Anlass, Sie beide einmal vorzustellen. Trotz Pandemie konnten Ihre Arbeitsverh\u00e4ltnisse an der Musik- und Kunstschule Jena (MKS) n\u00e4mlich endlich entfristet werden. Gratulation dazu! Sagen Sie vielleicht zuerst, ob Ihnen das und wenn ja was Ihnen dies bedeutet?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Katharina Hoffmann:<\/strong> Selbstverst\u00e4ndlich freue mich sehr \u00fcber die Entfristung meiner Stelle. Es bedeutet f\u00fcr mich eine gewisse Planungssicherheit und nat\u00fcrlich die Wertsch\u00e4tzung meiner bisherigen Leistung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin Schwengner: <\/strong>Zuerst m\u00f6chte ich mich ganz herzlich f\u00fcr das entgegengebrachte Vertrauen und die Unterst\u00fctzung aller bedanken, die es erm\u00f6glicht haben, dass diese jahrelang auf Eis liegende Stelle wieder besetzt werden konnte. Die Entfristung bedeutet mir selbstverst\u00e4ndlich sehr viel. Von der Pandemie ganz abgesehen sind f\u00fcr K\u00fcnstler:innen und&nbsp;P\u00e4dagog:innen&nbsp;solche Stellen leider schwer zu finden. Ich unterrichte seit ca. 10 Jahren an der MKS und sehe meine Festanstellung, die im M\u00e4rz 2020 begann, als Ergebnis meines kontinuierlichen&nbsp;Mitwirkens an vielen Projekten und Ideen dieser tollen Musikschule. Ich f\u00fchle mich mit der MKS nun noch ein St\u00fcck enger verbunden und sehe f\u00fcr die Zukunft viele M\u00f6glichkeiten, weiter tatkr\u00e4ftig mitzugestalten und inspirieren zu k\u00f6nnen.<br>Privat bringt gerade in der aktuellen Situation ein sicherer Job nat\u00fcrlich auch ein Gef\u00fchl der Sicherheit.&nbsp;Auch ich war letztes Jahr stark betroffen durch fehlende Auftr\u00e4ge f\u00fcr Konzerte und Musik- und Theaterproduktionen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-medium is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/05\/jenakultur-mitarbeiterinnen-von-jenakultur-vorgestellt-heute-martin-schwengner-und-katharina-hoffmann-online-unterricht-martin-schwengner-und-anouk-paninski-foto-freundin-m.-schw.-500x375.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4241\" width=\"847\" height=\"636\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/05\/jenakultur-mitarbeiterinnen-von-jenakultur-vorgestellt-heute-martin-schwengner-und-katharina-hoffmann-online-unterricht-martin-schwengner-und-anouk-paninski-foto-freundin-m.-schw.-500x375.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/05\/jenakultur-mitarbeiterinnen-von-jenakultur-vorgestellt-heute-martin-schwengner-und-katharina-hoffmann-online-unterricht-martin-schwengner-und-anouk-paninski-foto-freundin-m.-schw.-1000x750.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/05\/jenakultur-mitarbeiterinnen-von-jenakultur-vorgestellt-heute-martin-schwengner-und-katharina-hoffmann-online-unterricht-martin-schwengner-und-anouk-paninski-foto-freundin-m.-schw.-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/05\/jenakultur-mitarbeiterinnen-von-jenakultur-vorgestellt-heute-martin-schwengner-und-katharina-hoffmann-online-unterricht-martin-schwengner-und-anouk-paninski-foto-freundin-m.-schw.-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/05\/jenakultur-mitarbeiterinnen-von-jenakultur-vorgestellt-heute-martin-schwengner-und-katharina-hoffmann-online-unterricht-martin-schwengner-und-anouk-paninski-foto-freundin-m.-schw.-920x690.jpg 920w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/05\/jenakultur-mitarbeiterinnen-von-jenakultur-vorgestellt-heute-martin-schwengner-und-katharina-hoffmann-online-unterricht-martin-schwengner-und-anouk-paninski-foto-freundin-m.-schw.-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/05\/jenakultur-mitarbeiterinnen-von-jenakultur-vorgestellt-heute-martin-schwengner-und-katharina-hoffmann-online-unterricht-martin-schwengner-und-anouk-paninski-foto-freundin-m.-schw.-790x593.jpg 790w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/05\/jenakultur-mitarbeiterinnen-von-jenakultur-vorgestellt-heute-martin-schwengner-und-katharina-hoffmann-online-unterricht-martin-schwengner-und-anouk-paninski-foto-freundin-m.-schw.-1320x990.jpg 1320w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/05\/jenakultur-mitarbeiterinnen-von-jenakultur-vorgestellt-heute-martin-schwengner-und-katharina-hoffmann-online-unterricht-martin-schwengner-und-anouk-paninski-foto-freundin-m.-schw..jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 847px) 100vw, 847px\" \/><figcaption>Martin Schwengner im Online-Unterricht | \u00a9MKS Jena<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong><em>Liebe Frau Hoffmann, Sie haben sich \u2013 sorry &#8211; aus der Sicht eines Laien einem doch recht exotischen Instrument verschrieben, ein Studium f\u00fcr HORN \u2013 kombiniert mit Musikp\u00e4dagogik &#8211; absolviert. Sagen Sie ein paar Worte, wie Sie darauf gekommen sind und wie man daf\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler begeistert?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Katharina Hoffmann: <\/strong>Da ich aus einer musikalischen Gro\u00dffamilie stamme, bei der sowohl mein Vater als auch zwei meiner Br\u00fcder professionelle Blechbl\u00e4ser sind, stand f\u00fcr mich die Instrumentenauswahl nie in Frage. Ich habe als 6-J\u00e4hrige auf dem Klavier meine Musiklaufbahn begonnen, aber mich schnell f\u00fcr das Horn entschieden. Es hat f\u00fcr mich von allen Blasinstrumenten einfach den sch\u00f6nsten Klang. Es wurde nicht ohne Grund von Schumann als die \u201eSeele des Orchesters\u201c bezeichnet. Blechblasinstrumente sind der menschlichen Stimme sehr verwand, da es ein Teil unseres K\u00f6rpers ist, der die T\u00f6ne produziert \u2013 sozusagen ein \u201eSingen\u201c auf dem Instrument. Wie das funktioniert und wie sch\u00f6n das klingt, kann man gern in meinem kleinen Anschauungsvideo erfahren, welches ich f\u00fcr die Webseite der MKS produziert habe. Dass ich meinen k\u00fcnstlerischen Beruf dann sp\u00e4ter auch noch mit P\u00e4dagogik erg\u00e4nzt habe, liegt an der gro\u00dfen Freude, die ich bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen empfinde. Ein Instrument zu erlernen, ist f\u00fcr mich niemals blo\u00dfe Freizeitbesch\u00e4ftigung, sondern Charakterbildung, die einen durchs ganze Leben begleitet. Das Dranbleiben an einer Sache, Erfolge nicht sofort auf Knopfdruck zu produzieren, sondern sich zu erk\u00e4mpfen, um sie dann aber umso wertvoller zu erleben, macht gl\u00fccklich und stolz. Eigene Kreativit\u00e4t aus jedem heraus zu locken und zu f\u00f6rdern, ist mir eine Lebensaufgabe geworden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Das Waldhorn\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/8dK8NK9AvQY?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption>Katharina Hoffmann stellt in ihrem Video ihr Instrument, das Waldhorn vor.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><em>Lieber Herr Schwengner, bei Ihrer Ausrichtung E-Gitarre, Gitarre und E-Bass rennen Ihnen die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen doch sicher die T\u00fcren ein. Jeder Teenie will einmal in einer Band mitspielen. Wie schafft man es, den jungen Leuten klar zu machen, dass zum Erlernen eines Instruments viel Geduld und Ausdauer n\u00f6tig sind? Kommen eher Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler von anderen Instrumenten dann schlussendlich zu Ihnen oder fangen manche gleich damit Popmusik an? Wann stellen sich denn erste Erfolge ein?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin Schwengner: <\/strong>Die Frage der Motivation ist nat\u00fcrlich eine der wichtigsten, und ich bilde mir ein, dass in immer schnelleren Zeiten bei manchen Kindern die Geduld etwas nachl\u00e4sst. Andererseits sind Kinder aber im Gegensatz zu Erwachsenen noch nicht so stark dem eigenen Erwartungsdruck ausgesetzt und geben sich selbst mehr Zeit.&nbsp;Ich glaube, mit konkreten Aufgabenstellungen und vor allem Vertrauen, Inspiration und Freude kann man es schaffen, Sch\u00fcler:innen so zu begeistern, dass sie beginnen, ihr&nbsp;Instrument und die Musik zu lieben. Im besten Fall kommt dann der&nbsp;Flei\u00df von allein.<br>Die Gitarre ist ein Instrument, das so oder in \u00e4hnlicher Form in allen Kulturkreisen und in fast allen Musikrichtungen existiert. Das macht es vielleicht etwas einfacher, daf\u00fcr zu begeistern und Nachwuchs zu gewinnen. Genauso vielf\u00e4ltig sind die Biografien der Sch\u00fcler:innen. Vom&nbsp;Grundschulkind, das von Null beginnt, \u00fcber fortgeschrittene klassische Gitarristen, die zu E-Gitarre&nbsp;wechseln wollen, bis zum Erwachsenen und sogar Rentner sind alle vertreten. Es gibt auch immer wieder \u00fcberraschenderweise ganz junge Kids, die noch keine Vorkenntnisse haben, aber schon ganz genau wissen, was sie wollen. Hier spielen die musikalische Pr\u00e4gung und die&nbsp;H\u00f6rgewohnheiten in der Familie eine enorme Rolle.<br>Die Frage, wann sich ein&nbsp;\u201eErfolg&#8220; zeigt, ist f\u00fcr mich aus der Lehrerperspektive einfach zu beantworten: Sobald ein Sch\u00fcler oder eine Sch\u00fclerin Emotionen zeigt, sobald ein Kind lacht, sobald Spa\u00df beim Musizieren entsteht. Das ist der entscheidende Faktor, ohne den kein Lernfortschritt entstehen kann.&nbsp;Ich versuche, den Unterricht immer individuell auf&nbsp;die Sch\u00fcler:innen abzustimmen und zu ermutigen, musikalische Entdeckungen zu machen. Es zeigt sich dann, wer in die professionelle Richtung gehen k\u00f6nnte.&nbsp;\u201eErfolg\u201c ist aber nicht erst, wenn Leute Konzerte spielen oder Preise gewinnen. Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, wie wertvoll Musik im Allgemeinen, im H\u00e4uslichen, in der Familie ist und wie sie das Leben bereichert. Podiumspl\u00e4tze bei Wettbewerben sind nat\u00fcrlich gro\u00dfartige Erfolge, auch eine bestandene Aufnahmepr\u00fcfung f\u00fcr ein Musikstudium macht einen Lehrer gl\u00fccklich.&nbsp;Viele Kinder und Eltern sehen es aber nicht als Competition, sondern als kulturelle Bildung oder ein Hobby.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Sie beide sind Fachgruppenleiter:innen. Erl\u00e4utern Sie doch bitte mal kurz, was das genau hei\u00dft?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Katharina Hoffmann:<\/strong> Fachgruppenleiterin hei\u00dft, ich bin Koordinatorin, Ansprechpartnerin, Verantwortliche f\u00fcr den Fachbereich der Bl\u00e4ser:innen an der MKS. Dieser umfasst immerhin knapp 330 Sch\u00fcler:innen. Blasinstrumente sind vielseitig und in allen Stilrichtungen vertreten. Vom Barock \u00fcber Klassik bis hin zum Jazz, Rock, Pop sind die Bl\u00e4ser:innen \u00fcberall dabei und spielen eine sehr wichtige Rolle. Ob Sinfonie,- oder Blasorchester, Bigband, Brassband, gemischte oder heterogene Kammermusikensembles \u2013 f\u00fcr jeden Geschmack ist etwas dabei, jeder kann anfangen und mitmachen. Da es so gro\u00dfen Spa\u00df macht, gemeinsam zu musizieren, haben wir seit dem letzten Schuljahr auch mit dem Aufbau von Bl\u00e4serklassen angefangen. Das bedeutet, man beginnt als Klasse zusammen ein Blasinstrument zu lernen. Es ersetzt den normalen Musikunterricht und ist f\u00fcr die Dauer der 5. und 6. Klasse gedacht. Vorteil: die Kinder lernen die Musik in der Praxis und nicht nur die Theorie. Es macht Spa\u00df und st\u00e4rkt das Gemeinschaftsgef\u00fchl.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin Schwengner: <\/strong>Eine Fachgruppe (in meinem Fall Jazz\/Rock\/Pop) zu leiten hei\u00dft, diesen Bereich zu&nbsp;repr\u00e4sentieren, zu f\u00f6rdern und&nbsp;Entscheidungen dar\u00fcber in Abstimmung mit der Schulleitung zu treffen. Ich bin sozusagen in einer Zwischenposition, in der ich St\u00e4rken, Probleme und Strukturen meiner Fachgruppe versuche zu erkennen und Verbesserungen, L\u00f6sungen zu erm\u00f6glichen. Meine Aufgaben sind u. a., Entscheidungen mitzutragen, die sozialen Beziehungen zu verbessern, f\u00fcr Probleme und Fragen der Lehrkr\u00e4fte da zu sein, Impulse und&nbsp;Ideen f\u00fcr Kooperationen, Konzerte oder Events anzusto\u00dfen, Unterrichtsplanungen vorzunehmen, Mitarbeitergespr\u00e4che zu f\u00fchren und&nbsp;durch&nbsp;Zuarbeit die Schulleitung zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Zu guter Letzt: wie hat sich Ihre T\u00e4tigkeit in der Pandemie ver\u00e4ndert? Wie halten Sie Ihre Mitstreiter:innen, Sch\u00fcler:innen, Kolleg:innen bei der Stange?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Katharina Hoffmann:<\/strong> Durch Corona haben wir Lehrer:innen mehr zu tun als je zuvor. Die Digitalisierung passierte ja quasi \u00fcber Nacht. Das bedeutet f\u00fcr uns alle eine immense Herausforderung und er\u00f6ffnet gleichzeitig v\u00f6llig neue Handlungsm\u00f6glichkeiten. Damit wir neues Wissen konkret im Instrumentalunterricht einsetzen k\u00f6nnen, ist eine enorme Weiterentwicklung unserer technischen und digitalen F\u00e4higkeiten gefragt. Das geht von der Anwendung und Bereitstellung diverser Online-Plattformen, \u00fcber geeignete Soft- und Hardware, Notenschreibprogramme oder hunderte Apps, die den Unterricht bereichern oder erg\u00e4nzen, bis hin zu eigenen Audio- und Videoproduktion. Ein schier unendliches Feld, auf dem die allermeisten von uns bisher noch nicht unterwegs waren \u2013 das lernt man ja nicht zwangsl\u00e4ufig in einem Musikstudium. Solch technisches Wissen und Verst\u00e4ndnis wird jetzt vorausgesetzt oder ist schlicht notwendig. Um den so wichtigen Kontakt zu unseren Sch\u00fcler:innen aufrecht zu erhalten und unseren Bildungsauftrag weiter zu erf\u00fcllen, haben wir in den letzten Wochen und Monaten eine enorme Flexibilit\u00e4t und Arbeitsbereitschaft gezeigt. Auch die Eltern haben hier gro\u00dfe Herausforderungen gemeistert und sich in Rekordzeit auf so viel Neues eingelassen. Als Mutter von drei Kindern, die ich jetzt seit vielen Wochen zus\u00e4tzlich im Homeschooling betreue, wei\u00df ich sehr gut, was gerade alles gleichzeitig zu bew\u00e4ltigen ist. Alle immer mit Energie, guter Laune und einer Abwechslung zum tristen Alltag zu versorgen, ist eine echte Herausforderung. Aber der Wille, aus jeder noch so schwierigen Situation das Beste herauszuholen, ist stark. Wir haben da in der MKS ein tolles Kollegium. Uns verbindet ein gutes Vertrauensverh\u00e4ltnis und ein intensiver gemeinsamer Austausch, um die neuen Arbeitsfelder und Arbeitsweisen zu bew\u00e4ltigen und immer wieder kreative Ideen und L\u00f6sungen zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin Schwengner: <\/strong>Wir haben gleich am Anfang der Pandemie eine&nbsp;Digitalisierungs-AG gegr\u00fcndet, in der wir Erfahrungen im Online-Unterricht austauschen, technische Hilfe bieten, Unterrichtsmaterial und Musik-Apps ausprobieren.&nbsp;Auch hilft diese Gruppe ein bisschen \u00fcber den fehlenden pers\u00f6nlichen Kontakt zwischen den Kolleg:innen hinweg. Ich habe auch einige Hausbesuche gemacht, um Kolleg:innen technisch zu helfen und mache das nach wie vor. F\u00fcr unsere&nbsp;Sch\u00fcler:innen mussten wir uns auf Online-Unterricht umstellen, was eine v\u00f6llig neue Erfahrung und gro\u00dfe Herausforderung war, nat\u00fcrlich f\u00fcr beide Seiten. F\u00fcr den Online-Unterricht war es notwendig, die Lerninhalte umzustellen und viel Abwechslung zu schaffen. Ich denke, wir k\u00f6nnen alle sehr stolz darauf sein, was wir in dieser Zeit gelernt und erm\u00f6glicht haben. Schulintern gab es zwischenzeitlich, als dies m\u00f6glich war, Weiterbildungen f\u00fcr Tonaufnahmen etc., die ebenfalls sehr fruchtbar waren.&nbsp;Im Nachhinein betrachtet haben wir sehr schnell und gut reagiert und das Beste aus der Situation gemacht und tun dies nach wie vor, sehnen uns aber alle die Zeit des&nbsp;Zusammen-Musizierens und&nbsp;Konzertierens herbei.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Was wird das erste Projekt nach Corona sein?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Katharina Hoffmann:<\/strong> \u201eNach Corona\u201c-das klingt f\u00fcr mich ehrlich gesagt gerade wie ein unwirklicher Traum. Eins ist sicher: ich freue mich auf die ersten gemeinsamen Proben in Pr\u00e4senz mit unseren gro\u00dfen Ensembles. Die Chor-, Orchester und Ensemblearbeit ist arg unter Beschuss geraten in dieser Zeit. Das kann leider ein noch so guter Online-Unterricht nicht ersetzen: das Gef\u00fchl der Gemeinschaft. Deshalb wird wohl die erste Aktion ein gemeinsames Gro\u00dfprojekt werden, wie die momentan laufende Videoproduktion unseres Schostakowitsch Walzers, an dem alle Fachbereiche der MKS beteiligt sind. Diesen werden wir dann endlich wieder live und in Farbe einem begeisterten Publikum pr\u00e4sentieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin Schwengner: <\/strong>Das wird sicher ein fulminantes Konzert in der Innenstadt von Jena und sicher auch in der Musikschule sein. Endlich wieder Live-Musik, das w\u00e4re toll!<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Welche W\u00fcnsche haben Sie an die Zukunft, f\u00fcr sich, f\u00fcr die Musik- und Kunstschule Jena, f\u00fcr JenaKultur?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Katharina Hoffmann:<\/strong> Ich w\u00fcnsche mir, dass wir die guten Erkenntnisse dieser Pandemiezeit mitnehmen in eine neue \u00c4ra. Dass wir den gro\u00dfen Wert von Gemeinschaft, Demokratie, Freiheit und auch den Wert des Lebens wieder neu zu sch\u00e4tzen wissen. Ich w\u00fcnsche mir, dass es weniger anstrengend f\u00fcr die:den Einzelne:n wird, weil Lasten intelligent verteilt und Herausforderungen gemeinsam gemeistert werden, und dass in unserem Land endlich Bildung und Kultur den Stellenwert bekommen, den sie verdienen. Eine Investition in diese Bereiche wird unsere Gesellschaft stark, lebenswert und widerstandf\u00e4hig und damit zukunftstauglich machen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Martin Schwengner: <\/strong>Ich&nbsp;w\u00fcnsche mir, dass wir uns die Flexibilit\u00e4t und unsere Anpassungsf\u00e4higkeit, zu der uns die Pandemie gezwungen hat, bewahren k\u00f6nnen und mit hinaus in die Zeit nach Corona nehmen. Wir sind dem st\u00e4ndigen Wandel unterworfen, haben aber jederzeit die Chance, diesen mitzugestalten. Das sollten wir tun. Pers\u00f6nlich w\u00fcrde ich gern die Musikschule mit dem Bereich&nbsp;\u201eElektronische Musik \/ Musikproduktion\u201c f\u00fcr die Menschen attraktiver machen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wir w\u00fcnschen Ihnen alles Gute und sind sicher, wir werden noch ganz viel Sch\u00f6nes von Ihnen h\u00f6ren!!!!<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Haben Sie, liebe Leser:innen, noch Fragen an unsere Musikp\u00e4dagog:innen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder mal stellen wir hier Mitarbeiter:innen vor. Diesmal sind es Katharina Hoffmann und Martin Schwengner, die als Musikp\u00e4dagog:innen an der Musik- und Kunstschule arbeiten und unl\u00e4ngst als Fachgruppenleiter:innen entfristet wurden, und das trotz und w\u00e4hrend Corona!<\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":4264,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,9,20],"tags":[730,153,274,694],"class_list":["post-4234","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-jenakultur","category-mks","tag-fachgruppenleiter","tag-musik","tag-musik-und-kunstschule-jena","tag-paedagogik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4234","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4234"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4234\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4276,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4234\/revisions\/4276"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4264"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4234"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4234"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4234"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}