{"id":4142,"date":"2021-05-03T07:26:00","date_gmt":"2021-05-03T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?p=4142"},"modified":"2021-05-10T11:15:32","modified_gmt":"2021-05-10T09:15:32","slug":"ausgrenzen-ist-nicht-aufgabe-der-jugendarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2021\/05\/03\/ausgrenzen-ist-nicht-aufgabe-der-jugendarbeit\/","title":{"rendered":"&#8222;Ausgrenzen ist nicht Aufgabe der Jugendarbeit&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Im Alter von gerade mal 25 Jahren wurde Stephan Dorschner im Mai 1990 zum ersten Jugenddezernent der Stadt gew\u00e4hlt \u2013 und half in der Zeit als Lokalpolitiker dem Kassablanca bei der langj\u00e4hrigen m\u00fchseligen Suche nach einem eigenen Domizil. Im Interview erz\u00e4hlt er, wie es war, ohne jegliche politische Erfahrung nach der Wende die Jugendarbeit aufzubauen, mit Hausbesetzern und der Polizei zu verhandeln, rechtsfreie R\u00e4ume zu nutzen und F\u00f6rdert\u00f6pfe anzuzapfen. Heute ist er Professor f\u00fcr Theorie und Praxis der Pflege an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Wie kam es, dass Sie 1989\/90 als j\u00fcngster Teilnehmer mit am <u><a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/geschichte\/zeitgeschichte\/deutschlandarchiv\/223436\/weniger-als-feigenblaetter-oder-institutionen-zivilgesellschaftlichen-engagements-die-runden-tische-1989-90-in-der-ddr\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Runden Tisch<\/a><\/u> im Jenaer Rathaus sa\u00dfen? Geh\u00f6rten Sie zur Oppositionsbewegung? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das kam durch meine Aktivit\u00e4ten in der katholischen Kirche. Innerhalb der Gemeinde hatte sich zu Wendezeiten der Arbeitskreis Kirche und Gesellschaft gebildet. Als die Stadt die Parteien aufrief, zu einem Runden Tisch zusammenzukommen, habe ich einen Brief dorthin geschrieben, weil ich fand unser Arbeitskreis sollte auch mit dabei sein. Ich wei\u00df gar nicht mehr, wer am Ende die Einladungen ausgesprochen hat. Aber ich sa\u00df mit dran.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Zu DDR-Zeiten waren Sie also schon in der katholischen Gemeinde in Jena aktiv?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Meine Familie war katholisch. Und Religionsunterricht gab es zu DDR-Zeiten ja nicht an den Schulen, sondern nur in den Kirchen. In Jena gab es nicht viele Katholiken, dadurch kamen alle Kinder und Jugendlichen aus katholischen Familien in einer Gemeinde zusammen. Da gab es Veranstaltungen, Vortr\u00e4ge, Feiern. Die Katholische Jugend war meine Heimat. Das hatte viel damit zu tun, dass kirchliche Jugendarbeit auch eine der wenigen M\u00f6glichkeiten war, sich au\u00dferhalb des Systems zu organisieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"630\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/04\/jenakultur-ausgrenzen-ist-nicht-aufgabe-der-jugendarbeit-bild1janpeterkasper-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4147\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/04\/jenakultur-ausgrenzen-ist-nicht-aufgabe-der-jugendarbeit-bild1janpeterkasper-1.jpg 945w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/04\/jenakultur-ausgrenzen-ist-nicht-aufgabe-der-jugendarbeit-bild1janpeterkasper-1-500x333.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/04\/jenakultur-ausgrenzen-ist-nicht-aufgabe-der-jugendarbeit-bild1janpeterkasper-1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><figcaption>Runder Tisch im Plenarsaal des Jenaer Rathauses am 1. Dezember 1989 | \u00a9Bundesarchiv, Bild 183-1989-1201-042, Foto: Jan Peter Kasper<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Wie normal war das? Gab das keinen \u00c4rger?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Normal war das nicht. Ich bewarb mich nach dem Abitur f\u00fcr ein Studium der Medizintechnik und bekam eine Ablehnung. In meinem Zeugnis stand, dass ich &#8222;Probleme nicht weltanschaulich im Sinne des Marxismus-Leninismus&#8220; durchdringen w\u00fcrde. &#8222;Deshalb kann Stephan nicht aktiv auf die politische Meinungsbildung des Klassenkollektivs einwirken.&#8220; Damit war mein kirchlicher Hintergrund gemeint.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Was haben Sie dann gemacht?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Erstmal habe ich als Hilfspfleger am jetzigen Uni-Klinikum in Jena gearbeitet und sp\u00e4ter eine Ausbildung zum Krankenpfleger gemacht. Zur Wendezeit war ich Lehrer f\u00fcr Pflegeberufe am Katholischen Krankenhaus in Erfurt und machte nebenbei ein Fernstudium Medizinp\u00e4dagogik an der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Meine Chefin in Erfurt war eine Ordensschwester. Als einziger Mann an der Schule hatte ich f\u00fcr die technischen Dinge die Verantwortung. Unter anderem f\u00fcr ein <u><a href=\"https:\/\/www.jugendopposition.de\/lexikon\/sachbegriffe\/148597\/ormig-vervielfaeltigung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ormig<\/a><\/u>-Ger\u00e4t mit Handkurbel. Damit habe ich dann zu Wendezeiten immer wieder Flugbl\u00e4tter produziert, vor allem f\u00fcr den <u><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Demokratischer_Aufbruch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Demokratischen Aufbruch<\/a><\/u>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Und so begann das dann praktisch mit Ihrer Oppositionst\u00e4tigkeit?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wie bei vielen waren das eher kleine Sachen, die sich zuf\u00e4llig ergaben. Eine der ersten Aktionen, die wir mit dem katholischen Arbeitskreis machten, war zum Beispiel ein Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Jena, wo man Kriegsspielzeug gegen anderes Spielzeug umtauschen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Was hat Sie dann dazu bewogen, bei den Kommunalwahlen anzutreten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die vorhandenen und die neugegr\u00fcndeten Parteien und B\u00fcndnisse mussten ja sehr z\u00fcgig ihre Listen f\u00fcr die Kommunalwahl im Mai 1990 erstellen. Der Demokratische Aufbruch hatte eine Liste zusammen mit der CDU. Und so wurde auch ich gefragt, wie andere aus dem katholischen Arbeitskreis, ob ich kandidieren m\u00f6chte. Vor der Anfrage hatte ich mich damit nicht besch\u00e4ftigt. Und aus meinem Arbeitskreis war ich auch der einzige, der Ja gesagt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Warum haben Sie Ja gesagt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich dachte einfach, man kann nicht nur reden und fordern und in irgendwelchen Runden sitzen, sondern muss auch selbst Verantwortung \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Der Demokratische Aufbruch war eine ganz neue Partei, die sich im Oktober 1989 in Leipzig gr\u00fcndete. Wieso waren Sie gerade f\u00fcr die aktiv?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vieles hat sich damals zuf\u00e4llig ergeben. Man hat ja Leute teilweise erst bei den Demos auf der Stra\u00dfe kennengelernt. Politisch f\u00fchlte ich mich einfach am ehesten zum Demokratischen Aufbruch hingezogen. Auf deren Liste habe ich dennoch als Parteiloser kandidiert, ich bin dann erst viel sp\u00e4ter Mitglied der CDU geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Erst sind Sie 1990 eher so zuf\u00e4llig zum Stadtrat gew\u00e4hlt worden. Und dann sind Sie direkt auch noch zu einem von elf Dezernenten ernannt worden, also zum Leiter eines ganzen Gesch\u00e4ftsbereiches und damit hauptamtlichen Politiker. Wie kam das?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Diejenige, die eigentlich den Posten der Jugenddezernentin \u00fcbernehmen sollte, entschied sich kurzfristig, doch lieber eine akademische Karriere an der Universit\u00e4t einzuschlagen, statt hauptberuflich in die Politik zu gehen. Dadurch wurde ich dann gefragt. Ich hatte ein Wochenende, um zu \u00fcberlegen, ob ich das machen will. Der Vorteil, wenn man noch jung ist: Man entscheidet sich schneller.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Die bei den ersten freien Kommunalwahlen gew\u00e4hlten 93 Stadtverordneten w\u00e4hlten am Dienstag, 6. Mai 1990 im Volkshaus den Tierarzt Dr. Peter R\u00f6hlinger zum Oberb\u00fcrgermeister. Anschlie\u00dfend wurden zwei stellvertretende B\u00fcrgermeister und elf Dezernenten (auch Beigeordnete genannt) in Blockwahl gew\u00e4hlt. Allgemeine Verwaltung: Ulrich Boock (Neues Forum), Finanzen: Ulrich Holzgr\u00e4be (SPD), Rechtssicherheit und Ordnung: Holger Migula (CDU\/DA), Kultur: Klaus Hattenbach (SPD); Familie, Jugend, Freizeit, Sport: Stephan Dorschner (CDU\/DA); Gesundheit und Soziales: Rolf Fricke (NF); Bauwesen: Peter Schulz (SPD); Handel und Gewerbe: Peter Probandt (FDP); Umwelt: Matthias Mann (GL); Wirtschaft und Verkehr: Christoph Schwind (CDU\/DA), Wissenschaft und Bildung: Frank Schenker (CDU\/DA).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Ein junger Jugenddezernent, das ist doch super. Mit 25 w\u00e4ren Sie ja auch noch als Gast im Kassablanca durchgegangen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Naja, ich war eher nicht so der regelm\u00e4\u00dfige Kassablanca-Gast.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Wieso?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das war nicht so ganz meine Richtung. Und ich hatte auch gar keine Zeit, denn meine Kinder waren damals noch sehr klein. Die hab ich morgens mit dem Trabant in den Kindergarten gebracht und dann bin ich in mein B\u00fcro im Stadthaus am Roten Turm gefahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Wo heute das Einwohnermeldeamt ist?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Genau. Zu DDR-Zeiten war in dem Geb\u00e4ude der Stadtratsbereich JKS untergebracht \u2013 Jugendfragen, K\u00f6rperkultur, Sport. Das hie\u00df in jeder Stadt so, es gab ja f\u00fcr alles Einheitsbezeichnungen in der DDR. Wobei ich nie verstanden haben, was der Unterschied zwischen K\u00f6rperkultur und Sport ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Nach der Wende hie\u00df Ihr Dezernat &#8222;Familie, Jugend, Freizeit und Sport&#8220;. Klingt nach viel. Das Kassa, das sich damals gerade erst gr\u00fcndete, war doch bestimmt eher Nebensache f\u00fcr Sie?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es war tats\u00e4chlich nur eine Aufgabe von sehr vielen. Sie m\u00fcssen die Zeit verstehen. Im Mai 1990 habe ich einen Bereich mit f\u00fcnf Mitarbeitern vorgefunden. 1993 waren es dann etwa 1.300. Zwischendurch waren es sogar mal mehr als 2.000. Zu DDR-Zeiten geh\u00f6rte kaum etwas zum Bereich JKS. Es gab kein Jugendamt, nur ein Referat Jugendhilfe. St\u00e4dtische Jugendklubs gab es nur drei und dem Kulturbereich angegliedert, die anderen waren betriebliche Jugendclubs, von denen die meisten nach der Wende mit ihren Betrieben verschwanden. Die Kinderkrippen geh\u00f6rten in der DDR zum Bereich Soziales. Und die Kinderg\u00e4rten geh\u00f6rten zum Bereich Volksbildung und wurden dann ebenfalls zu meinem Feld. All diese Aufgaben sind erst nach und nach meinem Dezernat zugeordnet worden, dazu brauchte es jedes Mal einen Magistratsbeschluss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>In einem Zeitungsartikel aus dem Sommer 1994 wird Kassa-Mitgr\u00fcnder Alf-K. Heinecke damit zitiert, dass Sie mit \u201cprivatem und riskanten Einsatz\u201d f\u00fcr das Projekt gek\u00e4mpft h\u00e4tten. Was meinte er damit? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vielleicht spielt das auf die Anfangszeit des Kassa im Villengang an, wo es Auseinandersetzungen gab mit Rechtsextremen. Da habe ich als Jugenddezernent immer wieder das Gespr\u00e4ch gesucht, wie auch im Zusammenhang mit der Hausbesetzung am Westbahnhof.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"630\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/04\/jenakultur-ausgrenzen-ist-nicht-aufgabe-der-jugendarbeit-startbildkassablancaarchiv.jpg\" alt=\"Junge Menschne im Jahr 1992\" data-id=\"4143\" data-full-url=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/04\/jenakultur-ausgrenzen-ist-nicht-aufgabe-der-jugendarbeit-startbildkassablancaarchiv.jpg\" data-link=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?attachment_id=4143\" class=\"wp-image-4143\" 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sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Kassablanca Archiv<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><figcaption class=\"blocks-gallery-caption\">Bidlergalerie aus dem Jahr 1992 | \u00a9Kassablanca Archiv<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p style=\"text-align: justify\">Auch in dem besetzten Haus in der Karl-Liebknecht-Stra\u00dfe, von dem <u><a href=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2020\/11\/16\/hafen-im-sturm\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ingrid Sebastian<\/a><\/u> (<em>erst Hausbesetzerin, sp\u00e4ter Sozialarbeiterin im Kassa, C.G.<\/em>) erz\u00e4hlt, war ich zu Besuch \u2013 und hatte dort, auch wenn es bitter war, den Jugendlichen vor jenem ersten Tag der Einheit 1991, an dem es zu einem \u00dcberfall durch Neonazis kam, geraten, das Haus zu verlassen, es nicht drauf ankommen zu lassen. Das hatte sich auch als richtig erwiesen. Es waren viele sehr schwierige Situationen, anstrengende Gespr\u00e4che. Keiner von uns frisch gebackenen Beh\u00f6rdenvertretern hatte gelernt mit der Polizei zu verhandeln und mit Hausbesetzern und Hauseigent\u00fcmern. Jeder hatte seine eigenen Interessen und wollte verstanden werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Auf einem Zeitungsfoto, das an jenem Wochenende im Mai &#8217;94 entstanden ist, sieht man Sie vor dem besetzten Haus in der Felsenkellerstra\u00dfe sitzen und mit Jugendlichen diskutieren. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich finde das interessant, denn ich hatte das schon vergessen und es ist mir erst jetzt durch dieses Foto wieder eingefallen. Hier fanden wir den Kompromiss, dass die Jugendlichen erstmal das Geb\u00e4ude wieder r\u00e4umen bis zum n\u00e4chsten Morgen. Und im Gegenzug wurde der Strafantrag wegen Hausfriedensbruch fallen gelassen, und die Polizei, die das Geb\u00e4ude r\u00e4umen wollte, r\u00fcckte wieder ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Das Haus war am 17. Mai 1994 von 25 bis 50 Jugendlichen besetzt worden, von denen sich viele schon seit Jahren vergeblich bem\u00fchten, ein Domizil f\u00fcr ihren Verein &#8222;Unabh\u00e4ngiges Jugendzentrum&#8220; zu finden. Zuvor hatten sie schon ein besetztes Haus in der Brandstr\u00f6mstra\u00dfe r\u00e4umen m\u00fcssen. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir versprachen den Jugendlichen, dass es eine Nutzungsvereinbarung geben wird und sie in das Geb\u00e4ude zur\u00fcckkehren d\u00fcrfen. Daran haben wir uns gehalten. Manche wohnen ja bis heute in dem Geb\u00e4ude. Diese Situation so l\u00f6sen zu k\u00f6nnen, hat mich pers\u00f6nlich sehr gefreut. Das waren ja auch immer solche Aktionen, wo man einen Anruf kriegt, schnell irgendwo hinf\u00e4hrt und nicht wei\u00df, wann man wieder nach Hause kommt. Wo man also auch die eigene Familie dann immer hinten anstellt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"750\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/04\/jenakultur-ausgrenzen-ist-nicht-aufgabe-der-jugendarbeit-bild14tlz1993-1000x750.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4170\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/04\/jenakultur-ausgrenzen-ist-nicht-aufgabe-der-jugendarbeit-bild14tlz1993-1000x750.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/04\/jenakultur-ausgrenzen-ist-nicht-aufgabe-der-jugendarbeit-bild14tlz1993-500x375.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/04\/jenakultur-ausgrenzen-ist-nicht-aufgabe-der-jugendarbeit-bild14tlz1993-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/04\/jenakultur-ausgrenzen-ist-nicht-aufgabe-der-jugendarbeit-bild14tlz1993-920x690.jpg 920w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/04\/jenakultur-ausgrenzen-ist-nicht-aufgabe-der-jugendarbeit-bild14tlz1993-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/04\/jenakultur-ausgrenzen-ist-nicht-aufgabe-der-jugendarbeit-bild14tlz1993-790x593.jpg 790w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/04\/jenakultur-ausgrenzen-ist-nicht-aufgabe-der-jugendarbeit-bild14tlz1993.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Ein Interview aus der Th\u00fcringer Landeszeitung vom 28.12.1993<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Was hat ihre T\u00e4tigkeit als Jugenddezernent genau ausgemacht und wie hat sie sich ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Kinder- und Jugendhilfe, so wie sie in der Bundesrepublik strukturiert und organisiert war, ist \u00fcberhaupt nicht zu vergleichen gewesen mit dem, wie es in der DDR war. Nach der Wende galt das bundesdeutsche Jugend- und Kinderschutzgesetz auch f\u00fcr uns. Das war alles komplett neu. So mancher DDR-B\u00fcrger hatte dann auch das Gef\u00fchl, dass den neuen L\u00e4ndern da etwas \u00fcbergest\u00fclpt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong><u><a href=\"http:\/\/hinterhofproduction.de\/5-ton-steine-scherben-keine-macht-fuer-niemand\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Thomas &#8222;Kaktus&#8220; Grund<\/a><\/u>, der lange Sozialarbeiter in Jena war, und zu DDR-Zeiten in der JG Stadtmitte offene Jugendarbeit machte, hat mal geschrieben: &#8222;1991 kam dann durch Frau Merkel das neue Kinder- und Jugendhilfegesetz, welches mir der Amtsleiter mit der Bemerkung in die Hand gab, das sei jetzt unsere neue Bibel. Damit war endlich legitimiert, was wir fast 20 Jahre unter gro\u00dfen Schwierigkeiten und Beargw\u00f6hnung schon taten. Mit diesem Gesetz bekam jeder Jugendliche das Recht auf F\u00f6rderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen, gleichberechtigten und gemeinschaftsf\u00e4higen Pers\u00f6nlichkeit.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Abgesehen von der kirchlichen Jugendarbeit hatten wir Null Infrastruktur im Osten. Offene Jugendarbeit, wie es das Kassa sp\u00e4ter machen sollte, gab es offiziell nicht. Wir haben erstmal das Jugendamt aufgebaut und einen Jugendhilfeausschuss gegr\u00fcndet, und damit gab es dann schon mal ein Gremium, in dem potenzielle Tr\u00e4ger oder freie Tr\u00e4ger f\u00fcr die Jugendarbeit zusammen kommen konnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das war ja auch so eine Neuheit. Die freie Tr\u00e4gerschaft als Konzept war im Osten praktisch nicht vorhanden gewesen. Da hat uns die Erfahrung gefehlt und vor allem die freien Tr\u00e4ger, in den Alten Bundesl\u00e4nder waren das \u00fcberwiegend etablierte und m\u00e4chtige Wohlfahrtsverb\u00e4nde. Das Kassablanca ist so ein Beispiel, die das selbst umgesetzt haben, wo sich junge Menschen gefunden und gesagt haben, wir wollen etwas tun und zwar auch unabh\u00e4ngig von etablierten Strukturen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Was waren denn so Situationen, wo man das Gef\u00fchl hatte, das Gesetz sei den Neuen L\u00e4ndern \u00fcbergest\u00fclpt worden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Man musste sich auf die neuen Strukturen einlassen. Die waren aber eigentlich f\u00fcr die alte Bundesrepublik gemacht und galten \u00fcber den Einigungsvertrag sofort auch f\u00fcr uns. Damit ist eine Situation entstanden, wo man schauen musste: Wir haben ein Gesetz, das ist gar nicht f\u00fcr uns gemacht, aber wir m\u00fcssen es jetzt anwenden. Man musste halt viel lernen. Ich wusste ja auch nicht wie Verwaltung in der Bundesrepublik funktioniert, oder f\u00f6derale Strukturen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Generell mussten also erstmal Strukturen geschaffen werden. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das ging in den Jahren &#8217;90 bis &#8217;94 noch gut, zumindest in Jena. Neu anfangen zu k\u00f6nnen, oder zu m\u00fcssen, ist nat\u00fcrlich immer auch eine Chance. Vielleicht waren hier auch die Rahmenbedingungen besser als in anderen St\u00e4dten Ostdeutschlands. In vielerlei Hinsicht waren wir in einem rechtsfreien Raum unterwegs. Denn das alte Recht galt nicht mehr, und das neue noch nicht in allen Bereichen sofort oder es lie\u00df sich nicht ohne weiteres anwenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Klingt alles nach einem ziemlichen Chaos.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich will diese Zeit nicht verkl\u00e4ren, aber viele Dinge gingen in Wendezeiten deutlich einfacher. Heute l\u00e4uft nat\u00fcrlich alles viel b\u00fcrokratischer ab. Ob das Kassablanca nochmal in dieser Form entstehen k\u00f6nnte, glaube ich eher nicht. Heute ist es auch nicht mehr so normal, dass irgendjemand aus irgendeinem Verein beim B\u00fcrgermeister oder Dezernenten sitzt und man Dinge auf dem kurzen Dienstweg regelt. Oder dass man sich abends oder am Wochenende noch irgendwo eine Stunde trifft. Man einen Antrag auch mal zur\u00fcckgibt und sagt: H\u00f6rt mal, wir wollen das nicht ablehnen, aber das und das m\u00fcsst ihr da noch reinschreiben, sonst kriegen wir das nicht durch. Es war m\u00fchsam, wenn man jungen Menschen, die mit Ideen kamen, sagen musste: So wie ihr euch das vorstellt, geht es nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Aber gef\u00f6rdert worden ist das Kassa von der Stadt immer. Bis heute.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ja, und das ist gut. Denn die andere Sache ist ja auch, dass man jemanden braucht, der kreativ ist, der Ideen hat, der Angebote entwickelt. Ich habe mich schon immer dar\u00fcber ge\u00e4rgert, wenn man erstmal \u00fcber Geld geredet hat. Ich finde, man muss es umgedreht machen. Man braucht erst eine Idee und gegebenenfalls muss man auch Varianten diskutieren und dann kann man berechnen, wie viel das kostet und gucken, wie man das Geld auftreiben kann. Wenn ich von Anfang an \u00fcber fehlendes Geld rede, dann sind viele Projekte von vornherein zum Scheitern verurteilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Wie w\u00fcrden Sie den Beitrag des Kassa zur Entwicklung der Struktur der Jugendarbeit in Jena einsch\u00e4tzen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Gerade im Bereich offene Jugendarbeit und Jugendkulturarbeit hat es einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet. Beim Kassablanca gab es immer H\u00f6hen und Tiefen, das h\u00e4ngt nat\u00fcrlich auch immer von Personen ab. Aber die haben sich nie entmutigen lassen, da gab es immer Menschen die gesagt haben, wir bringen uns ein. Deshalb gibt es das auch immer noch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Welchen Stellenwert hatte die Jugendarbeit f\u00fcr ihre Kollegen im Stadtrat? Wurde das eher positiv oder kritisch gesehen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In Jena hatte das sicherlich einen h\u00f6heren Stellenwert als in vielen anderen St\u00e4dten und Kreisen. Und das hat sich auch ausgezahlt, denn dadurch haben wir jetzt eine viel vielf\u00e4ltigere Tr\u00e4gerlandschaft. In den Haushaltsberatungen hatte ich immer das Vergn\u00fcgen, den gr\u00f6\u00dften Bereich zu haben \u2013 und das waren in der Regel nur Ausgaben. Jugendarbeit oder Kindertagesst\u00e4tten spielen ja kein Geld ein \u2013 die brauchen Geld. Da war es nat\u00fcrlich nicht so, dass die Kollegen immer Hurra geschrien haben, wenn ich meine Zahlen vorgestellt habe. Und was wir auch erst lernen mussten: Man brauchte jetzt f\u00fcr jede Entscheidung eine Mehrheit im Stadtrat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>In den 90er Jahren eskalierte auch in Jena die Gewalt auf der Stra\u00dfe und die Probleme mit dem Rechtsradikalismus. Gab es damals ein Bewusstsein daf\u00fcr, dass Jugendarbeit eine L\u00f6sung ist?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich habe h\u00e4ufig mit Kollegen \u00fcber den Sinn und Zweck von pr\u00e4ventiven Ma\u00dfnahmen diskutieren m\u00fcssen. Das Problem mit Pr\u00e4vention ist ja, dass sie f\u00fcr sich in Anspruch nimmt, Gewalt zu verh\u00fcten \u2013 das aber weder garantieren, noch beweisen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich w\u00fcrde sagen, die Mehrzahl der Stadtr\u00e4te hatte daf\u00fcr aber Verst\u00e4ndnis. Nat\u00fcrlich wird es immer jemand geben, der sagt: Man h\u00e4tte noch mehr machen k\u00f6nnen. Und ja, na klar: H\u00e4tte man machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Es gibt ein Foto von Ihnen, da sitzen Sie neben Uwe Mundlos, der sp\u00e4ter als Mitglied der rechtsextremen Terrorgruppe <u><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=vrVzAsgTudU&amp;t=18s&amp;ab_channel=Sch%C3%B6neDokusHD\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NSU<\/a><\/u> Menschen ermordete. Wie kam das?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das ist bei der Er\u00f6ffnung des Winzerclubs entstanden, einem Jugendklub in Winzerla, der von arbeitslosen Jugendlichen \u00fcber eine Arbeitsbeschaffungsma\u00dfnahme saniert worden war. Welche Jugendliche und welche Anleiter solch einem Projekt zugewiesen worden sind, war durch den Tr\u00e4ger der Ma\u00dfnahme nur sehr begrenzt beeinflussbar. Die endg\u00fcltige Zuweisung der Personen erfolgt ausschlie\u00dflich durch die Arbeitsverwaltung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Sie mussten ja gemeinsam mit anderen Kommunalpolitikern auch im NSU-Untersuchungsausschuss im Th\u00fcringer Landtag <u><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/persilschein-nsu-ermittler-11324896.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aussagen<\/a><\/u> \u00fcber m\u00f6gliche Fehler der Jugendsozialarbeit. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich finde, im Nachgang haben es sich einige auch ein bisschen zu einfach gemacht mit ihrer generelle Kritik an der damaligen Jugendsozialarbeit. Retrospektiv und mit dem heutigen Wissen ist Kritik immer einfacher. Damals mussten aber Entscheidungen getroffen werden ohne vollumf\u00e4ngliches Wissen, ohne ausreichend Zeit und immer in Sorge, ob auch die Finanzierung eines Projektes bis zum Abschluss reicht.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Thomas Grund, der es als Sozialarbeiter in Winzerla mit dem sp\u00e4teren NSU zu tun bekam, <u><a href=\"http:\/\/hinterhofproduction.de\/5-ton-steine-scherben-keine-macht-fuer-niemand\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">schreibt<\/a><\/u>: &#8222;Ich kam als <u><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arbeitsbeschaffungsma%C3%9Fnahme\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ABM-Kraft,<\/a><\/u> die man nach der Wende bevorzugt zum Aufbau der Jugendarbeit nutzte, nach Winzerla in ein neu er\u00f6ffnetes Haus vom Jugendamt. (&#8230;) Die Jugendlichen (dir mir dort begegneten) waren die, die nichts mehr wollten, schon vor der Schule das erste Bier kippten und ihren Frust \u2013 woher auch immer er stammte \u2013 an anderen auslie\u00dfen. Jugendliche also, die ihr Ding machten und in Ruhe gelassen werden wollten oder Angebote nur annahmen, um ungest\u00f6rt extrem politische Arbeit machen zu k\u00f6nnen. Kurzum: Fortan hatte ich mit Jugendlichen zu tun, die mit offener Arbeit nichts am Hut hatten, f\u00fcr die jedoch diese offene Arbeit gedacht war. Damals wie heute galt jedoch: Die Umwelt pr\u00e4gt den Menschen und w\u00e4hrend wir alles gaben, um zehn Leute aus dem Sumpf zu ziehen, schubste die Gesellschaft in der gleichen Zeit 100 neue hinterher.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>An welchen Punkten h\u00e4tten Sie denn gern anders entschieden im Nachhinein?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich halte wenig von hypothetischen Fragen. Eine der gro\u00dfen Diskussionen im Nachgang war ja: Schlie\u00dft man bestimmte Gruppen aus, oder versucht man sie zu integrieren? Das sind zwei grunds\u00e4tzlich unterschiedliche Herangehensweisen. Generell hatten wir ja eher das Problem, wie wir Jugendliche f\u00fcr die Angebote der Jugendarbeit bzw. Jugendsozialarbeit begeistern konnten, dass sie sich freiwillig engagierten. Das mit dem Zwang, das hatten wir in der DDR gehabt und waren wir gerade erst los geworden. Mit Integration kann man Erfolg haben, aber es kann eben auch scheitern. Und das h\u00e4ngt nicht nur von den Rahmenbedingungen ab, sondern auch davon, welche Leute eben zuf\u00e4llig an welchem Ort aufeinandertreffen. Das Ausgrenzen ist nicht Aufgabe der Jugendarbeit.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-default\" \/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/04\/jenakultur-c-gesellmannmartin-gommel-1000x525.jpg\" alt=\"Christian Gesellmann\" class=\"wp-image-2137\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/04\/jenakultur-c-gesellmannmartin-gommel-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/04\/jenakultur-c-gesellmannmartin-gommel-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/04\/jenakultur-c-gesellmannmartin-gommel-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/04\/jenakultur-c-gesellmannmartin-gommel-1536x806.jpg 1536w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/04\/jenakultur-c-gesellmannmartin-gommel-1314x690.jpg 1314w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/04\/jenakultur-c-gesellmannmartin-gommel-1320x693.jpg 1320w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/04\/jenakultur-c-gesellmannmartin-gommel.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Christian Gellmann | \u00a9Martin Gommel<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Christian Gesellmann: Das Kassa feierte letztes Jahr seinen 30. Geburtstag! Ein Jahr lang werde ich mich als Stadtschreiber mit den Menschen treffen, die diesen einzigartigen Verein und Club gepr\u00e4gt haben, und ihre Erinnerungen aufschreiben \u2013 und nat\u00fcrlich mit Ihnen\/dir teilen, hier auf diesem Blog,<\/em> <em>auf <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/christian.gesellmann\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Facebook<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/christian.gesellmann\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Instagram<\/a>.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Welche Geschichten und Erinnerungen verbinden Sie\/verbindest du mit dem Kassablanca? Haben Sie\/ hast du noch irgendwo alte Fotos von Ihnen\/dir und Ihren\/deinen Freunden im Kassa? Ich freue mich auf Post an: <u><a href=\"mailto:allesgute@kassablanca.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">allesgute@kassablanca.de<\/a><\/u><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Alter von gerade mal 25 Jahren wurde Stephan Dorschner im Mai 1990 zum ersten Jugenddezernent der Stadt gew\u00e4hlt \u2013 und half in&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":4172,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,706,16,17,26],"tags":[522,675,6,60,508,550,507,348,248,164],"class_list":["post-4142","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-kultur-in-jena","category-kulturfoerderung","category-kulturpreise-stipendien","category-villa-rosenthal","tag-30-jahre-kassa","tag-geschichte","tag-jenakultur","tag-jubilaeum","tag-kassa","tag-kassablanca","tag-kassablanca-jena","tag-kultur-in-jena","tag-stipendium","tag-villa-rosenthal"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4142","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4142"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4142\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4233,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4142\/revisions\/4233"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4172"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4142"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4142"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4142"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}