{"id":3654,"date":"2021-02-24T07:30:00","date_gmt":"2021-02-24T06:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?p=3654"},"modified":"2021-02-23T16:01:13","modified_gmt":"2021-02-23T15:01:13","slug":"neuer-helm-am-blinkerdenkmal-nimmt-gestalt-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2021\/02\/24\/neuer-helm-am-blinkerdenkmal-nimmt-gestalt-an\/","title":{"rendered":"Neuer Helm am Blinkerdenkmal nimmt Gestalt an"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: justify\">Das Blinkerdenkmal auf dem Landgrafenberg erh\u00e4lt noch in diesem Fr\u00fchjahr einen neuen oberen Denkmalabschluss. Das Kriegerdenkmal wurde zu Ehren der im Ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Blinker nach einem Entwurf der Architekten Schreiter &amp; Schlag errichtet und am 29. Mai 1921 eingeweiht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die so genannten &#8222;Blinker&#8220; hatten im Krieg die Aufgabe, milit\u00e4rische Nachrichten per Blinkzeichen weiterzuleiten. Bis 1916 wurden Signalger\u00e4te mit k\u00fcnstlicher Flamme und Morseblende verwendet, erst danach kamen elektrische Ger\u00e4te zum Einsatz. 1915 gr\u00fcndete sich die K\u00f6niglich Preu\u00dfische Signal-Ersatz-Abteilung in Jena. Der Standort schien wie geschaffen daf\u00fcr zu sein, war die Firma <a href=\"https:\/\/www.zeiss.de\/carl-zeiss-jena\/carl-zeiss-jena-gmbh.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Carl Zeiss<\/a> doch einer der f\u00fchrenden Hersteller von Signalger\u00e4ten zu dieser Zeit. Die Carl-Zeiss-Stiftung stellte der neuen Einheit im Herbst 1915 das <a href=\"https:\/\/www.volkshaus-jena.de\/de\/startseite\/694140\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Volkshaus Jena<\/a> als &#8222;Kaserne&#8220; zur Verf\u00fcgung. Hier wurden \u00fcbrigens als einzige Schulungsst\u00e4tte Blinksignal-Trupps im kaiserlichen-deutschen Heer ausgebildet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Initiative zur Errichtung des Denkmals ging vom Bund ehemaliger Blinker aus, die auch die Kosten f\u00fcr das Denkmal aufbrachten. Die Baufl\u00e4che unterhalb des Napoleonsteins stiftete die <a href=\"https:\/\/startseite.jena.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stadt Jena<\/a>. Der Landgrafen diente den Blinkern w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges als \u00dcbungsfeld. Interessant zu wissen ist vielleicht, dass einer der beiden Architekten, Johannes Schreiter, im Ersten Weltkrieg selbst als Blinker im Einsatz gewesen und erster Vorsitzender der Jenaer Ortsgruppe des Bundes ehemaliger Blinker geworden war.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"629\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/02\/jenakultur-postkarte-blinkerdenkmal-1922-stadtmuseum-1000x629.jpg\" alt=\"Postkarte zum Blinkerdenkmal mit historischer Fotoaufnahme aus dem Jahr 1922\" class=\"wp-image-3656\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/02\/jenakultur-postkarte-blinkerdenkmal-1922-stadtmuseum-1000x629.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/02\/jenakultur-postkarte-blinkerdenkmal-1922-stadtmuseum-500x315.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/02\/jenakultur-postkarte-blinkerdenkmal-1922-stadtmuseum-768x483.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/02\/jenakultur-postkarte-blinkerdenkmal-1922-stadtmuseum-1097x690.jpg 1097w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/02\/jenakultur-postkarte-blinkerdenkmal-1922-stadtmuseum.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Postkarte aus dem Jahr 1922 | \u00a9Stadtmuseum Jena<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p style=\"text-align: justify\">Die martialisch anmutende Denkmalanlage besteht aus einem wuchtigen Gedenkstein und einer als Sitzbank ausgef\u00fchrten, halbkreisf\u00f6rmigen niedrigen Umfassungsmauer. Sie wird von einer dreistufigen Treppenanlage links und rechts des Monumentes ges\u00e4umt. Der aus Kalksteinquadern gemauerte Gedenkstein weist die Form eines Kubus auf und ist mit je einem Eisernen Kreuz an allen vier Seiten des Monumentes plastisch gestaltet. An den Ecken jeder Seite fanden sich jeweils drei Lorbeerbl\u00e4tter. Als oberer kuppelartiger Abschluss des Gedenksteines wurde ein Stahlhelm steinmetzm\u00e4\u00dfig nachgebildet. Urspr\u00fcnglich befanden sich zwei Inschriften auf dem Stein:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auf dem Kreuz in Vorderansicht in gro\u00dfen Lettern &#8222;1914 UNSEREN HELDEN 1918&#8220;, darunter auf dem sockelartigen Podest &#8222;DIE DEUTSCHEN BLINKER&#8220;.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Inschriften auf Kreuz und Podest sowie der steinmetzm\u00e4\u00dfige Bauschmuck wurden 1946 im Zuge einer &#8222;Entmilitarisierung&#8220; getilgt, der obere kuppelartige Abschluss des Gedenksteins in Form eines Stahlhelmes abgearbeitet, so dass lediglich der gew\u00f6lbte konsolenartige Unterbau des Helms blieb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Denkmal befand sich lange Zeit in einem verwahrlosten Zustand. Eine Identifizierung bzw. Einordnung in die historischen Zusammenh\u00e4nge seiner Entstehung war f\u00fcr Wanderer und Passanten nicht m\u00f6glich. 2009 erfolgte unter der Pr\u00e4misse der Erhaltung der derzeitigen \u00e4u\u00dferen &#8222;entmilitarisierten&#8220; Gestaltung eine grundlegenden Sanierung und Instandsetzung durch <a href=\"https:\/\/www.jenakultur.de\/de\/startseite\/605322\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">JenaKultur<\/a>. Die Wiederherstellung der Inschrift &#8222;Die deutschen Blinker&#8220; in schlichter, zur\u00fcckhaltender Form erlaubte fortan eine inhaltliche Zuordnung. Dar\u00fcber hinaus wurde eine erkl\u00e4rende Infotafel aufgestellt, die dem Betrachter zus\u00e4tzliche Informationen zum Inhalt und zur Entstehung des Kriegerdenkmals bietet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auf Antrag der Reservistenkameradschaft Jena, die seit nunmehr 12 Jahren die Patenschaft \u00fcber das 2009 sanierte Denkmal \u00fcbernommen hat, beschloss der Kulturausschuss der Stadt nach langen und heftigen Diskussionen 2018, das Blinkerdenkmal baulich um den Schriftzug &#8222;1914 DEN GEFALLENEN 1918&#8220; und einem neu zu gestaltenden Stahlhelm mit dem L Blink 17 als Aufsatz zu erg\u00e4nzen und mit einer neu zu erarbeitenden Informationstafel in seiner Versehrtheit und Geschichtlichkeit neu zu kennzeichnen. JenaKultur schrieb daraufhin die k\u00fcnstlerisch-steinmetzm\u00e4\u00dfigen Leistungen zur Neugestaltung des Stahlhelms mit Signallampe und Inschrift aus. Den Zuschlag erhielt <a href=\"http:\/\/www.steinmetz-schoene.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Steinmetzmeister Holger Sch\u00f6ne<\/a> aus T\u00fcmpling bei Camburg, der auch schon die Sanierung 2009 vornahm.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video height=\"480\" style=\"aspect-ratio: 848 \/ 480;\" width=\"848\" controls muted src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2021\/02\/jenakultur-blinkerdenkmal-helm.mp4\"><\/video><figcaption>Der neue Abschluss des Denkmals entsteht | \u00a9Steinmetzbetrieb H. Sch\u00f6ne<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p style=\"text-align: justify\">In seiner Werkstatt nimmt der neue Signalhelm inzwischen langsam Formen an, der immerhin ein betr\u00e4chtliches Ma\u00df von 1,20 x 1 Meter bei einer H\u00f6he von ca. 70 cm aufweist. Helm und Inschrift sowie auch die neue Anschauungstafel, die ausf\u00fchrliche Informationen zur Geschichte der Blinksignal-Trupps in der kaiserlichen Armee, des Blinkerdenkmals auf dem Landgrafen und des \u00f6ffentlichen Umgangs mit dem Denkmal nach 1945 in Text und Abbildungen pr\u00e4sentieren wird, sollen bis zum 29. Mai 2021 fertig sein. Dann j\u00e4hrt sich die Einweihung des Denkmals zum 100. Mal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Blinkerdenkmal auf dem Landgrafenberg erh\u00e4lt noch in diesem Fr\u00fchjahr einen neuen oberen Denkmalabschluss. 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