{"id":3323,"date":"2020-11-27T07:25:00","date_gmt":"2020-11-27T06:25:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?p=3323"},"modified":"2020-11-27T10:20:39","modified_gmt":"2020-11-27T09:20:39","slug":"jenakultur-war-und-ist-in-staendiger-entwicklung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2020\/11\/27\/jenakultur-war-und-ist-in-staendiger-entwicklung\/","title":{"rendered":"\u201eJenaKultur war und ist in st\u00e4ndiger Entwicklung\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>JenaKultur wird in diesem seltsamen Jahr 15 Jahre alt. Wir hatten uns allerhand f\u00fcr unsere Nutzer*innen und Kund*innen ausgedacht, um ihnen f\u00fcr ihre Treue zu danken. Aber dann kam Corona und verhagelte uns gr\u00fcndlich die Show. <br \/><\/strong><strong>Um aber wenigstens unsere Geschichte aufzuarbeiten und zu erz\u00e4hlen, haben wir zwischenzeitlich zahlreiche Gespr\u00e4che intern und extern gef\u00fchrt. <br \/><\/strong><strong>Ein Interview gew\u00e4hrte uns unsere Personalchefin, Yvonne Abraham. Sie ist so etwas wie die gute Seele im Eigenbetrieb UND: sie ist das so wichtige einzige weibliche Element, das ganz dicht an der Werkleitung dran ist.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><em>JenaKultur hat Personalhoheit. Was hei\u00dft das?<\/em><\/p>\n<p><strong>Yvonne Abraham: <\/strong>Dadurch, dass bei uns Personal und Organisation an einer Stelle zusammenlaufen, wir also die Organisations- und die Personalentwicklung gemeinsam bef\u00f6rdern k\u00f6nnen, ist das ein ganz klarer Vorteil des Eigenbetriebs gegen\u00fcber vergleichbaren Strukturen und Einrichtungen.<br \/>Das merken unsere Leute selten, weil ja viele der Punkte, die abstimmungsm\u00e4\u00dfig Richtung Kernverwaltung erfolgen m\u00fcssen, \u00fcber uns laufen. Aber die Abstimmungswege sind einfacher und klarer.<br \/>Gerade f\u00fcr die Einrichtungsleiter*innen, die nicht an die verschiedenen Stellen der Stadt laufen m\u00fcssen, um irgendwann bei einer gro\u00dfen Sitzung eine Entscheidung des OBs zu bekommen! Die Leiter m\u00fcssen nur zu mir in den Personalbereich, evtl. noch in die Werkleitung. Dann gibt es eine Entscheidung, und der Personalbereich setzt diese dann um und bereitet die zusammen mit den Einrichtungsleitern vor.<br \/>Diese Kombination aus Organisation und Personal in einem macht uns aus. Das machen wirklich viele anders. Und: Personalhoheit bedeutet ja auch, dass uns keiner reinreden kann, wen wir einstellen.<\/p>\n<p>Ich bin pers\u00f6nlich der Meinung, dass wir bei JenaKultur 95 Prozent sch\u00f6ne Aufgaben haben. Bei uns hat jede Einrichtung etwas Besonderes zu bieten. Wo gibt es sonst so etwas noch?<\/p>\n<p><strong><em>Also ist JenaKultur ein Unternehmen, das sehr lernf\u00e4hig ist?<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Yvonne Abraham:<\/strong> Ja, JenaKultur war und ist in st\u00e4ndiger Entwicklung.<\/p>\n<p>Ein exemplarisches \u00a0Beispiel ist der Aufbau des Bereichs Veranstaltungsmanagement. Ich habe hier 2008, zeitgleich mit <a href=\"https:\/\/www.jenakultur.de\/de\/wir_ueber_uns\/eigenbetrieb\/werkleitung\/731505\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Carsten M\u00fcller<\/a>, damals Einrichtungsleitung Veranstaltungsmanagement und jetzt stellvertretender Werkleiter und zust\u00e4ndig f\u00fcr Marketing\/Tourismus\/Veranstaltungen angefangen. Den Aufbau dieses Bereichs, so wie er jetzt lebt, mit einem zentralen Veranstaltungsservice, der nicht nur einem Haus zugeh\u00f6rig ist, das war sozusagen unser beider \u201eGesellenst\u00fcck\u201c.<\/p>\n<p>Vorher f\u00fchlten sich die Techniker einem Haus zugeh\u00f6rig, dem <a href=\"https:\/\/www.volkshaus-jena.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Volkshaus<\/a> beispielsweise. Aber eben nicht der Aufgabe, Veranstaltungsservice f\u00fcr alle H\u00e4user zu sein. \u00dcbrigens hat auch im Kalenderjahr 2008 T\u00fcrk Damer, als Leiter des Veranstaltungsservice, mit uns gemeinsam angefangen und einen gro\u00dfen Anteil an dem Gelingen dieses Prozesses.<\/p>\n<p>Und wir haben nat\u00fcrlich auch in andere Einrichtungen in den folgenden Jahren sozusagen \u201ereingeschaut\u201c. Wir sind ja sehr dezentral organisiert. Wir haben nicht ein Geb\u00e4ude oder einen Stammsitz, in dem alle zusammen arbeiten.<br \/>In unseren eigenst\u00e4ndigen Einrichtungen gab es Abl\u00e4ufe und Aufgaben, die hinterfragt wurden. So haben Thomas Vogl (Kaufm\u00e4nnischer Leiter) und ich das\u00a0 Modell der Strukturanalysen entwickelt. Wir haben uns einrichtungsbezogen angeschaut, wie die Aufgaben verteilt sind. Das war nicht immer sch\u00f6n f\u00fcr die Mitarbeiter und teilweise auch mit \u00c4ngsten verbunden, weil sie ihre Aufgaben \u00fcber einen Zeitraum hinweg genau erfassen mussten. Wieviel Zeit investieren sie in was, war die Gretchenfrage. Wir haben uns dann angeschaut, wie und ob die Stellenzuschnitte funktionieren, wo es \u00dcberschneidungen, Dopplungen oder Synergien geben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Wichtig war und ist uns, dass wir solche Vorg\u00e4nge m\u00f6glichst von innen heraus steuern, also nicht wie eine externe Unternehmensberatung fungieren. Wir k\u00f6nnen selbst nat\u00fcrlich mit viel mehr Empathie herangehen. Eine externe Unternehmensberatung ist hinterher weg, wenn es an die Umsetzung geht. Die schreibt nur eine Empfehlung und einen Abschlussbericht.<br \/>Wir sind aber ja diejenigen, die gemeinsam mit der Werkleitung auch die Ableitungen treffen m\u00fcssen. Wir haben dazu auch viele pers\u00f6nliche und vertrauensvolle Gespr\u00e4che gef\u00fchrt, dann die neuen\u00a0 Stellenstrukturen erarbeitet, intern auch mit dem Personalrat abgestimmt und anschlie\u00dfend zusammen mit den Mitarbeitern umgesetzt. Das hat nach aller Verunsicherung am Ende Vertrauen geschaffen und viele der Prozesse haben sich auch als zukunftsweisend und richtig bewiesen.<\/p>\n<p><em><strong>Der <a href=\"https:\/\/www.jenaconvention.de\/ueber-uns\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Convention-Bereich<\/a> ist gerade neu entstanden?<\/strong> <\/em><\/p>\n<p><strong>Yvonne Abraham:<\/strong> Ja, jetzt gibt es den Bereich seit Ende letzten Jahres. Das hat ja mit der beabsichtigten Weiterentwicklung des Volkshauses\u00a0 zu einem Kultur- und Kongresszentrum zu tun und der Profilierung des Kongressstandortes Jena.<\/p>\n<p>Aber was bedeutet so eine neue Aufgabe f\u00fcr JenaKultur eigentlich? Wie muss man das schlussendlich aufgabenseitig beschreiben? Das lag mit auf unserem Tisch, das haben wir gemeinsam mit Carsten M\u00fcller ausget\u00fcftelt und ins Leben gerufen.<\/p>\n<p>Diese Reihe l\u00e4sst sich mit Blick auf die letzten Jahre fortsetzen:<br \/>2008 ist das <a href=\"https:\/\/www.volksbad-jena.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Volksbad<\/a> erst dazu gekommen. Sp\u00e4ter das Historische Rathaus als Veranstaltungsgeb\u00e4ude, oder die <a href=\"https:\/\/www.villa-rosenthal-jena.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Villa Rosenthal Jena<\/a>\u2026<br \/>Das sind alles Zuw\u00e4chse, die in den Querschnittsbereichen wie dem Veranstaltungsmanagement, Veranstaltungsr\u00e4umen und dem Veranstaltungsservice neue Aufgaben mit sich bringen, die bewertet und untersetzt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Unsere Arbeit ist insofern sehr strategisch.<\/p>\n<p>Das merkt der einzelne Mitarbeiter vielleicht nicht immer.<br \/>Aber wenn wir den Verwaltungsbereich in der <a href=\"https:\/\/www.mks-jena.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">MKS<\/a> um- oder besser gesagt neu aufstellen, um dort eine Teamleitung zu installieren, die es bis 2012 noch gar nicht gab, dann bringt das einer Einrichtung nat\u00fcrlich Professionalisierung und Erleichterung, die am Ende sp\u00fcrbar wird.<\/p>\n<p>Diese M\u00f6glichkeit des Durchgriffs gibt es in Kultur\u00e4mtern zwar faktisch schon. Aber nach meiner Wahrnehmung ist die Kultur, wenn sie in dem gro\u00dfen Gef\u00fcge einer Stadtverwaltung angegliedert ist, in einer Dezernatsstruktur gefangen, so dass die Schwerpunkte oft anders gesetzt sind und die personellen und organisatorischen Herausforderungen oft nicht von einer Einheit beurteilt werden.<\/p>\n<p>Man versucht sozusagen, das \u201eGro\u00dfe\u201c in Ordnung zu halten oder zu bringen. Hier im Eigenbetrieb sind wir aber selber das \u201eGro\u00dfe\u201c.<\/p>\n<p>Mein Team ist im Hintergrund t\u00e4tig, um den organisatorischen und personellen Rahmen zu gew\u00e4hrleisten f\u00fcr die sch\u00f6nen Aufgaben, welche die Kolleg*innen in den Einrichtungen f\u00fcr die B\u00fcrger*innen, Nutzer*innen, Sch\u00fcler*innen, G\u00e4ste und Kund*innen anbieten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong><em>Wenn man die Vorgeschichte betrachtet, dass es nur ein Jahr Zeit f\u00fcr die Gr\u00fcndung gab<\/em><em>, ist es ja ein gelungener Wurf.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Yvonnne Abraham:<\/strong> Definitiv.<\/p>\n<p><strong><em>Ist das denn ohne Turbulenzen abgegangen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Yvonne Abraham:<\/strong> Nat\u00fcrlich nicht ganz. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und hat oft Angst vor Ver\u00e4nderung. Aber: Es wurde ja keine GmbH ausgegr\u00fcndet. Den Mitarbeitern konnte klar sein, dass sie im Tarifsystem des \u00f6ffentlichen Dienstes bleiben w\u00fcrden. Auch, dass sie weiter Teil der Stadt Jena sein werden und ihren alten Arbeitsvertrag behalten w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong><em>Was macht Sie (aktuell) stolz?<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><strong>Yvonne Abraham: <\/strong>Wie unsere Belegschaft die Herausforderungen der Corona-Krise angenommen hat zum Beispiel.<br \/>Viele Mitarbeiter*innen, alles Kolleg*innenen die in anderen Aufgaben ihre Spezialisierung haben, bspw. Kolleg*innen der Buchhaltung, der B\u00fccherei oder auch viele Musiker*innen der<a href=\"https:\/\/www.jenaer-philharmonie.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> JP<\/a> haben bei den Corona-Hotlines von einem Tag auf den anderen mitgearbeitet. Das war sehr beeindruckend.<br \/>Diese Hotline-Phase war etwas Besonderes. Da sa\u00df auf einmal der Kurator der St\u00e4dtischen Museen in einem Zimmer mit einem Musiker der Jenaer Philharmonie. Oder der Azubi sa\u00df mit irgendeiner\/einem Fachbereichsleiter*in zusammen und kam mit ihm\/ihr ins Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>Da haben sich Kolleg*innen kennengelernt, die normalerweise wenig oder nichts miteinander zu tun haben. Das schafft Wir-Gef\u00fchl. Pl\u00f6tzlich wurde JenaKultur ein gro\u00dfes Ganzes. Das habe ich sehr stark so empfunden und viele andere auch.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich und vor allem bin ich unglaublich stolz darauf, was wir bei <a href=\"https:\/\/www.jenakultur.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">JenaKultur<\/a> f\u00fcr tolle Personen besch\u00e4ftigt haben, die so sehr f\u00fcr Ihre Sache brennen, tolle Dinge erschaffen und so viel Gestaltungswillen besitzen.<\/p>\n<p><em><strong>Liebe Frau Abraham, wir k\u00f6nnten nat\u00fcrlich noch \u00fcber vieles mehr sprechen, \u00fcber die Ausbildung bei JenaKultur beispielsweise, die vorbildlich ist, was sich auch ma\u00dfgeblich Ihrem Engagement verdankt. Wir heben uns das auf und danken zun\u00e4chst f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Hatten oder haben Sie denn bereits Kontakt mit uns? Oder sogar mit unserer Personalabteilung? Dann freuen wir uns, wie immer, \u00fcber Ihre Kommentare, Ihr Feedback, Ihre Meinung!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>JenaKultur wird in diesem seltsamen Jahr 15 Jahre alt. 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