{"id":2782,"date":"2020-08-26T07:32:00","date_gmt":"2020-08-26T05:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?p=2782"},"modified":"2020-08-25T15:02:30","modified_gmt":"2020-08-25T13:02:30","slug":"eine-reise-geht-zu-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2020\/08\/26\/eine-reise-geht-zu-ende\/","title":{"rendered":"Eine Reise geht zu Ende"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Josie-Ophelia Romeyke blickt zur\u00fcck auf ihre Erfahrungen im Freiwilligen Sozialen Jahr an der Volkshochschule Jena.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Sonne scheint, die Ferien haben begonnen&#8230;<br \/>&#8230;und mein Freiwilligendienst an der <a href=\"https:\/\/www.vhs-jena.de\/de\/startseite\/649270\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Volkshochschule Jena<\/a> ist fast vorbei. Eine Woche liegt noch vor mir, dann beginnt ein sehr langer Urlaub f\u00fcr mich. <br \/>Zeit, mich umzudrehen und zur\u00fcckzublicken auf das vergangene Jahr in Jena. <br \/>Da ist zun\u00e4chst das Motto, unter welchem mein Tr\u00e4ger, die <a href=\"https:\/\/www.lkj-thueringen.de\/willkommen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">LKJ Th\u00fcringen<\/a>, dieses Jahr die Freiwilligendienste organisiert hat: \u201eWir nehmen dich mit.\u201c Auf eine Reise. Seien es die vielen (geplanten) Bildungsreisen bzw. Seminarwochen oder eben die pers\u00f6nliche Reise zur Selbstfindung. So musste ich sogar jeden Morgen eine kleine Reise antreten, da ich zwischen Erfurt und Jena pendelte. <br \/>Das Reisethema war also sehr bezeichnend f\u00fcr mein FSJ. <br \/>Und nun ist es wohl an der Zeit, zu schauen, welche \u201eSouvenirs\u201c ich von den vielen Reisen mitgebracht habe.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst w\u00e4re da nat\u00fcrlich ein Jahr Arbeitserfahrung, ebenso einer der Gr\u00fcnde, warum ich \u00fcberhaupt ein FSJ aufgenommen habe: Ich wollte herausfinden, was mir im Arbeitsleben wichtig ist und meine Bed\u00fcrfnisse kennenlernen. Dar\u00fcber habe ich einige Erkenntnisse gewonnen. So habe ich gemerkt, dass mir Struktur und klare Kommunikation gut tun, sowie eine l\u00f6sungsorientierte Arbeitsweise, wenn etwa Konflikte auftreten. Hinzu kommt, dass ich nun in der Lage bin, meine Ressourcen besser einsch\u00e4tzen und einteilen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wirklich sch\u00f6n fand ich, Teil eines Teams zu sein, dessen Stimme auch geh\u00f6rt und beachtet wird. Auch der Einsatz und die Forderung meiner gestalterischen Fertigkeiten waren angenehm, da ich, fernab von der Benotung und dem Zeitdruck in der Schule, wirklich mein Potential entfalten konnte. Auch wenn ich hier dazu sagen muss, dass es auf Dauer doch etwas viel wurde. Schlie\u00dflich lagen sehr viele und auch sehr verantwortliche Aufgaben der \u00d6ffentlichkeitsarbeit in meinem Arbeitsbereich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/08\/jenakultur-eine-reise-geht-zu-ende-vhs-romeyke2jenakultur-1000x525.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2783\" width=\"827\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/08\/jenakultur-eine-reise-geht-zu-ende-vhs-romeyke2jenakultur-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/08\/jenakultur-eine-reise-geht-zu-ende-vhs-romeyke2jenakultur-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/08\/jenakultur-eine-reise-geht-zu-ende-vhs-romeyke2jenakultur-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/08\/jenakultur-eine-reise-geht-zu-ende-vhs-romeyke2jenakultur.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 827px) 100vw, 827px\" \/><figcaption>Frau Romeyke an ihrem Arbeitsplatz in der vhs Jena \u00a9JenaKultur<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Leider hat mir der Lockdown 3 Monate weiterer Arbeitserfahrung (vor Ort) geraubt \u2013 in der Zeit k\u00fcmmerte ich mich um meine Mappe f\u00fcr das Kunststudium. Dennoch hatte auch das einen positiven Effekt: Die von der LKJ (der Tr\u00e4ger meines FSJ) veranstalteten Workshops und Seminare fanden online statt. Dadurch war ich in der Lage, ein paar Tage von zu Hause aus zu arbeiten. Das empfand ich als sehr entlastend. Ich habe also erkannt, dass ich, zumindest teilweise, Home-Office in meinen beruflichen Alltag integrieren m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Abseits des Arbeitsalltages habe ich allerdings auch einiges \u201emitnehmen\u201c k\u00f6nnen, vieles davon habe ich in unseren (unvergesslichen) Seminarwochen gelernt: Auf der ersten Seminarfahrt entdeckte ich meine Liebe zum Improvisationstheater wieder. Zur Erkl\u00e4rung: In meiner Schulzeit belegte ich das Fach \u201eDarstellen und Gestalten\u201c, in welchem wir vielerlei solcher Sachen gemacht haben. Mit dem Besuch des Gymnasiums geriet das jedoch etwas in den Hintergrund. W\u00e4hrend der besagten Seminarwoche nahm ich an einem \u201ePr\u00e4sentationsworkshop\u201c teil. Zun\u00e4chst dachte ich, es ginge allgemein um Rhetorik und Vortr\u00e4ge, doch der Fokus lag tats\u00e4chlich mehr darauf, sich erst mal selber pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen. Angefangen mit ein bisschen Stimmtraining, waren wir schnell bei den Spielarten des Improvisationstheaters. Dazu durften wir lernen, wie wir bestimmte Eigenarten und Figuren darstellen. Wodurch einem schlie\u00dflich klar wird, mit welcher Gestik\/Mimik welcher Effekt bei den Zuschauenden erzielt werden kann.<\/p>\n<p>Abgesehen davon war die 1. Seminarwoche allgemein gro\u00dfartig. Zum ersten Mal hatte unsere Seminargruppe richtig Zeit, sich kennen zu lernen. Und es war eine tolle Truppe: Viele waren selbst bei Theatern eingesetzt und unsere Gruppe war voll von ausdrucksstarken Pers\u00f6nlichkeiten. Gezeichnet von Aufregung, wenig Schlaf und zu viel Kaffee kann ich, allein f\u00fcr diese Seminarfahrten, ein FSJ Kultur von der LKJ als Tr\u00e4ger nur empfehlen. <br>Leider sollte es nur noch eine weitere Seminarwoche im Januar geben, denn die anderen beiden wurden durch den Lockdown \u201egeschluckt\u201c. Bis heute bin ich sehr traurig dar\u00fcber, es f\u00fchlt sich an, als w\u00e4re eine unwiederbringliche Zeit einfach verloren gegangen. Ein Umstand, der noch bedauerlicher wird durch die Tatsache, dass unsere 2. Seminarwoche in Volkenroda weit hinter der ersten zur\u00fcckstand. Wir wussten ja alle nicht, dass diese unsere letzte sein w\u00fcrde. <br>Jedenfalls war das Wetter grau, nass und kalt, sodass ich mir alsbald eine dicke Erk\u00e4ltung einfing, beg\u00fcnstigt durch meine allergische Reaktion auf die alten Gem\u00e4uer des Klosters. Zudem konnte ich dieses Mal nicht in den Workshop, den ich gerne besucht h\u00e4tte, um einen Kurzfilm zu produzieren. Stattdessen landete ich im Workshop zu Konfliktmanagement, welcher thematisch eben auch weit hinter Kurzfilm und Schwarz-Wei\u00df-Fotografie zur\u00fcckblieb. Leider waren eben diese Workshops so \u00fcberlaufen, dass viele ins Konfliktmanagement gedr\u00e4ngt wurden. Im Ergebnis sind wir ziemlich lustlos an die Sache herangegangen. Daf\u00fcr hatten wir jedoch eine sehr gute und nette Workshopleiterin, welche unsere Lustlosigkeit annahm und die Inhalte unseren Bed\u00fcrfnissen anpasste. Trotz der unsch\u00f6nen Umst\u00e4nde konnte ich also doch etwas mitnehmen, habe ich doch etwas \u00fcber gewaltfreie Kommunikation gelernt, was ich bis heute anwenden kann und mich in meinem Umgang mit pers\u00f6nlichen Beziehungen vorangebracht hat. Dennoch war es schade, dass ich, aufgrund der Erk\u00e4ltung, nicht einmal an unseren selbstorganisierten Abendgestaltungen teilnehmen konnte, z. B. dem Improvisations-Abend. Alles in allem keine sch\u00f6ne Woche.<\/p>\n<p>Allgemein schien die Situation im Winter sehr angespannt in meiner Einsatzstelle, es musste viel organisiert und geordnet werden; der Wechsel der Leitung stand kurz bevor. Die Pendelei in einer Jahreszeit mit wenig Licht tat ihr \u00dcbriges, sodass ich tats\u00e4chlich \u00fcberlegte, mein FSJ abzubrechen.<\/p>\n<p>Gerade, als sich die Situation jedoch wieder entspannte, kam es zum gro\u00dfen Schnitt: Der Lockdown. Meine freiwillige Kollegin und ich wurden von unserem Dienst f\u00fcr 3 Monate freigestellt, von der LKJ kam die Ank\u00fcndigung, dass unsere Seminarwochen abgesagt w\u00fcrden. <br>Wie viele andere auch brauchte ich eine Weile, um den ersten Schock zu \u00fcberwinden. Ich nutzte die Zeit Zuhause daf\u00fcr, mich um meine Studienpl\u00e4ne zu k\u00fcmmern. Wie bereits erw\u00e4hnt, finde ich es wirklich schade um die verlorene Zeit und auch, dass eine Verl\u00e4ngerung des Freiwilligendienstes nicht m\u00f6glich ist.<br>Ein kleiner Lichtblick war jedoch das digitale Abschluss-Seminar, welches doch noch stattgefunden hatte \u2013 wenn auch nur im virtuellen Raum. So konnte sich die Seminargruppe wenigstens f\u00fcr 2 Tage wiedersehen. In der Tat war dieses Online-Treffen sehr gelungen und wir haben sogar einen Spieleabend veranstaltet.<\/p>\n<p>Mit meinem Wiedereintritt ins Arbeitsleben Anfang Juni verbrachte ich die \u00fcbrigen 3 Monate auf Arbeit damit, meine eigenen Projekte voranzubringen, neben den anderen Aufgaben, die ich als Freiwillige zu erf\u00fcllen hatte. <\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich n\u00e4herte sich die Zeit des Abschieds, unsere Mitarbeitenden bereiteten meiner Kollegin und mir eine kleine, zugleich aber sehr sch\u00f6ne Abschiedsfeier, auf der uns f\u00fcr unseren Einsatz gedankt wurde. Wir haben uns sehr dar\u00fcber gefreut, tats\u00e4chlich waren die Tr\u00e4nen nicht weit entfernt bei mir. Es war die letzte Woche meiner Mitfreiwilligen, ich w\u00fcrde zu diesem Zeitpunkt noch f\u00fcr 3 weitere Wochen arbeiten, bis ich mich auch endg\u00fcltig in einen wohlverdienten Urlaub verabschieden darf. Diese letzten Wochen habe ich noch einmal intensiv genutzt, meine Zukunftspl\u00e4ne zu sortieren. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden: Ich habe mich nun entschieden, Kunsttherapie zu studieren. Zun\u00e4chst will ich allerdings den kompletten September frei nehmen, um danach voller Energie an meiner Bewerbungsmappe weiterzuarbeiten.<\/p>\n<p>Nicht alle Ziele, die ich mir gesteckt hatte, konnte ich erreichen. So musste ich das eigenverantwortliche Projekt, das wir normalerweise im FSJ machen k\u00f6nnen, aufgrund verschiedenster Faktoren leider fallen lassen. Eigentlich wollte ich ja auch schon w\u00e4hrend des Dienstes meine Mappe fertig stellen. Dennoch habe ich mein gr\u00f6\u00dftes Ziel erreicht: Eine Entscheidung bei der Studienwahl zu treffen. Im Zuge dessen war ich in der Lage, herauszufinden, was mir im Berufsleben wichtig ist und worauf ich achten muss. Diese Erfahrung sch\u00e4tze ich sehr und daf\u00fcr bin ich sehr dankbar.<\/p>\n<p>Ich hoffe sehr, dass es sp\u00e4testens 2021 wieder einen Jahrgang an Freiwilligen bei <a href=\"https:\/\/www.jenakultur.de\/de\/startseite\/605322\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">JenaKultur<\/a> geben wird, damit auch diese die M\u00f6glichkeit haben, die tollen Menschen, die meine Reise begleiteten, kennenzulernen sowie sich im FSJ selbst finden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich war diese Zeit in jedem Fall sehr hilfreich, ich lege allen jungen Menschen, die noch nach Orientierung suchen, nahe, sich selber einmal auf so eine \u201eReise\u201c zu begeben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir w\u00fcnschen Frau Romeyke f\u00fcr ihr Studium und ihren weiteren Lebensweg alles Gute! Haben Sie auch schon einmal vom Freiwilligen Jahr geh\u00f6rt und kennen Sie vielleicht jemanden, f\u00fcr den eine solche Erfahrung genau das Richtige w\u00e4re?<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Josie-Ophelia Romeyke blickt zur\u00fcck auf ihre Erfahrungen im Freiwilligen Sozialen Jahr an der Volkshochschule Jena. 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