{"id":2145,"date":"2020-05-08T07:20:00","date_gmt":"2020-05-08T05:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?p=2145"},"modified":"2020-05-08T12:54:31","modified_gmt":"2020-05-08T10:54:31","slug":"vorgestellt-eine-lehrerin-an-der-musik-und-kunstschule-jena","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2020\/05\/08\/vorgestellt-eine-lehrerin-an-der-musik-und-kunstschule-jena\/","title":{"rendered":"Vorgestellt: Musikschullehrer an der Musik- und Kunstschule Jena"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>JenaKultur wird in diesem Jahr f\u00fcnfzehn, und noch immer verstehen nicht alle diese besondere Konstruktion, die so viele Einrichtungen der Kultur und kulturellen Bildung, Sonderprojekte, den Tourismus und Marketing zusammenschmiedet. Um die Vielgestaltigkeit des Eigenbetriebes, seine enormen Potenzen und M\u00f6glichkeiten bewusster zu machen, wollen wir in unserem Blog auch immer mal wieder Personen vorstellen, die hinter unseren so zahlreichen Angeboten stehen. <\/strong><strong>Sie beide sind Musiklehrer an der MKS. Sie, liebe Frau Andrea Schmidt, sind Geigenlehrerin und Sie, lieber Herr Klaus Wegener, unterrichten Saxophon und Klarinette. Beschreiben Sie doch bitte mal, wie der gew\u00f6hnliche Alltag eines Musiklehrers \/einer Musiklehrerin an der <a href=\"https:\/\/www.mks-jena.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">MKS Jena<\/a> aussieht?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #800000\"><em>Andrea Schmidt:<\/em> <\/span>Der gew\u00f6hnliche Alltag \u2013 da muss ich mal in meinen Erinnerungen kramen, ist schon etwas her. Der Vormittag dient der Unterrichtsvorbereitung zu Hause, also zum Beispiel neue St\u00fccke f\u00fcr Sch\u00fcler raussuchen und einrichten, das hei\u00dft, f\u00fcr den Sch\u00fcler angemessene Fingers\u00e4tze und Striche festzulegen. Selber \u00fcben, auf dem Instrument fit zu bleiben, ist wichtig. Manchmal gibt es am Vormittag Lehrerkonferenzen oder Fachgruppensitzungen. Und viel Kommunikation mit den Kolleg*innen oder der Verwaltung, also Telefonate, Mails etc., das versuche ich auch am Vormittag zu schaffen.<br \/>Die Hauptarbeitszeit an der MKS liegt nat\u00fcrlich am Nachmittag. Dann ziehe ich mit meinen Instrumenten und den Noten f\u00fcr den Tag ins Hauptgeb\u00e4ude in der Ziegenhainer Stra\u00dfe oder in die Au\u00dfenstelle nach Lobeda und unterrichte dort bis zum Abend. Meine Sch\u00fcler haben alle Einzelunterricht, dazu kommen das Instrumentenkarussell und Registerproben f\u00fcr das Jugendsinfonieorchester. Einmal im Monat endet der Unterrichtstag mit dem Vorspiel der Fachgruppe Streicher, bei dem dann nat\u00fcrlich auch eigene Sch\u00fcler auftreten und betreut werden wollen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #333399\"><em>Klaus Wegener:<\/em> <\/span>Das Sch\u00f6ne an unserem Job ist ja, dass es wenig gew\u00f6hnliche Tage gibt.<br \/>Vormittags ist meist Vorbereitungszeit, ich \u00fcbe einige St\u00fccke, die ich mit den fortgeschrittenen Sch\u00fclern arbeiten werde, besonders die Klavierbegleitung muss ich mir erarbeiten. Das ist f\u00fcr mich eine besondere Freude, meine Sch\u00fcler*innen selber zu begleiten, aber es ist auch viel Arbeit: Materialpflege wie Instrumente in Schuss halten oder Klarinetten bzw. Saxofonbl\u00e4tter spielbereit machen.<br \/>Bei mir steckt vormittags auch viel Arbeit in der Organisation meines Ensembles der Big Band \u201e<a href=\"https:\/\/www.mks-jena.de\/de\/ensembles\/bands\/585771\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">R&amp;BBees<\/a>\u201c, Noten zurechtmachen, Play alongs erstellen, Konzerte planen, Konzertteilnahme bei Sch\u00fclern und Eltern erfragen.<br \/>Einen Vormittag in der Woche ist eine Schulkooperation bei uns in der Schule, der \u201eBandunterricht\u201c, den ich sehr liebe, der aber auch viel Vorbereitung braucht.<br \/>Nachmittags meist ab 13 \/ 14 Uhr kommen die Sch\u00fcler*innen. Ich pers\u00f6nlich habe weitgehend Einzelunterricht, dass hei\u00dft, die Sch\u00fcler kommen einzeln f\u00fcr 30 bzw. 45 Minuten zu mir und wir arbeiten, was wir die Woche vorher besprochen hatten und suchen uns gegebenenfalls neue Aufgaben. Bei einem Blasinstrument geh\u00f6rt neben den direkten musikalischen Aktivit\u00e4ten (Rhythmus, Noten lesen, Improvisation, Theorie, Geh\u00f6rtraining&#8230;) auch die Arbeit mit dem Atem dazu. Das ist stets eine besondere Herausforderung, weil jeder Mensch da sehr unterschiedlich ist und unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse hat. Da wir den Stundenplan selber mit den Sch\u00fcler*innen ausmachen, baue ich mir jeden Tag wenn\u2019s geht eine kleine Pause ein, dann kann ich mal einen Kaffee trinken gehen, oder ein paar T\u00f6ne selber \u00fcben. Dann kann man (bzw. konnte man fr\u00fcher) auch die Kolleg*innen treffen, etwas plaudern, Probleme mit Sch\u00fcler*innen oder Ensembles er\u00f6rtern, Projekte spinnen. Mein Tag ist auch sehr unterschiedlich lang. Es gibt Tage, die regul\u00e4r bis 21:30 Uhr gehen, es gibt Tage, die regul\u00e4r schon um 17:00 Uhr beendet sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/05\/jenakultur-klauswegener-1000x525.jpg\" alt=\"Saxophon- und Klarinettenlehrer Klaus Wegener von der Musik- und Kunstschule Jena mit einem Tenorsaxophon\" class=\"wp-image-2191\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/05\/jenakultur-klauswegener-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/05\/jenakultur-klauswegener-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/05\/jenakultur-klauswegener-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/05\/jenakultur-klauswegener.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Klaus Wegener mit Tenorsaxophon | \u00a9 Tina Pei\u00dfker<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Worin besteht f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich und auch allgemein der Mehrwert einer Einrichtung wie der MKS oder auch <a href=\"https:\/\/www.jenakultur.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">JenaKultur<\/a>? Oder sehen Sie den gar nicht?<\/strong><\/p>\n<p><em>Andrea Schmidt:<\/em> Die MKS ist sehr wichtig f\u00fcr mich. Ich unterrichte \u201enur\u201c Violine und Viola, zu einer umfassenden musikalischen Ausbildung geh\u00f6rt aber zum Beispiel auch der Theorieunterricht, den ich nur ansatzweise mit im Einzelunterricht abdecken kann. Au\u00dferdem gibt es f\u00fcr Sch\u00fcler die M\u00f6glichkeit, mit Klavier- oder Cembalobegleitung zu \u00fcben, aufzutreten und auch Wettbewerbe zu spielen. So gut bin ich am Tasteninstrument nicht&#8230;<br \/>Aber das Beste f\u00fcr mich sind die vielz\u00e4hligen Ensembles, angefangen von Kammermusik (auch fachgruppen\u00fcbergreifend) \u00fcber die Streichorchester bis hin zum gro\u00dfen Jugendsinfonieorchester. Mit Gleichaltrigen Musikst\u00fccke kennenzulernen, in vielen Wochen zu erarbeiten und schlie\u00dflich in einem Konzert aufzuf\u00fchren, ist ein tolles Gef\u00fchl und ein riesiger Motivationsschub f\u00fcr das eigene \u00dcben, das ja doch allein am Notenpult zu Hause stattfindet. Und hilft \u00fcber manche Durststrecke hinweg.<br \/>Mir pers\u00f6nlich liegt auch der Austausch mit den Kolleg*innen sehr am Herzen, da ist die Fachgruppe in Jena sehr miteinander verbunden. Damit man nicht nur sein eigenes S\u00fcppchen kocht, sondern auch andere Impulse erh\u00e4lt, andere Blickwinkel, andere Herangehensweisen an\u00a0 fachliche Probleme.<\/p>\n<p><em>Klaus Wegener:<\/em> Bei der Musik- und Kunstschule Jena erscheint mir der Mehrwert ganz klar. Ich habe Kolleg*innen, mit denen ich zusammenarbeiten kann, mit denen ich Probleme er\u00f6rtern kann. Wir k\u00f6nnen gemeinsam Ensembles zusammenstellen, durch die wiederum unsere Sch\u00fcler*innen mehr Spa\u00df und Motivation entwickeln, nat\u00fcrlich auch mehr soziale F\u00e4higkeiten. Das wirkt unglaublich zur\u00fcck auf den Einzelunterricht. Gerade die Ensembles sind es, die eine Musikschule gegen\u00fcber dem selbstst\u00e4ndigen Privatmusikunterricht so herausheben. Dadurch haben nicht nur die Sch\u00fcler, sondern dadurch hat die ganze Stadt einen ungeheuren Mehrwert, denn diese Ensembles spielen \u00fcberall in unserer Stadt und versch\u00f6nern das Leben (Konzerte, Stadtfeste, Seniorenh\u00e4user, Kinderheime, Schulen&#8230;) Alleine die vielen Spontanensembles, die sich jeden Sonntag um 18:00 Uhr in den jetzigen Wochen vielfach ganz spontan zusammenfinden und kleine St\u00e4ndchen f\u00fcr die Nachbarschaft spielen, w\u00e4ren ohne die intensive Ensemblearbeit der Musikschule kaum denkbar.<br \/>Bei JenaKultur k\u00f6nnte der Mehrwert immens sein. Hier erlebe ich immer wieder eine Symbioseverhinderung. Zusammenarbeit wird aus rechtlichen Gr\u00fcnden verhindert oder verz\u00f6gert, es haben sich in den Jahren nur sehr wenige (aber sehr begl\u00fcckende) Zusammenarbeiten entwickelt. Die Konzerte unseres Musikschulorchesters mit der Jenaer Philharmonie, die Registerproben mit philharmonischen Musikern, fr\u00fcher die Konzerte unserer Big Band mit der Philharmonie, das Geburtstagsst\u00e4ndchen unserer Big Band f\u00fcr die Ernst-Abbe-B\u00fccherei, die Konzerte von Philharmonikern und Musikschullehrern gemeinsam im Rahmen der Philharmonischen Kammerkonzerte oder im Rahmen der WirbelWindKonzerte, das alles sind sehr sch\u00f6ne Ergebnisse. Das k\u00f6nnte, w\u00fcnschte ich mir, mehr gef\u00f6rdert und gewollt sein innerhalb JenaKultur und seiner Einzeleinrichtungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Moment sind die Schulen und Kitas leider verwaist. Die MKS ist in Kurzarbeit. Generell m\u00fcssen sich privat und beruflich viele neu sortieren, m\u00fcssen neue Wege suchen und beschreiten. Beim Instrumentlernen \u2013 ich wei\u00df aus eigener Erfahrung, wie m\u00fchsam das ist \u2013 ist die Interaktion mit dem Lehrer oder Ensemble extrem wichtig, anfangs auch nat\u00fcrlich ein bissel der Druck, der so entsteht, dass man ja einmal in der Woche zum Unterricht muss und sich nicht verbergen l\u00e4sst, wenn man faul gewesen ist und nicht ge\u00fcbt hat. Gibt es f\u00fcr Sie jenseits <\/strong><strong>des Pr\u00e4senzunterrichts nunmehr M\u00f6glichkeiten, den Kontakt zu Ihren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zu halten? Wie machen Sie das? Wie muss man sich das Leben eines Musiklehrers in Corona-Zeiten vorstellen? Wie motivieren Sie die Kinder, dass sie dran bleiben? Welche Erfahrungen machen Sie? Gibt es traurige oder besser noch sch\u00f6ne Erlebnisse in dieser <\/strong><strong>schwierigen Zeit?<\/strong><\/p>\n<p><em>Andrea Schmidt:<\/em> In diesen letzten Corona-Wochen hat sich vor allem mein Arbeitsplatz gewandelt. Statt in die MKS zu fahren, bleibe ich jetzt zu Hause und verbringe unfassbar viel mehr Zeit am Laptop. Ich unterrichte tats\u00e4chlich alle meine Sch\u00fcler per Videotelefonat. Daf\u00fcr gilt mein gr\u00f6\u00dfter Respekt und Dank den Eltern, die damit einen gro\u00dfen Mehraufwand leisten. Nat\u00fcrlich muss man beim Online-Unterricht Abstriche machen \u2013 klanglich und dynamisch kann man nicht wirklich arbeiten. Auch Haltungsfehler oder Verspannungen korrigieren ist verbal schwierig. Da ist der Pr\u00e4senzunterricht unabdingbar. Oft lasse ich die Sch\u00fcler*innen eine Aufnahme von ihrem St\u00fcck machen, die sie mir schicken. Dann h\u00f6re ich mehr, und gleichzeitig wird die Selbstwahrnehmung der Sch\u00fcler gef\u00f6rdert, die sich dann fragen: \u201eWill ich das jetzt so schicken oder kann ich das noch besser?\u201c Das funktioniert vor allem bei den \u00e4lteren Sch\u00fclern, die man auch schon etwas l\u00e4nger kennt.<br \/>Die j\u00fcngeren, besonders die Anf\u00e4nger haben es ohne direkten Kontakt schwerer. Da haben die Eltern in den vergangenen Wochen sehr geholfen, die selber erst einmal lernen mussten, wie die App f\u00fcrs Stimmen funktioniert. Die meine Erkl\u00e4rungen zu Bogenstrich und Fingersatz f\u00fcr ihre Kinder \u201e\u00fcbersetzt\u201c und ge\u00fcbt haben. Und das ohne viel musikalisches Hintergrundwissen! Motivierend war tats\u00e4chlich der regelm\u00e4\u00dfige Unterricht. Die Eltern haben durchweg positiv reagiert, waren froh, dass immer \u00dcbeaufgaben da waren, die eine Woche sp\u00e4ter vorgespielt werden sollten. Manche Sch\u00fcler haben die eigene Stimme eines Duos aufgenommen und dem Partner geschickt, damit man nicht so allein ist. Zu vielen St\u00fccken konnte ich auch vorhandene Begleitungen verschicken, und in den letzten Wochen haben die Klavierkolleg*innen St\u00fccke eingespielt, mit denen die Sch\u00fcler ihre Stimme spielen k\u00f6nnen. Auch ich liebe es, dazu zu Hause zu spielen \ud83d\ude42 !<br \/>Online kann auch ich nicht mit den Sch\u00fcler*innen zusammen spielen, das geht leider nur abwechselnd.<br \/>Nicht zu ersetzen sind tats\u00e4chlich die Orchester, das haben auch viele Sch\u00fcler gemerkt, wie sehr ihnen das fehlt. Auch wenn manche jetzt mehr Kammermusik mit Eltern und Geschwistern machen.<br \/>Sch\u00f6ne Erlebnisse \u2013 wenn eine Mutter schreibt, dass die Unterrichtsstunde ihrer Tochter richtig gut getan hat; wenn Eltern Videos schicken, in denen die ganze Familie ein selbst arrangiertes St\u00fcck spielt; wenn ein Sch\u00fcler mir per Skype trotz mieser Verbindung einen ganzen Konzertsatz vorspielt und die Freude an der Musik deutlich zu h\u00f6ren ist.<\/p>\n<p><em>Klaus Wegener:<\/em> Nat\u00fcrlich gibt es da traurige und gl\u00fcckliche Erfahrungen. Das entscheidende f\u00fcr mich war das Gef\u00fchl, jetzt mit viel mehr Ruhe arbeiten zu k\u00f6nnen. Die Sch\u00fcler waren entspannter, der online-Unterricht war oft vormittags, die Sch\u00fcler waren konzentrierter und die meisten kamen dadurch sogar schneller voran. Das war wirklich \u00fcberraschend. Es gab den Unterricht \u00fcber eine der Internet-Chat-Plattformen, das f\u00fchlte sich fast wie normaler Unterricht an, au\u00dfer, wenn die Verbindung schlecht wurde. Mit einer Sch\u00fclerin habe ich minutenlang an einem Rhythmus gearbeitet, weil immer wenn die entscheidende Stelle kam, das Netz h\u00e4ngen blieb und ich wieder nicht erkennen konnte, ob der Rhythmus jetzt verstanden wurde. Viel Kreativit\u00e4t war gefragt, um zum Ziel zu kommen. Wie kann man Zusammenspielen, wenn die Verz\u00f6gerung der Internet-Kommunikation ein Zusammenspiel unm\u00f6glich macht (\u00fcber Telefon parallel, eine 2. Stimme als Lehrer aufnehmen und zum Mitspielen dem Sch\u00fcler schicken, Familienmitglieder beteiligen&#8230;)? Wie l\u00f6st man technisch das Problem, den Sch\u00fcler und ein Play along zu h\u00f6ren.<br \/>Es gibt Dinge, die auf der Strecke bleiben, wenn das Instrument defekt ist, kann man \u00fcber online-Kommunikation nur bedingt etwas regeln, der Sound ist nicht wirklich gut wahrnehmbar, die Ganzheitlichkeit des Sch\u00fclers wird durch das Netz etwas eindimensionaler. <br \/>Aber gerade, wenn die Sch\u00fcler Filme schickten und ich diese Filme per Mail oder Telefon kommentierte, wurde die Arbeit sehr fruchtbar. Der Sch\u00fcler und ich konnten die Aufnahme mehrfach h\u00f6ren und gemeinsam feststellen, wo noch Entwicklungspotential ist. Diese Art des Unterrichtes finde ich sehr wertvoll und w\u00fcrde sie gerne beibehalten. Auch wenn das f\u00fcr Sch\u00fcler UND Lehrer deutlich mehr technischer Aufwand und Zeitaufwand ist.<br \/>Sehr genossen habe ich es zwischen zwei Unterrichtsterminen mit einer Tasse Kaffee im Garten zu sitzen und mir Gedanken \u00fcber den vergangenen oder kommenden Unterricht zu machen oder einfach nur zu entspannen.<\/p>\n<p><strong>Was wollten Sie schon immer mal loswerden: an die \u00d6ffentlichkeit, an die Politik, an JenaKultur oder auch Ihre Kolleginnen und Kollegen und Ihre Sch\u00fclerschaft. Dies kann ein Wunsch, ein Appell oder auch nur eine Wahrnehmung sein.<\/strong><\/p>\n<p><em>Andrea Schmidt:<\/em> An meine Kolleg*innen: Ich freue mich darauf, euch endlich wieder zu sehen! Und ich hoffe, dass der Bruch, den wir in der vergangenen Zeit erleben mussten, der Bruch zwischen angestellten Lehrern und Honorarkr\u00e4ften wieder mit Vertrauen ausgef\u00fcllt werden kann. Ich bin selber viele Jahre meines Berufslebens ausschlie\u00dflich freischaffend gewesen und genie\u00dfe nur zur Zeit das Privileg einer befristeten Vertretungsstelle, die mich nicht von heute auf morgen komplett ohne Einkommen dastehen l\u00e4sst.<br \/>An die Politik: Kultur ist unverzichtbar f\u00fcr eine soziale Gesellschaft. Und sie rechnet sich nicht sofort in zahlenm\u00e4\u00dfigem Gewinn. Aber beim Musizieren lernen Kinder zuzuh\u00f6ren. Gemeinsam Musik machen (wie im Orchester) kann man nur miteinander, nicht gegeneinander. Wettbewerb funktioniert an der Stelle nicht, wenn man ein harmonisches Ergebnis haben m\u00f6chte. Wer ein Instrument lernt, \u00fcbt durchhalten und an einer Sache lange dranzubleiben, auch wenn die ersten Versuche m\u00fchsam sein k\u00f6nnen. Und wird mit Gemeinschaftserlebnissen belohnt.<br \/>An meine Sch\u00fcler*innen: Danke f\u00fcr eure Bereitschaft, auch unter ungew\u00f6hnlichen Bedingungen zu musizieren, zu lernen und dabei Spa\u00df zu haben! Ich hoffe, euch ab der kommenden Woche gesund und munter wieder live zu sehen und vor allem zu h\u00f6ren.<br \/>Und einen riesengro\u00dfen Dank an unsere Chefin, Yvonne Kr\u00fcger, die sich ihr erstes Jahr als Direktorin sicher auch anders vorgestellt hat und einen fantastischen Job macht!!!<\/p>\n<p><em>Klaus Wegener:<\/em> Ich w\u00fcnsche mir sehr, dass wir aus der Corona-Zeit bzw. aus der Zeit des Shut-Downs ein St\u00fcck der Ruhe und ein St\u00fcck dieses Gemeinschaftsgef\u00fchls, gemeinsam durch eine Krise zu gehen, retten. Vielfach haben wir gemerkt, dass wir viel weniger brauchen, dass die Ruhe gut tut. Das ist glaube ich zu allererst ein Appell an mich selber. Wir merken jetzt, was uns wirklich wichtig und lebensnotwendig ist. Das hilft bei der Konzentration.<br \/>Die Reduktion der Arbeitszeit unserer Honorarkollegen auf Null und die Verpflichtung, dass sie ihre Sch\u00fcler mit nur Privatvertr\u00e4gen weiterunterrichten d\u00fcrfen, hat mich beunruhigt. Dieses Zweiklassensystem an einer Musikschule ist nicht gut und schadet. Ich w\u00fcnsche mir sehr, dass wir da, wo die Kolleg*innen das w\u00fcnschen, eine andere L\u00f6sung finden.<\/p>\n<p><strong>Wir bedanken uns f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>JenaKultur wird in diesem Jahr f\u00fcnfzehn, und noch immer verstehen nicht alle diese besondere Konstruktion, die so viele Einrichtungen der Kultur und kulturellen&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":2149,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,20],"tags":[512,473,513,277,495],"class_list":["post-2145","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-mks","tag-andrea-schmidt","tag-corona","tag-klaus-wegener","tag-mks","tag-online-angebot"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2145","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2145"}],"version-history":[{"count":27,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2145\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2193,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2145\/revisions\/2193"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2149"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2145"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2145"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}