{"id":2135,"date":"2020-05-04T07:55:00","date_gmt":"2020-05-04T05:55:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?p=2135"},"modified":"2020-06-15T11:50:32","modified_gmt":"2020-06-15T09:50:32","slug":"zieh-dich-doch-mal-ordentlich-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2020\/05\/04\/zieh-dich-doch-mal-ordentlich-an\/","title":{"rendered":"\u201cZieh dich doch mal ordentlich an\u201d"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Frank D\u00f6bert stammt aus Wei\u00dfenfels und war zur Wende so alt wie ich heute, Mitte 30. Als kritischer Geist und wegen seiner langen Haare war er zu DDR-Zeiten von der Stasi \u00fcberwacht worden und aufs berufliche Abstellgleis geraten. Der ehemalige Zeissianer fand nur noch auf dem Wertstoffhof einen Job. Nach dem Mauerfall wollte er eigentlich nochmal studieren, bekam aber eine Stelle als Redakteur bei der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.otz.de\/regionen\/jena\/\" target=\"_blank\">Ostth\u00fcringer Zeitung<\/a> angeboten und blieb der Lokalpresse 26 Jahre lang als genauer Beobachter des gesellschaftlichen Lebens seiner Wahlheimat treu. F\u00fcr die Probleme der Jugendlichen in Jena wurde er so zu einem wichtigen Sprachrohr. Und manchmal auch zum Vermittler mit der Polizei oder dem Stadtrat. Zu unserem Treffen im Paradiespark bringt Frank eine Einkaufst\u00fcte voll mit Fotos aus den Anfangsjahren des Kassablanca mit, fein s\u00e4uberlich aufgeklebt, datiert und in Klarsichtfolien gesteckt. Hunderte Artikel, die er in den letzten Jahren \u00fcber das <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.kassablanca.de\/startseite\/\" target=\"_blank\">Kassa <\/a>geschrieben hat, hat er in zwei Fotoalben aufbewahrt und mitgebracht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-rounded\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/05\/jenakultur-zieh-dich-doch-mal-ordentlich-an-frank-doebertprivat-1000x525.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2171\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/05\/jenakultur-zieh-dich-doch-mal-ordentlich-an-frank-doebertprivat-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/05\/jenakultur-zieh-dich-doch-mal-ordentlich-an-frank-doebertprivat-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/05\/jenakultur-zieh-dich-doch-mal-ordentlich-an-frank-doebertprivat-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/05\/jenakultur-zieh-dich-doch-mal-ordentlich-an-frank-doebertprivat-1536x806.jpg 1536w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/05\/jenakultur-zieh-dich-doch-mal-ordentlich-an-frank-doebertprivat-1314x690.jpg 1314w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/05\/jenakultur-zieh-dich-doch-mal-ordentlich-an-frank-doebertprivat-1320x693.jpg 1320w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/05\/jenakultur-zieh-dich-doch-mal-ordentlich-an-frank-doebertprivat.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>privat<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Frank, wenn man 1989 ein junger Mensch in Jena war und Lust hatte auf Party \u2013 was hatte man denn so f\u00fcr Optionen? Und hat man \u00fcberhaupt Party gesagt damals?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wahrscheinlich eher Fete als Party. Aber es ist nicht so, als w\u00e4r es hier immer nur trist gewesen zu DDR-Zeiten. Es gab zum Beispiel das Kulturzentrum in Lobeda, damals KZ genannt, und auch das Volkshaus, wo gute Bands aufgetreten sind. DDR-Bands nat\u00fcrlich, aber darunter auch solche, die die sogenannte Westmusik nachgespielt, Pink Floyd, King Crimson etwa, und damit einen bestimmten Publikumsgeschmack bedient haben, zum Beispiel den von den Leuten mit den langen Haaren. Bei solchen Bands war nat\u00fcrlich die Bude voll. \u201cKundentreffen\u201d nannte man das dann. Da sind alle aus Jena und der Umgebung hergekommen, es gab lange Tafeln und Tabletts voll Bier und Schnaps.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klingt ein bisschen provinziell.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe seit den 70ern West-Schallplatten gesammelt, f\u00fcr viel Geld gekauft, eine Platte f\u00fcr 100 DDR-Mark, ein Doppelalbum f\u00fcr 180 Mark, man tauschte untereinander, \u00fcberspielte die Platten auf Tonband. Manche Leute hatten Kontakte durch Westverwandschaft. Ich hab viele Platten in Budapest gekauft. Also man bekam schon ordentliche Musik zu h\u00f6ren, und einige Bands haben die dann auch nachgespielt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und ab 1990 konnte man dann auf einmal die Originale h\u00f6ren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als nach der Wende dann die Bands aus dem Westen kommen konnten, die man so aus der Ferne angehimmelt und imitiert hatte, war das f\u00fcr viele Musikfans eine logische Fortsetzung. Darauf hatten doch alle gewartet. Gerade die Punker, die waren ja praktisch wie Ausgesto\u00dfene, wurden von der Polizei verfolgt und so. Und als die DDR weg war, konnte jeder nach seiner Fasson selig werden. Die Jugendkultur wurde schnell viel differenzierter, auf einmal gab es alles: Ska-Fans, Skins, Gruftis, Punks, Metaller, Hippies. Und das Kassablanca war der Ort, wo diese Konzerte stattfanden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wenn man deine Konzertfotos so betrachtet &#8211; optisch ist das nat\u00fcrlich ein kleines Fest. Man sieht gef\u00e4rbte Iros, Glatzen, schwarz geschminkte M\u00e4nner und Frauen, Leder, Nieteng\u00fcrtel. Es ist auch ein bisschen ein Spiel mit Verkleidung. Woher kam dieser Impuls, sich so abzugrenzen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das fing ja in der DDR schon an. Die Normalos, die Spie\u00dfb\u00fcrger sahen diese Jugendlichen und konnten oft die Welt nicht mehr verstehen. Da kamen viele Jahre lang noch Spr\u00fcche wie: &#8222;Solche Leute h\u00e4tten sie fr\u00fcher vergast, sowas h\u00e4tte es bei uns nicht gegeben.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heftig. Aber f\u00fcr junge Menschen war die Wende trotzdem vor allem eine Zeit der neuen Freiheiten, oder?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Befreiung in jeglicher Hinsicht. Nicht nur musikalisch, auch im \u00c4u\u00dferen, im Denken, in der Kunst, in jeglicher Richtung. Aber die Freiheit hatte auch eine Kehrseite. Tausende verloren ihre Arbeit. Ohne Geld und Perspektive war die Freiheit pl\u00f6tzlich nicht mehr so viel wert. Frust und Protest geh\u00f6rten jetzt dazu. Und leider gab es auch immer mehr Nazis.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mein Vater kaufte sich auch f\u00fcr viel Geld Platten in Budapest. Als ich anfing, mich f\u00fcr Musik zu interessieren, fand er es trotzdem wichtig mir zu sagen: Wenn du mit nem Ohrring nach Hause kommst, rupp&#8216; ich ihn dir raus. Wie sehr hingen denn Musikgeschmack oder Mode und politische Einstellungen zusammen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nicht so besonders, denke ich. Die angepasste Mehrheit hatte ab Anfang der 80er-Jahre zum Beispiel auch Jeans-Hosen f\u00fcr sich entdeckt, m\u00f6glichst noch aus dem Westen. Fr\u00fcher bekamen junge Leute, die eine West-Jeans hatten, Schwierigkeiten in der Schule oder am Arbeitsplatz. Aber pl\u00f6tzlich war das ein Bekleidungsst\u00fcck, mit dem man nicht mehr auffiel. Es sei denn, man machte es wie ich und garnierte das Ganze mit langen Haaren, Jesus-Latschen und sowas, dann hat man sich abgehoben. Aber das wurde immer schwieriger, denn wie das heute auch ist, die modischen Stile wurden von der Masse kopiert. Und dann hat man sich eben durch andere Sachen versucht abzuheben, indem man auf besondere Weise getanzt hat zum Beispiel, oder durch rump\u00f6beln. Heute ist das viel gem\u00e4\u00dfigter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Da klingt auch etwas Bitterkeit mit durch. Was hat dieses Anderssein f\u00fcr dich f\u00fcr Auswirkungen gehabt als junger Mensch?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe meine Arbeit im Zeiss-Werk im Prinzip nur verloren, weil ich lange Haare hatte. Die Stasi fragte Leute \u00fcber mich aus und kategorisierte mich dann als &#8222;Heavy Metller.&#8220; Ich wurde arbeitslos, ein &#8222;Asozialer&#8220; in der Sprache der DDR. Man hat es vor allem auch im ganz normalen Alltag zu sp\u00fcren bekommen, wenn man abwich von dem, was als normal galt. &#8222;Zieh dich mal ordentlich an&#8220;, war ein Spruch, den haben nicht nur deine Eltern gebracht, sondern auch einfach Leute auf der Stra\u00dfe oder auf Arbeit. Man war im Grunde immer ausgesto\u00dfen, eine Randfigur. Das hat die Polizei so gesehen und die Staatssicherheit, und der normale B\u00fcrger hat sich dem angepasst. Alle wollten unauff\u00e4llig normal sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Also du hast dich gleich sehr wohl gef\u00fchlt im Kassa?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das kann man so sagen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Man sieht an deinen Fotos, wie nah dran du bist an K\u00fcnstlern und Publikum als Reporter. Heute ist das nur selten m\u00f6glich, das Misstrauen gegen\u00fcber der Presse viel gr\u00f6\u00dfer.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich war ja auch nicht nur zu Konzerten da. Wenn es Probleme gab, dann hat der Verein, der hinter dem Kassa steht, immer versucht, die \u00d6ffentlichkeit herzustellen und miteinzubinden, und da wurde ich mit der Zeit zu einem Sprachrohr.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Probleme waren das?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Lange Jahre war die Finanzierung ein Kampf. Es gab kein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr in der Stadt, warum das Kassa mehr Geld bekommen sollte als andere Einrichtungen wie zum Beispiel der Rosenkeller oder das Volkshaus. Das hing aber damit zusammen, dass das Kassa eben nicht nur Konzerte machte, sondern von Anfang an auch soziokulturelle Jugendarbeit, es haben viele Randgruppen dort ein Zuhause gefunden, und es sind auch viele Jobs geschaffen worden. Es hat ein paar Jahre gedauert, das zu verstetigen und nicht immer nur von Jahresfinanzpl\u00e4nen abh\u00e4ngig zu sein. Es ging da ja auch um viel Geld. Jedenfalls ist es eine Aufgabe f\u00fcr mich geworden zu vermitteln, was dort im Kassa passiert, wie viel da auch in Eigenleistung saniert und repariert wird, damit eben auch die normalen B\u00fcrger und die Stadtverwaltung sehen k\u00f6nnen, dass da nicht nur auf Geld gewartet wird, sondern dass die wirklich was machen. Das war mir ein Anliegen, und bei der Zeitung gab es auch niemanden anderen, der dar\u00fcber geschrieben h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die alternative Szene in Jena hat sich ja nicht nur auf das Kassablanca beschr\u00e4nkt, auch die Junge Gemeinde in der Stadtmitte spielte da eine ganz gro\u00dfe Rolle. Viele von den Leuten, die sich in der Gesellschaft &#8211; damals wie heute &#8211; nicht zurechtfinden, haben dort eine Heimstatt gefunden, und oft auch eine berufliche Perspektive. Das Kassa ist ja auch ein Lehrbetrieb, der nicht nur einfach irgendwas anbietet, sondern in dem sich die Jugendlichen mit dem besch\u00e4ftigen k\u00f6nnen, was sie interessiert. Technische, soziale, aber auch k\u00fcnstlerische F\u00e4higkeiten konnten dort ausprobiert werden. Bis heute ist das Kassablanca auch ein Betrieb, der viele Menschen besch\u00e4ftigt, und ihnen ein Leben erm\u00f6glicht hat, was sie sonst nicht h\u00e4tten haben k\u00f6nnen. Das ist schon au\u00dfergew\u00f6hnlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Projekte wie das Kassa gibt es auch in anderen St\u00e4dten. Dennoch ist die Solidarit\u00e4t unter den Kulturschaffenden in Jena etwas Besonderes, und die dauerhafte Unterst\u00fctzung f\u00fcr diesen Verein und den Club sucht zumindest in Ostdeutschland ihres gleichen. Was ist besonders an Jena?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Man braucht nat\u00fcrlich Kommunalpolitiker, die ein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr haben. Und die auch erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, dass es tats\u00e4chlich einen Bedarf f\u00fcr eine solche Einrichtung gibt, dass die auch Geld braucht und gef\u00f6rdert werden muss, und der Stadtgesellschaft auch etwas zur\u00fcck gibt. In Jena gab es sicherlich g\u00fcnstige personelle Konstellationen, die das relativ schnell m\u00f6glich gemacht haben. Aber das w\u00e4re nicht gegangen, wenn das Kassablanca sich nicht selber einen guten Ruf verschafft h\u00e4tte. Jena hat sicherlich den Vorteil, eine Studentenstadt zu sein, in der der Anteil junger Menschen wesentlich gr\u00f6\u00dfer ist als in einer normalen Stadt. In Jena hat sich das gesellschaftliche Denken nach der Wende explosionsartig entwickelt. Alternative Schulformen, Umwelt-, Schwulen- und Frauenbewegungen zum Beispiel spielten neben der Jugendarbeit auch eine gro\u00dfe Rolle dabei. \u00dcber Menschen, die sich mit diesen Themen besch\u00e4ftigten, fanden sie durch Wahlen dann auch ihren Weg aus der Breite der Bev\u00f6lkerung hinein in die Gremien der Stadtpolitik. Dadurch haben sich Chancen ergeben, die es in anderen St\u00e4dten, wo die speziellen Bed\u00fcrfnisse einiger Bev\u00f6lkerungsteile eben weniger R\u00fccksicht und Aufmerksamkeit erfuhren, so nicht gegeben hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hat das Kassablanca von der B\u00fcrgerrechtsbewegung profitiert, die zu DDR-Zeiten in Jena gr\u00f6\u00dfer war als in anderen St\u00e4dten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke schon. Vor der Wende gab es wie erw\u00e4hnt starke Repressionen durch die Polizei und die Stasi gegen Andersdenkende. Mit Roland Jahn, J\u00fcrgen Fuchs, Matthias Domaschk und anderen hat es in Jena aber auch viele relativ bekannte Oppositionelle gegeben, die viele andere ermutigten, sich aufzulehnen und in Gruppen zu organisieren. Die Stadt war sicherlich auch dadurch ein Sonderfall.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Woran machst du das fest?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Beispiel am Umgang mit dem besetzten Haus, das es ja bis heute in direkter Nachbarschaft zum Kassa gibt, und in dem mittlerweile Menschen in dritter Generation leben. Als Jugendliche dieses Haus im Mai 1994 besetzten, gab es nicht nur &#8211; wie auf andere Treffpunkte alternativer Jugendlicher ebenfalls &#8211; regelm\u00e4\u00dfig \u00dcberf\u00e4lle von Nazis. Auch die Polizei wurde eines Samstags mal von einem Wachdienst herbeigerufen, der die Besetzung bemerkt hatte. Weil gerade ein Fu\u00dfballspiel mit hohem Polizeieinsatz in der Stadt gewesen war, standen dann pl\u00f6tzlich etwa zwei Dutzend Mannschaftswagen vor der T\u00fcr, und die Beamten wollten mal eben aufr\u00e4umen. Ich war damals als Reporter vor Ort, und da ich schon einige Male \u00fcber \u00fcbertriebene Polizeieins\u00e4tze gegen die alternative Szene berichtet hatte, kannte man mich als kritischen Berichterstatter. Man mochte mich nicht unbedingt, aber als Zeitungsvertreter konnte ich als Vermittler auftreten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das klingt ja nach einer dramatischen Situation. Was hast du denn der Polizei gesagt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dass es hier eine politische L\u00f6sung braucht und es nicht damit getan sein kann, diese Jugendlichen aus dem Haus zu holen und anzuzeigen, denn in ein paar Tagen w\u00e4ren sie wieder da. Und da hat es bei allen Beteiligten geklickt an dem Abend. Der Jugenddezernent der Stadt, Stephan Dorschner, wurde dann angerufen, und kam zwei Stunden sp\u00e4ter auch, kreidebleich. Er kandidierte zu der Zeit gerade f\u00fcr die CDU zur Wahl des Oberb\u00fcrgermeisters. Politisch gab es f\u00fcr ihn da gar nix zu gewinnen, viele Politiker scheuten sich vor solchen Konflikten. Er war aber wirklich in Ordnung und merkte auch, dass es so nicht weitergehen konnte. Die Jugendlichen durften bleiben &#8211; bis heute. Es gibt wirklich nicht viele St\u00e4dte, in denen das so gut gelaufen ist.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/04\/jenakultur-c-gesellmannmartin-gommel-1000x525.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2137\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/04\/jenakultur-c-gesellmannmartin-gommel-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/04\/jenakultur-c-gesellmannmartin-gommel-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/04\/jenakultur-c-gesellmannmartin-gommel-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/04\/jenakultur-c-gesellmannmartin-gommel-1536x806.jpg 1536w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/04\/jenakultur-c-gesellmannmartin-gommel-1314x690.jpg 1314w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/04\/jenakultur-c-gesellmannmartin-gommel-1320x693.jpg 1320w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2020\/04\/jenakultur-c-gesellmannmartin-gommel.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption>Christian Gesellmann \u00a9 Martin Gommel<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Das Kassa feiert dieses Jahr seinen 30. Geburtstag! Ein Jahr lang werde ich mich als Stadtschreiber mit den Menschen treffen, die diesen einzigartigen Verein und Club gepr\u00e4gt haben, und ihre Erinnerungen aufschreiben &#8211; und nat\u00fcrlich mit Ihnen\/dir teilen, hier auf diesem Blog,<\/em> <em>auf <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/christian.gesellmann\" target=\"_blank\">Facebook<\/a> und <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/christian.gesellmann\/\" target=\"_blank\">Instagram<\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Welche Geschichten und Erinnerungen verbinden Sie\/verbindest du mit dem Kassablanca? Haben Sie\/ hast du noch irgendwo alte Fotos von Ihnen\/dir und Ihren\/deinen Freunden im Kassa? Ich freue mich auf Post an: <u><a href=\"mailto:allesgute@kassablanca.de\">allesgute@kassablanca.de<\/a><\/u><\/em><\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frank D\u00f6bert stammt aus Wei\u00dfenfels und war zur Wende so alt wie ich heute, Mitte 30. 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