{"id":19102,"date":"2026-04-10T07:30:00","date_gmt":"2026-04-10T05:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?p=19102"},"modified":"2026-04-09T07:29:30","modified_gmt":"2026-04-09T05:29:30","slug":"provenienzforschung-bei-den-staedtischen-museen-jena","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2026\/04\/10\/provenienzforschung-bei-den-staedtischen-museen-jena\/","title":{"rendered":"Provenienzforschung bei den St\u00e4dtischen Museen Jena"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Wissen Sie, was Provenienzforschung ist? Sie besch\u00e4ftigt sich gem\u00e4\u00df dem lateinischen PROVENIRE &#8222;Herkommen&#8220; mit der Herkunft von Kulturg\u00fctern und Kunstwerken und versucht l\u00fcckenlos deren Eigentumsgeschichte zu kl\u00e4ren, vor allem um unrechtm\u00e4\u00dfigen Erwerb zu identifizieren und gegebenenfalls R\u00fcckgaben zu erm\u00f6glichen. Mit einem Provenienznachweis &#8211; meist mittels Kaufvertr\u00e4gen, Rechnungen, Testamenten, Auktionskatalogen, Inventarb\u00fcchern o.\u00e4. &#8211; bem\u00fchen sich Institutionen, wie etwa Museen, den rechtm\u00e4\u00dfigen Erwerb von Sammlungsst\u00fccken zu belegen. <a href=\"https:\/\/conny-dietrich.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dr. Conny Dietrich<\/a>, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Koordinierungsstelle Provenienzforschung beim Museumsverband Th\u00fcringen, f\u00fchrte 2025\/2026 einen Erstcheck auf NS-Raubgut in den Best\u00e4nden des <a href=\"https:\/\/www.stadtmuseum-jena.de\/de\/startseite\/677121\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stadtmuseums Jena<\/a> durch. <a href=\"https:\/\/www.jenakultur.de\/de\/startseite\/605322\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">JenaKultur<\/a> hat Dr. Conny Dietrich gefragt, was das bedeutet und was sie herausfinden konnte. Dr. Kristin Knebel, Direktorin der St\u00e4dtischen Museen, zieht Schlussfolgerungen f\u00fcr die weitere Provenienzforschung bei den St\u00e4dtischen Museen Jena.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Provenienzforschung ist in der Museumswelt seit einiger Zeit ein wichtiges Thema. Worum geht es dabei?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Dr. Conny Dietrich:<\/strong> Provenienzforschung untersucht die Herkunfts- und Besitzgeschichte von Museumsobjekten. Ziel dabei ist es, die \u201eBiografie\u201c eines Werkes m\u00f6glichst l\u00fcckenlos zu kl\u00e4ren. Dabei wird vor allem gepr\u00fcft, ob das Objekt rechtm\u00e4\u00dfig in den Besitz des Museums gelangt ist. Leider ist dies nicht immer der Fall. Beispielsweise wurden zwischen 1933 und 1945 J\u00fcdinnen und Juden und andere verfolgte Gruppen durch die Nationalsozialisten gezielt enteignet und ihres Hab und Gutes beraubt. Nicht wenige Objekte wie Kunstwerke, aber auch Alltagsgegenst\u00e4nde gelangten in \u00f6ffentliche Museen und befinden sich noch heute dort.<br>Bei der Provenienzforschung geht es weiterhin um Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten, das w\u00e4hrend der Kolonialzeit durch Gewalt oder Machtmissbrauch geraubt wurde. Zunehmend geraten auch die Enteignungen nach dem Zweiten Weltkrieg in den Blick. In der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR wurden Kunst- und Kulturg\u00fcter zum Beispiel im Zuge von Schlossbergungen, der Bodenreform, Zwangsumsiedelungen oder Republikflucht unrechtm\u00e4\u00dfig in Staatsbesitz \u00fcberf\u00fchrt und anschlie\u00dfend verkauft oder an Museen \u00fcbergeben. <br>Wird eine unrechtm\u00e4\u00dfige Herkunft nachgewiesen, bem\u00fchen sich Museen um eine gerechte L\u00f6sung mit den Nachfahren der betroffenen Personen. Das kann eine R\u00fcckgabe der Objekte bedeuten. In vielen F\u00e4llen gibt es aber auch andere Formen einer g\u00fctlichen und fairen Einigung, bei denen die Gegenst\u00e4nde im Museum verbleiben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"442\" height=\"500\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2026\/04\/jenakultur-provenienzforschung-bei-den-staedtischen-museen-jena-blog-portraetfoto-c.dietrich-copyright-mvt-442x500.jpg\" alt=\"Dr. Conny Dietrich, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Koordinierungsstelle Provenienzforschung\" class=\"wp-image-19115\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2026\/04\/jenakultur-provenienzforschung-bei-den-staedtischen-museen-jena-blog-portraetfoto-c.dietrich-copyright-mvt-442x500.jpg 442w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2026\/04\/jenakultur-provenienzforschung-bei-den-staedtischen-museen-jena-blog-portraetfoto-c.dietrich-copyright-mvt-884x1000.jpg 884w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2026\/04\/jenakultur-provenienzforschung-bei-den-staedtischen-museen-jena-blog-portraetfoto-c.dietrich-copyright-mvt-768x868.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2026\/04\/jenakultur-provenienzforschung-bei-den-staedtischen-museen-jena-blog-portraetfoto-c.dietrich-copyright-mvt-610x690.jpg 610w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2026\/04\/jenakultur-provenienzforschung-bei-den-staedtischen-museen-jena-blog-portraetfoto-c.dietrich-copyright-mvt.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 442px) 100vw, 442px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Dr. Conny Dietrich, wissenschaftliche Mitarbeiterin Koordinierungsstelle  Provenienzforschung beim Museumsverband Th\u00fcringen | \u00a9 Museumsverband Th\u00fcringen<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Was ist ein Erstcheck? Welches Ziel hat eine solche Untersuchung und warum bietet das der Museumsverband Th\u00fcringen f\u00fcr seine Mitglieder kostenfrei an?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Conny Dietrich:<\/strong> Ein Erstcheck ist eine kursorische Vorpr\u00fcfung, um verd\u00e4chtige Objekte in Museumssammlungen schnell zu identifizieren. Ziel ist es, erste Anhaltspunkte f\u00fcr unrechtm\u00e4\u00dfige Erwerbungen zu finden und zu entscheiden, ob eine tiefergehende Untersuchung n\u00f6tig ist.<br>Der <a href=\"https:\/\/museumsverband-thueringen.de\/aktuelles\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Museumsverband Th\u00fcringen e. V. (MVT)<\/a> hat 2021 eine Koordinierungsstelle Provenienzforschung eingerichtet, die diese Erstchecks f\u00fcr seine Mitgliedsmuseen kostenfrei anbietet. Der Fokus liegt vor allem auf den mittleren und kleinen Museen, die im Unterschied zu den gro\u00dfen H\u00e4usern wie der <a href=\"https:\/\/www.klassik-stiftung.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klassik Stiftung Weimar<\/a> kein eigenes Fachpersonal oder Budget f\u00fcr diese komplexe Forschungsaufgabe haben. Hier unterst\u00fctzt und ber\u00e4t der MVT, zum Beispiel bei der Beantragung von F\u00f6rdergeldern f\u00fcr vertiefende Forschungen beim <a href=\"https:\/\/kulturgutverluste.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutschen Zentrum Kulturgutverluste<\/a> in Magdeburg.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hatten Sie vermutet, dass es im Stadtmuseum Jena F\u00e4lle von verfolgungsbedingtem Kulturgut w\u00e4hrend der NS-Zeit geben k\u00f6nnte? Gab es j\u00fcdische Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger in Jena?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Conny Dietrich:<\/strong> Ein vor zehn Jahren durchgef\u00fchrtes Provenienzforschungsprojekt in der Kunstsammlung lieferte bereits erste Hinweise f\u00fcr NS-verfolgungsbedingt entzogene Kulturg\u00fcter innerhalb der stadtgeschichtlichen Best\u00e4nde. Daran konnte ich bei meiner Untersuchung ankn\u00fcpfen. Im Vergleich zu anderen St\u00e4dten hatte Jena keine sehr gro\u00dfe, aber eine besonders pr\u00e4sente und fest in das st\u00e4dtische Leben integrierte j\u00fcdische Gemeinde. Sp\u00e4ter ausgegrenzte Personen wie beispielsweise der Universit\u00e4tsprofessor <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Theodor_Meyer-Steineg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Theodor Meyer-Steineg<\/a> waren Mitglied im Vorstand des Museumsvereins gewesen, der die T\u00e4tigkeit des Stadtmuseums ma\u00dfgeblich unterst\u00fctzte. Zu betonen ist, dass neben der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung, die zweifellos die gr\u00f6\u00dfte Opfergruppe bildete, auch zahlreiche andere gesellschaftliche Gruppen wie politische Gegner, Sinti und Roma oder Homosexuelle systematisch ausgegrenzt, verfolgt und ermordet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie war denn das Museum in der Zeit des Nationalsozialismus organisiert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Conny Dietrich:<\/strong> Als st\u00e4dtische Einrichtung war das Stadtmuseum Jena fest in die Strukturen der nationalsozialistischen Stadtverwaltung eingebunden. 1934 hatte Oberb\u00fcrgermeister Armin Schmidt, von 1932 bis 1937 auch Kreisleiter der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nationalsozialistische_Deutsche_Arbeiterpartei\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NSDAP<\/a>, in Jena als erster Stadt in Th\u00fcringen ein zentrales Kulturamt gebildet, das der ideologischen Gleichschaltung diente. Unliebsame F\u00fchrungskr\u00e4fte wie die Museumsdirektorin <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hanna_Stirnemann\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Johanna Hofmann-Stirnemann<\/a> wurden durch regimetreue Nationalsozialisten wie Werner Meinhof ersetzt, der 1936 sein Amt antrat. Nach dessen fr\u00fchem Tod 1940 blieb das Museum ohne Leitung. Die Museumsarbeit lag allein in den H\u00e4nden der wenigen, nicht zum Milit\u00e4rdienst eingezogenen Mitglieder des Museumsvereins und des Museumswarts. Obwohl die wissenschaftliche Arbeit ruhte, blieb das Museum auf Anweisung des Oberb\u00fcrgermeisters weiterhin ge\u00f6ffnet und konnte auch Neuerwerbungen verzeichnen. Ab sp\u00e4testens Ende 1943 engagierte sich dann vor allem der Volkskundler <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Oskar_Schmolitzky\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oskar Schmolitzky<\/a> ehrenamtlich f\u00fcr das Museum. Ihm ist es zu verdanken, dass die bedeutendsten Objekte in den hinter der Stadtkirche errichteten Gro\u00dfbunker ausgelagert wurden und somit wenigstens ein F\u00fcnftel der Sammlung vor den schweren Bombardierungen Jenas im Fr\u00fchjahr 1945 gerettet werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Quellen konnten Sie nutzen oder haben Sie gefunden, um Informationen zu erhalten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Conny Dietrich:<\/strong> Leider sind bei den Luftangriffen auf Jena zahlreiche Aktenbest\u00e4nde und vor allem ein wichtiges Inventarbuch verlorengegangen, das die Erwerbungen der Jahre 1937 bis 1945 dokumentiert. Neben dem noch vorhandenen Inventarbuch der Eing\u00e4nge bis 1936 habe ich im Stadtarchiv Akten des Kulturamtes, eine Akte des Museumsvereins und Personalunterlagen sowie digitalisierte Tageszeitungen auf Hinweise nach Erwerbungen durchforstet. Zur Identifizierung der Vorbesitzerinnen und Vorbesitzer habe ich zudem zeitgen\u00f6ssische Adressb\u00fccher ausgewertet. Bei meiner Recherche konnte ich nat\u00fcrlich auch auf vorhandene Publikationen zur Museums- und Sammlungsgeschichte, zur j\u00fcdischen Geschichte Jenas und Th\u00fcringens sowie auf das Lexikon zur Stadtgeschichte zur\u00fcckgreifen. Und, ganz wichtig: Ich hatte in Susanne Bartsch, der Sammlungsverantwortlichen der St\u00e4dtischen Museen Jena, eine kompetente Unterst\u00fctzung, vor allem bei der Durchf\u00fchrung von Autopsien. Dabei werden einzelne Objekte auf Provenienzmerkmale wie Sammlerstempel oder handschriftliche Vermerke untersucht. Auf Basis dieser Recherchen und Begutachtungen habe ich alle Erwerbungen entsprechend des etablierten Ampelsystems des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste bewertet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>K\u00f6nnen Sie kurz das Ergebnis beschreiben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Conny Dietrich:<\/strong> Wie schon erw\u00e4hnt, hat die stadtgeschichtliche Sammlung einen Gro\u00dfteil ihres Bestandes im Zweiten Weltkrieg verloren. Der Erstcheck konzentrierte sich auf die 279 heute noch vorhandenen Objekte, die im Zeitraum von 1933 bis 1945 in die Sammlung kamen.<br \/>Bisher konnten keine eindeutigen Belege f\u00fcr unrechtm\u00e4\u00dfige Erwerbungen oder Zuweisungen von Raubgut durch st\u00e4dtische Beh\u00f6rden gefunden werden. Allerdings lassen sich aufgrund der schlechten Quellenlage gerade f\u00fcr die problematischen Jahre ab 1937 kaum Aussagen \u00fcber die Herkunft der Objekte treffen.<br \/>Festzuhalten ist, dass das Stadtmuseum Jena in der NS-Zeit Werke von Kunsthandlungen erwarb, die mit NS-Raubkunst handelten. Im Rahmen der Untersuchung wurden einige wenige m\u00f6glicherweise problematische Zug\u00e4nge identifiziert, deren Herkunft nun gezielt weiter erforscht werden muss. Zugleich konnten einige bislang fragliche Provenienzen gekl\u00e4rt sowie viele Jenaer B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger identifiziert werden, von denen das Stadtmuseum Objekte erwarb oder als Geschenk erhielt. F\u00fcr die Sammlungs- und Museumsgeschichte bilden diese neuen Erkenntnisse eine gro\u00dfe Bereicherung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>JenaKultur: Und hier noch eine Frage an die Museumsdirektorin: Sind die St\u00e4dtischen Museen jetzt fertig mit der Provenienzforschung oder wie geht es weiter?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Kristin Knebel:<\/strong> Fertig ist man mit der Provenienzforschung eigentlich nie, denn es ist eine Daueraufgabe der Museen. Jedes Objekt, das in ein Museum kommt, hat eine Provenienz. Das hei\u00dft, es kommt aus einem anderen Besitz und derjenige oder diejenige, die es den Museen \u00fcbergibt, hat es m\u00f6glicherweise auch wieder von anderen erworben, geschenkt bekommen oder vielleicht geerbt. Diese Herkunftsgeschichte gilt es zu erforschen und zu dokumentieren, auch unabh\u00e4ngig von verfolgungsbedingten Kontexten, die zun\u00e4chst einmal besonders im Fokus stehen. <br \/>Unsere Aufgabe ist es nun zum einen f\u00fcr einzelne Objekte aus der stadtgeschichtlichen Sammlung, die zwischen 1933 und 1945 erworben worden sind, die Herkunftsgeschichte &#8211; wenn m\u00f6glich &#8211; noch weiter zu kl\u00e4ren. Und dann kommt ein wesentlich gr\u00f6\u00dferes Arbeitspaket auf uns zu, n\u00e4mlich die Erforschung der Erwerbungen aus der Zeit der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Unsere Inventarb\u00fccher geben uns erste Hinweise darauf, dass sich Verdachtsf\u00e4lle f\u00fcr unrechtm\u00e4\u00dfige Enteignungen oder verfolgungsbedingten Entzug seit Ende des 2. Weltkriegs auch in unseren Sammlungen finden k\u00f6nnten, sowohl in der Kunstsammlung als auch im Bestand des Stadtmuseums. Um diese zeitintensiven Nachforschungen bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigen wir zus\u00e4tzliche Personalkapazit\u00e4ten. Wir hoffen sehr, dass wir durch F\u00f6rdermittel, die wir daf\u00fcr beantragen wollen, Unterst\u00fctzung erhalten und uns dieser Aufgabe widmen k\u00f6nnen. <br \/>Auch die Untersuchung, ob es in den Sammlungen Objekte gibt, die aus kolonialen Kontexten stammen, steht noch aus. Die Zusammensetzung unserer Best\u00e4nde l\u00e4sst jedoch vermuten, dass es auf diesem Feld nur wenig zu finden gibt. <br \/>Am Ende ist unser Ziel, Rechtssicherheit f\u00fcr die St\u00e4dtischen Sammlungen herzustellen, ihre Geschichte zu kennen und transparent zu machen und f\u00fcr F\u00e4lle von verfolgungsbedingtem Kulturgutentzug gute und faire gemeinsame L\u00f6sungen zu finden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"358\" height=\"500\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2026\/04\/jenakultur-provenienzforschung-bei-den-staedtischen-museen-jena-blog-kristin-knebel-staedtische-museen-jena-358x500.jpg\" alt=\"Direktorin der St\u00e4dtischen Museen Jena, Dr. Kristin Knebel\" class=\"wp-image-19120\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2026\/04\/jenakultur-provenienzforschung-bei-den-staedtischen-museen-jena-blog-kristin-knebel-staedtische-museen-jena-358x500.jpg 358w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2026\/04\/jenakultur-provenienzforschung-bei-den-staedtischen-museen-jena-blog-kristin-knebel-staedtische-museen-jena-715x1000.jpg 715w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2026\/04\/jenakultur-provenienzforschung-bei-den-staedtischen-museen-jena-blog-kristin-knebel-staedtische-museen-jena-768x1074.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2026\/04\/jenakultur-provenienzforschung-bei-den-staedtischen-museen-jena-blog-kristin-knebel-staedtische-museen-jena-1098x1536.jpg 1098w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2026\/04\/jenakultur-provenienzforschung-bei-den-staedtischen-museen-jena-blog-kristin-knebel-staedtische-museen-jena-493x690.jpg 493w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2026\/04\/jenakultur-provenienzforschung-bei-den-staedtischen-museen-jena-blog-kristin-knebel-staedtische-museen-jena.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 358px) 100vw, 358px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Direktorin der St\u00e4dtischen Museen Jena, Dr. Kristin Knebel | \u00a9 St\u00e4dtische Museen Jena<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der MDR hat auch \u00fcber das Thema berichtet. Hier zwei Links:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/mdr-thueringen-journal\/staedtische-museen-in-jena-suchen-raubgut-aus-der-nazi-zeit\/mdr\/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy82MTM4MTk0YS1iZTQ0LTQxYjAtYTJlZC0xOWQ5NDAyNWU5Y2Y\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">07.04.2026 MDR Th\u00fcringen Journal<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/thueringen\/ost-thueringen\/jena\/museum-raubgut-ns-ddr-sbz-kultur-news-102.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">08.04.2026 MDR Aktuell Kulturdesk&nbsp;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir staunen selbst immer wieder, welche Themen in den unterschiedlichen Bereichen von JenaKultur bearbeitet werden m\u00fcssen, welche unterschiedlichen Expertisen daf\u00fcr vonn\u00f6ten sind. Das Provenienzthema geh\u00f6rt dabei zu den sehr spannenden und auch, wenn man etwa an die NS-Raubkunst denkt, bewegenden. Hatten Sie damit bereits Ber\u00fchrungspunkte? M\u00f6chten Sie noch etwas wissen? Fragen Sie gern. Wir bem\u00fchen uns um kompetente Antworten.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissen Sie, was Provenienzforschung ist? 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