{"id":17792,"date":"2025-10-03T07:30:00","date_gmt":"2025-10-03T05:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?p=17792"},"modified":"2025-10-01T11:42:20","modified_gmt":"2025-10-01T09:42:20","slug":"jenaer-lebenswege-vor-und-nach-der-wiedervereinigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2025\/10\/03\/jenaer-lebenswege-vor-und-nach-der-wiedervereinigung\/","title":{"rendered":"Jenaer Lebenswege vor und nach der Wiedervereinigung"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Zum Tag der Deutschen Einheit blickt Jenas Stadthistorikerin Dr. Jenny Price zur\u00fcck auf die Situation von Menschen, die Jena in der DDR-Zeit verlassen wollten, und l\u00e4dt zusammen mit Dr. Andreas Braune vom Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte und Katharina Kempken vom Th\u00fcringer Archiv f\u00fcr Zeitgeschichte zu einer besonderen Veranstaltung in der Ernst-Abbe-B\u00fccherei Jena ein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Heute j\u00e4hrt sich die Wiedervereinigung Deutschlands genau zum 35. Mal. Der starke Wunsch nach Reisefreiheit war damals einer der ausschlaggebenden Punkte f\u00fcr die politischen Entwicklungen, die zum Ende der DDR f\u00fchrten. Denn nicht nur die Demonstrationen im Herbst 1989 haben eine Rolle gespielt, sondern auch die sogenannte \u201eAbstimmung mit den F\u00fc\u00dfen\u201c. Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1990 sollte die Ausreisewelle von Ost nach West ein schnelles Ende nehmen. Doch auch nach 1990 verlie\u00dfen immer mehr Menschen den Osten f\u00fcr einen Neuanfang im Westen Deutschlands. Welche Erfahrungen Menschen in Jena mit der Ausreise aus der DDR gemacht haben und warum einige inzwischen in den Osten zur\u00fcckgekehrt sind, ist nicht nur Thema dieses Blogbeitrags, sondern auch einer bevorstehenden Veranstaltung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nichts wie weg?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Nach dem Bau der Mauer im Jahr 1961 gab es kaum noch M\u00f6glichkeiten, die DDR auf legalem Wege zu verlassen.&nbsp; Einige versuchten, illegal die Grenze zu \u00fcberqueren, andere entschieden sich nach einem genehmigten Besuch im Westen daf\u00fcr, im Ausland zu bleiben, aber die Mehrheit beantragte offiziell die st\u00e4ndige Ausreise aus der DDR. Diese Option war eigentlich nur f\u00fcr Familienzusammenf\u00fchrungen, Rentner:innen und Invaliden bestimmt, doch ab Mitte der 1970er Jahre beantragten auch andere \u00fcber diesen Weg die st\u00e4ndige Ausreise. Verst\u00e4rkt durch das Helsinki-Abkommen von 1975 und der damit zusammenh\u00e4ngenden Zustimmung der Staats- und Parteif\u00fchrung der DDR, Menschen- und B\u00fcrgerrechte \u2013 und damit auch das Recht auf Freiz\u00fcgigkeit \u2013 in der DDR einzuhalten, stieg die Zahl der Antr\u00e4ge so stark an, dass 1984 ungew\u00f6hnlich viele davon genehmigt wurden \u2013 obwohl das Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit 1977 laut geheimer Anweisung vom Ministerrat die als rechtswidrig eingeordneten \u00dcbersiedlungsersuchen zur\u00fcckweisen, unterbinden und bek\u00e4mpfen sollte. Anstatt die Situation wie beabsichtigt zu verbessern, stieg die Zahl der neuen Antr\u00e4ge bis zum Ende des Jahrzehnts auf \u00fcber 100.000 Ausreisewillige an.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder Versuch, die DDR zu verlassen, war mit erheblichen Risiken und Konsequenzen verbunden. Diejenigen, die ausreisen wollten, wurden oft intensiv vom Staat \u00fcberwacht und diskriminierenden Ma\u00dfnahmen wie beruflicher Degradierung oder K\u00fcndigung sowie dem Entzug des Personalausweises und der \u00dcbergabe eines \u201ePM12\u201c ausgesetzt, der normalerweise an Haftentlassene ausgegeben wurde und die Inhaber:innen kriminalisierte. Dar\u00fcber hinaus nahmen Ausreiseantragssteller:innen teils selbst schlechter bezahlte Arbeitspl\u00e4tze an oder k\u00fcndigten, um die gesellschaftliche Kontrolle zu verringern. Diejenigen, die das Land verlie\u00dfen, taten dies unter hohem Druck in dem Bewusstsein, dass dies h\u00f6chstwahrscheinlich soziale und berufliche Auswirkungen auf ihre Angeh\u00f6rigen haben w\u00fcrde. Dies war auch einer der h\u00e4ufigsten Gr\u00fcnde, warum andere beschlossen, in der DDR zu bleiben. Die Mehrheit der Antragssteller:innen waren nicht kritische Intellektuelle oder Kreative, Priester oder Hochqualifizierte, sondern eher Arbeiter:innen, Schl\u00fcsselkr\u00e4fte oder Selbstst\u00e4ndige.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"350\" height=\"500\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-ausreiseroberthavemannarchiv-ausreiseroberthavemannarchiv-350x500.jpg\" alt=\"Schwarz-wei\u00df-Fotografie aus DDR-Zeiten. Ein Mann steht mit einem Koffer stolz vor einem Schild mit &quot;AUSREISE&quot; und Pfeil\" class=\"wp-image-17794\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-ausreiseroberthavemannarchiv-ausreiseroberthavemannarchiv-350x500.jpg 350w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-ausreiseroberthavemannarchiv-ausreiseroberthavemannarchiv-700x1000.jpg 700w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-ausreiseroberthavemannarchiv-ausreiseroberthavemannarchiv-768x1097.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-ausreiseroberthavemannarchiv-ausreiseroberthavemannarchiv-1075x1536.jpg 1075w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-ausreiseroberthavemannarchiv-ausreiseroberthavemannarchiv-483x690.jpg 483w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-ausreiseroberthavemannarchiv-ausreiseroberthavemannarchiv.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ost-Berlin, 20.05.1982<br><em>Der Jenaer B\u00fcrgerrechtler Peter R\u00f6sch am Tag seiner Ausreise in Berlin vor dem Tr\u00e4nenpalast <\/em>\u00a9 Robert Havermann Archiv, Bernd Albrecht<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Doch der Antrag auf st\u00e4ndige Ausreise war keinesfalls ein leichter oder schneller Weg in den Westen. Viele Antragssteller:innen mussten mehrere Jahre lang auf eine Entscheidung warten, und wurden dann vielleicht noch abgelehnt. In den 1980ern unternahmen Menschen in Th\u00fcringen und anderen DDR-Bezirken \u00f6ffentliche Protestaktionen, zum Beispiel indem sie den Dom in Erfurt oder Kirchen in Weimar besetzten, um Druck auf die Beh\u00f6rden auszu\u00fcben und ihre Ausreise zu erzwingen \u2013 mit Erfolg!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>&#8222;Tauscht uns doch aus!&#8220;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Auch in Jena fand ab Juni 1983 ein \u00f6ffentlicher Protest f\u00fcr das Recht auf freie Wahl des Wohnortes statt. Zun\u00e4chst etwa 30 Personen in wei\u00dfer Kleidung versammelten sich ab dem 18. Juni w\u00f6chentlich samstags um 9 Uhr auf dem Platz der Kosmonauten \u2013 dem heutigen Eichplatz \u2013 schweigend in einem Kreis. &nbsp;Als die Polizei sie nach einigen Wochen anwies, die Zusammenkunft aufzul\u00f6sen, \u00fcbergaben sie ihre Ausreisebegehren. Ein Bericht in der Tagesschau wenige Tage sp\u00e4ter f\u00fchrte dazu, dass beim n\u00e4chsten Treffen schon 180 Personen aus der ganzen Republik an dem \u201eWei\u00dfen Kreis\u201c teilnahmen. Wenige Zeit sp\u00e4ter konnten etwa 70 Personen aus Jena ihre Ausreise bewirken. Als sehr fr\u00fche \u00f6ffentliche Aktion, hatte der Protest in Jena eine symbolhafte Wirkung und wei\u00dfe Kleidung, Fahnen und Wimpel wurden zum Symbol der Ausreisebewegung in der DDR.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie reagierte die Stadt Jena auf diese Aktionen und die steigende Zahl von Ausreiseantr\u00e4gen?<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Ein Blick in die st\u00e4dtischen Akten zeigt, dass Mitte der 80er Jahre eine Arbeitsgruppe gebildet wurde, \u201ezur Zur\u00fcckdr\u00e4ngung von Ersuchen auf \u00dcbersiedlung\u201c. Die Gruppe wurde vom Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Jena geleitet und bezog unter anderem auch die Leiter der Kreisdienststelle des Ministeriums f\u00fcr Staatssicherheit sowie der Schwerpunktbetriebe mit ein. Ihr Ziel war es, Neuantr\u00e4ge zu verhindern und auf Antragsteller:innen Einfluss zu nehmen. So wurde jedem oder jeder Antragssteller:in ein \u201eBetreuer\u201c zugewiesen, der zu dieser Person berichten musste und versuchen sollte, sie zur R\u00fccknahme ihres Antrags zu bewegen. Selbst die Kinder von Antragssteller:innen wurden laut Berichten in den Schulen vor allem von ihren Klassenlehrer:innen systematisch unter Druck gesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Arbeitsgruppe wurden monatlich verschiedene Bereiche eingeladen, von ihren Erfahrungen zu berichten und Methoden auszutauschen. In den Betrieben versuchte man durch Gespr\u00e4che im Arbeitskollektiv auf Antragssteller:innen Einfluss zu nehmen, weil sie dort \u201enicht ausweichen\u201c k\u00f6nnen. Diese weigerten sich allerdings, ihren Antrag auf Arbeit zu besprechen, weil die Diskussionen nicht sachlich blieben. Genehmigter Urlaub wurde spontan gestrichen und manche Antragssteller:innen wurden in andere Bereiche umgesetzt. Letztendlich h\u00f6rten einige auf zu arbeiten, um diesem Druck zu entgehen. Mehrfach wurde berichtet, dass die Schilderung der Konsequenzen einer Ausreise, \u201eund die pers\u00f6nliche bzw. famili\u00e4re Entwicklung\u201c, also was das f\u00fcr ihre engsten Verwandten hei\u00dfen w\u00fcrde, zu einer R\u00fccknahme f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die st\u00e4dtischen Strukturen rund um den Ausreiseantrag wurden von Antragsteller:innen als M\u00f6glichkeit gesehen, auf die Entscheidung einzuwirken. So besuchten w\u00f6chentlich \u00fcber 100 Personen in Jena den Sprechtag der Abteilung Innere Angelegenheiten, um auf ihren Antrag hinzuweisen und nach der Bearbeitungsdauer zu fragen. In diesen Gespr\u00e4chen wurden die Motive der Menschen aus Jena gesammelt. Hierzu geh\u00f6rten an erster Stelle die eingeschr\u00e4nkten Reisem\u00f6glichkeiten, aber auch das ungen\u00fcgende Warenangebot, die Wartedauer auf ein PKW, die Ablehnung der sozialistischen Gesellschaft sowie das Fehlen von Meinungsfreiheit. Ein Bericht im Neuen Deutschland am 6. M\u00e4rz 1985 zu \u201eR\u00fcckkehrende\u201c, die aus der Bundesrepublik wieder in die DDR \u00fcbergesiedelt waren, sollte in den Gespr\u00e4chen als Agitation eingesetzt werden, g\u00e4nzlich ohne Erfolg. So konterten die Antragssteller:innen in Jena: \u201eTauscht uns doch aus!\u201c oder boten ihre Wohnungen f\u00fcr R\u00fcckkehrer:innen an. Ende 1986 wurde berichtet: \u201eIm allgemeinen wird der Sprechtag benutzt, um Hartn\u00e4ckigkeit und Unwiderrufbarkeit des Ersuchens zu demonstrieren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt zeigt sich, dass in Jena ein enormer Aufwand unternommen wurde, um Ausreisen zu verhindern. Die Zahl der Antr\u00e4ge in Jena stieg jedoch trotz der vielen geschaffenen Strukturen und Personeneins\u00e4tze weiter, und nur wenige nahmen ihre Antr\u00e4ge zur\u00fcck. Anfang 1987 waren innerhalb von nur zwei Monaten schon 178 Neuantr\u00e4ge eingegangen, sodass nun 1.665 Menschen in Jena auf eine Entscheidung ihres Ausreiseantrages warteten. Der Beratungsstab gab zu: \u201eDie Ergebnisse der R\u00fcckdr\u00e4ngung entsprechen nicht dem Aufwand\u201c. Doch welche Konsequenzen hatte diese unn\u00fctze Initiative und wie war die Erfahrung derjenigen, die davon betroffen waren?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"750\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-buchcoverjenakultur-buchcoverjenakultur-1000x750.jpg\" alt=\"Buchcover von &quot;Wir dulkden noch viel zu viel&quot; in Lila mit gelber Schrift\" class=\"wp-image-17795\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-buchcoverjenakultur-buchcoverjenakultur-1000x750.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-buchcoverjenakultur-buchcoverjenakultur-500x375.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-buchcoverjenakultur-buchcoverjenakultur-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-buchcoverjenakultur-buchcoverjenakultur-920x690.jpg 920w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-buchcoverjenakultur-buchcoverjenakultur-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-buchcoverjenakultur-buchcoverjenakultur-790x593.jpg 790w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-buchcoverjenakultur-buchcoverjenakultur.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Monika Lembkes Ver\u00f6ffentlichung zum Wei\u00dfen Kreis in Jena erschien 2024 im Paramon Verlag<\/em> \u00a9 Paramon, JenaKultur<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weggehen \u2013 Ankommen \u2013 Zur\u00fcckkehren?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Zwei Personen, die davon erz\u00e4hlen k\u00f6nnen, sind Monika Lembke und Norbert Weinz. Monika Lembke beantragte mit ihrem Mann 1982 die Ausreise, die nur unter dramatischen Bedingungen bewilligt wurde. Davon und von ihrem Engagement im Jenaer Wei\u00dfen Kreis berichtet sie in ihrem Buch \u00bbWir dulden noch viel zu viel. Der Wei\u00dfe Kreis \u2013 Ein stiller Protest, der in die Freiheit f\u00fchrte\u00ab (2024). Heute lebt Monika Lembke in Leipzig. Norbert Weinz stellte dahingegen schon 1976 einen Ausreiseantrag in Jena. Nach mehrfacher Ablehnung floh er aus der DDR. Danach verschlug es ihn sogar bis New Orleans, doch heute lebt er wieder in der N\u00e4he von Jena.<\/p>\n\n\n\n<p>Beide werden in wenigen Wochen in Jena von ihren Erfahrungen erz\u00e4hlen, sowohl vor wie auch nach 1989. <strong>Im Rahmen des <a href=\"https:\/\/weimarer-rendezvous.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Weimarer Rendez-vous<\/a> mit der Geschichte und in Zusammenarbeit von <a href=\"https:\/\/www.jenakultur.de\/de\/startseite\/605322\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">JenaKultur<\/a> mit dem <a href=\"https:\/\/www.thueraz.de\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Th\u00fcringer Archiv f\u00fcr Zeitgeschichte \u201eMatthias Domaschk\u201c<\/a> findet die Veranstaltung \u201eWeggehen \u2013 Ankommen \u2013 Zur\u00fcckkehren? Jenaer Lebenswege vor und nach 1989\u201c am 25. Oktober ab 17:15 Uhr im Salon der <a href=\"https:\/\/www.stadtbibliothek-jena.de\/de\/startseite\/700073\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ernst-Abbe-B\u00fccherei Jena<\/a> statt.<\/strong> Dort r\u00fccken wir mit sehr pers\u00f6nlichen Zug\u00e4ngen die oft dramatischen Bedingungen deutsch-deutscher Migration vor und nach 1989 ins Zentrum.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir laden ein zum Gespr\u00e4ch mit Ausgereisten und Zur\u00fcckgekehrten \u00fcber die deutsch-deutsche Migration vor und nach 1989. Was brachte Menschen dazu, Jena hinter sich zu lassen? Wo f\u00fchlten sie sich heimisch, wann f\u00fchlten sie sich fremd? Was zog sie zur\u00fcck? 36 Jahre nach der Grenz\u00f6ffnung erz\u00e4hlen Menschen von ihrem Weggang aus der DDR, von langen Jahren des Wartens auf und dem zerm\u00fcrbenden Kampf um eine Ausreisegenehmigung, vom Ankommen im Westen und der oft schwierigen Suche nach einer neuen Heimat dort. Und auch von der R\u00fcckkehr nach Jena oder Th\u00fcringen, zu der sich viele entschieden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-eab-jenajenakultur-cworsch-eab-jenajenakultur-cworsch-1000x525.jpg\" alt=\"Blick in den Lesesalon der EAB Jena, viele verschiedene bequeme Sitzm\u00f6bel warten auf Besucher:innen, Sessel, St\u00fchle, Sofas\" class=\"wp-image-17796\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-eab-jenajenakultur-cworsch-eab-jenajenakultur-cworsch-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-eab-jenajenakultur-cworsch-eab-jenajenakultur-cworsch-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-eab-jenajenakultur-cworsch-eab-jenajenakultur-cworsch-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2025\/09\/jenakultur-eab-jenajenakultur-cworsch-eab-jenajenakultur-cworsch.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Im Erz\u00e4hlcaf\u00e9 im Salon der Ernst-Abbe-B\u00fccherei in Jena sind alle eingeladen, eigene Erfahrungen zu teilen oder anderen Lebensgeschichten zu lauschen. \u00a9 JenaKultur, C. Worsch<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<p>Neben den Zeitzeug:innen ist auch Christian Hermann zu Gast in Jena. Er arbeitet und forscht an der Universit\u00e4t Erfurt und der <a href=\"https:\/\/www.erfurt-tourismus.de\/sehenswertes\/museen-und-ausstellungen\/museen\/gedenk-und-bildungsstaette-andreasstrasse\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gedenk- und Bildungsst\u00e4tte Andreasstra\u00dfe<\/a> in Erfurt, ist dem Th\u00fcrAZ eng verbunden und ordnet das Thema \u201aAusreise aus der DDR\u2018 historisch ein. Moderiert wird das Gespr\u00e4ch von Dr. Jenny Price (Stadthistorikerin Jena, JenaKultur), Katharina Kempken (Th\u00fcrAZ) und Dr. Andreas Braune (wissenschaftlicher Leiter des Festivals). Im Anschluss an das Podium gibt es die M\u00f6glichkeit, in kleiner Runde eigene Geschichten oder Erinnerungen aus der Familie und dem Freundeskreis zu erz\u00e4hlen und zu teilen \u2013 oder einfach weiter zuzuh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>&#8222;Fremde (und) Heimat&#8220;?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Seit 2009 verwandelt das Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte die Klassikerstadt in einen Ort lebendiger Geschichts- und Debattenkultur. Historiker:innen, Autor:innen, Journalist:innen und Zeitzeug:innen kommen hier mit einem neugierigen Publikum zusammen, um Vergangenheit und Gegenwart neu zu beleuchten. Mit einer Vielzahl an Formaten l\u00e4dt das Festival seine G\u00e4ste zum Zuh\u00f6ren und Mitdiskutieren ein; nicht nur in Weimar, sondern auch im Vorfeld in Erfurt, Suhl, Gera und Jena.<\/p>\n\n\n\n<p>2025 steht das Festival unter dem Motto \u201eFremde (und) Heimat\u201c. Es geht um Zugeh\u00f6rigkeit und Entwurzelung, um Aufbruch und Ankunft, um die Frage, was Heimat f\u00fcr jeden Einzelnen bedeutet \u2013 und wie sie sich im Laufe des Lebens ver\u00e4ndert. Denn Migration treibt die Menschen nicht erst seit kurzem um \u2013 wortw\u00f6rtlich! \u2013 sondern schon immer.<\/p>\n\n\n\n<p>Historische Beispiele von Migration und Flucht werden mit aktuellen Debatten verkn\u00fcpft, wissenschaftliche Perspektiven mit pers\u00f6nlichen Geschichten. Das Festival schl\u00e4gt so Br\u00fccken zwischen Vergangenheit und Gegenwart \u2013 und gibt zugleich Raum f\u00fcr gemeinsame Reflexion, Streitgespr\u00e4ch und etwas mehr Empathie in oft hitzigen Debatten. Immer wieder ein Schwerpunkt: Migrationsgeschichte im deutsch-deutschen Fokus, etwa wenn das Ankommen im \u201aWesten\u2018 in einem weiteren Erz\u00e4hlformat besprochen wird, die Folgen der Verdr\u00e4ngung von Flucht und Vertreibung in der DDR thematisiert werden oder die Kinder der vietnamesischen Migration nach Ost- und Westdeutschland zu Wort kommen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Einladung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>25. Oktober 2025, 17:15 Uhr<\/strong> \u2013 Podium und Erz\u00e4hlcaf\u00e9 \u201eWeggehen \u2013 Ankommen \u2013 Zur\u00fcckkehren? Jenaer Lebenswege vor und nach 1989\u201c in der Ernst-Abbe-B\u00fccherei Jena (kostenlos &amp; barrierefrei)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>31. Oktober bis 2. November<\/strong> <strong>2025 <\/strong>\u2013 Festivalwochenende in Weimar, Jugend- und Kulturzentrum mon ami und weitere Orte<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Veranstaltungen sind kostenfrei. Das vollst\u00e4ndige Programm des Festivals finden Sie hier:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link has-white-color has-light-blue-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-element-button\" href=\"https:\/\/weimarer-rendezvous.de\/de\/programm\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Weimarer Rendez-vous<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\"><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Tag der Deutschen Einheit blickt Jenas Stadthistorikerin Dr. Jenny Price zur\u00fcck auf die Situation von Menschen, die Jena in der DDR-Zeit verlassen&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":17793,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,12,9,358],"tags":[1242,1243,1241],"class_list":["post-17792","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-eab","category-jenakultur","category-stadtgeschichtsforschung","tag-3-oktober","tag-rendez-vous","tag-tag-der-dt-einheit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17792","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17792"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17792\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17822,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17792\/revisions\/17822"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17793"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17792"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17792"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17792"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}