{"id":15542,"date":"2024-12-27T07:22:00","date_gmt":"2024-12-27T06:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?p=15542"},"modified":"2024-12-19T10:16:46","modified_gmt":"2024-12-19T09:16:46","slug":"im-takt-der-neuen-zeit-vier-wegbereiter-des-sinfonieorchesters-der-stadt-jena-1933-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2024\/12\/27\/im-takt-der-neuen-zeit-vier-wegbereiter-des-sinfonieorchesters-der-stadt-jena-1933-34\/","title":{"rendered":"&#8222;Im Takt der neuen Zeit&#8220;: vier Wegbereiter des Sinfonieorchesters der Stadt Jena 1933\/34"},"content":{"rendered":"\n<p>Zum Abschluss des Jubil\u00e4umsjahres &#8222;90 Jahre Jenaer Philharmonie&#8220; folgte der ehemalige Stadthistoriker Dr. R\u00fcdiger Stutz gemeinsam mit Prof. Gert-Eberhard K\u00fchne der Einladung zum Philharmonischen Salon am 13. November 2024, um \u00fcber den Dirigenten Ernst Schwassmann, der das St\u00e4dtische Sinfonieorchester von 1933 bis 1945 leitete, zu sprechen.<br>F\u00fcr unseren Blog hat er die Entstehungsgeschichte der <a href=\"https:\/\/www.jenaer-philharmonie.de\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.jenaer-philharmonie.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Jenaer Philharmonie<\/a> noch einmal unter die Lupe genommen:<\/p>\n\n\n\n<p>Jenas Ruf als Musikstadt beruhte zun\u00e4chst auf den Akademischen Konzerten, deren Auftakt bereits am 13. Januar 1770 im Festraum des Rosengeb\u00e4udes erfolgte. Ab 1787 fand diese Veranstaltungsreihe in den Rosens\u00e4len am F\u00fcrstengraben eine bleibende Heimstatt. Die Geschichte Jenas als Musik- und Konzertstadt ziehe sich wie \u201eeine klare Linie durch die Jahrhunderte\u201c, stellte Universit\u00e4tsmusikdirektor Rudolf Volkmann 1938 fest. Sie w\u00fcrde in der Bachzeit einsetzen, durch die Mannheimer Schule um Carl Philipp Stamitz ihre Fortsetzung finden und \u00fcber die Wiener Klassik bis in die Neuzeit f\u00fchren. <a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a> Im 20. Jahrhundert schrieben die Auff\u00fchrungen im gro\u00dfen Saal des <a href=\"https:\/\/www.volkshaus-jena.de\/de\/startseite\/694140\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Volkshauses Jena<\/a> ein weiteres Kapitel Jenaer Musikgeschichte, &#8222;einem der besten Konzerts\u00e4le Th\u00fcringens&#8220; mit einer \u201ehervorragenden Akustik f\u00fcr Kammermusik und gro\u00dfe Besetzungen gleicherma\u00dfen.\u201c <a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a> Vor dem Ersten Weltkrieg gastierten bzw. konzertierten hier Orchester der Hoftheater aus den Residenzst\u00e4dten Weimar, Meiningen und Rudolstadt sowie verschiedene Klangk\u00f6rper des Gewandhauses Leipzig und nicht zuletzt der mit Jena eng verbundene Komponist, Dirigent und Musiklehrer Max Reger. Letzterer soll schon zu dieser Zeit seinem Schwiegervater, dem Jenaer Oberb\u00fcrgermeister Theodor Fuchs, empfohlen haben, ein st\u00e4dtisches Orchester zu gr\u00fcnden. <a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[3]<\/a> In der Weimarer Republik bildeten die Gastspiele der \u201eDresdner Staatsoper\u201c und der Berliner Philharmoniker Glanzpunkte im Musikleben der Stadt. \u00dcberlokal wahrgenommen wurde insbesondere die Auff\u00fchrung \u201eEin deutschen Requiem\u201c von Johannes Brahms durch das Philharmonische Orchester Berlin unter der Leitung Wilhelm Furtw\u00e4nglers. Im Rahmen des VII. Brahmsfestes standen Ende Mai\/Anfang Juni 1929 sechs Konzerte auf dem Programm, die sich eines regen Zuspruchs erfreuten. Noch zwei Jahre sp\u00e4ter schw\u00e4rmte ein Journalist in der Weimarischen Zeitung, namentlich das \u201eDeutsche Requiem\u201c und die Symphonien 2 und 4 h\u00e4tten beim Publikum einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen. \u00dcberschw\u00e4nglich lobte der Kritiker die vom \u201etatkr\u00e4ftigen und tiefgr\u00fcndigen Universit\u00e4tsmusikdirektor Professor Rudolf Volkmann geleiteten Jenaer Musikfeste\u201c, die sich \u201ezu einem st\u00e4ndigen Faktor des deutschen Musiklebens\u201c entwickeln w\u00fcrden. <a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[4]<\/a> Anl\u00e4sslich der Konzertfolge war auf der B\u00fchne des Volkshauses Jena ein riesiges Podium f\u00fcr ca. 600 Mitwirkende errichtet worden. Der gemischte Festchor setzte sich aus sieben Jenaer Ch\u00f6ren zusammen. Dennoch habe es der Chorleiter verstanden, aus ihnen \u201eein begeistertes, biegsames und elastisches Ensemble\u201c zu formen, wie ein anderer Rezensent Volkmanns Leistung w\u00fcrdigte. Auf dem anschlie\u00dfenden Abendempfang betonte Jenas Oberb\u00fcrgermeister Alexander Elsner, die von der Romantik umwobene Stadt habe als eine der ersten das Deutsche Requiem in den Akademischen Konzerten aufgef\u00fchrt. Deshalb best\u00fcnde in Jena \u201eein nicht ungerechtfertigtes Interesse an Brahmscher Kunstpflege.\u201c <a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Allerdings verf\u00fcgte die Akademische Konzertkommission nach wie vor \u00fcber kein eigenes Orchester. Sie war daher \u00fcber Jahrzehnte gezwungen, ausw\u00e4rtige Ensemble bzw. Gastorchester zu verpflichten. Volkmann stand daher immer aufs Neue vor der Herausforderung, eine einheitliche Darbietung zu gew\u00e4hrleisten, auch wenn durch die jahrelange Zusammenarbeit mit den Kapellen am Deutschen Nationaltheater ein hohes Ma\u00df an Abstimmung zwischen den Jenaer Ch\u00f6ren und dem jeweiligen Gastdirigent vorausgesetzt werden konnte. Durch die unumg\u00e4ngliche Praxis, Orchester von au\u00dferhalb zu engagieren, verteuerten sich zudem die Konzertkarten erheblich. Demzufolge wurden unter einigen Chorleitern zu Beginn der 1930er Jahre die Stimmen immer lauter, die f\u00fcr die Bildung eines eigenst\u00e4ndigen Klangk\u00f6rpers der Stadt eintraten. Prof. Volkmann habe allerdings \u201eBedenken\u201c gegen solche \u00dcberlegungen angemeldet, wie Gert-Eberhard K\u00fchne in seiner berufsbiografischen Darstellung \u00fcber den Kapellmeister Ernst Schwassmann ausf\u00fchrt, der das Jenaer Sinfonieorchester zwischen 1934 und 1945 leitete. <a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[6]<\/a> In dieser Auseinandersetzung vertrat die lokale NS-F\u00fchrung die Auffassung, das neue Orchester m\u00fcsse eine \u201ebodenst\u00e4ndige K\u00fcnstlergemeinschaft\u201c repr\u00e4sentieren, um \u201edie kostbaren Sch\u00e4tze der deutschen Musik in die gesamte Jenaer Bev\u00f6lkerung\u201c tragen zu k\u00f6nnen. <a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[7]<\/a> Solche v\u00f6lkisch gef\u00e4rbten Einlassungen wiesen eine Spitze gegen die musikalische Traditionspflege an der Universit\u00e4t auf, die nur auf einen elit\u00e4ren Kreis von Musikbegeisterten gezielt habe und keineswegs auf alle Volkskreise.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15571\" aria-describedby=\"caption-attachment-15571\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15571\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/12\/jenakultur-im-takt-der-neuen-zeit-vier-wegbereiter-des-sinfonieorchesters-der-stadt-jena-193334-programmzettelstaedtorchester-philarch.jpg\" alt=\"Programmzettel eines Wagner-Abends des St\u00e4dtischen Sinfonieorchesters von 29.11.1934\" width=\"650\" height=\"649\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/12\/jenakultur-im-takt-der-neuen-zeit-vier-wegbereiter-des-sinfonieorchesters-der-stadt-jena-193334-programmzettelstaedtorchester-philarch.jpg 801w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/12\/jenakultur-im-takt-der-neuen-zeit-vier-wegbereiter-des-sinfonieorchesters-der-stadt-jena-193334-programmzettelstaedtorchester-philarch-500x500.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/12\/jenakultur-im-takt-der-neuen-zeit-vier-wegbereiter-des-sinfonieorchesters-der-stadt-jena-193334-programmzettelstaedtorchester-philarch-400x400.jpg 400w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/12\/jenakultur-im-takt-der-neuen-zeit-vier-wegbereiter-des-sinfonieorchesters-der-stadt-jena-193334-programmzettelstaedtorchester-philarch-768x767.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/12\/jenakultur-im-takt-der-neuen-zeit-vier-wegbereiter-des-sinfonieorchesters-der-stadt-jena-193334-programmzettelstaedtorchester-philarch-691x690.jpg 691w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-15571\" class=\"wp-caption-text\">Archiv der Jenaer Philharmonie: &#8222;Wagner-Abend&#8220; im Volkshaus Jena \u2013 Programm vom 29.11.1934.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler verband sich der alte Traum von einem st\u00e4dtischen Orchester daher mit der Forderung nach einem vollst\u00e4ndigen \u201eNeubau des Jenaer Musiklebens\u201c. Dementsprechend hob das St\u00e4dtische Kulturamt in einer 1937 ver\u00f6ffentlichten Selbstdarstellung hervor, die Stadt Jena habe der \u201eMusikpflege\u201c seit 1933 einen besonders hohen Stellenwert einger\u00e4umt. Vor allem Armin Schmidt, Jenas Oberb\u00fcrgermeister und NSDAP-Kreisleiter, setzte demnach in der lokalen Kulturpolitik von Anfang an auf diese Karte. Der nationalsozialistisch dominierte Stadtrat hatte Schmidt bereits am 29. Mai 1933 kommissarisch zum Stadtoberhaupt ausgerufen, nachdem wenige Tage zuvor Angeh\u00f6rige der SA und der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation das Amtszimmer des Oberb\u00fcrgermeisters Elsner besetzt hatten. Sie inszenierten eine aufgebrachte Volksmenge und trugen zur T\u00e4uschung der \u00d6ffentlichkeit keine Uniformen. Der braune Mob gab vor, gegen Amtsmissbrauch und Misswirtschaft im St\u00e4dtischen Brauereiwesen zu protestieren. <a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[8]<\/a> In der erw\u00e4hnten Publikation des St\u00e4dtischen Kulturamtes aus dem Jahre 1937 gab der promovierte Jurist und Musikrezensent Arno Eisenhuth auch einen R\u00fcckblick auf die kommunale Musikpolitik seit der NS-Macht\u00fcbernahme. In diesem Beitrag legte Eisenhuth dar, die Gr\u00fcndung des St\u00e4dtischen Sinfonieorchesters zum 1. November 1934 sei \u201eim engsten Zusammenwirken mit der Reichsmusikkammer\u201c in Berlin erfolgt. Vor allem der Konzertgeiger Gustav Havemann habe den Jenaer Oberb\u00fcrgermeister und das St\u00e4dtische Kulturamt bei der Formierung des neuen Ensembles \u201etatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt\u201c. Immerhin war Havemann zu dieser Zeit in der Funktion\u00e4rshierarchie der Reichsmusikkammer zum Reichsfachamtsleiter aufger\u00fcckt. <a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[9]<\/a> Was wissen wir \u00fcber den rasanten musikpolitischen Aufstieg dieses auch im Ausland gesch\u00e4tzten Geigenvirtuosen und Dirigenten, der an der Berliner Hochschule f\u00fcr Musik bis 1945 einen Lehrauftrag wahrnahm?<\/p>\n<p>Die zeitgeschichtliche Forschung zeichnet ein \u00fcberaus wendungsreiches Lebensbild von Prof. Havemann. <a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[10]<\/a> In den ersten Jahren der Weimarer Republik sympathisierte er noch mit den bildungspolitischen und musikp\u00e4dagogischen Reformideen des Kulturpolitikers Leo Kestenberg; im April 1932 trat Havemann indes der NSDAP bei. Im gleichen Jahr initiierte er in Berlin die Bildung eines sog. Kampfbund-Orchesters, das aus stellungslosen Musikern bestand und auf dem H\u00f6hepunkt der Weltwirtschaftskrise f\u00fcr ein paar Groschen vor Arbeitslosen auftrat. Die zeitgen\u00f6ssische Selbstbezeichnung des Orchesters bezog sich auf den 1928 gegr\u00fcndeten Kampfbund f\u00fcr deutsche Kultur, der mittels solcher populistischen Aktionen Geistes-, Kunst- und Kulturschaffende f\u00fcr die Nazipartei zu gewinnen suchte. Im Verlauf des Jahres 1933 wurde das Kampfbund-Orchester der NSDAP-Gauleitung Berlin unterstellt. Dadurch geriet es noch st\u00e4rker in den Dunstkreis der kulturpolitischen Ambitionen des Gauleiters Joseph Goebbels, der am 13. M\u00e4rz 1933 zum Reichsminister f\u00fcr Volksaufkl\u00e4rung und Propaganda ernannt wurde. <a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[11]<\/a> Im Verlauf des Jahres 1932 hatte Havemann diesen f\u00fchrenden Nazipolitiker n\u00e4her kennengelernt, weil Goebbels mitunter den Auftritten des Kampfbund-Orchesters beiwohnte. Sie trafen sich nun h\u00e4ufiger am Rande von Konzerten oder auf abendlichen Empf\u00e4ngen der extrem nationalistischen K\u00fcnstlerszene Berlins. Vor einem solchen Kreis f\u00fchrte Havemann am 5. Dezember 1932 in der Dienstwohnung von Goebbels St\u00fccke von Johann Sebastian Bach auf. Unter den etwa 40 G\u00e4sten befanden sich auch der sp\u00e4tere Reichskanzler Hitler und Hermann G\u00f6ring. <a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>Zwischen Februar und April 1933 st\u00f6rten Mitglieder des Kampfbundes f\u00fcr deutsche Kultur in der Reichshauptstadt und weiteren gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten Veranstaltungen mit j\u00fcdischen Musiker:innen, provozierten tumultartige Auseinandersetzungen und riefen zum Boykott namhafter K\u00fcnstler:innen auf, um sie aus dem Musikleben zu verdr\u00e4ngen. Schon ein Jahr zuvor hatte Havemann im Namen des Kampfbundes vom Vorstand der Philharmonischen Gesellschaft Hamburg das Zugest\u00e4ndnis erpresst, die bereits f\u00fcr ein Brahms-Konzert vertraglich gebundenen j\u00fcdischen S\u00e4nger:innen und Instrumentalmusiker wieder auszuladen. <a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[13]<\/a> In seiner Funktion als Fachgruppenleiter Musik richtete er 1933 ein Schreiben des Kampfbundes an das Berliner Philharmonische Orchester, in dem Havemann die Ausgrenzung aller j\u00fcdischen Musiker:innen und insbesondere die Entlassung von Furtw\u00e4nglers Privatsekret\u00e4rin Dr. Berta Gei\u00dfmar forderte. Der prominente Dirigent, Komponist und Orchesterleiter sah sich veranlasst, einen offenen Brief an Goebbels zu verfassen, den einige ausl\u00e4ndische Zeitungen auf ihren Titelseiten ver\u00f6ffentlichten. In diesem Dokument stellte Furtw\u00e4ngler die antij\u00fcdische Ausgrenzungspraxis der NS-Musikpolitik in der Formulierung bedachtsam, aber unmissverst\u00e4ndlich in Frage. <a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Im Juli 1933 richtete der Kampfbund f\u00fcr deutsche Kultur in Greifswald sein erstes Musikfest aus. Havemann dirigierte das Orchester, alle Musiker trugen demonstrativ die Uniform der SA. Es erklangen St\u00fccke von Brahms und Reger, dessen Sinfonie \u201eEine vaterl\u00e4ndische Ouvert\u00fcre\u201c nach dem 30. Januar wieder h\u00e4ufiger aufgef\u00fchrt wurde, nachdem das im September 1914 entstandene St\u00fcck in der Weimarer Republik in Vergessenheit geraten war. <a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\">[15]<\/a> Das Werk geh\u00f6rte zum festen Repertoire der Orchester bzw. Kammermusikensemble des Kampfbundes, die in Gro\u00dfst\u00e4dten wie Halle\/Saale, Chemnitz und Wien entstanden waren. Nach der Macht\u00fcbernahme 1933 wurden diese neuen Klangk\u00f6rper aus \u00f6ffentlichen Mitteln oder durch NS-nahe K\u00fcnstlervereinigungen finanziert. <a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\">[16]<\/a> Dar\u00fcber hinaus ging aus dem Kern der Fachgruppe Musik des einflussreichen Berliner Kampfbundes nach mehreren Zwischenschritten und verwickelten Umorganisationen die Reichsmusikkammer hervor. <a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">[17]<\/a> Sie unterstand neben sechs weiteren K\u00fcnstlerkammern der Reichskulturkammer, die Goebbels am 15. November 1933 er\u00f6ffnete. Als Pr\u00e4sident der Reichsmusikkammer wirkte bis Mitte 1935 der Dirigent und Komponist Richard Strauss, als sein Stellvertreter Furtw\u00e4ngler, der sich aber schon Ende 1934 zum R\u00fccktritt gezwungen sah. Zu diesem Zeitpunkt geh\u00f6rten der Reichsmusikkammer ca. 170.000 Mitglieder an, darunter bis zum Erlass der N\u00fcrnberger Rassengesetze im Jahre 1935 noch 1.024 j\u00fcdische Musiker:innen. <a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>De jure stellten diese berufsst\u00e4ndischen Kammern zwar K\u00f6rperschaften des \u00f6ffentlichen Rechts dar, de facto jedoch Zwangsorganisationen. Laut Reichsgesetz erfasste die Reichsmusikkammer alle Berufsmusiker:innen und musikalischen Laienkreise, die irgendwie am Vertrieb oder der Auff\u00fchrung von Musik beteiligt waren. Sie glich einem b\u00fcrokratischen \u201eMonster\u201c, dem 1933\/34 neben der Zentralverwaltung neun Fachverb\u00e4nde und zwei Au\u00dfen\u00e4mter zugeordnet wurden. Havemann leitete bis zu seiner Abberufung <a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\">[19]<\/a> im Sommer 1935 den Fachverband B, die \u201eReichsmusikerschaft\u201c. Allein diese Institution umfasste sechs Reichsfachschaften, vierzehn Landesmusiker- und ca. 500 Ortmusikerschaften. Diesen Unterorganisationen mussten alle Orchester- und Ensemblemusiker:innen, Musikerzieher:innen, Kapellmeister, Solist:innen und Kirchenmusiker beitreten; die Mitgliedschaft war beitragspflichtig. <a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\">[20]<\/a> Vordem hatten sich alle Musikschaffenden einer b\u00fcrokratischen \u00dcberpr\u00fcfung durch die Reichsmusikkammer zu unterziehen, von der die Ausstellung einer sog. Lizenzkarte abhing. Ohne deren Vorlage durften Musiker und S\u00e4nger:innen fortan nicht mehr auftreten. Die Verwaltung der Kammer versandte entsprechende Frageb\u00f6gen, auf denen \u201earisch\u201c oder \u201enichtarisch\u201c zur Frage nach der \u201eAbstammung\u201c angegeben werden musste. <a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\">[21]<\/a> Vor diesem Hintergrund verf\u00fcgte Havemann \u00fcber eine Schl\u00fcsselstellung in der Personalpolitik der Reichsmusikkammer. An der Berliner Hochschule f\u00fcr Musik bediente er sich nachweisbar solcher rassistischen Auswahlkriterien bei der Besetzung neuer Stellen, w\u00e4hrend Musiker und Dozenten von ihm entlassen wurden, die als \u201ej\u00fcdisch\u201c oder \u201ekulturbolschewistisch\u201c denunziert worden waren. Daneben nahm Havemann auch auf die fachliche und instrumentale Ausstattung der Orchester Einfluss. Im Falle Jenas behielt er sich ausdr\u00fccklich vor, die \u201eherausragendsten\u201c Streicher unter den zahlreichen Bewerbern f\u00fcr das neue St\u00e4dtische Sinfonieorchester auszuw\u00e4hlen. <a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\">[22]<\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_15576\" aria-describedby=\"caption-attachment-15576\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-15576\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/12\/jenakultur-im-takt-der-neuen-zeit-vier-wegbereiter-des-sinfonieorchesters-der-stadt-jena-193334-jp-benefiz-ukraine-2022jenakultur-cworsch.jpg\" alt=\"Blick durch die Fl\u00fcgelt\u00fcren in den gro\u00dfes Saal des Volkshauses Jena: Publikum, Jenaer Philharmonie auf der B\u00fchne, die Orgel dar\u00fcber wird in den Ukrainischen Nationalfarben angestrahlt\" width=\"1200\" height=\"630\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/12\/jenakultur-im-takt-der-neuen-zeit-vier-wegbereiter-des-sinfonieorchesters-der-stadt-jena-193334-jp-benefiz-ukraine-2022jenakultur-cworsch.jpg 1200w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/12\/jenakultur-im-takt-der-neuen-zeit-vier-wegbereiter-des-sinfonieorchesters-der-stadt-jena-193334-jp-benefiz-ukraine-2022jenakultur-cworsch-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/12\/jenakultur-im-takt-der-neuen-zeit-vier-wegbereiter-des-sinfonieorchesters-der-stadt-jena-193334-jp-benefiz-ukraine-2022jenakultur-cworsch-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/12\/jenakultur-im-takt-der-neuen-zeit-vier-wegbereiter-des-sinfonieorchesters-der-stadt-jena-193334-jp-benefiz-ukraine-2022jenakultur-cworsch-768x403.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-15576\" class=\"wp-caption-text\">JenaKultur, C. Worsch: Die Jenaer Philharmonie 2022 bei einem Benefizkonzert f\u00fcr die Ukraine.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Obendrein gelang es Havemann dank seines politischen Netzwerks, zumindest einen Teil der f\u00fcr die Einrichtung des St\u00e4dtischen Sinfonieorchesters Jena ben\u00f6tigten Finanzmittel aufzubringen, dem anfangs 28 und 1937 bereits 37 Berufsmusiker angeh\u00f6rten. Verfolgen wir die Spur des Geldes, zeigt ein Blick in den Haushaltsplan der Stadt Jena f\u00fcr das Rechnungsjahr 1934, <a href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\">[23]<\/a> dass im Jahr 1933 weder Haushaltsmittel f\u00fcr einen neuen Klangk\u00f6rper eingeplant worden waren noch im Verlauf des Folgejahres daf\u00fcr ausgegeben wurden. Der Haushaltstitel \u201eSt\u00e4dtisches Orchester\u201c findet sich erstmals im \u201eVoranschlag\u201c f\u00fcr den Haushalt im Jahre 1935, bezeichnenderweise unter der Rubrik 5. \u201eVolksbildung\u201c. <a href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\">[24]<\/a> Es waren Gesamtausgaben in H\u00f6he von 56.120 Reichsmark vorgesehen, abz\u00fcglich der geplanten Einnahmen verblieb ein erforderlicher Zuschuss in H\u00f6he von 39.160 RM, um alle Ausgaben zu decken. Zum Vergleich und zur besseren Einordnung dieser Haushaltsl\u00fccke: Der ausgewiesene Etat f\u00fcr das <a href=\"https:\/\/www.stadtmuseum-jena.de\/de\/startseite\/677121\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stadtmuseum Jena<\/a> sah Gesamtausgaben in H\u00f6he von 12.940 RM und einen Zuschuss von 12.190 RM vor. Einen Fingerzeig auf die Unterst\u00fctzung des Orchesters durch Dritte gibt uns die \u00dcbersicht \u201eEinnahmen\u201c, in der Zusch\u00fcsse durch die \u201eReichsmusikerschaft\u201c in H\u00f6he von 4.800 RM f\u00fcr das Haushaltsjahr 1935 ausgewiesen werden. <a href=\"#_edn25\" name=\"_ednref25\">[25]<\/a> Vermutlich verf\u00fcgte die von Havemann geleitete K\u00f6rperschaft noch \u00fcber ganz andere Kan\u00e4le, um den Aufbau des Jenaer Sinfonieorchesters finanziell abzusichern. Denn laut Voranschlag sollten vom Orchester im Haushaltsjahr 1935 allein 12.160 RM aus Eintrittsgeldern generiert werden, was sehr ambitioniert erscheint. Das Jenaer Stadtmuseum veranschlagte lediglich 500 RM aus Eintrittsgeldern aufzubringen. <a href=\"#_edn26\" name=\"_ednref26\">[26]<\/a><\/p>\n<p>Allerdings zog sich der organisatorische Ausbau der \u201eReichsmusikerschaft\u201c \u00fcber das ganze Jahr 1934 hin, besonders auf der Orts- bzw. Kreisebene. Georg Koell, ein Musiklehrer aus Winzerla und Komponist von Kammer- und Kirchenmusik, wurde zwar am 22. Januar 1934 zum Leiter der Ortsmusikerschaft des Fachverbandes B in der Reichsmusikkammer ernannt. Seine Aufgabe best\u00fcnde darin, die Unterorganisation der \u201eReichsmusikerschaft\u201c in den Kreisen Jena und Stadtroda aufzubauen, wie er dem Th\u00fcringischen Ministerium f\u00fcr Volksbildung am 20. August 1934 mitteilte. Doch die f\u00fcr den gesamten mitteldeutschen Raum zust\u00e4ndige Gesch\u00e4ftsstelle der Landesmusikerschaft in Halle\/Saale konnte ihm erst Ende August 1934 einen Etat f\u00fcr seine laufenden Ausgaben in Aussicht stellen. <a href=\"#_edn27\" name=\"_ednref27\">[27]<\/a> Koell geh\u00f6rte seit dem 1. April 1933 der NSDAP an <a href=\"#_edn28\" name=\"_ednref28\">[28]<\/a> und agierte zwischen 1934 und 1936 au\u00dferdem als St\u00e4dtischer Musikbeauftragter in Jena. Dabei handelte es sich um ein kommunales Ehrenamt, das f\u00fcr die Abstimmung und Zusammenstellung der Konzertpl\u00e4ne von zunehmender Bedeutung war. <a href=\"#_edn29\" name=\"_ednref29\">[29]<\/a> Wahrscheinlich mit Blick auf die <a href=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2023\/11\/03\/jena-images\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">700-Jahr-Feier der Stadt<\/a> \u00fcbernahm der Jenaer Oberb\u00fcrgermeister Schmidt 1936 diese Aufgabe. Als ein weiterer F\u00f6rderer und Garant der nachhaltigen Bezuschussung des St\u00e4dtischen Sinfonieorchesters darf der Hochschullehrer, Musikp\u00e4dagoge und Dirigent Felix Oberborbeck gelten. Denn er stand der \u201eReichsmusikerschaft\u201c Havemanns im NSDAP-Gau Gro\u00dfth\u00fcringen seit Herbst 1934 als Musikberater zur Seite. <a href=\"#_edn30\" name=\"_ednref30\">[30]<\/a> Hauptberuflich wirkte Oberborbeck als Direktor an der Staatlichen Hochschule f\u00fcr Musik in Weimar. Zugleich fungierte er seit dem 10. April 1934 als Musikreferent im Th\u00fcringischen Ministerium f\u00fcr Volksbildung. \u00c4hnlich Havemann operierte Oberborbeck wie ein \u201eTaktgeber\u201c in der Kultur- und Musikpolitik des fr\u00fchen NS-Regimes. <a href=\"#_edn31\" name=\"_ednref31\">[31]<\/a> \u00a0\u00a0<\/p>\n<p><em>Wir danken R\u00fcdiger Stutz f\u00fcr seine wie immer gut recherchierten und kritischen Ausf\u00fchrungen!<\/em><br \/><em>Wussten Sie, liebe Leser:innen, unter welchen Bedingungen und Einfl\u00fcssen die Jenaer Philharmonie gegr\u00fcndet wurde? Teilen Sie Ihre Gedanken mit uns in den Kommentaren!<\/em><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> Rudolf Volkmann: Das Akademische Konzert, in: Jenaische Zeitung vom 13.6.1938 [Sonderdruck]. Vgl. Otto L\u00f6w: Akademische Konzerte, in: R\u00fcdiger Stutz\/Matias Mieth (Hg.): Jena. Lexikon zur Stadtgeschichte, Berching 2018, S. 34.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a> Hans Lehmann: Musikstadt Jena, in: Jena zur Jahrtausendwende. Eine Zeitdokumentation in Wort und Bild, Jena 2000, S. 128-131, hier S. 130.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a> Ingeburg u. Otto L\u00f6w: 60 Jahre Sinfonieorchester Jena. 25 Jahre Jenaer Philharmonie, [Jena 1994], S. 5.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> Konrad Huschke: Jenaer Musikfest 1931 (16. bis 18. Mai), in: Weimarische Zeitung, Nr. 115 vom 18.5.1931, zit. nach: Landesarchiv Th\u00fcringen \u2013 Hauptstaatsarchiv Weimar (LATh \u2013 HStA Weimar), Personalakten aus dem Bereich Volksbildung Nr. 32410, Bl. 27v.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a> Otto Reuter: Siebentes Deutsches Brahms-Fest in Jena. Das Deutsche Requiem \u2013 Begr\u00fc\u00dfung im Rathaus, zit. nach: LATh \u2013 HStA Weimar, Personalakten aus dem Bereich Volksbildung Nr. 32410, Bl. 13v.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a> Gert-Eberhard K\u00fchne: Ernst Schwassmann. \u201eVater\u201c der Jenaer Philharmonie. Kapellmeister des St\u00e4dtischen Sinfonieorchesters Jena 1934-45, Bucha bei Jena 2018, S. 134. Vgl. Dietmar Ebert: Zur Geschichte der Jenaer Philharmonie, in: Birgit Liebold\/ Margret Franz (Hg.): Volkshaus Jena. Versuch einer Chronik, Jena\/Quedlinburg 2003, S. 123-132.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a> Arno Eisenhuth: Musikpflege der Stadt Jena, in: Jena. 4 Jahre Kulturpflege, Jena 1937, S. 7-12, hier S. 8. Als Erster fragte der Zeithistoriker Rick Tazelaar nach den gesellschaftlichen Hintergr\u00fcnden der Jenaer Orchestergr\u00fcndung in der fr\u00fchen Nazizeit. Ders.: Das St\u00e4dtische Sinfonieorchester Jena und die nationalsozialistische Kulturpolitik. Masterarbeit zur Erlangung des akademischen Grades Master of Arts, MS., Jena 2016.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a> R\u00fcdiger Stutz: Elsner, Georg Alexander, in: Stutz\/Mieth (Hg.), Jena. Lexikon, S. 175f. Vgl. Anke John: Lokal- und Regionalgeschichte, Frankfurt am Main [2018], S. 185-200.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a> Eisenhuth, Musikpflege, S. 8.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a> <a href=\"https:\/\/holocaustmusic.ort.org\/de\/politics-and-propaganda\/third-reich\/havemann-gustav\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">holocaustmusic.org\/havemann-gustav<\/a> (Abgerufen: 9. Dezember 2024).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a> Fred K. Prieberg: Musik im NS-Staat, Frankfurt am Main 1989, S. 40.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a> Die Tageb\u00fccher von Joseph Goebbels. Herausgegeben von Elke Fr\u00f6hlich. Teil I Aufzeichnungen 1923-1941, Band 2\/III Oktober 1932-M\u00e4rz 1934. Bearbeitet von Angela Hermann, M\u00fcnchen 2006, S. 75. Vgl. ebd., S. 40.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a> Prieberg, Musik im NS-Staat, S. 41.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[14]<\/a> Ebd., S. 50.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[15]<\/a> Ebd., S. 116. Vgl. <a href=\"https:\/\/ul.qucosa.de\/landing-page\/?tx_dlf[id]=https%3A%2F%2Ful.qucosa.de%2Fapi%2Fqucosa%253A32329%2Fmets\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stefan Keym: Bekenntnis- oder Gelegenheitswerk?<\/a> Max Regers Vaterl\u00e4ndische Ouvert\u00fcre und die Tradition politischer und religi\u00f6ser Liedzitate in der Sinfonik, in: Musikgeschichte in Mittel- und Osteuropa: Mitteilungen der internationalen Arbeitsgemeinschaft an der Universit\u00e4t Leipzig in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der internationalen Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr die Musikgeschichte in Mittel- und Osteuropa an der Universit\u00e4t Leipzig, Bd. 18 (2017), S. 278-301.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[16]<\/a> Prieberg, Musik im NS-Staat, S. 115.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[17]<\/a> Ebd., S. 51. Vgl. Robert Havemann: Das Reichskartell der deutschen Berufsmusiker als Vorstufe der Musiker- und Musikkammer, in: Deutsche Kultur-Wacht, II\/18 vom 5.8.1933.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[18]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reichsmusikkammer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Reichsmusikkammer<\/a>, in: Wikipedia \u2013 Die freie Enzyklop\u00e4die. Bearbeitungsstand: 28. April 2024, 15:28 UTC. (Abgerufen: 28. November 2024, 17:45 UTC). Vgl. Prieberg, Musik im NS-Staat, S. 63, 167-169, 176f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[19]<\/a> Havemann fiel bei Hitler und Goebbels in Ungnade, weil er sich im Juni 1935 in einem Rundschreiben der Reichsmusikkammer an Hitler und elf Reichsminister bzw. Reichsleiter der NSDAP f\u00fcr die Auff\u00fchrung einer Oper von Paul Hindemith ausgesprochen hatte. Doch er genoss weiterhin gro\u00dfe Privilegien des Regimes, wie eine Unterredung auf Einladung Hitlers 1937 zeigte. Nina Okrassa: Peter Raabe. Dirigent, Musikschriftsteller und Pr\u00e4sident der Reichsmusikkammer (1872-1945), K\u00f6ln\/Weimar\/Wien 2004, S. 269 u. 385. Vgl. Eckhard John: Musikbolschewismus. Die Politisierung der Musik in Deutschland 1918-1938, Stuttgart\/Weimar 1994, S. 359f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[20]<\/a> Vgl. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reichsmusikkammer#\/media\/Datei:Reichsmusikkammer_Organigramm_1934.png\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-rel=\"lightbox-gallery-Bo5Uq3tt\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\">Reichsmusikkammer Organigramm 1934.png<\/a>. (2021, Dezember 1). Wikimedia Commons. Retrieved 14:44, Dezember 1, 2024.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[21]<\/a> Okrassa, Peter Raabe, S. 196-206, hier S. 203.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[22]<\/a> Ingeburg u. Otto L\u00f6w, 60 Jahre Sinfonieorchester, S. 7.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\">[23]<\/a> Haushaltplan der Universit\u00e4tsstadt Jena f\u00fcr das Rechnungsjahr 1934 (1. April 1934 bis 31. M\u00e4rz 1935), S. 32-35.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\">[24]<\/a> Haushaltplan der Universit\u00e4tsstadt Jena f\u00fcr das Rechnungsjahr 1935 (1. April 1935 bis 31. M\u00e4rz 1936), S. 6.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref25\" name=\"_edn25\">[25]<\/a> Ebd., S. 34f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref26\" name=\"_edn26\">[26]<\/a> Ebd., S. 34.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref27\" name=\"_edn27\">[27]<\/a> LATh \u2013 HStA Weimar, Personalakten aus dem Bereich Volksbildung Nr. 14127, Band 1, Bl. 66v; vgl. K\u00fchne, Schwassmann, S. 138f. u. Kirchenkonzert in Burgau, in: Jenaische Zeitung vom 3.5.1933, zit. nach: LATh \u2013 HStA Weimar, Personalakten aus dem Bereich Volksbildung Nr. 14127, Band 1, Bl. 64v.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref28\" name=\"_edn28\">[28]<\/a> LATh \u2013 HstA Weimar, Personalakten aus dem Bereich Volksbildung Nr. 14127, Band 2, Land Th\u00fcringen, Landesamt f\u00fcr Volksbildung an den Schulrat Dr. Schrader vom Kreisbildungsamt in Jena, Schreiben vom 16.8.1946.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref29\" name=\"_edn29\">[29]<\/a> Prieberg, Musik im NS-Staat, S. 187f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref30\" name=\"_edn30\">[30]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Felix_Oberborbeck&amp;oldid=250561348\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Felix Oberborbeck<\/a>, in: Wikipedia \u2013 Die freie Enzyklop\u00e4die. Bearbeitungsstand: 21. November 2024, 22:07 UTC (Abgerufen: 1. Dezember 2024, 14:53 UTC).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref31\" name=\"_edn31\">[31]<\/a> Vgl. die <a href=\"https:\/\/www.hmtm-hannover.de\/fileadmin\/mount\/pdf\/Bibliothek\/oberborbeck_nachlass_2.fassung.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vita und Beschreibung des Aktenbestandes im Nachlass Felix Oberborbeck<\/a> (PDF), der im Archiv der Hochschule f\u00fcr Musik, Theater und Medien Hannover verwahrt wird (Abgerufen: 1. Dezember 2024).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Abschluss des Jubil\u00e4umsjahres &#8222;90 Jahre Jenaer Philharmonie&#8220; folgte der ehemalige Stadthistoriker Dr. R\u00fcdiger Stutz gemeinsam mit Prof. Gert-Eberhard K\u00fchne der Einladung zum&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":15557,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,13,9,358],"tags":[1131,124,1193,77,1195,360,1194],"class_list":["post-15542","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-jenaer-philharmonie","category-jenakultur","category-stadtgeschichtsforschung","tag-dr-ruediger-stutz","tag-jenaer-philharmonie","tag-ns-zeit","tag-stadtgeschichte","tag-stadthistorik","tag-stadthistoriker","tag-staedtisches-sinfonieorchester"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15542","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15542"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15542\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15585,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15542\/revisions\/15585"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15557"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15542"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15542"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15542"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}