{"id":15017,"date":"2024-11-29T07:30:00","date_gmt":"2024-11-29T06:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?p=15017"},"modified":"2024-12-03T10:45:43","modified_gmt":"2024-12-03T09:45:43","slug":"der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2024\/11\/29\/der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg\/","title":{"rendered":"Der Felsendichter vom feuerspeienden Berg"},"content":{"rendered":"\n<h2>Gem\u00e4lde, Zeichnungen und Skizzenb\u00fccher von Gert H. Wollheim in der Jenaer Kunstsammlung<\/h2>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ab 7. Dezember 2024 zeigt die Kunstsammlung Jena das <a href=\"https:\/\/www.kunstsammlung-jena.de\/de\/\/1004604\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Werk eines Ausnahmek\u00fcnstlers<\/a>, dessen Arbeiten seit \u00fcber 20 Jahren nicht ausgestellt wurden. Warum? Das h\u00e4ngt mit einer bewegten und oft dramatischen Biografie zusammen, in deren Folge das \u0152uvre Wollheims weit \u00fcber den Globus verstreut wurde.<\/p>\n<p>Erik Stephan, Leiter der <a href=\"https:\/\/www.museen-jena.de\/de\/startseite\/679372\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">St\u00e4dtischen Museen Jena<\/a> und Kurator der <a href=\"https:\/\/www.kunstsammlung-jena.de\/de\/startseite\/678376\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kunstsammlung Jena<\/a> nimmt Sie mit in ein aufw\u00fchlendes Leben.<\/p>\n\n\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>\u201eSei k\u00fchn mit deinen Projekten, denn die K\u00fchnheit deines Planes steht in engster<\/em> <em>Beziehung zu der formalen Entwicklung deiner Vorstellung. Wer nie ein tobendes<\/em> <em>Pferd hat zeichnen wollen, wie k\u00f6nnte der darauf kommen, dass auch ein Baum<\/em> <em>bewegt und ein Stein mit Riesenkr\u00e4ften geladen sei.\u201c <\/em><br><br><em>Gert H. Wollheim, 1942<\/em><br>&nbsp;<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n\n\n<p>Gert Heinrich Wollheim ist eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts: In seinen Bildern versammelt sich die abendl\u00e4ndische Kunstgeschichte zu einem fr\u00f6hlichen Miteinander, eine Postmoderne, die in der Moderne gereift ist und vor allem eines ausdr\u00fcckt, eine unb\u00e4ndige Lust an der Malerei. Er wurde als \u201eAvantgardist von gestern\u201c bezeichnet, z\u00e4hlte aber zu den Revolution\u00e4ren seiner Zeit, er war Herkules und Don Quichotte gleicherma\u00dfen und hat ein Werk geschaffen, das ohne Vergleich ist. Nach Verfolgung, Internierung und Exil lebte er bis zu seinem Tode in New York und wurde in Deutschland fast vergessen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"355\" height=\"500\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-ghw-selbstbildnis-1928-oel-holz-355x500.jpg\" alt=\"Gert H. Wollheim: Selbstbildnis | 1928 | \u00d6l-Holz\" class=\"wp-image-15141\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-ghw-selbstbildnis-1928-oel-holz-355x500.jpg 355w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-ghw-selbstbildnis-1928-oel-holz-710x1000.jpg 710w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-ghw-selbstbildnis-1928-oel-holz-768x1082.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-ghw-selbstbildnis-1928-oel-holz-1090x1536.jpg 1090w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-ghw-selbstbildnis-1928-oel-holz-490x690.jpg 490w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-ghw-selbstbildnis-1928-oel-holz.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gert H. Wollheim: Selbstbildnis | 1928 <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Gert Heinrich Wollheim wird am 11. September 1894 als mittlerer der drei S\u00f6hne des Automatenfabrikanten Heinrich und Gertrud Wollheim in Dresden-Loschwitz geboren. Wenige Jahre sp\u00e4ter siedelt die Familie nach Berlin \u00fcber, wo Wollheim auch die Schule besucht.<\/p>\n<p>Seine k\u00fcnstlerische Ausbildung beginnt er in der Freilicht-Aktschule des Malers Hans Lietzmann in Torbole am Gardasee und setzt diese ab 1911 an der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gro%C3%9Fherzoglich-S%C3%A4chsische_Kunstschule_Weimar\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gro\u00dfherzoglichen Schule f\u00fcr bildende Kunst in Weimar<\/a> fort. Er studiert bei Gottlieb Forster, Fritz Mackensen und Albin Egger-Lienz; seine Kommilitonen sind Otto Pankok, Peter R\u00f6hl, Carl Lohse, Heinrich Stassen und Otto Herbig. 1914 folgt er Egger-Linz nach Klausen in Tirol, um seine F\u00e4higkeiten in der figurativen Malerei zu vervollkommnen. Seine Ausbildung wird durch den Beginn des Ersten Weltkrieges beendet, an dem er als Soldat, zun\u00e4chst an der Ost- und sp\u00e4ter an der Westfront, teilnimmt. Die Eindr\u00fccke des Krieges h\u00e4lt er in Gedichten und Zeichnungen fest. Die Verzweiflung in den Sch\u00fctzengraben, die Hinrichtung Unschuldiger und andere traumatische Erlebnisse kehren immer wieder, wie etwa ein Bauchschuss, den er 1919 in dem Triptychon \u201eDer Verwundete\u201c in beklemmender Expressivit\u00e4t darstellt. &nbsp;<\/p>\n<p>Nach Kriegsende flieht Wollheim die \u201eStadt-Illusionen\u201c und mit Otto Pankok, dessen Freunden Ulfert L\u00fcken und Hermann Baptist Hundt nach Remels\/Ostfriesland, um nach neuen gesellschaftlichen Modellen zu leben und gemeinsam zu arbeiten. Wollheim wohnt bei der B\u00e4ckerfamilie Weihen, wird Pate der Tochter Gerda, spielt Geige, rezitiert Gedichte und integriert sich im Leben des Dorfes. Doch bereits Ende 1919 zieht es ihn nach D\u00fcsseldorf, wo er (und Pankok) sich den K\u00fcnstlervereinigungen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aktivistenbund_1919\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eAktivistenbund 1919\u201c<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Das_Junge_Rheinland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eDas Junge Rheinland\u201c<\/a> anschlie\u00dft.<\/p>\n<p>Im Februar 1920 beteiligt er sich an den Aktivit\u00e4ten im <a href=\"https:\/\/malkasten.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">K\u00fcnstlerverein Malkasten<\/a>, dessen reaktion\u00e4re Mitglieder ihn jedoch verh\u00f6hnen, worauf sich der K\u00fcnstler aus diesem Kreis schnell wieder zur\u00fcckzieht. Die Ausstellung seines Anti-Kriegsbildes \u201eDer Verwundete\u201c erregt das Publikum derart, dass er es Johanna Ey, einer unabh\u00e4ngigen Kunsth\u00e4ndlerin, schenkt, die es \u00fcber ihrem Bett aufh\u00e4ngt. Es kommt zu zahlreichen, heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Vertreter:innen der akademisch-tradierten und denen der neuen Kunst. In der Galerie \u201eNeue Kunst Frau Ey\u201c, f\u00fcr die Wollheim auch die Zeitschrift \u201eDas Ey\u201c, ein Kampfblatt, herausgibt, finden zahlreichen Ausstellungen statt. Diesem Kreis stehen wenig sp\u00e4ter auch Max Ernst und Otto Dix nahe. Wollheim unterst\u00fctzt \u2013 zusammen mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutscher_Monistenbund\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eMonistenbund\u201c<\/a>, \u201eEy\u201c und <a href=\"https:\/\/www.kulturamrhein.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eFreie Volksb\u00fchne\u201c<\/a> \u2013 die Gr\u00fcndung der anarcho-syndikalistischen Arbeitersiedlung \u201eFreie Erde\u201c am Stadtrand im S\u00fcden D\u00fcsseldorfs und hilft bei der Besorgung des Grundst\u00fccks.<\/p>\n<p>Es kommt zur Zusammenarbeit mit der Freien Volksb\u00fchne und zur Auff\u00fchrung seines Werkes \u201eEin Theaterst\u00fcck im Freien\u201c in drei Akten. Wollheim ist hier Maler, Dichter und Schauspieler in einer Person, spielt den Theaterdirektor und proklamiert die \u201eF\u00fchlungnahme zwischen der freien Landschaft mit dem Denken und Handeln der Menschen\u201c. 1921 heiratet Wollheim die Pianistin Leni Stein, der er eine \u201eBrautmappe\u201c mit Lithografien widmet. 1922 initiiert er zusammen mit Adolf Uzarski die \u201e1. Internationale Kunstausstellung\u201c in D\u00fcsseldorf und den \u201e1. Kongress der Union fortschrittlicher internationaler K\u00fcnstler\u201c. Wollheim beteiligt sich mit satirischen sozialkritischen Zeichnungen an der linken Satirezeitschrift \u201eDie Peitsche\u201c. Der Stil der politischen Auseinandersetzung wird sichtlich sch\u00e4rfer. 1924 entsteht das gro\u00dfe res\u00fcmierende Vielfigurenbild \u201eAbschied von D\u00fcsseldorf\u201c, das 1925 in der \u201eFr\u00fchjahrsausstellung\u201c der Preu\u00dfischen Akademie der K\u00fcnste und sp\u00e4ter auf der \u201e24th International Exhibition\u201c des Carnegie Institutes in Pittsburgh ausgestellt wird.<\/p>\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"380\" height=\"500\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-blog-ghw-spinatesser-1921-380x500.jpg\" alt=\"Gert H. Wollheim: Spinatfresser | 1921\" class=\"wp-image-15025\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-blog-ghw-spinatesser-1921-380x500.jpg 380w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-blog-ghw-spinatesser-1921-759x1000.jpg 759w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-blog-ghw-spinatesser-1921-768x1012.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-blog-ghw-spinatesser-1921-1166x1536.jpg 1166w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-blog-ghw-spinatesser-1921-524x690.jpg 524w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-blog-ghw-spinatesser-1921.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gert H. Wollheim: Spinatfresser | 1921<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"418\" height=\"500\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-ghw-die-taenzerin-1922-418x500.jpg\" alt=\"Gert H. 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Wollheim: Die T\u00e4nzerin | 1922<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"386\" height=\"500\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-ghw-dame-mit-liebhaber-die-unterwerfung-1926-386x500.jpg\" alt=\"Gert H. 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Wollheim: Dame mit Liebhaber \u2013 Die Unterwerfung | 1926<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>&#8222;Es ist still geworden in D\u00fcsseldorf [&#8230;]. Die Linie des Dollars geht im Zick-Zack und die Mark verkr\u00fcmelt sich ewig im Staube. Unz\u00e4hlige neue Kapitalisten sind entstanden [&#8230;] es gibt unz\u00e4hlige neue Salons, Herrenzimmer, Speisezimmer, Fremdenzimmer mit leeren W\u00e4nden, die nach Behang schreien. Auf Qualit\u00e4t kommt&#8217;s nicht an, nur Quantit\u00e4t. Stilleben f\u00fcrs Speisezimmer, Portr\u00e4ts \u00fcber die Sofas, um Familienzauber zu mimen und f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Ahnengalerie, Landschaften, Genres, Masse &#8211; Masse. Der Papiermarkwohlstand hat geradezu zerst\u00f6rend auf die sowieso schon schablonierte Kunst der Akademieprofessoren und ihrer Schulen gewirkt. Die Herstellung von Bildern ist zu einer bl\u00fchenden Industrie geworden. Und Handel mit Bildern der beliebteste Handelszweig. Friseure, Tabakh\u00e4ndler, Zahn\u00e4rzte, Tuchh\u00e4ndler betreiben nebenbei den Handel mit Bildern [&#8230;]. Ein ganz anderer K\u00fcnstler ist Gert Heinrich Wollheim [&#8230;]. Er ist der Mystiker des Ver\u00adstands, der gro\u00dfe Gaukler [&#8230;]. Dinge des Unterbewu\u00dftseins, des Traums und der Dynamik des Animalischen, des Worts und Begriffs malt er hin. Seine Kunst ist metaphysische Spekulation, f\u00fcr den Augenblick auf die Ebene der Realit\u00e4t kondensiert.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em><\/p>\n<p><em>Gerth Schreiner am 8. Mai 1923 in der sozialdemokratischen \u201eVolkszeitung\u201c<\/em><\/p>\n\n\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wollheim erf\u00e4hrt zunehmende k\u00fcnstlerische Anerkennung und siedelt im September 1925 nach Berlin \u00fcber, wo er Mitglied der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Novembergruppe\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Novembergruppe<\/a> wird. Zu seinem neuen Berliner Umfeld z\u00e4hlen Georg Grosz und Otto Dix, doch auch die Kontakte nach D\u00fcsseldorf pflegt er weiter. Er portr\u00e4tiert mehrfach die russische T\u00e4nzerin Tatjana Barbakoff, die er bereits in D\u00fcsseldorf kennen gelernt hat und die sp\u00e4ter seine Lebensgef\u00e4hrtin wird. Die Vielfalt und Breite seines k\u00fcnstlerischen Schaffens in verschiedenen Genres, wie Portr\u00e4t, Stillleben oder mythologische Arbeiten, wird bewundert und kritisiert. Auf der 27. Internationalen Ausstellung des Carnegie Institutes in Pittsburgh ist Wollheim 1927 mit drei Bildern vertreten. Auch sonst ist er ein gefragter K\u00fcnstler, hat Kontakt mit vielen K\u00fcnstler:innen seiner Zeit (Alfred D\u00f6blin, Leonhard Frank, Else Lasker-Sch\u00fcler u.a.m.) und ist an zahlreichen Ausstellungen \u2013 vor allem in Berlin und D\u00fcsseldorf \u2013 beteiligt.<\/p>\n<p>Bereits kurz nach Hitlers Machtergreifung kommt es 1933 zu einer ersten Verhaftungswelle von Regime-Gegner:innen, unter denen Wollheim eine prominente Stellung einnimmt. Er wird von Ausstellungen ausgeschlossen und der \u201eReichsverband bildender K\u00fcnstler\u201c schlie\u00dft seine Mitgliedschaft im Vorstand aus.<\/p>\n<p>Wenig sp\u00e4ter gelingt ihm die Flucht, und er l\u00e4sst sich mit seiner Lebensgef\u00e4hrtin Tatjana Barbakoff in Paris nieder. Leni Stein sendet ihm dreizehn seiner Berliner Bilder. Trotz Exil leben, arbeiten und vernetzen sich die K\u00fcnstler:innen in Paris. Wollheim kann wiederholt ausstellen und beteiligt sich am Kollektiv Deutscher K\u00fcnstler, dem Max Ernst, Otto Freundlich und Horst Strempel angeh\u00f6ren. In Deutschland wird Wollheim 1937 \u2013 auch wegen seiner j\u00fcdischen Herkunft \u2013 als \u201eEntarteter K\u00fcnstler\u201c eingeordnet und in der Aktion \u201eEntartete Kunst\u201c werden etwa zwanzig seiner Werke aus der Nationalgalerie, den Kunstsammlungen der Stadt D\u00fcsseldorf, dem Wallraf-Richartz-Museum K\u00f6ln sowie dem Kaiser-Wilhelm-Museum Krefeld beschlagnahmt und teilweise zerst\u00f6rt. Wollheim geh\u00f6rt 1937 zu den Mitbegr\u00fcndern des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutscher_K%C3%BCnstlerbund\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eDeutschen K\u00fcnstlerbundes\u201c<\/a>, der ab 1938 als<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Freier_K%C3%BCnstlerbund\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> \u201eFreier K\u00fcnstlerbund\u201c<\/a> (\u201eUnion des artistes libres\u201c) firmiert. Die letzte gr\u00f6\u00dfere Initiative des Freien K\u00fcnstlerbundes ist die Vorbereitung einer Ausstellung \u201eDeutschland von gestern &#8211; Deutschland von morgen\u201c f\u00fcr die Weltausstellung 1939 in New York. Der Zweite Weltkrieg macht alle weiteren Aktivit\u00e4ten zunichte und die deutschen Emigrant:innen werden in verschiedenen Lagern interniert. Auch Wollheim ereilt dieses Schicksal. Auf Einspruch des franz\u00f6sischen Vertreters des Carnegie Institutes wird er entlassen und sp\u00e4ter wieder interniert. Nach dem \u00dcberfall Frankreichs verschlechtern sich die Verh\u00e4ltnisse der Insassen deutlich. 1942 gelingt Wollheim die Flucht und er trifft Tatjana Barbakoff wieder. Diese reist nach Nizza, wird verhaftet, nach Auschwitz deportiert und ermordet. Wollheim kann sich bis zum Ende des Krieges auf einem Bauernhof in den Pyren\u00e4en verstecken und lernt nach dem Ende des Krieges seine sp\u00e4tere Frau, die Schrifstellerin Mona Eisemann kennen, die sich ebenfalls versteckt gehalten hat. 1946 kehren sie gemeinsam nach Paris zur\u00fcck. Dort erf\u00e4hrt Wollheim, dass viele seiner zur\u00fcckgelassenen Werke entweder zerst\u00f6rt, gestohlen oder verkauft worden sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"376\" height=\"500\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-ghw-der-ueberfleissige-1947-376x500.jpg\" alt=\"Gert H. 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Wollheim: Der \u00dcberflei\u00dfige | 1947<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"400\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-ghw-posthistorische-landschaft-1959-500x400.jpg\" alt=\"Gert H. 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Wollheim: Posthistorische Landschaft | 1959<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/11\/jenakultur-der-felsendichter-vom-feuerspeienden-berg-blog-gert-h.-wollheim-der-maezen-1964-privatsammlung-500x375.jpg\" alt=\"Gert H. 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Wollheim: Der M\u00e4zen | 1964 | Privatsammlung<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8222;<em>Man k\u00f6nnte jetzt von den Irrfahrten eines Malers erz\u00e4hlen, der, 1933 nach Paris geflohen, bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in ein Internierungslager gesteckt wurde und f\u00fcr f\u00fcnf Zigaretten pro St\u00fcck die Portr\u00e4ts seiner Mitgefangenen zeichnete. Es f\u00fcgte sich, dass auch ich mich in demselben Lager befand und von ihm, auf dem Stroh liegend, portr\u00e4tiert wurde, w\u00e4hrend \u00fcber den Baracken die deutschen Bombenflugzeuge kreisten und drau\u00dfen, hinter dem Stacheldraht, die franz\u00f6sische Armee in endlosen Kolonnen nach S\u00fcden floh.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich k\u00f6nnte von unserer Flucht aus dem Lager bis nach Marseille erz\u00e4hlen und von den f\u00fcnf Jahren, in denen Wollheim sich am Fu\u00dfe der Pyren\u00e4en verborgen hielt, w\u00e4hrend man ihn in Paris bereits f\u00fcr tot hielt und seine Bilder von gesch\u00e4ftst\u00fcchtigen H\u00e4ndlern zusammengesucht und auf den Markt geworfen wurden. Es war um dieselbe Zeit, dass Wollheims Lebensgef\u00e4hrtin, die unvergessliche T\u00e4nzerin Tatjana Barbakoff, aus einem anderen franz\u00f6sischen Lager verschleppt und in Auschwitz vergast wurde<\/em>.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><em>&nbsp;<\/em><\/p>\n<p><em>Hans Sahl, 1993<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Mit Hilfe des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/International_Rescue_Committee\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eInternational Rescue Committee\u201c<\/a> gelingt ihm 1947 die Ausreise nach New York. Als B\u00fcrge figuriert der Schriftsteller Leonhard Frank. Mona Eisemann folgt wenig sp\u00e4ter und die beiden heiraten in New York.<\/p>\n<p>Wollheim beh\u00e4lt auch in seinem Sp\u00e4twerk seine eigene, dem Surrealismus nahestehende Formensprache bei und entwickelt diese weiter. Er arbeitet mit selbst hergestellten Farben und malt gro\u00dfe Vielfigurenbilder sowie symbolisch-allegorische Darstellungen. 1949 beteiligt er sich erneut an einer Ausstellung des \u201eCarnagie Institutes\u201c in Pittsburgh und kann ein Jahr sp\u00e4ter seine Arbeiten in verschiedenen Einzelausstellungen zeigen. 1961 findet eine Retrospektive seiner Arbeiten im Kunstpalast D\u00fcsseldorf statt. Seine Heimat bleibt New York, wo er am 22. April 1974 verstirbt.<\/p>\n\n\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>&#8222;Aber wie man auch zu diesem oder jenem Bild Wollheims stehen mag \u2013 als Ganzes betrachtet, bezeugen sie eine Vitalit\u00e4t, die auch durch die Ereignisse der letzten Jahrzehnte nicht gebrochen werden konnte. Und dies ist vielleicht am bemerkenswertesten, dass hier, mitten im L\u00e4rm und Get\u00f6se der modernen Metropole New York, in einem Studio, das viel zu klein war, um die im Stil eines Tintoretto gehaltenen Wandgem\u00e4lde zu fassen, ein K\u00fcnstler vor seiner Staffelei sa\u00df und auf einem Malgrund, den er selbst pr\u00e4pariert, und mit Farben, die er selbst hergestellt hatte, die gro\u00dfen Figuren der Sage und Weltliteratur malte \u2013 ein hagerer, rothaariger, etwas rheumatischer Don Quichote der Kunst, ein Besessener der Malerei, der, auf der Suche nach einer neuen Form, sich in die Vergangenheit verbissen hatte wie ein Jagdhund in seine Beute.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>&nbsp;<\/em><\/p>\n<p><em>Hans Sahl, 1993<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Kunstsammlung Jena ehrt das Werk dieses bedeutenden und in vielerlei Hinsicht au\u00dfergew\u00f6hnlichen K\u00fcnstlers seit mehr als zwei Jahrzehnten erstmals wieder in einem \u00f6ffentlichen Museum. Alle der mehr als zweihundert ausgestellten Werke sind Leihgaben aus privaten Sammlungen und werden teilweise erstmals in Deutschland ausgestellt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die F\u00f6rderung der Ausstellung danken wir nicht nur allen Leihgebern, sondern auch dem <a href=\"https:\/\/thueringen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Freistaat Th\u00fcringen.<\/a><\/p>\n<p><strong>Ausstellung: 7. Dezember 2024 bis 16. M\u00e4rz 2025 | Vernissage:&nbsp; 6. Dezember 2024, 19 Uhr<br>Kunstsammlung Jena | Markt 7 | Di-So 10-17 Uhr<br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Kannten Sie den K\u00fcnstler Gert Heinrich Wollheim, liebe Leser:innen, oder geht es Ihnen wie so vielen anderen, bei denen er in Vergessenheit geraten ist? Dann haben Sie bald die Chance, in sein Werk einzutauchen.<\/em><br><em>Wenn Ihnen zu diesem bewegten Leben eine Frage unter den N\u00e4geln brennt, schreiben Sie uns in den Kommentaren!<\/em><\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gem\u00e4lde, Zeichnungen und Skizzenb\u00fccher von Gert H. Wollheim in der Jenaer Kunstsammlung &nbsp; Ab 7. 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