{"id":13322,"date":"2024-08-09T07:30:00","date_gmt":"2024-08-09T05:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?p=13322"},"modified":"2024-08-08T10:05:37","modified_gmt":"2024-08-08T08:05:37","slug":"40-jahre-mehrspurig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2024\/08\/09\/40-jahre-mehrspurig\/","title":{"rendered":"&#8222;40 Jahre mehrspurig&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<h2>Detlef Rinke geht in den Ruhestand<\/h2>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><em>Seit \u00fcber 40 Jahren unterrichtet Detlef Rinke im Fach Gitarre an der <\/em><em><a href=\"https:\/\/www.mks-jena.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Musik- und Kunstschule Jena<\/a><\/em><em>. Zum 1. September 2024 geht er in den wohlverdienten Ruhestand. Gemeinsam blicken wir auf sein erfolgreiches Berufsleben zur\u00fcck.<\/em><\/p>\n<p><strong>Detlef, du hast mit 7 Jahren angefangen Gitarre zu spielen. Was hat dich an dem Instrument so fasziniert, dass es zu deinem Beruf wurde? <\/strong><\/p>\n<p>Ich wuchs in einer Familie auf, in der zu Familienfeiern und Weihnachten gemeinsam musiziert und gesungen wurde. Mein Vater spielte dabei Ziehharmonika und meine Mutter Blockfl\u00f6te.<\/p>\n<p>Wir wohnten in Cottbus, und als ich in die 1. Klasse ging, kamen eines Tages Lehrer:innen von der Musikschule in meine Klasse auf der Suche nach musikalischen Talenten. Ich war wahrscheinlich besonders f\u00fcr Saiteninstrumente geeignet, deshalb bot man mir an, Gitarre oder Geige zu lernen. Da mir damals schon die sogenannte Beatmusik gefallen hatte, war die Entscheidung schnell gefallen. Ich wollte Gitarre lernen, kurze Zeit sp\u00e4ter hat es auch geklappt. Eine Entscheidung, die ich nie bereut habe.<\/p>\n<p>An der Musikschule gab es anfangs nur die M\u00f6glichkeit, klassische Gitarre zu lernen. Aber das war mir egal, ich war mit Freude dabei. Etwas sp\u00e4ter war mein Gitarrenlehrer Kurt Rotter. Er unterrichtete klassische und E-Gitarre. Au\u00dferdem leitete er eine Tanzmusikband, arrangierte und komponierte daf\u00fcr. F\u00fcr mich war das die Initialz\u00fcndung. Der offene Umgang mit musikalischen Strukturen und der Einsatz von Tontechnik waren total mein Ding. Meine Eltern kauften mir eine E-Gitarre, und mit 14 Jahren spielte ich in meiner ersten Band. Wir gingen alle in die gleiche Schule. Unser erster gro\u00dfer Auftritt war ein Abschlussball einer Schule. Wir hatten vielleicht 10 Songs drauf. Als wir zum dritten Mal &#8222;Smoke on the Water&#8220; von Deep Purple spielten, holten die Lehrer ein Kassettendeck, und wir mussten einpacken. Aber es war total cool, wir wurden trotzdem gefeiert. So fing mein Bandleben als Gitarrist und Bassist an, Musik wurde zu meinem Lebensmittelpunkt.<\/p>\n<p><strong>Wie war dein Weg zu uns an die Musik- und Kunstschule Jena, und seit wann bist du hier p\u00e4dagogisch t\u00e4tig?<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Abitur machte ich die Aufnahmepr\u00fcfung an der <a href=\"https:\/\/www.hfm-weimar.de\/start\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hochschule f\u00fcr Musik FRANZ LISZT Weimar<\/a> Fachrichtung Tanz- und Unterhaltungsmusik, kurz TUM-Abteilung genannt.<\/p>\n<p>Im Jahr 1979 \u2013 nach meiner Armeezeit \u2013 begann ich mit dem Studium. Mein ehemaliger Gitarrenlehrer Kurt Rotter war jetzt auch dort t\u00e4tig und leitete das Ensemblespiel. Mein eigentlicher Gitarrenlehrer war Professor Thomas Buhe. Seine Gitarren-Schulen waren das Standardnotenmaterial f\u00fcr E-Gitarre\/Plektrum-Gitarre in der DDR. Er vermittelte mir auch die Freude an der Didaktik. Deshalb beschloss ich, mein Studium zu beenden mit einem Abschluss als &#8222;Diplom-Musikp\u00e4dagoge f\u00fcr Plektrum-Gitarre&#8220;.<\/p>\n<p>Seit 1983 wohnte ich dann in Jena. Schon etwas fr\u00fcher spielte ich dort in einer Berufsband mit. Da ich auch Gitarre unterrichten wollte, arbeitete ich als Honorarlehrer an der Musikschule Stadtroda und deren Au\u00dfenstelle Hermsdorf. Ein Jahr sp\u00e4ter kamen noch ein paar Unterrichtsstunden an der Volkskunstschule Jena dazu. Ab dem 01.01.1985 bekam ich dort eine Festanstellung, weil mein Vorg\u00e4nger Helmut P\u00f6tsch zur Musikschule Weimar wechselte.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-1993-gitarre-unterricht-clemens-jaros-und-lehrer-detlef-rinke-1000x525.jpg\" alt=\"Gitarren-Unterricht in der Musik- und Kunstschule Jena mit Detlef Rinke \" class=\"wp-image-13330\" style=\"width:833px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-1993-gitarre-unterricht-clemens-jaros-und-lehrer-detlef-rinke-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-1993-gitarre-unterricht-clemens-jaros-und-lehrer-detlef-rinke-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-1993-gitarre-unterricht-clemens-jaros-und-lehrer-detlef-rinke-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-1993-gitarre-unterricht-clemens-jaros-und-lehrer-detlef-rinke.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">1993, Unterricht auf der E-Gitarre im Haus 2 der Musik-und Kunstschule Jena, damals Botzstra\u00dfe 9. Clemens Jaros und Lehrer Detlef Rinke | \u00a9privat<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>In deinem Job als Gitarrenlehrer hast du schon unz\u00e4hlige Sch\u00fcler:innen auf Gitarre und Bass ausgebildet. Du hast in Deiner \u00fcber 40-j\u00e4hrigen Berufslaufbahn erlebt, wie sich das gesellschaftliche System gewandelt hat. Kannst Du mir erz\u00e4hlen, wie sich in dem Zusammenhang deine Arbeit und insbesondere der Fachbereich Jazz\/Rock\/Pop an unserer Schule entwickelt hat?<\/strong><\/p>\n<p>Erstmal ist es wichtig zu erw\u00e4hnen, dass die Musikschulen in der DDR vorrangig leistungsorientiert waren und besonders die F\u00f6rderung von Talenten f\u00fcr eine sp\u00e4tere k\u00fcnstlerische oder p\u00e4dagogische Berufslaufbahn als Aufgabe hatten. Und noch eine zweite wichtige Sache: Wollte man in der DDR als Musiker:in \u00f6ffentlich auftreten, war dies nur mit einem Berechtigungsnachweis, einer sogenannten &#8222;Spielerlaubnis&#8220; m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"343\" height=\"500\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-1-spielerlaubnis-aussenseite-343x500.jpg\" alt=\"Spielerlaubnis f\u00fcr DDR-Musiker:innen\" class=\"wp-image-13337\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-1-spielerlaubnis-aussenseite-343x500.jpg 343w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-1-spielerlaubnis-aussenseite-685x1000.jpg 685w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-1-spielerlaubnis-aussenseite-768x1121.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-1-spielerlaubnis-aussenseite-1053x1536.jpg 1053w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-1-spielerlaubnis-aussenseite-473x690.jpg 473w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-1-spielerlaubnis-aussenseite.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 343px) 100vw, 343px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Spielerlaubnis aus der DDR: Au\u00dfenseite | \u00a9privat<br><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"263\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-spieleerlaubnis-innenseite-geschwaerzt-500x263.jpg\" alt=\"DDR-Spielerlaubnis f\u00fcr Detlef Rinke\" class=\"wp-image-13338\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-spieleerlaubnis-innenseite-geschwaerzt-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-spieleerlaubnis-innenseite-geschwaerzt-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-spieleerlaubnis-innenseite-geschwaerzt-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-spieleerlaubnis-innenseite-geschwaerzt.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Spielerlaubnis aus der DDR: Innenseite | \u00a9privat<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Dieses Papier war in den Musikkreisen damals unter dem Namen &#8222;Pappe&#8220; bekannt. Diese Spielerlaubnis konnte an eine Band\/Kapelle gebunden sein und wurde im Rahmen eines Einstufungsvorspiels vergeben. Die g\u00e4ngigsten Einstufungen waren Grundstufe, Mittelstufe, Oberstufe und Sonderstufe. Nach diesen Einstufungen wurde die Verg\u00fctung pro Stunde geregelt. Diese Einstufungsnachweise konnten aber auch auf Grundlage der Abschlusszeugnisse von Musikschulen vergeben werden. Auf Antrag wurde dann eine allgemeine und unabh\u00e4ngige &#8222;Spielerlaubnis&#8220; erteilt entsprechend der Stufe des Abschlusses.<\/p>\n<p>Als ich hier im Jahr 1984 als Gitarrenlehrer f\u00fcr E-Gitarre startete, war der Standort der Volkskunstschule Jena (heute Musik- und Kunstschule Jena) Botzstra\u00dfe 10 (Haus 1) und Botzstra\u00dfe 9 (Haus 2). Es gab noch am Steiger ein Haus 3 f\u00fcr den Tanzunterricht. Es waren alles alte Villen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"871\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-archiv-botzstrasse9-c-mks-jena.jpg\" alt=\"Ehemaliges Haus 1 der MKS Jena\" class=\"wp-image-13380\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-archiv-botzstrasse9-c-mks-jena.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-archiv-botzstrasse9-c-mks-jena-500x436.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-archiv-botzstrasse9-c-mks-jena-768x669.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-archiv-botzstrasse9-c-mks-jena-792x690.jpg 792w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Botzstra\u00dfe 9 | \u00a9Musik- und Kunstschule Jena<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"871\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-archiv-botzstrasse10-c-mks-jena.jpg\" alt=\"Ehemaliges Haus 2 der MKS Jena\" class=\"wp-image-13381\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-archiv-botzstrasse10-c-mks-jena.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-archiv-botzstrasse10-c-mks-jena-500x436.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-archiv-botzstrasse10-c-mks-jena-768x669.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-archiv-botzstrasse10-c-mks-jena-792x690.jpg 792w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Botzstra\u00dfe 10 | \u00a9Musik- und Kunstschule Jena<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Der Tanz- und Unterhaltungsmusikbereich war vorrangig im Haus 1 untergebracht. Zum Haus 1 geh\u00f6rte ein kleiner Anbau, ein kleiner Raum mit Nachtspeicherofen. Dies war mein erster Unterrichtsraum \u2013 im Sommer sch\u00f6n warm und im Winter ziemlich kalt. Der Unterricht war grunds\u00e4tzlich Einzelunterricht und 45 min lang. Der damalige Direktor Rolf Apel unterrichtete Saxophon und Keyboard, im Kellerbereich waren Schlagzeug und Ensemblespiel untergebracht. Auch f\u00fcr andere Instrumente und Gesang gab es Angebote in der Stilrichtung TUM. Ich glaube, ich war damals der einzige Lehrer mit Hochschulabschluss speziell f\u00fcr diesen Bereich. Die anderen Lehrkr\u00e4fte besa\u00dfen oft eine klassische Ausbildung mit Bandspielerfahrungen oder spielten in Bands und unterrichteten zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Da ich schon vorher etwas Erfahrung im Unterrichten gesammelt hatte, fiel mir der Einstieg nicht so schwer. Von Beginn an waren auch Sch\u00fcler:innen dabei, die ihre &#8222;Spielerlaubnis&#8220; bekommen wollten. Es gab jedes Jahr ein Pflichtvorspiel, um den Leistungsstand zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Ein paar Jahre sp\u00e4ter war mein Unterrichtsraum der ehemalige &#8222;Clubkeller&#8220; im Haus 2 \u2013 ein gro\u00dfer Raum im Kellerbereich. Jetzt war es endlich m\u00f6glich, das Equipment f\u00fcr Unterricht, Ensemble und Vorspiele ohne gro\u00dfes Umr\u00e4umen unterzubringen. Das gab meinem Unterricht nochmal einen gro\u00dfen Schub nach vorne.<\/p>\n<p>Im Jahr 1989 kam die politische Wende. Nach den ersten unsicheren Zeiten danach, es war eine Zeit der Richtungssuche, bildete sich nach und nach eine neue Struktur. Aus der Volkskunstschule Jena wurde die Musik- und Kunstschule Jena (MKS), der Fachbereich Tanz- und Unterhaltungsmusik (TUM) wurde zum Fachbereich Jazz\/Rock\/Pop (JRP).<\/p>\n<p>Neben der weiter existierenden F\u00f6rderung von Talenten auch f\u00fcr den k\u00fcnstlerischen Berufsnachwuchs, wurde das qualifizierte Anbieten eines breitgef\u00e4cherten kulturellen Freizeitangebotes zu einer der Hauptaufgaben der Lehrt\u00e4tigkeit. Eine \u00f6ffentliche &#8222;Spielerlaubnis&#8220; war schon l\u00e4ngst nicht mehr n\u00f6tig. Die Struktur des Unterrichts wurde flexibler. Die Sch\u00fclerzahlen schnellten nach oben. Neue R\u00e4umlichkeiten wurden dringend ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Mit dem Umzug der MKS im Jahr 2004 ins neue Geb\u00e4ude in die Ziegenhainer Stra\u00dfe verbesserten sich auch die r\u00e4umlichen Bedingungen f\u00fcr meinen Fachbereich.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"493\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-2004-umzug-flyer-1000x493.jpg\" alt=\"2004: Umzug der MKS in die Ziegenhainer Stra\u00dfe\" class=\"wp-image-13347\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-2004-umzug-flyer-1000x493.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-2004-umzug-flyer-500x247.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-2004-umzug-flyer-768x379.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-2004-umzug-flyer.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">2004: Flyer anl\u00e4sslich des Umzugs der MKS Jena in das Geb\u00e4ude in der Ziegenhainer Stra\u00dfe 52 | \u00a9Musik- und Kunstschule Jena<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Nach und nach wurden neues Equipment und neue Instrumente angeschafft und die Unterrichtsr\u00e4ume praxisnah ausgestattet. Sehr wichtig ist auch die gute Internetanbindung, da besonders die Musik im Jazz\/Rock\/Pop-Bereich viel \u00fcber verschiedene Online-Plattformen geht.<\/p>\n<p>Viele \u00f6ffentliche Konzerte \u2013 auch fach\u00fcbergreifend: 3 Big Bands, Bandkurse und ein sehr gro\u00dfes Unterrichtsangebot&nbsp; \u2013 zeigen, der Fachbereich ist voll auf der H\u00f6he der Zeit. Ganz neu ist auch ab diesem Schuljahr das Angebot <a href=\"https:\/\/www.mks-jena.de\/de\/\/1010313\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Musikproduktion \/ Elektroakustische Musik<\/a>, welches Einblicke in moderne Produktions- und Aufnahme-Technik gibt.<\/p>\n<p>Die hochqualifizierten Lehrkr\u00e4fte sind der Garant f\u00fcr die hohe Qualit\u00e4t des Unterrichts auch f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Jahre. Es macht mich etwas stolz und froh, diese Entwicklung miterlebt und mitgestaltet zu haben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Lehrerband Jazz\/Rock\/Pop der Musik- und Kunstschule Jena\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/w0niPmLRdLU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption class=\"wp-element-caption\">Lehrerband des Jazz\/Rock\/Pop-Bereichs mit Detlef Rinke an der Bassgitarre im Kassablanca Jena | \u00a9Musik- und Kunstschule Jena<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Was waren die gr\u00f6\u00dften Unterschiede in deiner Arbeit vor und nach der Wende?<\/strong><\/p>\n<p>Neben den erw\u00e4hnten Unterschieden kommt man heutzutage viel einfacher und besser an gutes Notenmaterial, gute Instrumente und Equipment heran. Damals musste z.B. auch bei Notenmaterial und \u00f6ffentlichen Auftritten ein Verh\u00e4ltnis von 60% Ost und 40% West Musiktitel beachtet werden. Inoffiziell versuchten wir das zu umgehen.<\/p>\n<p>Aber gravierende Unterschiede direkt beim Gitarren-Unterricht sehe ich eher nicht. Es war immer die Freude am gemeinsamen Musizieren auf dem Instrument, die den Unterricht gepr\u00e4gt hat. Ich versuchte immer, damals wie heute, ein gutes, entspanntes Lernklima zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Au\u00dferdem habe ich recheriert, dass du viele Jahre mit dem <a href=\"https:\/\/tasifan.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kinder- und Jugendzirkus &#8222;Tasifan&#8220;<\/a> in Weimar zusammen gearbeitet hast. In Erinnerung geblieben sind mir auch deine Auftritte mit &#8222;Anatolis musikalischer Zirkus&#8220; bei uns im Haus. Hast oder hattest Du noch andere Bands mit denen du lange zusammen musiziert hast? <\/strong><\/p>\n<p>Ich bin mein ganzes musikalisches Leben mehrspurig gefahren.<\/p>\n<p>Schon als Kind habe ich versucht, gleichzeitig Gitarre zu spielen und zu singen. Nur Gitarre allein war mir auf Dauer nicht genug. So bin ich auch zur Bassgitarre gekommen. Damals spielte ich in meiner Heimatstadt Cottbus in einer Band mit, als pl\u00f6tzlich der Bassist aufh\u00f6rte und kein Ersatz f\u00fcr ihn gefunden wurde. Ich \u00fcbernahm die Aufgabe des Bassspiels, und ein Gitarrist war auch schnell gefunden als Ersatz f\u00fcr mich. Es hat viel Spa\u00df gemacht. Dann ging das immer so weiter. Ich wollte nie nur unterrichten, aber auch nie nur unterwegs sein mit einer Band. Der Unterricht an der Musikschule war meine Erdung.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-2008-musikal.-zirkus-mit-anatoli-michaelis-ii-1000x525.jpg\" alt=\"2008 Musikalischer Zirkus mit Anatoli Michaelis\" class=\"wp-image-13353\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-2008-musikal.-zirkus-mit-anatoli-michaelis-ii-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-2008-musikal.-zirkus-mit-anatoli-michaelis-ii-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-2008-musikal.-zirkus-mit-anatoli-michaelis-ii-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-2008-musikal.-zirkus-mit-anatoli-michaelis-ii.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">2008: Auftritt von Detlef Rinke und Anatoli Michaelis mit dem musikalischen Zirkusprogramm in der Musik- und Kunstschule Jena | \u00a9privat<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Am Zirkus war es die Verbindung der verschiedensten Genres, was mich besonders reizte. Dort passiert so viel Unterschiedliches gleichzeitig. Beim Kinder- und Jugendzirkus &#8222;Tasifan&#8220; leitete ich die Zirkusband. Mit Musikschulkolleg:innen \u2013 wie bei &#8222;Anatolis musikalischer Zirkus&#8220; \u2013 gemeinsam ein Projekt zu machen, ist immer sch\u00f6n. So spiele ich seit dem Jahr 1993 mit meinem MKS-Kollegen Klaus Wegener (Klarinette\/Saxophon) und Kalle Schmied (Schlagzeug) &#8211; \u00fcbrigens auch Musikschullehrer, aber im Saale-Holzland-Kreis &#8211; im Trio &#8222;Jezmer&#8220; die Gitarre. Wir spielen zusammen eine Mischung aus Klezmer und Latin-Jazz.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-jezmer-von-fotostudio-genehmigung-liegt-vor-1000x525.jpg\" alt=\"Die Musikgruppe JEZMER\" class=\"wp-image-13354\" style=\"width:833px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-jezmer-von-fotostudio-genehmigung-liegt-vor-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-jezmer-von-fotostudio-genehmigung-liegt-vor-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-jezmer-von-fotostudio-genehmigung-liegt-vor-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-jezmer-von-fotostudio-genehmigung-liegt-vor.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Jenaer Musikgruppe Jezmer: Kalle Schmied, Detlef Rinke und Klaus Wegener v.l.n.r. | \u00a9privat<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Vor Jahren spielte ich lange Bassgitarre in der Fox Tower Bluegrass Band. Wir tourten durch die gesamte DDR, waren im AMIGA-Studio zu Aufnahmen und auch im TV zu sehen. Und im Jahr 1988 \u2013 ein Jahr vor der Wende \u2013 spielten wir im Rahmen der St\u00e4dtepartnerschaft in Erlangen.<\/p>\n<p><strong>Gibt es Projekte, die dir in besonderer Erinnerung geblieben sind?<\/strong><\/p>\n<p>Es liegt zwar schon einige Jahre zur\u00fcck, da war das <a href=\"https:\/\/www.theaterhaus-jena.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Theaterhaus Jena<\/a> f\u00fcr mich ein wichtiger Anlaufpunkt. Damals stand ein kleines Kammerst\u00fcck auf dem Spielplan mit dem Namen &#8222;Fan Man&#8220; mit dem Schauspieler Silvio Hildebrand. Ich verk\u00f6rperte dabei einen coolen Blues- und Country Musiker, der l\u00e4ssig auf der Gitarre seine Sachen spielte. Mental befand ich mich dabei in den S\u00fcdstaaten der USA.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"365\" height=\"500\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-detlef-rinke-mit-gitarre-sepia-cowboyhut-365x500.jpg\" alt=\"Detlef Rinke\" class=\"wp-image-13361\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-detlef-rinke-mit-gitarre-sepia-cowboyhut-365x500.jpg 365w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-detlef-rinke-mit-gitarre-sepia-cowboyhut-729x1000.jpg 729w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-detlef-rinke-mit-gitarre-sepia-cowboyhut-768x1053.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-detlef-rinke-mit-gitarre-sepia-cowboyhut-1120x1536.jpg 1120w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-detlef-rinke-mit-gitarre-sepia-cowboyhut-503x690.jpg 503w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-detlef-rinke-mit-gitarre-sepia-cowboyhut.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 365px) 100vw, 365px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Detlef Rinke beim Theaterst\u00fcck &#8222;Fan Man&#8220; im Theaterhaus Jena | \u00a9privat<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ein anderes au\u00dfergew\u00f6hnliches Projekt gab im Sommer 2004. Ich leitete einen Musikworkshop f\u00fcr Bandarbeit in Abu Dhabi mit arabischen Jugendlichen. Es gab nur ein gro\u00dfes Problem. Keiner von diesen Jugendlichen sprach Englisch, ich nicht Arabisch, und es war sehr, sehr hei\u00df\u2026<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"354\" height=\"500\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-abu-dhabi-2004-354x500.jpg\" alt=\"Dansagung an Detlef Rinke\" class=\"wp-image-13362\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-abu-dhabi-2004-354x500.jpg 354w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-abu-dhabi-2004-709x1000.jpg 709w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-abu-dhabi-2004-768x1084.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-abu-dhabi-2004-1089x1536.jpg 1089w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-abu-dhabi-2004-489x690.jpg 489w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-40-jahre-mehrspurig-blog-abu-dhabi-2004.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 354px) 100vw, 354px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9privat<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Was einige der Kolleg:innen im Haus nicht wissen, ist, dass du auch als Musiktherapeut, u. a. bei der <a href=\"https:\/\/ekk-jena.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Elterninitiative f\u00fcr krebskranke Kinder Jena e.V.<\/a>, arbeitest. Wie kam es dazu bzw. was war deine Motivation daf\u00fcr?\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Ich empfand es schon immer faszinierend, was Musik bei mir selbst und anderen Menschen bewirken und ausl\u00f6sen kann. Man sp\u00fcrt den Drang nach Bewegung, Emotionen werden frei, l\u00e4ngst vergessene Erinnerungen werden wieder wach. Anfang der 1990er Jahre nahm ich an einigen Musiktherapie-Workshops in Berlin und Weimar teil. Dieser andere Ansatz zur Musik interessierte mich so sehr, dass ich eine gezielte Ausbildung zum Musiktherapeuten begann. An der &#8222;Akademie f\u00fcr angewandte Musiktherapie Crossen&#8220; unter der Leitung von Christoph Schwabe absolvierte ich eine dreij\u00e4hrige berufsbegleitende Ausbildung zum Sozialmusiktherapeuten des DMVO (=Musiktherapeutische Vereinigung Ost, Anm. d. R.).<\/p>\n<p>Kurze Zeit nach dem Abschluss ergab sich die M\u00f6glichkeit, im Rahmen eines Projektes der <a href=\"https:\/\/www.uni-jena.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Universit\u00e4t Jena<\/a>, an einer Studie mit Schlaganfall-Patient:innen teilzunehmen. Einige Jahre arbeitete ich als Musiktherapeut mit Kindern und Jugendliche im Auftrag der <a href=\"https:\/\/www.elterninitiative-jena.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Elterninitiative f\u00fcr das seelisch erkrankte und verhaltensauff\u00e4llige Kind Th\u00fcringen e.V.&#8220;<\/a><\/p>\n<p>Auch aus privaten Gr\u00fcnden konzentrierte ich mich danach wieder mehr auf meine Lehrt\u00e4tigkeit an der MKS und meine freiberuflichen T\u00e4tigkeiten als Musiker.<\/p>\n<p>Vor einigen Monaten las ich eine E-Mail, dass die Elterninitiative f\u00fcr krebskranke Kinder e.V. einen Musiktherapeuten sucht. Ich sp\u00fcrte, es war genau der richtige Zeitpunkt, um meine T\u00e4tigkeit als Musiktherapeut wieder aufzunehmen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"333\" height=\"500\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-2012-detlef-rinke-fotografiert-von-monika-herold-333x500.jpg\" alt=\"Portrait Detlef Rinke vor einer Steinmauer\" class=\"wp-image-13395\" style=\"width:333px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-2012-detlef-rinke-fotografiert-von-monika-herold-333x500.jpg 333w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-2012-detlef-rinke-fotografiert-von-monika-herold-667x1000.jpg 667w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-2012-detlef-rinke-fotografiert-von-monika-herold-768x1152.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-2012-detlef-rinke-fotografiert-von-monika-herold-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-2012-detlef-rinke-fotografiert-von-monika-herold-460x690.jpg 460w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/08\/jenakultur-2012-detlef-rinke-fotografiert-von-monika-herold.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 333px) 100vw, 333px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9Monika Herold<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>In meiner Gitarrenzeit als Kind gab es ein Vorspiel an der Musikschule Cottbus. Wir waren drei gleichaltrige Sch\u00fcler und ich spielte das mit Abstand leichteste Musikst\u00fcck vor. Trotzdem erhielt ich von uns drei den meisten Beifall. Damals habe ich begriffen, nicht die Schwierigkeit eines St\u00fcckes entscheidet, viel wichtiger ist, dass beim Spielen das eigene Herz immer dabei ist.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche allen Kolleg:innen und Sch\u00fcler:innen Gesundheit und weiter viel Freude bei allem, was noch kommt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><em>Lieber Detlef,<\/em> <em>nach vielen Jahren des inspirierenden Unterrichtens und der Hingabe zur Musik trittst du nun deinen wohlverdienten Ruhestand an. Deine Begeisterung f\u00fcr die Gitarre haben zahlreiche Sch\u00fcler:innen gepr\u00e4gt und werden noch lange in unseren Herzen nachklingen. F\u00fcr deinen neuen Lebensabschnitt w\u00fcnschen wir dir alles Gute, Gesundheit und viele wunderbare musikalische Momente. Genie\u00dfe die Jahre, in denen Du selbst entscheiden kannst, wann Du Pause machst und wann der Alltag beginnt.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Interview f\u00fchrte Katrin Paninski, verantwortlich f\u00fcr Projektmanagement und \u00d6ffentlichkeitsarbeit an der Musik- und Kunstschule Jena.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Personalkarussell von JenaKultur dreht sich immer schnell. Menschen kommen und gehen. Einer, der sagenhafte 40 Jahre an der Musik- und Kunstschule Gitarre unterrichtet hat, gibt nun den Staffelstab weiter: Detlef Rinke. 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