{"id":12969,"date":"2024-07-05T07:27:00","date_gmt":"2024-07-05T05:27:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?p=12969"},"modified":"2024-07-04T17:35:12","modified_gmt":"2024-07-04T15:35:12","slug":"kuenstlerische-tatsachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2024\/07\/05\/kuenstlerische-tatsachen\/","title":{"rendered":"K\u00fcnstlerische Tatsachen"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-center is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-right has-regular-font-size\">\u00bbDieses Projekt \u00fcberwindet Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Mit diesem Zitat von <span class=\"s1\">Wolfgang Tiefensee, Th\u00fcringer Minister f\u00fcr Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft, werden wir auf der Website der <a href=\"https:\/\/www.kuenstlerische-tatsachen.de\/start\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>k\u00fcnstlerischen Tatsachen<\/em><\/a> begr\u00fc\u00dft. Daran zeigt sich nicht nur die Reputation, die das Projekt mittlerweile aufbauen konnte, es trifft den Kern der Sache auch ziemlich genau.<\/span><\/p>\n<p>Die Idee: K\u00fcnstler:innen und Wissenschaftler:innen in einer mehrmonatigen <em>Residency<\/em> zusammenbringen, um voneinander zu lernen.<br>Wissenschaftliche Erkenntnisse k\u00f6nnen so mit k\u00fcnstlerischen Mitteln bearbeitet, der breiten Masse zug\u00e4nglich gemacht und dar\u00fcber neue Denkzug\u00e4nge erm\u00f6glicht werden. Und umgekehrt kann k\u00fcnstlerisches Denken und Gestalten vielleicht auch die Wissenschaften auf neue Pfade leiten.<\/p>\n<p>Das Prinzip finden wir nicht nur sehr innovativ und grenz\u00fcberschreitend, wir halten es in Zeiten von &#8222;Fake News&#8220;, Trollfabriken und Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlungen f\u00fcr einen wichtigen Beitrag, um in unserer Debattenkultur wieder zueinander zu finden.<br>Deshalb wollen wir Ihnen das Projekt hier etwas genauer vorstellen \u2013 und Enrique Torres, Gr\u00fcnder und Projektleiter der <em>k\u00fcnstlerischen Tatsachen<\/em> hat unsere Fragen beantwortet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Sommer 2021 wurde die erste Arts &amp; Science Residency der <em>k\u00fcnstlerischen Tatsachen<\/em> ausgerufen. Da befanden wir uns noch mitten in der Pandemie \u2013 hat Corona etwas mit dem Projekt zu tun? Gab es einen ausschlaggebenden Moment f\u00fcr die Initiierung?<\/strong><\/p>\n<p>Der Impuls ergab sich aus dem Team, von dem viele Mitglieder aus Jena stammen, und die in der Stadt eine kulturelle L\u00fccke gesehen haben: Jena steht vor allem f\u00fcr wissenschaftliche Forschung, aber im Bereich der zeitgen\u00f6ssichen und Medienkunst findet man \u2013 im Gegensatz zur Nachbarin Weimar \u2013 bislang nur sehr wenige Angebote. Diese L\u00fccke wollten wir schlie\u00dfen, und dabei die DNA der Wissenschaftsstadt Jena integrieren. Das schloss auch gut an mein Studium der Cross-disziplin\u00e4ren Strategie an der Universit\u00e4t Leipzig und an der Universit\u00e4t f\u00fcr angewandte Kunst in Wien an.<\/p>\n<p>Das Spannende an der Vernetzung der Disziplinen ist, dass Kunst und Wissenschaft sich die Welt auf verschiedene Weisen aneignen. Kunst nutzt einen von Kreativit\u00e4t getragenen Sch\u00f6pfungsprozess, Wissenschaft geht vor allem systematisch, kausal, ordnend vor. Beiden Erkenntnisprozessen sind also Grenzen gesetzt. So ist die Idee, das jeweils andere Herangehen kennen zu lernen, auszuprobieren und so die Erkenntnisgrenzen zu verschieben, Horizonte zu erweitern.<\/p>\n<p>Der Ausgangspunkt f\u00fcr das Projekt war schlie\u00dflich das Angebot von Florian Dossin vom <a href=\"https:\/\/www.10000volt.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">TRAFO<\/a> (IN&#8217;s Netz e. V.), ein Konzept f\u00fcr die Nutzung des TRAFO-Magazins zu entwerfen. Das Projekt wurde anfangs stark durch Corona gepr\u00e4gt. Dabei war die Entscheidung f\u00fcr das kontaktarme Format einer K\u00fcnstler:innen-Residenz klar von der Pandemie bestimmt.<\/p>\n<p>Auch die Art, wie das Team strukturiert war und sich von Anfang an digital aufgestellt hat, hatte sicherlich mit der Pandemie zu tun.<\/p>\n<p><strong>Erz\u00e4hl doch mal was zu eurem Team \u2013 wer seid ihr und wie organisiert ihr euch? Gibt es einen Tr\u00e4ger, der eure Arbeit st\u00fctzt?<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind ein <a href=\"https:\/\/www.kuenstlerische-tatsachen.de\/about\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">freies Team<\/a>, was sich zum Teil neu bildet je nach Bedarfen und Umfang der Residency. 2022 war das Team mit ca. 15 Personen sehr gro\u00df, da die Residency gr\u00f6\u00dfer war. Dieses Jahr besteht das Kernteam aus 6 Personen: Enrique Torres, Yul Koh, Vincent Maurer, Rebecca Mart\u00ednkov\u00e1, Philip Pastrik und Laura H\u00e4hnel. Getragen werden wir durch eine Mischfinanzierung, dieses Jahr durch <a href=\"https:\/\/www.jenakultur.de\/de\/startseite\/605322\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">JenaKultur<\/a> und die <a href=\"https:\/\/www.kulturstiftung-thueringen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kulturstiftung Th\u00fcringen<\/a>. Die letzten Jahre mehr \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.uni-jena.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Uni Jena<\/a> und private Stiftungen wie die <a href=\"https:\/\/www.carl-zeiss-stiftung.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Carl-Zeiss-Stiftung<\/a>.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/06\/jenakultur-kt-workshopannaperepechai-1000x525.jpg\" alt=\"Teilnehmende der k\u00fcnstlerischen Tatsachen in einem Workshop um einen runden Tisch versammelt\" class=\"wp-image-12989\" style=\"width:836px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/06\/jenakultur-kt-workshopannaperepechai-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/06\/jenakultur-kt-workshopannaperepechai-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/06\/jenakultur-kt-workshopannaperepechai-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/06\/jenakultur-kt-workshopannaperepechai.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Teilnehmenden der <em>Residency <\/em>im Workshop. \u00a9Anna Perepechai<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Wenn du das gro\u00dfe Ziel des Projekts in einem Satz zusammenfassen m\u00fcsstest, wie w\u00fcrde der lauten?<\/strong><\/p>\n<p>Wir wollen den Rahmen f\u00fcr einen intensiven Austausch auf Augenh\u00f6he zwischen den Disziplinen, zwischen Kunst und Wissenschaft bereitstellen.<\/p>\n<p><strong>Wie kommen die K\u00fcnstler:innen und Wissenschaftler:innen zusammen? Gibt es bestimmte Vorgaben, die ihr bei der Auswahl macht, z.B. nach Arbeitsgebieten, Forschungszweigen, fr\u00fcheren Werken?<\/strong><\/p>\n<p>Wir justieren in jedem Jahr unser <em>Match Making<\/em>. In der Regel l\u00e4uft das so, dass wir mit interessierten Forschungsinstituten in Kontakt treten, einen Checkup machen, ob die Zusammenarbeit passt, dann Einladungen an K\u00fcnstler:innen versenden oder einen <a href=\"https:\/\/www.kuenstlerische-tatsachen.de\/open-call-2024\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Open Call<\/a> in den entsprechenden Communities streuen.<\/p>\n<p>Dann folgt ein Auswahlverfahren aus f\u00fcnf Schritten:&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Verf\u00fcgbarkeit und Zeitraum<\/li>\n<li>Produktion &amp; Material<\/li>\n<li>Wissenschaftliches Pairing<\/li>\n<li>K\u00fcnstlerische Methode<\/li>\n<li>Inklusion &amp; Diversit\u00e4t<\/li>\n<\/ol>\n<p>In den letzten drei Jahren sind anhand dieser Kriterien 5 K\u00fcnstler:innen nach Jena eingeladen worden. Dabei war uns wichtig, dass auch immer 1-2 regionale Vertreter:innen zum Projekt kommen.<br>In diesem Jahr werden es aus Kapazit\u00e4tsgr\u00fcnden 4 K\u00fcnstler:innen sein.<\/p>\n<p><strong>In Jena ist eine Vielzahl an Forschungsinstituten und wissenschaftlichen Einrichtungen ans\u00e4ssig, an Kooperationspartnern aus dieser Richtung sollte es also nicht fehlen \u2013 oder wird so ein Projekt dann doch erstmal argw\u00f6hnisch beurteilt?<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind seit dem ersten Jahr auf gro\u00dfes Interesse gesto\u00dfen. Nat\u00fcrlich gibt es dann innerhalb der Institute verschieden stark involvierte Personen. Wir merken aber auch, dass es durchaus Unterschiede im Engagement der verschiedenen Institute gibt, das liegt aber nicht unbedingt an mangelndem Interesse \u2013 manchmal sind es einfach personelle Engp\u00e4sse.<br>Ein fruchtbarer Austausch kann aber schon mit einer interessierten Person im Forschungsteam zustande kommen. Sobald der\/die K\u00fcnstler:in dann in Jena ist, bilden sich sowieso unvorhersehbare Verkn\u00fcpfungen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/06\/jenakultur-kt-wissenschaftlerinnenannaperepechai-1000x525.jpg\" alt=\"Zwei Wissenschaftlerinnen betrachten Fl\u00fcssigkeiten in kleinen Dosen\" class=\"wp-image-12988\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/06\/jenakultur-kt-wissenschaftlerinnenannaperepechai-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/06\/jenakultur-kt-wissenschaftlerinnenannaperepechai-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/06\/jenakultur-kt-wissenschaftlerinnenannaperepechai-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/06\/jenakultur-kt-wissenschaftlerinnenannaperepechai.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein fruchtbarer Austausch f\u00fcr beide Disziplinen \u2013 Kunst <em>und <\/em>Wissenschaft. \u00a9Anna Perepechai<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Wie darf man sich die Zusammenarbeit von Kunst und Wissenschaft vorstellen? Wird da ein konkretes Projektziel vorgegeben, gibt es einen thematischen Schwerpunkt? Werden die Teilnehmenden in festgelegte Partnerschaften strukturiert, oder kommen alle zusammen und man schaut, wohin die Reise geht?<\/strong><\/p>\n<p>Ausgangspunkt sind die aktuellen Forschungen in den Instituten. Diese stellen Datens\u00e4tze in Form von wissenschaftlichen Modellen, Zeichnungen, Bild- und Videomaterialien oder Papern zur Verf\u00fcgung, anhand derer sich die K\u00fcnstler:innen in die Theorie einarbeiten k\u00f6nnen. Daran wird die thematische Zuordnung festgelegt.<\/p>\n<p>Das Team, die Datens\u00e4tze und das entsprechende Forschungsfeld bieten also den Rahmen, innerhalb dessen sich der\/die K\u00fcnstler:in im Sommer bewegt. Dabei sind die Werke manchmal eher datengetrieben und manchmal philosophischer.<br>Wir versuchen, bei der Auswahl und Erstellung der Paarungen darauf zu achten, dass entsprechende Erwartungshaltungen erf\u00fcllt werden; sobald die Auswahl der teilnehmenden Personen aber getroffen ist, treten wir bewusst zur\u00fcck und unterst\u00fctzen die K\u00fcnstler:innen bei ihrer Forschung. Sollten die Institute Erwartungshaltungen haben, was etwa die Wissenschaftskommunikation angeht, so handeln wir das als Projektteam mit ihnen aus und bieten hier verschiedene Modelle an, um die Erwartungen an die K\u00fcnstler:in zu entlasten.<\/p>\n<p>Im Laufe der Residenz besuchen die K\u00fcnstler:innen die Labore, beoachten die Prozesse, verfolgen Erkenntnisse und stellen nat\u00fcrlich auch Fragen an die Wissenschaft. Eben dieser Dialog entwickelt und erweitert den k\u00fcnstlerischen Prozess, und vertieft auf der anderen Seite auch die wissenschaftliche Forschung.<br>Andersherum haben auch die Wissenschaftler:innen &#8222;Ateliertermine&#8220; und verfolgen das k\u00fcnstlerische Schaffen, geben Input und sind so direkt in die Werkgenese involviert.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich gibt es noch eine dritte, \u00fcbergeordnete Ebene im Projekt: das Team der <em>k\u00fcnstlerischen Tatsachen<\/em> begleitet die Residency dokumentarisch. Mit Interviews und Gruppendiskussionen verfolgen wir den Dialog zwischen den Disziplinen in einer Art Sozialforschung.<br>Wir verstehen k\u00fcnstlerische Forschung als eine Art der qualitativen Grundlagenforschung. In unserer Residency entwickeln die K\u00fcnstler:innen anhand von Datens\u00e4tzen, Modellen, Bild- oder Videomaterial kreative Forschungsans\u00e4tze und lassen diese in die Entstehung ihrer Kunstwerke einflie\u00dfen. Im Rahmen des Projekts versuchen wir zu verstehen, wie genau dieser Forschungsprozess bei K\u00fcnstler:innen abl\u00e4uft, und verwenden daf\u00fcr die Methodologie der <em>Grounded Theory<\/em>. Dabei tasten wir uns, \u00e4hnlich wie die K\u00fcnstler:innen, den Daten und Prozessen zur Inspiration folgend, am Material des Projekts entlang. Interviews, Gruppendiskussionen und die Analyse der Werke selbst flie\u00dfen in unsere Grounded Theory der k\u00fcnstlerischen Forschung ein. Mehr dazu gibt es im <a href=\"https:\/\/wissenschaft-kunst.de\/wissenschaft-als-kunst-kunst-als-wissenschaft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel &#8222;Wissenschaft als Kunst \u2013 Kunst als Wissenschaft&#8220;<\/a> zu unserem Projekt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-regular-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-right\">Kunst ist, wie schon Schleiermacher bemerkte, eine Form der Wissensvermittlung: &#8222;Die Kunstlehre in der Kunst mu\u00df Wissenschaft, das Verfahren in der Wissenschaft mu\u00df Kunst geworden sein.&#8220; (Schleiermacher 1822: 418)<\/p>\n<cite>Aus: Tabea Lamberti, <a href=\"https:\/\/wissenschaft-kunst.de\/wissenschaft-als-kunst-kunst-als-wissenschaft\/\">Wissenschaft als Kunst \u2013 Kunst als Wissenschaft<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/06\/jenakultur-kt-objektannaperepechai-1000x525.jpg\" alt=\"Kunstobjekt aus roten Kisten\" class=\"wp-image-12991\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/06\/jenakultur-kt-objektannaperepechai-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/06\/jenakultur-kt-objektannaperepechai-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/06\/jenakultur-kt-objektannaperepechai-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/06\/jenakultur-kt-objektannaperepechai.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Kunst, die in der Residency besteht, setzt sich mit wissenschaftlicher Methodik und Erkenntnis auseinander. Monika Dorniak:<em> Pikaia\u2019s Ossature<\/em> (2022) \u00a9Anna Perepechai<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><strong>Was kommt von den Teilnehmenden \u2013 sowohl aus Kunst als auch Wissenschaft \u2013 an Feedback, was nehmen sie aus dem Projekt mit?<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcberwiegend gut, je n\u00e4her man zusammen gearbeitet hat, desto mehr erkennt man die Anekdoten des Austausches. Desto mehr scheinen die Diskussionen durch. Es ist interessant zu sehen, dass die Einf\u00fchrung oft in beide Richtungen geht, die meisten Wissenschaftler:innen erhalten so einen Einblick in zeitgen\u00f6ssische Kunstproduktion und Praktiken, und K\u00fcnstler:innen einen Einblick in die Forschung und den Alltag der Institute und Labore. Viele Paare bleiben nach <em>kT<\/em> weiter freundschaftlich im Austausch \u2013 es eint sie das geteilte Interesse an einem Thema aus verschiedenen Blickwinkeln.<\/p>\n<p><strong>Am Ende der Residenz werden die entstandenen Arbeiten dann in einer Ausstellung vorgestellt. Was f\u00fcr Werke entstehen denn da, wie kann man sich das vorstellen? Hast du ein Beispiel aus den vergangenen Jahren, aus dem das Besondere hervorgeht, dass das Projekt einbringt?<\/strong><\/p>\n<p>Das Besondere, dass das Projekt hervorbringt, ist, dass durch die dialogische, interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit ganz unerwartete und innovative Ans\u00e4tze entstehen, die f\u00fcr beide Seiten anregend sind.<\/p>\n<p>Ein gutes Beispiel ist eine Arbeit, die 2021 aus einer Kooperation zwischen der K\u00fcnstlerin Andrea Garcia Vasquez und Pooja Metha vom Max Planck Institut f\u00fcr chemische \u00d6kologie entstanden ist. In der Zusammenarbeit haben sich Wissenschaftlerin und K\u00fcnstlerin den Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Mensch und Pflanze gewidmet. In der entstandenen Arbeit <em>The Invisible Colony<\/em> hat Vasquez den Fusarium-Pilz mit mikroskopischen Aufnahmen auf Textil sichtbar gemacht. Auf diese Weise macht das Kunstwerk wissenschaftliche Erkenntnisse f\u00fcr das menschliche Auge erkennbar.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/07\/jenakultur-inviciblecolony-c-leonie-lindl-1000x525.jpg\" alt=\"Kunstwerk aus dunklem Textil, das einen mikroskopischen Pilz verbildlicht\" class=\"wp-image-13157\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/07\/jenakultur-inviciblecolony-c-leonie-lindl-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/07\/jenakultur-inviciblecolony-c-leonie-lindl-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/07\/jenakultur-inviciblecolony-c-leonie-lindl-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2024\/07\/jenakultur-inviciblecolony-c-leonie-lindl.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Andrea Garcia Vasquez: The Invisible Colony, 2021. \u00a9Leonie Lindl<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><span style=\"color: #000000\"><b>Die <i>k\u00fcnstlerischen Tatsachen<\/i> gehen 2024 weiter, ihr habt gerade einen Open Call beendet, um sich f\u00fcr die Residenz zu bewerben. <\/b><b>Wie war die Resonanz, w\u00fcrdest du sagen, ihr seid als Projekt bereits etabliert? Sicher wird es wieder eine Ausstellung geben, ist auch ein Begleit- oder Vermittlungsprogramm geplant?<\/b><\/span><\/p>\n<p>Die Resonanz dieses Jahr war \u00fcberw\u00e4ltigend. Wir haben mit knapp 120 Einreichungen aus 25 L\u00e4ndern einen Rekord erzielt. Daraus vier K\u00fcnstler:innen auszuw\u00e4hlen, war gar nicht so einfach. Nach unserem Auswahlprozess haben wir nun mit Tim Shaw (UK), Mary Maggie (US), Lotta St\u00f6ver (DE) und Eug\u00e9nie Desmedt (FR) eine super Auswahl und freuen uns auf den Beginn am 17.07.2024. Es wird dieses Jahr ein kleines Begleit- und Vermittlungsprogramm geben. Haltet eure Augen offen!<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><em>Die Frucht des Austauschs zwischen Kunst und Wissenschaft d\u00fcrfen Sie, liebe Leser:innen also bald wieder im TRAFO Jena begutachten. Hier sind bereits die ersten Termine f\u00fcr das Programm der diesj\u00e4hrigen Residenz:<\/em><\/p>\n<div style=\"text-align: center\"><strong><em>Auftakt Event TRAFO Jena: 17.07.2024, 18-22 Uhr<br \/><\/em><\/strong><\/div>\n<div style=\"text-align: center\"><strong><em>Soft Opening,\u00a0Performances, Short Residency: 31.08.2024<\/em><\/strong><\/div>\n<div style=\"text-align: center\"><strong><em>Vernissage, Long Residency, TRAFO Jena: 14.09.2024<\/em><\/strong><\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<p><em>Waren Sie in den vergangenen Jahren schon dort? Wie finden Sie die Projektidee und -umsetzung der <\/em>k\u00fcnstlerischen Tatsachen<em>? Und in welchen Bereichen w\u00fcrden Sie sich so eine Zusammenarbeit noch w\u00fcnschen?<\/em><\/p>\n<p><em>Wir freuen uns wie immer auf Ihr Feedback in den Kommentaren!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbDieses Projekt \u00fcberwindet Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft.\u00ab Mit diesem Zitat von Wolfgang Tiefensee, Th\u00fcringer Minister f\u00fcr Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft, werden&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":12990,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,706,16],"tags":[38,1124,873,1127,1126,278,222,1125],"class_list":["post-12969","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-kultur-in-jena","category-kulturfoerderung","tag-kunst","tag-kuenstlerische-tatsachen","tag-kunstprojekt","tag-kunstresidenz","tag-kunstvermittlung","tag-vorstellung","tag-wissenschaft","tag-wissenschaftsvermittlung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12969","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12969"}],"version-history":[{"count":35,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12969\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13158,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12969\/revisions\/13158"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12990"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12969"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12969"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12969"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}