{"id":10735,"date":"2023-12-08T07:18:00","date_gmt":"2023-12-08T06:18:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?p=10735"},"modified":"2023-12-08T12:27:45","modified_gmt":"2023-12-08T11:27:45","slug":"die-jenaer-philharmonie-wird-90","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2023\/12\/08\/die-jenaer-philharmonie-wird-90\/","title":{"rendered":"Die Jenaer Philharmonie wird 90"},"content":{"rendered":"\n<h2>Vorfreude auf das Jubil\u00e4umskonzert im M\u00e4rz<\/h2>\n\n\n\n<p><em>Im heutigen Blogbeitrag blicken wir bereits auf ein kulturelles Highlight in Jena im neuen Jahr: Am 8. M\u00e4rz 2024 feiert die <a href=\"https:\/\/www.jenaer-philharmonie.de\">Jenaer Philharmonie<\/a> das 90-j\u00e4hrige Bestehen ihres Orchesters mit einem <a href=\"https:\/\/www.jenaer-philharmonie.de\/konzert\/jubilaeumskonzert-90-jahre-jenaer-philharmonie.html\"><u>Jubil\u00e4umskonzert<\/u><\/a>, bei dem Gustav Mahlers gigantische 8. Sinfonie erklingen wird. Die erstmalige Auff\u00fchrung der sogenannten \u201eSinfonie der Tausend\u201c am Sitz des Orchesters in Jena ist zugleich ein H\u00f6hepunkt und zeigt die gro\u00dfe, kontinuierliche qualitative Entwicklung des Klank\u00f6rpers bis heute. Mit \u00fcber 400 Mitwirkenden l\u00e4dt die Jenaer Philharmonie schon alleine durch die schiere Gr\u00f6\u00dfe des Werks in die <a href=\"https:\/\/www.sparkassen-arena-jena.de\/startseite\/\">Sparkassen-Arena Jena<\/a> ein, die f\u00fcr diesen Abend mit hohem technischen Aufwand in einen klassischen Konzertsaal verwandelt wird und rund 1.500 G\u00e4sten die M\u00f6glichkeit gibt, das Jubil\u00e4um mitzufeiern. Die Jenaer Philharmonie freut sich auf viele Geburtstagsg\u00e4ste \u2013 lassen Sie uns gemeinsam feiern! Tickets f\u00fcr das Konzert sind in der <a href=\"https:\/\/www.visit-jena.de\/reise-planen\/jena-tourist-information\/\">Jena Tourist-Information<\/a> und <a href=\"https:\/\/tickets.vibus.de\/00100175000000\/shop\/vstdetails.aspx?VstKey=10017500004398000\">online<\/a> erh\u00e4ltlich. <\/em><\/p>\n<p><em>Mit einem Beitrag von Regisseur, Dramaturg und Autor <a href=\"https:\/\/www.hfmdd.de\/personen\/person\/1210-michael-dissmeier\">Michael Dissmeier<\/a> f\u00fcr das Saisonbuch 2023.2024 der Jenaer Philharmonie m\u00f6chten wir Ihnen in diesem Blogbeitrag einen Einblick in die 90-j\u00e4hrige Geschichte des Orchesters geben: <\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align: left\"><strong><u>Die Stadt Jena und ihr eigenes Orchester<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn am 8. M\u00e4rz 2024 unter dem Taktstock von Generalmusikdirektor <a href=\"https:\/\/www.jenaer-philharmonie.de\/generalmusikdirektor.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.jenaer-philharmonie.de\/generalmusikdirektor.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Simon Gaudenz<\/a> die ersten Takte von Gustav Mahlers 8. Sinfonie erklingen, schlie\u00dft sich ein beeindruckender Kreis von neunzig Jahren bewegter und bewegender Geschichte. Mahlers opulentes, \u00fcbersch\u00e4umendes und doch gleichzeitig auch so nachdenkliches und feinsinniges Werk auszuw\u00e4hlen, um das Jubil\u00e4um der Jenaer Philharmonie zu feiern, ergibt gleich mehrfach Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem <a href=\"https:\/\/www.jenaer-philharmonie.de\/mahler-scartazzini-zyklus.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.jenaer-philharmonie.de\/mahler-scartazzini-zyklus.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mahler-Scartazzini-Zyklus<\/a> stellt das Orchester in den letzten Jahren kontinuierlich seine bemerkenswerte k\u00fcnstlerische Leistungsf\u00e4higkeit unter Beweis. Durch die jeweilige Urauff\u00fchrung der sensibel in Mahlers Klangwelt einf\u00fchrenden, vorangestellten Orchesterst\u00fccke von Andrea Lorenzo Scartazzini ist zudem ein Coup gelungen, der gro\u00dfe Resonanz in der internationalen Musikszene erzeugt. Die <a href=\"https:\/\/www.jenaer-philharmonie.de\/diskographie.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">CD-Einspielung des gesamten Zyklus<\/a> vermag verst\u00e4rkt Aufmerksamkeit auf die enorme Qualit\u00e4t des Jenaer Klangk\u00f6rpers zu lenken, der gleichzeitig durch seine umfangreiche Gastspielt\u00e4tigkeit eine sympathische Botschafterfunktion f\u00fcr Jena und den Freistaat Th\u00fcringen aus\u00fcbt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Alleinstellungsmerkmal der Jenaer Philharmonie sind zudem die angeschlossenen <a href=\"https:\/\/www.jenaer-philharmonie.de\/choere.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ch\u00f6re<\/a>. Auch deren kontinuierlicher Beitrag f\u00fcr das reiche Repertoire der Jenaer Konzertprogramme kann nicht spektakul\u00e4rer gefeiert werden, als mit der Auff\u00fchrung von Mahlers 8. Sinfonie, die f\u00fcr alle drei Ch\u00f6re eine gro\u00dfe Herausforderung und ein echtes S\u00e4ngerfest darstellt. Das oft als \u201eSinfonie der Tausend\u201c bezeichnete Werk Mahlers feiert die Gemeinsamkeit und das Zusammen. Das umfangreiche Werk ist nur mit Kooperationen sinnvoll zu bew\u00e4ltigen, und so kann das Jubil\u00e4um der Jenaer Philharmonie gemeinsam mit der <a href=\"https:\/\/www.theater-chemnitz.de\/service\/presse\/philharmonie\/robert-schumann-philharmonie\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.theater-chemnitz.de\/service\/presse\/philharmonie\/robert-schumann-philharmonie\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz<\/a>, dem <a href=\"https:\/\/www.theater-chemnitz.de\/oper\/opernchor\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Chor der Oper Chemnitz<\/a> und dem <a href=\"https:\/\/www.monteverdichor.com\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.monteverdichor.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Monteverdichor W\u00fcrzburg<\/a> u. a. begangen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Und schlie\u00dflich ist es im Jahr 2024 eben Gustav Mahler, mit dessen Werk die Stadt Jena ihr eigenes Orchester feiert. Ein Richard-Wagner-Abend war es, mit dem das neugegr\u00fcndete Orchester am 29. November 1934 das erste Konzert bestritt. Dass es ein eigenes, st\u00e4dtisches Orchester in Jena gab, war jahrzehntelang gefordert worden. Dass es ausgerechnet der nationalsozialistische Oberb\u00fcrgermeister Armin Schmidt war, der sich mit der Gr\u00fcndung eines st\u00e4dtischen Kulturamts und des St\u00e4dtischen Sinfonieorchesters Jena als durchsetzungsstarker NS-Kulturpolitiker profilieren konnte, ist eine Hypothek, die zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Geschichte verpflichtet. Auch deswegen feiert die Jenaer Philharmonie ihr neunzigj\u00e4hriges Jubil\u00e4um mit dem 1934 von Nazis verbotenen Werk Gustav Mahlers, des j\u00fcdischen Komponisten, der wie kein zweiter die Musikgeschichte des beginnenden 20. Jahrhunderts bereichert und gepr\u00e4gt hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>90 Jahre Orchestergr\u00fcndung<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jenas Musikleben vor 1934<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit 1595 ist die Existenz eines \u201eCollegium musicum\u201c, also einer universit\u00e4tsnahen Vereinigung f\u00fcr musikalische Aktivit\u00e4ten, nachgewiesen. Am Hof des sp\u00e4teren Herzogs Bernhard von Sachsen-Jena gab es von 1662 an f\u00fcr ungef\u00e4hr zwei Jahrzehnte eine eigene, kleine Hofkapelle, bis das kurzlebige Herzogtum wieder mit Sachsen-Weimar zusammenfiel. 1770 wurde das nur noch unregelm\u00e4\u00dfig t\u00e4tige Collegium musicum auf Initiative der Universit\u00e4t neu organisiert und hie\u00df fortan \u201eAkademisches Konzert\u201c. Diese Institution war danach \u00fcber 160 Jahre lang f\u00fcr das Jenaer Musikleben verantwortlich, das in universit\u00e4rer, \u201eakademischer\u201c, aber eben nicht st\u00e4dtischer Verantwortung stand. Die Konzerte fanden ab 1787 im Rosensaal im Haus \u201eZur Rosen\u201c statt. Im 19. Jahrhundert wurde das \u201eAkademische Konzert\u201c vor allem durch den Juristen Dr. Carl Gille gepr\u00e4gt, der von 1838 bis 1899 t\u00e4tig war. Er war mit Franz Liszt befreundet, der sein Weimarer Orchester h\u00e4ufig in Jena dirigierte. Auch Max Reger, der vor seinem Tod 1916 eine kurze Zeit lang in Jena lebte, brachte sich ein; einer seiner Freunde, Fritz Stein, hatte als Universit\u00e4tsmusikdirektor von 1906 bis 1914 die Konzertt\u00e4tigkeit geleitet. Der Antisemit und sp\u00e4tere Nationalsozialist sollte im \u00dcbrigen ab 1933 als Pr\u00e4sidialrat der Reichsmusikkammer die Gleichschaltung der deutschen Ch\u00f6re durchf\u00fchren. In der Zeit der Weimarer Republik war UMD Rudolf Volkmann f\u00fcr die akademischen Konzerte verantwortlich. Regelm\u00e4\u00dfig gastierten namhafte Orchester, h\u00e4ufig die Weimarische Staatskapelle, aber auch aus Dresden, Leipzig und Meiningen. Sogar die Berliner Philharmoniker unter Wilhelm Furtw\u00e4ngler gastierten einige Male im Volkshaus, zum Brahmsfest 1929 mit einer bemerkenswerten Auff\u00fchrung des \u201eDeutschen Requiems\u201c \u2013 zusammen mit den vereinigten Jenaer Ch\u00f6ren in einer St\u00e4rke von ungef\u00e4hr 500 S\u00e4nger:innen. Sp\u00e4testens seit der Einweihung des Volkshauses im Jahr 1903 wurden die Rufe jedoch immer lauter, dass das aufstrebende Jena ein eigenes, st\u00e4dtisches Orchester verdiene.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"430\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/12\/jenakultur-die-jenaer-philharmonie-wird-90-staedtisches-sinfonieorchester-jena-kurz-nach-seiner-gruendung-1934-quelle-archiv-1000x430.jpg\" alt=\"Das St\u00e4dtische Sinfonieorchester Jena kurz nach der Gr\u00fcndung\" class=\"wp-image-10741\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/12\/jenakultur-die-jenaer-philharmonie-wird-90-staedtisches-sinfonieorchester-jena-kurz-nach-seiner-gruendung-1934-quelle-archiv-1000x430.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/12\/jenakultur-die-jenaer-philharmonie-wird-90-staedtisches-sinfonieorchester-jena-kurz-nach-seiner-gruendung-1934-quelle-archiv-500x215.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/12\/jenakultur-die-jenaer-philharmonie-wird-90-staedtisches-sinfonieorchester-jena-kurz-nach-seiner-gruendung-1934-quelle-archiv-768x330.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/12\/jenakultur-die-jenaer-philharmonie-wird-90-staedtisches-sinfonieorchester-jena-kurz-nach-seiner-gruendung-1934-quelle-archiv.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9Jenaer Philharmonie, Archiv<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Elf Jahre Nationalsozialismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 1. November 1934 wird das St\u00e4dtische Sinfonieorchester Jena mit einer St\u00e4rke von 28 Musiker:innen gegr\u00fcndet. Erster St\u00e4dtischer Kapellmeister ist Ernst Schwa\u00dfmann. F\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Orchesterbesetzungen wird eine st\u00e4ndige Kooperation mit der Landeskapelle Rudolstadt vorgesehen. Regelm\u00e4\u00dfig spielen die beiden Klangk\u00f6rper in den folgenden Jahren gemeinsam. Schon am 9. November 1934 hat das junge Orchester anl\u00e4sslich der \u201eGedenkfeier f\u00fcr die toten Helden der nationalsozialistischen Bewegung\u201c seinen ersten Auftritt mit Beethovens \u201eCoriolan\u201c-Ouvert\u00fcre und dem zweiten Satz der \u201eEroica\u201c. Am Tag darauf, dem 10. November 1934, wird die Universit\u00e4t anl\u00e4sslich des 175. Geburtstags Schillers in \u201e<a href=\"https:\/\/www.uni-jena.de\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.uni-jena.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena<\/a>\u201c umbenannt (der bisherige Name war \u201eTh\u00fcringische Landesuniversit\u00e4t Jena\u201c). Auch zu diesem Festakt spielt das St\u00e4dtische Sinfonieorchester \u2013 Schuberts Ouvert\u00fcre und Zwischenaktmusik zu \u201eRosamunde\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 29. November 1934 folgt mit dem Wagner-Abend das erste offizielle Abonnement-Konzert, die Reihe wird \u201eVolkskonzerte des St\u00e4dtischen Kulturamts\u201c genannt. In den n\u00e4chsten Jahren entfaltet sich eine rege Konzertt\u00e4tigkeit im Volkshaus. Namhafte Solist:innen wie Wilhelm Kempff, Elly Ney, Edwin Fischer, Gustav Hawemann und Georg Kulenkampff sind zu Gast in Jena. Die akademische Konzertkommission hatte am 10. Juli 1933 zum letzten Mal getagt, danach wird das Konzertleben Jenas unter dem Dach des durch OB Schmidt gegr\u00fcndeten Kulturamts gleichgeschaltet. Die \u201eAkademischen Konzerte\u201c werden ab Herbst 1934 vom neuen Orchester mitbestritten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Konzertprogramme folgen der nationalsozialistischen Ideologie. J\u00fcdische, franz\u00f6sische und englische Komponist:innen fehlen v\u00f6llig. Zeitgen\u00f6ssische Tondichter:innen werden h\u00e4ufig gespielt, allerdings ausschlie\u00dflich parteikonforme Komponist:innen mit sp\u00e4tromantischer Tonsprache. Ernst Schwa\u00dfmann und sein Orchester k\u00f6nnen ihre Kunst nicht frei aus\u00fcben, sie stehen unter st\u00e4ndiger Kontrolle durch die NS-Kulturpolitik.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vier Jahre Nachkriegszeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Krieg vereinbart Theaterp\u00e4chter und -direktor John Biermann mit der Stadt, dass das Orchester vom Theater \u00fcbernommen wird. F\u00fcr vier Jahre hei\u00dft der Klangk\u00f6rper nun \u201eOrchester des Stadttheaters Jena\u201c. Chefdirigenten sind bis 1947 Carl Ferrand, dann bis 1949 Albert M\u00fcller. Bereits am 7. Oktober 1945 wird das erste Sinfoniekonzert gespielt; am Karfreitag 1946 gibt man sogar Wagners \u201eParsifal\u201c konzertant. 1947 erfolgt eine Stellenaufstockung von 25 auf 40 Musiker:innen. Beim Umbau des Theaters 1947\/1948 m\u00fcssen die Musiker:innen des Orchesters bei den Bauarbeiten aushelfen, Opernauff\u00fchrungen finden in dieser Zeit im Volkshaus statt. 1949 wird das Theater-Ensemble aufgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vierzig Jahre Sozialismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch das Orchester soll abgewickelt werden. Durch die Initiative von UMD Gerhard Hergert und dem Direktor der Kinderklinik, Prof. Jussuf Ibrahim, kann jedoch am 1. Januar 1950 ein Orchesterverein gegr\u00fcndet werden, der die Orchestermitglieder monatlich mit 250,- Mark unterst\u00fctzt. Das Orchester wird erneut umbenannt und hei\u00dft zun\u00e4chst \u201eJenaer Kulturorchester\u201c. 1951 werden die Musiker wieder im regul\u00e4ren Haushaltsplan der Stadt gef\u00fchrt. Gerhard Hergert wird Chefdirigent, 1953 erh\u00e4lt das Orchester wieder den alten Namen \u201eSt\u00e4dtisches Sinfonieorchester Jena\u201c. Ende der Spielzeit 1955\/1956 wird das Orchester in die \u201eGruppe der republikbedeutenden Orchester der DDR\u201c aufgenommen. Damit verbunden ist am 14. Juni 1956 die Ernennung Gerhard Hergerts zum Generalmusikdirektor. Als Hergert zum Berliner Sinfonieorchester wechselt, wird 1959 Hans Heinrich Schmitz Leiter des Orchesters.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Ernennung G\u00fcnter Blumhagens zum Chefdirigenten im Jahr 1967 beginnt eine sehr erfolgreiche \u00c4ra, in der das Orchester von inzwischen 50 auf 82 Stellen aufgestockt werden kann. Am 21. September 1969 erfolgt die heutige Namensgebung \u201eJenaer Philharmonie\u201c und die Ernennung Blumhagens zum GMD. 1981 folgt Christian Ehwald auf Blumhagen. Bis zum Abriss des Zuschauersaals im Jahr 1986 begleitet das Orchester regelm\u00e4\u00dfig die Opernauff\u00fchrungen des <a href=\"https:\/\/www.nationaltheater-weimar.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">DNT Weimar<\/a> im Jenaer Stadttheater, ist also auch ein Opernorchester.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"626\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/12\/jenakultur-die-jenaer-philharmonie-wird-90-50-jahre-jenaer-philharmonie-1984-10-31-gr-s-philh-50jahre-orch-ehwald2-kayserphilarch-1000x626.jpg\" alt=\"50. Jubil\u00e4um der Jenaer Philharmonie 1984\" class=\"wp-image-10739\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/12\/jenakultur-die-jenaer-philharmonie-wird-90-50-jahre-jenaer-philharmonie-1984-10-31-gr-s-philh-50jahre-orch-ehwald2-kayserphilarch-1000x626.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/12\/jenakultur-die-jenaer-philharmonie-wird-90-50-jahre-jenaer-philharmonie-1984-10-31-gr-s-philh-50jahre-orch-ehwald2-kayserphilarch-500x313.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/12\/jenakultur-die-jenaer-philharmonie-wird-90-50-jahre-jenaer-philharmonie-1984-10-31-gr-s-philh-50jahre-orch-ehwald2-kayserphilarch-768x481.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/12\/jenakultur-die-jenaer-philharmonie-wird-90-50-jahre-jenaer-philharmonie-1984-10-31-gr-s-philh-50jahre-orch-ehwald2-kayserphilarch-1103x690.jpg 1103w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/12\/jenakultur-die-jenaer-philharmonie-wird-90-50-jahre-jenaer-philharmonie-1984-10-31-gr-s-philh-50jahre-orch-ehwald2-kayserphilarch.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00a9Jenaer Philharmonie, Archiv Kayser<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcnfunddrei\u00dfig Jahre Demokratie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Trotz des massiven Zuschauereinbruchs und langer gesellschaftlicher Debatten um den Erhalt des Orchesters in der jetzigen Form in den Jahren direkt nach der Wende ist es der Jenaer Philharmonie gelungen, ihre Stellung zu behaupten und ihr k\u00fcnstlerisches Niveau zu bewahren und immer weiter zu steigern. Als gr\u00f6\u00dftes, reines Sinfonieorchester Th\u00fcringens genie\u00dft es inzwischen national und international einen hervorragenden Ruf.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Generalmusikdirektoren der Jenaer Philharmonie in dieser Zeit sind Andreas S. Weiser (1990-1998), Andrey Boreyko (1998-2004), Nicholas Milton (2004-2011) und Marc Tardue (2011-2017). Seit dem Jahr 2018 leitet Generalmusikdirektor Simon Gaudenz das Orchester.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr ihre mit dramaturgischer Stringenz und gro\u00dfem Einfallsreichtum zusammengestellten Konzertprogramme wird die Jenaer Philharmonie mehrmals vom Deutschen Musikverleger-Verband ausgezeichnet. Von 2017 bis 2020 genie\u00dft das Orchester zudem eine Bundesf\u00f6rderung als Exzellenzorchester. Eine ausgedehnte Tournee- und Gastspielt\u00e4tigkeit in ganz Europa und \u2013 im Winter 2018\/2019 \u2013 nach China tr\u00e4gt die Kreativit\u00e4t, Fantasie und Gestaltungsfreude der Jenaer Philharmonie in die Welt hinaus. Das Orchester ist ein sympathischer Botschafter Jenas und Th\u00fcringens, die Musiker:innen aus vielen verschiedenen Nationen \u00fcben ihre Kunst frei aus.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ohne \u00dcbertreibung ist unsere Jenaer Philharmonie zu einer wichtigen Botschafterin der Lichtstadt Jena geworden. Wir bedanken uns bei Michael Dissmeier f\u00fcr diesen erhellenden Blick in die Zeit- und Orchestergeschichte. Und dann freuen wir uns auf ein spannendes Konzertjahr 2024.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorfreude auf das Jubil\u00e4umskonzert im M\u00e4rz Im heutigen Blogbeitrag blicken wir bereits auf ein kulturelles Highlight in Jena im neuen Jahr: Am 8.&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":10744,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,13,9,706,10,358],"tags":[1049,1048],"class_list":["post-10735","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-jenaer-philharmonie","category-jenakultur","category-kultur-in-jena","category-kulturpolitik","category-stadtgeschichtsforschung","tag-90-jahre-jenaer-philharmonie","tag-orchestergeschichte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10735","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10735"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10735\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10839,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10735\/revisions\/10839"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10744"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10735"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10735"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10735"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}