{"id":10338,"date":"2023-11-03T07:28:00","date_gmt":"2023-11-03T06:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/?p=10338"},"modified":"2023-11-02T15:53:20","modified_gmt":"2023-11-02T14:53:20","slug":"jena-images","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2023\/11\/03\/jena-images\/","title":{"rendered":"Jena-Images \u2013 Ein Streifzug durch die Selbstbilder unserer Stadt"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">R\u00fcckblick auf den Tag der Stadtgeschichte 2022<\/h2>\n\n\n\n<p>In den Kommunikations- und Kulturwissenschaften wird unter &#8222;Image&#8220; ein soziales Konstrukt verstanden, das als die &#8222;Gesamtheit der Vorstellungen, Einstellungen und Gef\u00fchle&#8220; definiert wird, die eine Person in Hinblick auf ein Objekt (Person, Organisation, Produkt, Idee, Ereignis) besitzt.<a href=\"#ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><a id=\"ftn1_back\"><\/a> Images vermischen Wahres und Falsches, Rationales und Emotionales, Existentielles und Imagin\u00e4res. Mithin stellen solche Selbst- und Fremdbilder weder blo\u00dfe Fiktion dar noch reine Propaganda.<br>In diesem Sinne betonte auch die kommunale \u00d6ffentlichkeitsarbeit in Jena immer st\u00e4rker &#8222;das Einzigartige&#8220; der Stadt, um das Heimat- und Gemeinschaftsgef\u00fchl unter den Einwohner:innen zu st\u00e4rken. Sp\u00e4testens seit Anfang des vorigen Jahrhunderts sollte auf diese Weise Jenas Ruf im \u00fcberlokalen Ma\u00dfstab verbessert oder einem Imageschaden durch negative Auswirkungen der beschleunigten Industrialisierung entgegengewirkt werden. Zu DDR-Zeiten nutzten die Image-Bildner hinter den Kulissen nicht zuletzt den &#8222;Tag der Republik&#8220;, um das Ansehen der Stadt in den Augen ihrer B\u00fcrger:innen und der breiten \u00d6ffentlichkeit zu heben.<\/p>\n<p>Der 7. Oktober galt \u00fcber 40 Jahre als einer der wichtigsten Feiertage im politischen Kalendarium der SED-F\u00fchrung: der &#8222;Geburtstag&#8220; der Deutschen Demokratischen Republik. Seit 1949 wurde dieser Jahrestag der Staatsgr\u00fcndung auf dieser Seite der deutsch-deutschen Grenze von Milit\u00e4rparaden, Aufm\u00e4rschen, Fahnenapellen und Ansprachen begleitet, aber auch von feucht-fr\u00f6hlichen Volksfesten. Das war am 7. Oktober 1986 in Jena nicht anders, zumal an diesem &#8222;Staatsfeiertag&#8220; die Festwoche aus Anlass des 750-j\u00e4hrigen Stadtjubil\u00e4ums ihren kr\u00f6nenden Abschluss fand. Im Rahmen eines gro\u00dfen historischen Festzugs zogen stundenlang geschm\u00fcckte Fahrzeuge und kost\u00fcmierte Laiendarsteller:innen durch die Jenaer Innenstadt.<\/p>\n<p>Jena stand schon immer im Ruf, eine anziehende Universit\u00e4tsstadt zu sein, in der sich&#8217;s &#8222;bene&#8220; leben lie\u00dfe. So lautet bekanntlich der Titel eines um 1850 entstandenen Studentenliedes. Diese heute noch popul\u00e4re Textzeile bringt auf den Punkt, was Jenas Ansehen weit \u00fcber Th\u00fcringens Grenzen hinaus begr\u00fcndete. Akademische, burschenschaftliche und st\u00e4dtische Festsitzungen auf dem Markt, &#8222;Jenas guter Stube&#8220;, besa\u00dfen hier eine lange Tradition. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts begannen enthusiastische Filmpioniere, solche festlichen Anl\u00e4sse auf Zelluloid zu bannen \u2013 nat\u00fcrlich auch in Jena.<\/p>\n<p>Heute er\u00f6ffnen uns diese fr\u00fchen &#8222;Gehversuche&#8220; des Mediums Film einzigartige Einblicke in die Vergangenheit der Stadt. Sie verweisen auf zeitgen\u00f6ssische Stimmungslagen in den lokalen Milieus, die in der \u00d6ffentlichkeit &#8222;hei\u00df&#8220; diskutiert wurden, aber auch auf die politisch-kulturelle Instrumentalisierung solcher Stadtfeste. Zudem geben uns die Filmaufnahmen Auskunft \u00fcber die zur jeweiligen Zeit vorherrschenden Selbstbilder der Stadt, ihr &#8222;Image&#8220;. War in der Fr\u00fchmoderne noch von &#8222;Stadtpers\u00f6nlichkeiten&#8220; die Rede gewesen, so wie Goethe Jena als ein &#8222;n\u00e4rrisches Nest&#8220; bezeichnete, deutete sich im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts ein Wandel in den symbolischen Selbstdarstellungen der St\u00e4dte an.<\/p>\n<p>Der <strong>Zw\u00f6lfte Tag der Stadtgeschichte<\/strong> griff das Thema &#8222;Jena-Images&#8220; auf. Die Veranstaltung fand am 8. Oktober 2022 im Plenarsaal des Rathauses am Markt statt. Das Publikum war eingeladen, die historischen Fest- und Feierkulturen der Stadt aus dem Blickwinkel der Foto- und Filmkamera zu betrachten. Die Formate der pr\u00e4sentierten Bewegt-Bilder reichten vom privaten Videomitschnitt bis zu professionell gestalteten Streifen, die Angeh\u00f6rige verschiedener Filmclubs produziert haben. Die meisten der eingespielten Filme sowie der f\u00fcr Erl\u00e4uterungen und Kommentare herangezogenen historischen Fotos beziehen sich auf Stra\u00dfenumz\u00fcge. Das gr\u00f6\u00dfte \u00f6ffentliche Interesse d\u00fcrften dabei die Festz\u00fcge aus Anlass der beiden st\u00e4dtischen Jahrhundertfeiern 1936 und 1986 gefunden haben. Am Ende des Blogs werden sie anhand der \u00fcberlieferten Filmquellen analysiert und miteinander verglichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jenas Image als &#8222;alte Musenstadt&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<p>Am 27. M\u00e4rz 1912 wurde in der Jenaer Innenstadt einmal mehr ein studentischer Umzug veranstaltet. Die Aufbauten der Pferdewagen erinnerten an Theaterkulissen, wie uns <em>Film 1<\/em> vor Augen f\u00fchrt. Bei diesem Streifen handelt es sich um die \u00e4lteste uns bekannte Filmaufnahme von Jena. Das Fragment zoomt die auf den Umzugswagen mitgef\u00fchrten Plakate heran. So werden Ausspr\u00fcche erkennbar wie: &#8222;[\u2026] Theaterneubau der Stadt Jena&#8220;, &#8222;Kunst-Tempel Schmiere&#8220; und &#8222;Wer muss zahlen: Universit\u00e4t oder B\u00fcrgerschaft?&#8220; <a href=\"#ftn2\">[2]<\/a><a id=\"ftn2_back\"><\/a> Offensichtlich zielte die studentische Posse auf die seinerzeit g\u00e4ngige Umschreibung Jenas als Musenstadt. Die Musen galten im antiken Griechenland als die Schutzg\u00f6ttinnen der neun K\u00fcnste und der Wissenschaft, sodass sich im 18. Jahrhundert f\u00fcr Studenten der Ausdruck Musens\u00f6hne einb\u00fcrgerte. Dementsprechend wurde die Universit\u00e4t als Musenthron und eine Universit\u00e4tsstadt wie Jena als Musenstadt bezeichnet. In ihren Spielszenen parodierten die verkleideten Verbindungsstudenten den Streit um die Finanzierung eines Theaterneubaus im Jenaer Gemeinderat. Sie meinten wohl, es sei dem kulturellen Selbstanspruch einer so traditionsreichen Universit\u00e4tsstadt geschuldet, f\u00fcr den &#8222;Musentempel&#8220; der Stadtgemeinde Opfer zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Umzug von kost\u00fcmierten Studierenden durch die Jenaer Innenstadt, 1912\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/A5JYyclEUpA?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption class=\"wp-element-caption\">Film 1: Umzug von kost\u00fcmierten Studierenden durch die Jenaer Innenstadt, 1912. | \u00a9 Abt. Filmarchiv des Bundesarchivs; Urheberrechte erloschen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wie J\u00f6rg Opitz in seinem Artikel im <a href=\"https:\/\/stadtmagazin07.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stadtmagazin 07<\/a> vermerkt, sorgte diese Filmquelle auf dem Tag der Stadtgeschichte 2022 f\u00fcr R\u00e4tselraten. Die Veranstalter gingen urspr\u00fcnglich davon aus, dass der Film am letzten Tag des Jenaer SPD-Parteitages im September 1911 gedreht worden sei. Dank der Nachrecherchen von Andreas Klossek in der Lokalpresse konnte der Film nunmehr richtig datiert werden, wof\u00fcr ihm an dieser Stelle ausdr\u00fccklich gedankt sei. Der neue Befund wird selbstverst\u00e4ndlich auch in die Online-Version des historisch-topografischen <a href=\"https:\/\/www.jenakultur.de\/de\/aufgaben_und_service\/stadtgeschichte\/jena_lexikon_zur_stadtgeschichte\/832452\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jena-Lexikons<\/a> Eingang finden, die gegenw\u00e4rtig erarbeitet wird.<\/p>\n<p>Im sp\u00e4ten Kaiserreich verliehen solche relativ h\u00e4ufigen Wagenkorsos und studentischen Fackelz\u00fcge der Stadt fraglos ein besonderes Ambiente. Das wurde von der Einwohnerschaft und den G\u00e4sten aus Nah und Fern als Ausdruck ihrer weithin ausstrahlenden geistig-kulturellen Anziehungskraft verstanden. In Anbetracht des maroden Stadttheaters stand die Gemeindeverwaltung allerdings vor dem Problem, Jena nicht wirklich \u00fcberzeugend als &#8222;Kulturstadt&#8220; inszenieren zu k\u00f6nnen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden St\u00e4dtekonkurrenz mit Apolda, Rudolstadt und Weimar hielt sie daher auch in den Jahren der Weimarer Republik am Image der &#8222;<em>alten Musenstadt&#8220; <\/em>fest. Allerdings erfuhr diese \u00e4ltere Zuschreibung eine Erg\u00e4nzung, da auch das Selbstbild einer Universit\u00e4tsstadt im Gr\u00fcnen mit dem Jenaer Paradies als Glanzpunkt hoch im Kurs stand.<a href=\"#ftn3\" name=\"_ftnref1\">[3]<\/a><a id=\"ftn3_back\"><\/a> Au\u00dferdem wurde das traditionelle Bild der Musenstadt mit einem kulturkritischen Seitenhieb der voranschreitenden Hochindustrialisierung angepasst, indem Mitte der 1920er Jahre von einem &#8222;zurzeit unausgeglichenen Doppelgebilde&#8220; aus idyllischer Dichter-, Gelehrten- und rasch emporwachsender Industriestadt die Rede war.<a href=\"#ftn4\" name=\"_ftnref2\">[4]<\/a><a id=\"ftn4_back\"><\/a><a href=\"#ftn4\" name=\"_ftnref2\"><\/a><\/p>\n<p>Nach dem Ersten Weltkrieg versch\u00e4rfte sich unter den Mittel- und Gro\u00dfst\u00e4dten der Wettbewerb um die Ansiedlung von Gro\u00dfunternehmen der forschungsintensiven Industriezweige Elektrotechnik\/Elektronik, Feinmechanik und Optik, Chemie und Maschinenbau. Immer gr\u00f6\u00dfere Bedeutung erlangte in diesem Zusammenhang das Stadtmarketing in der \u00fcberregionalen Presse und Publizistik, aber auch in den j\u00fcngeren Massenmedien Film und Rundfunk. Um ein Gemeinwesen wie Jena im hart umk\u00e4mpften Gesch\u00e4ftsfeld des Fremdenverkehrs erfolgreich vermarkten zu k\u00f6nnen, musste die Saalestadt in der \u00f6ffentlichen Meinung mittels positiver Selbstbilder und professioneller Publicity als Arbeits-, Kultur- und Lebensraum aufgewertet werden. Daran hatte der Publizist und Goethe-Kenner Gustav Mohr ma\u00dfgeblich Anteil.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>Mohr stellte eine Gedicht- und Prosa-Sammlung mit Jena-Zitaten der weltbekannten Dichterf\u00fcrsten Goethe und Schiller sowie von weiteren Personen von Rang wie Bismarck, Haeckel und Abbe zusammen. Diese Ver\u00f6ffentlichung bediente im Untertitel das altbekannte Image &#8222;Die Musenstadt im Saaltal(e)&#8220; und stilisierte das beschauliche Jena zu einem Anziehungspunkt deutscher Geistesgr\u00f6\u00dfen, was auch eine Spitze gegen die Gro\u00dfstadtkultur der Moderne aufwies. Die Brosch\u00fcre erschien 1926 in zwei Auflagen und wurde vom Verkehrsverein Jena e. V. herausgegeben.<a href=\"#ftn5\" name=\"_ftnref3\">[5]<\/a><a id=\"ftn5_back\"><\/a> In enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung er\u00f6ffnete der Verein ein Marketingb\u00fcro, in dem nach 1919 eine gezielte Imagepolitik betrieben wurde, um die Goethe- und Schillerst\u00e4tten der Stadt und deren landschaftlich reizvolle Lage europaweit zu popularisieren. Dieses Verkehrsb\u00fcro residierte zun\u00e4chst in der Stadthaus-Passage am L\u00f6bdergraben 13, danach unmittelbar neben dem Rathaus am Markt.<a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"607\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-1-verkehrsbuero-markt-joachim-hendel-1000x607.jpg\" alt=\"B\u00fcro des Verkehrsvereins Jena e. V. am Markt 2, nach 1930. Postkarte\" class=\"wp-image-10518\" style=\"aspect-ratio:1.6474464579901154;width:834px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-1-verkehrsbuero-markt-joachim-hendel-1000x607.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-1-verkehrsbuero-markt-joachim-hendel-500x303.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-1-verkehrsbuero-markt-joachim-hendel-768x466.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-1-verkehrsbuero-markt-joachim-hendel-1137x690.jpg 1137w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-1-verkehrsbuero-markt-joachim-hendel.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 1: B\u00fcro des Verkehrsvereins Jena e. V. am Markt 2, nach 1930. Postkarte. | \u00a9Dr. Joachim Hendel<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die 700-Jahrfeier 1936<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Im Mai 1933 konnte der Jenaer NSDAP-Kreisleiter Armin Schmidt mit Hilfe zwielichtiger Winkelz\u00fcge und des von SA-Mitgliedern aufgestachelten &#8222;Volkszorns&#8220; auch das Amt des Jenaer Oberb\u00fcrgermeisters \u00fcbernehmen. 1934 unterstellte er sich das neu gegr\u00fcndete St\u00e4dtische Kulturamt, im gleichen Jahr riss er den Vorsitz im Fremdenverkehrsverein Jena e. V. an sich. Hatte sein Amtsvorg\u00e4nger Alexander Elsner 1927 noch von einer &#8222;modernen Industriestadt&#8220; und mit Blick auf die Universit\u00e4t von einer &#8222;Hochburg der Wissenschaft&#8220; gesprochen, charakterisierte Schmidt Jena in seinem Vorwort f\u00fcr die Festzeitung zur 700-Jahr-Feier wieder als eine <em>&#8222;alte Musenstadt&#8220;<\/em>.<a href=\"#ftn6\">[6]<\/a><a id=\"ftn6_back\"><\/a> Jenas Traditionen w\u00fcrden vornehmlich im &#8222;Geistigen&#8220; liegen, f\u00fchrte der Oberb\u00fcrgermeister 1936 zur Begr\u00fcndung an. Im kommunalen Stadtmarketing wurde also in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts eine bemerkenswerte Kontinuit\u00e4t gewahrt, trotz des Regimewechsels von 1933\/34.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber verbreiteten vergleichbare Boom-St\u00e4dte der Aufr\u00fcstung wie Dessau und Rostock nach 1933 das Selbstbild, St\u00e4tten &#8222;deutscher Wertarbeit&#8220; zu sein, die unter Hitlers F\u00fchrung regelrecht aufgebl\u00fcht seien. Dem entsprach, dass sich in der lokalen Festkultur Mitte der 1930er Jahre reichsweit eine doppelb\u00f6dige Mischung aus Volksvergn\u00fcgen, spannenden Sportwettk\u00e4mpfen und der Faszination f\u00fcr neue Technik etablierte. Wenn \u00fcberhaupt, konnten das in Jena nur die allj\u00e4hrlichen Paradiesfeste, die Jubil\u00e4umsfestwoche 1936 und die Gemeinschaftsfeiern in den beiden Stiftungsunternehmen Zeiss und Schott bieten. Im Programm der 700-Jahr-Feier dominierten allerdings Bezugnahmen auf die \u00e4ltere Geschichte Jenas, vor allem auf das sp\u00e4te Mittelalter, die Epoche der Reformation und Gegenreformation und auf das &#8222;lange&#8220; 19. Jahrhundert, jedenfalls nicht auf die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.<\/p>\n<p>So stand der historische Festzug zum Stadtjubil\u00e4um 1936 unter dem Motto &#8222;Jena im Wandel der Jahrhunderte&#8220;. Ihm schritt die Figur des Herolds &#8222;chronologus jenensis&#8220; voran, der ein Schild mit der Jahreszahl &#8222;1236&#8220; trug. Folgerichtig erweckte das auf <em>Bild 2<\/em> abgelichtete Schmuckwappen entlang der Marschroute des Zuges bei Umstehenden den Eindruck, die Herren von Lobdeburg h\u00e4tten Jena in diesem Jahr die Privilegien einer Stadt verliehen. Offenbar unterlagen die NS-Kulturaktivisten bei der Organisation des Jubil\u00e4ums den Zw\u00e4ngen der runden Zahl. Denn vordem war ihnen von namhaften Archivaren und Historiker:innen mehrmals versichert worden, dass sich f\u00fcr das Jahr 1236 weder eine &#8222;Erhebung&#8220; zur Stadt, in welcher Form auch immer, noch die Ersterw\u00e4hnung Jenas als Stadt urkundlich nachweisen lie\u00dfe. <a href=\"#ftn7\">[7]<\/a><a id=\"ftn7_back\"><\/a><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><\/a><\/p>\n<p>Die Bildunterschrift &#8222;Jena. 700 Jahre Stadt&#8220; erscheint allerdings in Anbetracht des seinerzeitigen Forschungsstandes durchaus nachvollziehbar. In der Stadtgeschichtsschreibung des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts besagte diese Einordnung, dass sich die weitaus \u00e4ltere Ansiedlung gleichen Namens &#8222;um 1236&#8220; zu einem st\u00e4dtischen Gemeinwesen entwickelt habe. Im Licht j\u00fcngerer Befunde des Grabungsteams um den Jenaer <a href=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/2023\/10\/20\/archaeologische-schaetze-aus-jena\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stadtarch\u00e4ologen Dr. Matthias Rupp<\/a> stellt sich die fr\u00fche Stadtgeschichte Jenas derzeit folgenderma\u00dfen dar: Der am Mittellauf der Saale seit Langem bestehende Marktflecken begann bereits um 1200 die Z\u00fcge einer mittelalterlichen Planstadt anzunehmen, die sich aber infolge einer Brandkatastrophe wohl erst im Verlauf der zweiten H\u00e4lfte des 13. Jahrhunderts vollends auspr\u00e4gen konnten.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a> <a href=\"#ftn8\">[8]<\/a><a id=\"ftn8_back\"><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-2-1236-stadtrecht-1000x525.jpg\" alt=\"Schmuckwappen mit den Aufschriften \u201e1236\u201c und \u201e1936\u201c entlang der Marschroute des Festzuges in der Innenstadt, 28.6.1936\" class=\"wp-image-10519\" style=\"aspect-ratio:1.9047619047619047;width:833px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-2-1236-stadtrecht-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-2-1236-stadtrecht-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-2-1236-stadtrecht-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-2-1236-stadtrecht.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 2: Schmuckwappen mit den Aufschriften &#8222;1236&#8220; und &#8222;1936&#8220; entlang der Marschroute des Festzuges in der Innenstadt, 28.06.1936.&nbsp;| \u00a9Bildzitat aus: Jena. Vier Jahre Kulturpflege, Jena 1937, S. 32.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Bild 3<\/em> zeigt ein phantasievolles Modell der seinerzeit bekannten drei Burgen auf dem Hausberg bei Jena. Thematisch repr\u00e4sentierte die Wagengruppe 4 im Festzug &#8222;Die Burgen Greifberg, Kirchberg und Windberg vor der Zerst\u00f6rung&#8220;. Tats\u00e4chlich erst\u00fcrmte 1304 ein bewaffnetes Aufgebot unter F\u00fchrung der Handelsstadt Erfurt die Raubritternester auf dem Hausberg. Deshalb ist auf einen Schild das Wappen des Erzbischofs von Mainz zu erkennen, dem zu Beginn des 14. Jahrhunderts auch Erfurt unterstand. Daneben unterstreicht diese Fotografie die enorme Resonanz des Stadtjubil\u00e4ums unter der st\u00e4dtischen Einwohnerschaft und ihren G\u00e4sten. Im Hintergrund k\u00fcndigt sich das Herannahen der Gruppe 5 an, die sich laut der gedruckten Festzugsfolge auf das Jahr 1350 und den &#8222;Plan zur Ummauerung der Stadt&#8220; bezog. Ihr folgte die Festzugsgruppe 6, die im Jahrhundertreigen das Jahr 1360 symbolisierte und &#8222;Jena als feste Stadt&#8220; veranschaulichen sollte. Als Cheforganisator des Festzugs hatte der Jenaer Polizeipr\u00e4sident die Ausstattung der Wagengruppe 4 der Fa. Carl Zeiss \u00fcbertragen. Die Kosten bezifferten sich auf 1.800 ReichsMark. Die mitlaufenden &#8222;Landsknechte&#8220; verk\u00f6rperten Angeh\u00f6rige der Deutschen Arbeitsfront dieses Unternehmens, das auch das Pferdegespann und den Festwagen mit Deichsel stellen musste.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-3-modell-dreier-hausbergburgen-smj-1000x525.jpg\" alt=\"Festzugsgruppe mit einem Modell der Burgen Greifberg, Kirchberg (II) und Windberg auf dem Hausberg bei Jena.\" class=\"wp-image-10520\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-3-modell-dreier-hausbergburgen-smj-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-3-modell-dreier-hausbergburgen-smj-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-3-modell-dreier-hausbergburgen-smj-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-3-modell-dreier-hausbergburgen-smj.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 3: Festzugsgruppe mit einem Modell der Burgen Greifberg, Kirchberg (II) und Windberg auf dem Hausberg bei Jena.&nbsp;| \u00a9St\u00e4dtische Museen Jena<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Auf der folgenden Fotografie posiert ohne Zweifel ein Jenaer Original, Walter Lange, der Wirt des Historischen Gasthofs &#8222;Der gr\u00fcne Baum zur Nachtigall&#8220;. Als weithin bekannter &#8222;Napoleon auf Cospeda&#8220; ahmte er den Kaiser der Franzosen wie kein Zweiter nach. Lange avancierte fr\u00fchzeitig zu einem Markenzeichen des Jenaer Stadtmarketings, um den Fremdenverkehr zu beleben. Er hatte bereits 1934 im Festzug aus Anlass des Paradiesfestes mitgewirkt, das nach einer zwanzigj\u00e4hrigen Unterbrechung in diesem Jahr erstmals wieder durchgef\u00fchrt wurde. Werbewirksam zeigten Postkarten Lange in seiner Paraderolle beim Ritt durch die Gassen der Altstadt. Auf ihnen war links von ihm ein weiterer Reiter zu erkennen, der die Figur Roustam Raza verk\u00f6rperte, den langj\u00e4hrigen Diener und Leibw\u00e4chter Napoleons I. Er wurde in herabsetzender Weise mit schwarzer Schuhcreme eingeschmiert und als &#8222;Mohr&#8220; verfremdet, wie <em>Bild 4<\/em> dokumentiert. In Wirklichkeit stammte dieser Mameluck nicht aus Afrika, sondern aus dem armenisch-georgischen Sprachraum.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-4-napoleon-von-cospeda-mit-gefolge-smj-1000x525.jpg\" alt=\"Reitergruppe mit den Figuren Napoleons I., seinem muslimischen Diener und drei Marsch\u00e4llen von Frankreich im Festzug von 1936. Im Hintergrund folgten ihnen \u201edie L\u00fctzower J\u00e4ger\u201c auf dem Fu\u00dfe\" class=\"wp-image-10521\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-4-napoleon-von-cospeda-mit-gefolge-smj-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-4-napoleon-von-cospeda-mit-gefolge-smj-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-4-napoleon-von-cospeda-mit-gefolge-smj-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-4-napoleon-von-cospeda-mit-gefolge-smj.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 4: Reitergruppe mit den Figuren Napoleons I., seinem muslimischen Diener und drei Marsch\u00e4llen von Frankreich im Festzug von 1936. Im Hintergrund folgten ihnen &#8222;die L\u00fctzower J\u00e4ger&#8220; auf dem Fu\u00dfe.&nbsp;| \u00a9St\u00e4dtische Museen Jena<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Bild 5<\/em> wurde gegen\u00fcber der Ecke Adolf-Hitler-Stra\u00dfe\/Paulinenstra\u00dfe aufgenommen, d. h. am heutigen Spittelplatz. Die Paulinenstra\u00dfe war nach der Erbgro\u00dfherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach benannt worden. An den Fassaden der H\u00e4user sind eine ganze Reihe Hakenkreuzfahnen zu sehen, die im Fr\u00fchjahr 1935 per Gesetz zur Staatsflagge des Deutschen Reiches erhoben worden war. Viele Wohnungsfenster wiesen indes keinen Fahnenschmuck auf. Daneben sind auf dieser Fotografie nur zwei schwarz-wei\u00df-rote Reichsflaggen der Hohenzollern-Monarchie bzw. der ehemaligen &#8222;Deutschnationalen Front&#8220; auszumachen. In den Jahren 1933\/34 hatten sie das Stadtbild an den Staatsfeiertagen des neuen Regimes noch wesentlich st\u00e4rker bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-5-blut-und-boden-ideologie-smj-1000x525.jpg\" alt=\"Die Berufung auf \u201eBlut und Boden\u201c als Bekenntnis zum Nationalsozialismus prangte auf einem Spruchband des Verbandes der Kleing\u00e4rtner und Kleinsiedler\" class=\"wp-image-10509\" style=\"aspect-ratio:1.9047619047619047;width:833px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-5-blut-und-boden-ideologie-smj-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-5-blut-und-boden-ideologie-smj-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-5-blut-und-boden-ideologie-smj-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-5-blut-und-boden-ideologie-smj.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 5: Die Berufung auf &#8222;Blut und Boden&#8220; als Bekenntnis zum Nationalsozialismus prangte auf einem Spruchband des Verbandes der Kleing\u00e4rtner und Kleinsiedler.&nbsp;| \u00a9St\u00e4dtische Museen Jena<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend in den Geschichtserz\u00e4hlungen des Festzugs Mittelalterthemen einen der Schwerpunkte bildete und die Universit\u00e4t mit der Professoren- und Studentenschaft darin nur eine Nebenrolle spielten, vermittelt uns die Kamera in <em>Film 2<\/em> eher einen Querschnitt der dargestellten historischen Episoden. So f\u00e4ngt die letzte Einstellung des privat aufgenommenen Films auch den symboltr\u00e4chtigen Vorbeimarsch von Nazi- und Ehrenformationen der Wehrmacht zum Abschluss des Festzugs ein. Den Ausgangspunkt seiner Marschroute \u00fcber den Markt zur Rasenm\u00fchleninsel bildete die Adolf-Hitler-Schule, die heutige Grundschule in der Dornburger Stra\u00dfe. Dort erfolgte zudem die Aus- und R\u00fcckgabe der Kost\u00fcme. In der N\u00e4he dieser Schule befand sich auch der Standort des Hobbyfilmers.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die 700-Jahr-Feier der Stadt Jena aus dem Blickwinkel eines Privatfilmers, 28. Juni 1936\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/XNyEu4Kq4GE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption class=\"wp-element-caption\">Film 2: Die 700-Jahrfeier der Stadt Jena aus dem Blickwinkel eines Privatfilmers, 28. Juni 1936. | \u00a9Universit\u00e4tsarchiv Jena, Urheber unbekannt.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Besonders bemerkenswert sind diese Details des Films:<\/p>\n<ul>\n<li>(00:00:59) Die Handwerker-Innungen pr\u00e4sentierten sich im Festzug allein mit neun Gruppen bzw. Wagen. Sie wurden in Jena ab Mitte des 14. Jahrhunderts gegr\u00fcndet und \u00fcbten fast ein halbes Jahrtausend gro\u00dfen Einfluss in der Stadtgemeinde aus. Innungsmeister waren an der Rechnungslegung des Stadtk\u00e4mmerers beteiligt, in den rotierenden Stadtr\u00e4ten vertreten und stellten sogar B\u00fcrgermeister.<\/li>\n<li>(00:01:31) Unter den von Laiendarsteller:innen verk\u00f6rperten Monarchen und Staatsm\u00e4nnern befand sich auch K\u00f6nig Friedrich II. von Preu\u00dfen, der w\u00e4hrend des Siebenj\u00e4hrigen Krieges am 2. Dezember 1762 mit seinem Tross im Haus der Familie Kreu\u00dfler \u00fcbernachtet haben soll.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Alles in allem unterschied sich die Dramaturgie des Jenaer Festzuges 1936 augenf\u00e4llig von der des Umzugs aus Anlass der 700-Jahr-Feier der Stadt Gera im Jahr darauf, wie J\u00f6rg Opitz auf dem Tag der Stadtgeschichte res\u00fcmierte. <a href=\"#ftn9\">[9]<\/a><a id=\"ftn9_back\"><\/a> Gera pr\u00e4sentierte sich als eine aufstrebende &#8222;deutsche&#8220; Industriestadt mit modernen Geb\u00e4udekomplexen und vielf\u00e4ltigen Gewerbeeinrichtungen. In Jena wurde die Industriemoderne in der Festzugsfolge hingegen weitgehend \u00fcbergangen. Sie sei gerade in dieser Stadt von einem &#8222;j\u00fcdisch-liberalistisch&#8220; gepr\u00e4gten Wirtschaftsb\u00fcrgertum beherrscht worden, behauptete die Nazi-Clique um Oberb\u00fcrgermeister Schmidt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das neue Image &#8222;Sportstadt&#8220;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Generell vermochte das kommunale Stadtmarketing in der Zwischenkriegszeit nicht ansatzweise so popul\u00e4re Vorstellungsbilder von Jena hervorzubringen und zu verbreiten wie die zahlreichen Vereine vor Ort. Pressemedien wie das Jenaer Sportblatt trugen als Beilage zum viel gelesenen Jenaer Volksblatt &#8222;au\u00dferordentlich viel dazu bei, den Sport in der breiteren \u00d6ffentlichkeit in das richtige Licht zu stellen.&#8220; Diese Bewertung zitiert einen Artikel \u00fcber <em>Die Sportstadt Jena<\/em>, der am 23. August 1921 in der Mitteldeutschen Sportzeitung ohne Verfasserangabe erschien. Darin ergriff ein(e) Insider(in) der \u00f6rtlichen Sportszene die Gelegenheit, die Delegierten des Verbandes Mitteldeutscher Ballspielvereine auf den Ort ihrer bevorstehenden Jahrestagung einzustimmen. Der &#8222;Ruhm unserer Stadt&#8220; schlie\u00dfe ihren Ruf als Sportstadt ein, lautete eine der Feststellungen im Text. In Jena seien &#8222;Gro\u00dftaten des Sports&#8220; vollbracht worden, wie sie andere St\u00e4dte vergleichbarer Gr\u00f6\u00dfe nicht aufweisen k\u00f6nnten.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a> <a href=\"#ftn10\">[10]<\/a><a id=\"ftn10_back\"><\/a><\/p>\n<p>Mit besonderem Stolz verwiesen die Jenaer Verbands- und ehrenamtlichen Vereinsfunktion\u00e4re auf die \u00fcberregionalen Erfolge der Leichtathlet:innen und Feldhockeyspieler:innen. Auf nationale Meisterehren konnten die Fu\u00dfballer des 1. Sportvereins Jena (SVJ) zwar nicht verweisen. Immerhin errangen sie im Spieljahr 1936 die Meisterschale in der Gauliga Mitte. Zum Auftakt der Jubil\u00e4umsfestwoche konnte die Elf des 1. SVJ sogar ein Fu\u00dfballspiel gegen den FC Bayern M\u00fcnchen vereinbaren. Die M\u00fcnchener stellten im Kader der deutschen Olympiamannschaft immerhin drei Spieler, die zu dieser Zeit schon generalstabsm\u00e4\u00dfig auf die Sommerspiele vorbereitet wurden. Umso gr\u00f6\u00dfer war die Freude der Jenaer Kicker \u00fcber ihren Triumph, da sie das Match 6 zu 3 gewannen. Auf <em>Bild 6<\/em> wird uns ein Teil der Siegermannschaft vorgestellt sowie Hugo Schrade als leitender Angestellter der Zeiss-Werke, die zu diesem Zeitpunkt noch zu den Hauptf\u00f6rderern des Fu\u00dfballsports am Fu\u00dfe der Kernberge z\u00e4hlten. Er war 1929 in die Personalabteilung der Fa. Carl Zeiss eingetreten und hat mehrere Jahre eng mit dem Konzernchef August Kotthaus zusammengearbeitet. Schrade r\u00fcckte im Sommer 1945 in den Unternehmensvorstand auf und fungierte bis 1966 als Werkleiter des Volkseigenen Betriebes, zuletzt im Range eines Generaldirektors.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"358\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-6-thueringische-landeszeitung-v.-25.6.2014-1.-svj-gegen-fc-bayern-1000x358.jpg\" alt=\"Ein Teil der Fu\u00dfballelf des 1. Sportvereins Jena, die 1936 den FC Bayern M\u00fcnchen besiegte. Im Hintergrund Trainer Josef P\u00f6ttinger, rechts mit Hut Dr. Hugo Schrade\" class=\"wp-image-10510\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-6-thueringische-landeszeitung-v.-25.6.2014-1.-svj-gegen-fc-bayern-1000x358.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-6-thueringische-landeszeitung-v.-25.6.2014-1.-svj-gegen-fc-bayern-500x179.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-6-thueringische-landeszeitung-v.-25.6.2014-1.-svj-gegen-fc-bayern-768x275.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-6-thueringische-landeszeitung-v.-25.6.2014-1.-svj-gegen-fc-bayern.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 6: Ein Teil der Fu\u00dfballelf des 1. Sportvereins Jena, die 1936 den FC Bayern M\u00fcnchen besiegte. Im Hintergrund Trainer Josef P\u00f6ttinger, rechts mit Hut Dr. Hugo Schrade.&nbsp;| \u00a9Bildzitat aus: Udo Gr\u00e4fe: Einhundert Jahre Fu\u00dfball-Club Carl Zeiss Jena, Bd. 2, Jena\/Quedlinburg 2005, S. 31.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Jena im Olympiasommer 193<\/strong>6<\/h3>\n\n\n\n<p>Nur wenige Wochen nach der 700-Jahr-Feier Jenas fanden die XI. Olympischen Sommerspiele statt. Im Vorfeld dieses weltweit beachteten Ereignisses hatte der Jenaer Oberb\u00fcrgermeister vorgeschlagen, die Festwoche zum Stadtjubil\u00e4um in die zentrale Olympia-Werbung des Deutschen Reiches aufzunehmen. Tats\u00e4chlich machte der sogenannte &#8222;Olympia-Zug&#8220; vom 27. bis 29. Juni 1936 in der Saalestadt Station. Es handelte sich um vier F\u00fcnf-Tonnen-Zugmaschinen von Mercedes, die mit jeweils zwei Anh\u00e4ngern auf Tour waren. Die Lastkraftwagen wurden wie eine &#8222;Wagenburg&#8220; im Viereck zusammengestellt, wodurch ein zelt\u00fcberdachter Kinoraum entstand, der sich als ein Publikumsmagnet erwies. <a href=\"#ftn11\">[11]<\/a><a id=\"ftn11_back\"><\/a><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a> Der &#8222;Olympia-Zug&#8220; sollte im ganzen Reich Vorfreude auf die Olympischen Spiele wecken. Seit dem 1. September 1935 war er bereits in \u00fcber 100 St\u00e4dten im Reich zu Gast gewesen, darunter nur in einer Stadt mittlerer Gr\u00f6\u00dfe, n\u00e4mlich Jena. Das sprach f\u00fcr deren gewachsenes Ansehen als &#8222;Sportstadt&#8220;. <em>Bild 7<\/em> dokumentiert die Teilnahme des 400 m-L\u00e4ufers Rudolf Klupsch an den olympischen Wettk\u00e4mpfen. Er erreichte in seiner Paradedisziplin den Zwischenlauf und galt als der erfolgreichste Jenaer Sportler jener Jahre.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-7-olympia-ausweis-rudolf-klupsch-500x375.jpg\" alt=\"Olympiaausweis des Leichtathleten Rudolf Klupsch aus Jena.\" class=\"wp-image-10511\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-7-olympia-ausweis-rudolf-klupsch-500x375.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-7-olympia-ausweis-rudolf-klupsch-1000x750.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-7-olympia-ausweis-rudolf-klupsch-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-7-olympia-ausweis-rudolf-klupsch-920x690.jpg 920w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-7-olympia-ausweis-rudolf-klupsch-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-7-olympia-ausweis-rudolf-klupsch-790x593.jpg 790w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-7-olympia-ausweis-rudolf-klupsch.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 7: Olympiaausweis des Leichtathleten Rudolf Klupsch aus Jena. | \u00a9Bildzitat aus: F\u00fchrer und Gestalter des Jenaer Sports. Dokumentations- und Pr\u00e4sentationsmappe des Landessportbundes Th\u00fcringen, freundlicherweise zur Verf\u00fcgung gestellt durch den Sporthistoriker Dr. J\u00f6rg L\u00f6lke.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>N\u00f6rdlich von Berlin hatte die Wehrmacht das Olympische Dorf errichtet. Neben anderen Th\u00fcringer St\u00e4dten fungierte auch die Stadt Jena als Namensgeberin f\u00fcr eine der Mannschaftsunterk\u00fcnfte. Im &#8222;Haus Jena&#8220; gestalteten junge K\u00fcnstler:innen der Vereinigten Staatschule in Berlin ein gro\u00dfformatiges Historiengem\u00e4lde, das den Titel &#8222;Jena im 17. Jahrhundert&#8220; trug. Welches Fremdbild von der Stadt mag ihnen bei dieser Marketing-Aktion Mitte der 1930er Jahre vor Augen gestanden haben? <em>Bild 8<\/em> zeigt eine Abbildung des Wandgem\u00e4ldes, das eine massiv befestigte Stadt mit vier Haupttoren in den Mittelpunkt stellt, obgleich Jena zu den Gemeinwesen geh\u00f6rte, die nur \u00fcber drei Stadttore verf\u00fcgten. Auf den Bergesh\u00f6hen im Hintergrund t\u00fcrmen sich mehrere Burgen auf. Vermutlich lie\u00df sich der Malernachwuchs von der Vorlage Johann Mellingers aus dem sp\u00e4ten 16. Jahrhundert und recht stereotypen Vorstellungen \u00fcber die &#8222;deutsche&#8220; Stadt in der Fr\u00fchen Neuzeit leiten, weniger von gesichertem Wissen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-8-haus-jena-wandgemaelde-olympisches-dorf-1000x525.jpg\" alt=\"Das Wandgem\u00e4lde \u201eJena im 17. Jahrhundert\u201c im Haus Jena des Olympischen Dorfes, Bildzitat aus: Form und Farbe, 25. Jg. (1936), S. 148. Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Universit\u00e4ts- und Stadtbibliothek K\u00f6ln\" class=\"wp-image-10512\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-8-haus-jena-wandgemaelde-olympisches-dorf-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-8-haus-jena-wandgemaelde-olympisches-dorf-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-8-haus-jena-wandgemaelde-olympisches-dorf-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-8-haus-jena-wandgemaelde-olympisches-dorf.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 8: Das Wandgem\u00e4lde &#8222;Jena im 17. Jahrhundert&#8220; im Haus Jena des Olympischen Dorfes, Bildzitat aus: Form und Farbe, 25. Jg. (1936), S. 148. Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Universit\u00e4ts- und Stadtbibliothek K\u00f6ln. | \u00a9Vereinigte Staatsschule, Berlin.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Werk- und Sportfest der Unternehmen Zeiss und Schott 1939<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Drei Jahre nach dem Olympiasommer r\u00fcckten die Sportanlagen in der Oberaue in den Blickpunkt der Sportstadt Jena. Das bereits 1924 mit Unterst\u00fctzung der Carl-Zeiss-Stiftung und namentlich der Vorstandsmitglieder Max Fischer und Otto Schott errichtete Stadion des 1. SVJ wurde f\u00fcnfzehn Jahre sp\u00e4ter nach erneuten Um- und Erweiterungsbauten in Ernst-Abbe-Sportfeld umbenannt. <a href=\"#ftn12\">[12]<\/a><a id=\"ftn12_back\"><\/a><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a>&nbsp;Die Stadionweihe&nbsp;erfolgte am 26. August 1939. Aus diesem Anlass trugen die beiden Stiftungsunternehmen Zeiss und Schott ihr Betriebsfest erstmals gemeinsam aus, was die Zeiss-Werkszeitung Ende 1939 mit einer Sonderausgabe w\u00fcrdigte. Demnach bildete diese Veranstaltung den Abschluss und H\u00f6hepunkt einer Festwoche zum 50-j\u00e4hrigen Gr\u00fcndungsjubil\u00e4um der Carl-Zeiss-Stiftung.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"493\" height=\"500\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-9-titelseite-werkszeitung-werk-u.-sportfest-1939l-493x500.jpg\" alt=\"Aufmacher der Zeiss-Werkszeitung vom Dezember 1939 mit einem R\u00fcckblick auf das Werk- und Sportfest der Jenaer Stiftungsbetriebe vom 26. August 1939\" class=\"wp-image-10513\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-9-titelseite-werkszeitung-werk-u.-sportfest-1939l-493x500.jpg 493w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-9-titelseite-werkszeitung-werk-u.-sportfest-1939l-987x1000.jpg 987w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-9-titelseite-werkszeitung-werk-u.-sportfest-1939l-768x778.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-9-titelseite-werkszeitung-werk-u.-sportfest-1939l-681x690.jpg 681w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-9-titelseite-werkszeitung-werk-u.-sportfest-1939l.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 493px) 100vw, 493px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 9: Aufmacher der Zeiss-Werkszeitung vom Dezember 1939 mit einem R\u00fcckblick auf das Werk- und Sportfest der Jenaer Stiftungsbetriebe vom 26. August 1939. | \u00a9Bildzitat aus: Zeiss-Werkszeitung, 14. Jg. (1939), H. 6, Titelbild.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich dieses gro\u00dfen Werks- und Sportfestes wurde die Gegentrib\u00fcne im Ernst-Abbe-Sportfeld dem Reichsparteitagsgel\u00e4nde der NSDAP in N\u00fcrnberg nachempfunden, worauf das Jenaer Volksblatt vom 28. August 1939 anspielte, wenn es angesichts der gewaltigen Hakenkreuzbanner von einer &#8222;Zeppelinwiese&#8220; in der Oberaue sprach.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-10-zeppelinwiese-in-der-oberaue-werk-u.-sportfest-1939-3-1000x525.jpg\" alt=\"Die \u201eZeppelinwiese\u201c in der Oberaue\" class=\"wp-image-10514\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-10-zeppelinwiese-in-der-oberaue-werk-u.-sportfest-1939-3-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-10-zeppelinwiese-in-der-oberaue-werk-u.-sportfest-1939-3-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-10-zeppelinwiese-in-der-oberaue-werk-u.-sportfest-1939-3-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-10-zeppelinwiese-in-der-oberaue-werk-u.-sportfest-1939-3.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 10: Die &#8222;Zeppelinwiese&#8220; in der Oberaue.&nbsp;| \u00a9Archiv des Th\u00fcringer Landessportbundes Bad Blankenburg, wir danken Dr. J\u00f6rg L\u00f6lke f\u00fcr die Genehmigung dieser Ver\u00f6ffentlichung.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Fest suchte eine ganze Reihe hochrangiger R\u00fcstungsmanager und Nazipolitiker auf, die auf der Ehrentrib\u00fcne Platz nahmen. <em>Bild 11<\/em> zeigt drei Mitglieder des Zeiss-Vorstandes, die Gesch\u00e4ftsleiter Paul Henrichs, August Kotthaus und Walther Bauersfeld, daneben den seinerzeitigen Gauwirtschaftsberater der NSDAP Th\u00fcringen, Walther Schieber, der zugleich dem Freundeskreis des Reichsf\u00fchrers SS angeh\u00f6rte. Schieber vertrat den &#8222;Stiftungsf\u00fchrer&#8220; und Reichsstatthalter in Th\u00fcringen, Fritz Sauckel, der sich zu dieser Stunde bereits im engsten F\u00fchrungskreis um Hitler aufhielt. Die letzte Phase der streng geheimen Vorbereitung des Angriffskrieges gegen Polen hatte begonnen. Au\u00dferdem sind auf dieser Fotografie Paul M\u00fcller in seiner Funktion als Bereichsleiter der NSDAP Jena\/Stadtroda und der Stiftungskommissar der Carl-Zeiss-Stiftung, Abraham Esau, zu sehen. Esau war ein Radiopionier der UKW-Technik und Ordinarius f\u00fcr technische Physik an der Universit\u00e4t Jena. Er \u00fcbernahm in der Nazizeit zwei Mal das Amt des Rektors der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena und geh\u00f6rte der mennonitischen Glaubensgemeinschaft an, eine der \u00e4ltesten evangelischen Freikirchen. Die Wahl seines Vornamens kn\u00fcpfte also an der christlichen Tradition des Alten Testaments an.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-11-ehrengaeste-auf-der-tribuene-werkszeitung-s-108-mitte-1000x525.jpg\" alt=\"Auf der Ehrentrib\u00fcne v. l. n. r.: Paul Henrichs, August Kotthaus, Walther Schieber, Paul M\u00fcller, Abraham Esau und Walther Bauersfeld\" class=\"wp-image-10515\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-11-ehrengaeste-auf-der-tribuene-werkszeitung-s-108-mitte-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-11-ehrengaeste-auf-der-tribuene-werkszeitung-s-108-mitte-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-11-ehrengaeste-auf-der-tribuene-werkszeitung-s-108-mitte-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-11-ehrengaeste-auf-der-tribuene-werkszeitung-s-108-mitte.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 11: Auf der Ehrentrib\u00fcne v. l. n. r.: Paul Henrichs, August Kotthaus, Walther Schieber, Paul M\u00fcller, Abraham Esau und Walther Bauersfeld. | \u00a9Bildzitat aus: Zeiss-Werkszeitung, Zeiss-Werkszeitung, 14. Jg. (1939), H. 6, S. 108.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Stiftungsfest der beiden Werke wurde an diesem Samstag von einem Sportfest der Betriebssportgemeinschaften von Zeiss und Schott umrahmt. Offizielle Ausrichter waren die Nationalsozialistische Gemeinschaft &#8222;Kraft durch Freude&#8220; und der Nationalsozialistische Reichsbund f\u00fcr Leibes\u00fcbungen. <em>Bild 12<\/em> h\u00e4lt den Moment des Er\u00f6ffnungsappells fest, wobei die jungen M\u00e4nner rituell mit freiem Oberk\u00f6rper antreten mussten. <em>Bild 13<\/em> zeigt Sportlerinnen des Bundes Deutscher M\u00e4del in der Hitler-Jugend und des NS-Reichsbundes f\u00fcr Leibes\u00fcbungen, die ebenfalls am Sportfest teilnahmen. Das Werk- und Sportfest wurde mit einem gro\u00dfen Zapfenstreich milit\u00e4risch beendet und fand nach Einbruch der Dunkelheit mit einem bizarren Feuerwerk am Nachthimmel seinen Abschluss.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-12-fahnenappell-des-ns-reichsbundes-f.-leibesuebungen-1000x525.jpg\" alt=\"Fahnenappell des Nationalsozialistischen Reichsbundes f\u00fcr Leibes\u00fcbungen, im Hintergrund Sportler:innen der Sprung- und Laufwettbewerbe\" class=\"wp-image-10516\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-12-fahnenappell-des-ns-reichsbundes-f.-leibesuebungen-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-12-fahnenappell-des-ns-reichsbundes-f.-leibesuebungen-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-12-fahnenappell-des-ns-reichsbundes-f.-leibesuebungen-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-12-fahnenappell-des-ns-reichsbundes-f.-leibesuebungen.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 12: Fahnenappell des Nationalsozialistischen Reichsbundes f\u00fcr Leibes\u00fcbungen, im Hintergrund Sportler:innen der Sprung- und Laufwettbewerbe. | \u00a9Bildzitat aus: Zeiss-Werkszeitung, Zeiss-Werkszeitung, 14. Jg. (1939), H. 6, S. 108.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-13-teilnehmerinnen-stadion-am-abend-1000x525.jpg\" alt=\"Teilnehmerinnen des Sportfestes im Gespr\u00e4ch\" class=\"wp-image-10517\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-13-teilnehmerinnen-stadion-am-abend-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-13-teilnehmerinnen-stadion-am-abend-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-13-teilnehmerinnen-stadion-am-abend-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-bild-13-teilnehmerinnen-stadion-am-abend.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Bild 13: Teilnehmerinnen des Sportfestes im Gespr\u00e4ch. | \u00a9Archiv des Th\u00fcringer Landessportbundes Bad Blankenburg, J\u00f6rg L\u00f6lke.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Film 3<\/em> vermittelt einige Momentaufnahmen vom Geschehen in und am Stadion, wenige Tage vor der Entfesselung des Zweiten Weltkriegs. Deshalb wirkt irritierend, wie nah scheinbar Gegens\u00e4tzliches beieinander lag. Das krasse Nebeneinander von milit\u00e4rischem Befehlsgebaren und Strammstehen einerseits und ausgelassener Unterhaltung auf dem Rummelplatz und bei der Vorf\u00fchrung im Puppentheater andererseits erscheint uns unwirklich, war aber f\u00fcr die angetretenen Werksangeh\u00f6rigen w\u00e4hrend der 1930er Jahre durch die fortw\u00e4hrenden \u00dcbungen des Werkluftschutzbundes und Reichsarbeitsdienstes zum Alltag geworden. Dennoch l\u00e4sst der Film ohne Tonspur nur erahnen, dass Deutschland an der Schwelle zu einem Krieg stand. Wie br\u00fcchig der Frieden inzwischen geworden war, klang aber in den Festreden un\u00fcberh\u00f6rbar an, besonders in den Ansprachen des Wirtschaftsmanagers und sogenannten &#8222;Arisierungsbeauftragten&#8220; f\u00fcr Th\u00fcringen, Walther Schieber, des Nazi-Kreisleiters Paul M\u00fcller und des Unternehmensvorstandes Erich Schott. M\u00fcller rief nach der Siegerehrung den Anwesenden zu<em>: &#8222;<\/em>Wir haben es nicht n\u00f6tig vor der Welt als Habenichte zu stehen \u2013 beengt und abh\u00e4ngig \u2013 sondern wir haben das Recht \u2013 und das beweist auch euer m\u00e4chtiger Betrieb, auf diesem Erdenball das zu besitzen, was einem gro\u00dfen Volke geh\u00f6rt. Und in dieser Stunde gr\u00fc\u00dfen wir den F\u00fchrer, an den wir glauben und dem wir folgen, wohin er immer befiehlt.&#8220; <a href=\"#ftn13\">[13]<\/a><a id=\"ftn13_back\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Werks- und Sportfest der Stiftungsunternehmen Zeiss und Schott, 26. August 1939\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/AWO4goA57q4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption class=\"wp-element-caption\">Film 3: Werks- und Sportfest der Stiftungsunternehmen Zeiss und Schott, 26. August 1939. | \u00a9 VIDEOAktiv Jena e. V.; Urheber: unbekannt.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Jena als &#8222;ZEISS- und Universit\u00e4tsstadt&#8220;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der Jenaer Oberb\u00fcrgermeister Walter Windrich lie\u00df es sich zum 20. Jahrestag der DDR im Jahre 1969 nicht nehmen, der &#8222;B\u00fcrgergemeinschaft&#8220; Jenas im Namen der Stadtverordnetenversammlung, des Rates der Stadt Jena und in seinem eigenen Namen herzlichst zu gratulieren. Die ausgesprochen gestelzt wirkenden &#8222;Gr\u00fc\u00dfe und Gl\u00fcckw\u00fcnsche&#8220; Windrichs sind seinem Gru\u00dfwort zu entnehmen, das in der Brosch\u00fcre &#8222;Die Zeiss- und Universit\u00e4tsstadt Jena im 20. Jahr der DDR&#8220; ver\u00f6ffentlicht wurde. Die letzten 20 Jahre seien Ausdruck des sichtbaren Aufbl\u00fchens der <em>Zeiss- und Universit\u00e4tsstadt <\/em>gewesen, f\u00fcgte der Oberb\u00fcrgermeister an, womit er das neue Image der Saalestadt propagierte. <a href=\"#ftn14\">[14]<\/a><a id=\"ftn14_back\"><\/a><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a> Bis 1967 hatte Windrich sachlicher von der &#8222;sozialistischen Stadt der Wissenschaft und Technik&#8220; oder der &#8222;Stadt des wissenschaftlichen Ger\u00e4tebaus&#8220; gesprochen. Der umfassende Ausbau und die verfahrenstechnische Modernisierung des VEB Carl Zeiss Jena bildete den Hintergrund der ver\u00e4nderten Zuschreibung. Diese gewaltigen Investitionsvorhaben waren von der Kombinatsleitung mit Nachdruck gefordert worden, um die Exportauftr\u00e4ge der Sowjetunion erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Sie sahen urspr\u00fcnglich auch eine gro\u00dffl\u00e4chige \u00dcberbauung der gesamten Innenstadt vor. Diese Pl\u00e4ne wurden zwar nur ansatzweise realisiert, schlugen aber der Altstadt eine noch tiefere Wunde, da das Quartier um den Eichplatz abgerissen wurde.<\/p>\n<p>In der zweiten H\u00e4lfte der 1980er Jahre ordnete das SED-Politb\u00fcro unter Erich Honecker an, die Mikroelektronikindustrie der DDR de facto im Alleingang bis 1991 auf das Technologieniveau 6 zu heben. Das bedeutete, innerhalb von f\u00fcnf Jahren den R\u00fcckstand zum Entwicklungsniveau auf dem Weltmarkt nahezu vollst\u00e4ndig aufholen zu wollen. Der wissenschaftliche, volkswirtschaftliche und nicht zuletzt auch der Image bildende Stellenwert der &#8222;Schl\u00fcsseltechnologie&#8220; Mikroelektronik<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><\/a> <a href=\"#ftn15\">[15]<\/a><a id=\"ftn15_back\"><\/a> \u00fcberragte zu dieser Zeit die Bedeutung aller anderen Hochtechnologien bei Weitem. Das Kombinat VEB Carl Zeiss Jena sollte durch Umstrukturierungen und die \u00dcbernahme mehrerer Hightech-Betriebe in Dresden und Erfurt zu einem &#8222;Zentrum der Hochtechnologien&#8220; (um)profiliert werden. Es umfasste im Herbst 1986 bereits 24 Betriebe mit ca. 69.000 Arbeiter:innen, Wissenschaftler:innen und Angestellten, von denen jede bzw. jeder vierte \u00fcber einen Hoch- oder Fachschulabschluss verf\u00fcgte, fast ebenso viele geh\u00f6rten der SED an. Honecker suchte unmittelbar nach dem XI. Parteitag der SED am 23. Mai 1986 die Zeiss-Kombinatsleitung in Lichtenhain auf, um pers\u00f6nlich mit dem Generaldirektor Wolfgang Biermann \u00fcber den neuen Kurs der SED-F\u00fchrung zu sprechen, der einer Quadratur des Kreises gleichkam. <a href=\"#ftn16\">[16]<\/a><a id=\"ftn16_back\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Jenas 750-Jahr-Feier 1986<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Im gleichen Jahr beging Jena das 750-j\u00e4hrige Stadtjubil\u00e4um, das mit der &#8222;w\u00fcrdigen Durchf\u00fchrung des 37. Jahrestages der Gr\u00fcndung der DDR&#8220; am 7. Oktober seinen Abschluss finden sollte. So sah es jedenfalls eine Konzeption vor, die ein Jahr zuvor von einem Festkomitee unter Vorsitz des 1. Sekret\u00e4rs der SED-Kreisleitung ausgearbeitet worden war. Dem Komitee geh\u00f6rten 68 SED-Funktion\u00e4re und leitende Angestellte diverser Verwaltungen und der Universit\u00e4t an. Wie in anderen ostdeutschen St\u00e4dten blieb die Vorbereitung der Jenaer Jahrhundertfeier auf die gr\u00f6\u00dften Industriebetriebe und Forschungseinrichtungen der Stadt fixiert, w\u00e4hrend die lokale Geschichte als integrativer Faktor in den Augen der Parteifunktion\u00e4re an Bedeutung verlor. Zum einen resultierte dieser Trend nat\u00fcrlich aus dem skizzierten Image als Hightech-Standort. Zum anderen wirkten auch die hohen Erwartungen der Jenaer:innen auf die Organisatoren der Festwoche im Machtapparat zur\u00fcck. Viele &#8222;Werkt\u00e4tige&#8220; sahen in ihrem Betrieb mehr als eine Arbeitsstelle zum Broterwerb. In der Regel betrachteten sie ihn als ihren Lebensmittelpunkt, als Ort der sozialen Kommunikation, des Zugangs zu hochwertigen Konsumartikeln und der Teilhabe an geselliger Kultur.<\/p>\n<p><em>Film 4<\/em> verdeutlicht, dass es f\u00fcr die Drehbuchautoren des historischen Festzugs eine ausgemachte Sache war, die Darstellergruppen aus dem Zeiss-Kombinat an der Spitze marschieren zu lassen. Gleich &#8222;Fackeltr\u00e4gern des Fortschritts&#8220; trugen Betriebsangeh\u00f6rige das Frontbanner mit der Aufschrift &#8222;Der Beschlu\u00df der Partei \u2013 unsere Tat zur Umsetzung der neuen Schl\u00fcsseltechnologie&#8220;. Auf ihm wurden ger\u00e4tetechnische Anwendungen von Software-Programmen f\u00fcr Computer und Werkzeugmaschinen aufgez\u00e4hlt, und zwar so, als seien sie schon in die Massenfertigung \u00fcberf\u00fchrt worden. Die Botschaft auf diesem Spruchband symbolisierte aber auch einen markanten Unterschied zu den Geschichtsnarrativen des Festzugs zur 700-Jahr-Feier. 1936 herrschte eine r\u00fcckschauende Perspektive vor, die sich auf einen &#8222;mythischen Raum&#8220; <a href=\"#ftn17\">[17]<\/a><a id=\"ftn17_back\"><\/a><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a> der Vergangenheit ausrichtete. Dagegen dominierte 1986 ein ungebrochenes Zukunftsvertrauen in das &#8222;wissenschaftlich-sch\u00f6pferische&#8220; Innovationsverm\u00f6gen der &#8222;Zeiss- und Universit\u00e4tsstadt&#8220;, sodass der Festzug f\u00fcnfzig Jahre sp\u00e4ter eher einer &#8222;Leistungsschau der guten Taten&#8220; als einer b\u00fcndigen historischen Erz\u00e4hlung glich. Beiden Inszenierungen gemein war der Versuch, durch aufw\u00e4ndig gestaltete Gruppenbilder historische Authentizit\u00e4t zu suggerieren, aber auch die ungeheure Begeisterung unter den vielen freiwilligen Helfer:innen. Schl\u00fcpften sie in ihre Kost\u00fcme, sahen sie sich in l\u00e4ngst vergangene Zeiten zur\u00fcckversetzt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Geschichtsbilder des Festumzugs zur 750-Jahr-Feier der Stadt Jena, 7. Oktober 1986\" width=\"900\" height=\"506\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/gFwBKqfvg0E?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption class=\"wp-element-caption\">Film 4: Geschichtsbilder des Festumzugs zur 750-Jahrfeier der Stadt Jena, 7. Oktober 1986. | \u00a9 Universit\u00e4tsarchiv Jena, Urheber unbekannt.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Vorbereitung der Festwoche stand von Anfang an unter hohem Zeitdruck. Sie nahm phasenweise chaotische Z\u00fcge an, zumal die Stelle des Organisationschefs aufgrund interner Querelen \u00fcber Wochen vakant blieb. Im Vorfeld fr\u00fcherer Jubil\u00e4umsfeiern wurden in der Regel Ortschroniken oder zumindest Festzeitungen herausgegeben. Dagegen konnte die vom Jenaer Festkomitee urspr\u00fcnglich vorgesehene Festschrift nicht erscheinen. Der stellvertretende Stadtrat f\u00fcr Kultur beim Rat der Stadt meldete seinem F\u00fchrungsoffizier des Staatssicherheitsdienstes, es sei ein &#8222;vollkommen ungeeigneter Mitarbeiter&#8220; der Stadtverwaltung damit beauftragt worden, w\u00e4hrend die Fachleute in seiner Abteilung Kultur oder an der Sektion Geschichte der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t nicht ber\u00fccksichtigt w\u00fcrden.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a> <a href=\"#ftn18\">[18]<\/a><a id=\"ftn18_back\"><\/a><\/p>\n<p>Am 7. Oktober 1986 mischte sich auch Gerhard Reuter unter die Besuchermassen und fotografierte eine ganze Reihe der Darstellergruppen und Festzugswagen. Die Kamera erfasste vor allem jene, die dem Fotografen besonders ansprechend erschienen. Die folgende kleine Auswahl seiner Schnappsch\u00fcsse entstammt einer umfangreichen Farb-Dia-Reihe, die dem <a href=\"https:\/\/www.thueraz.de\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Th\u00fcringer Archiv f\u00fcr Zeitgeschichte &#8222;Matthias Domaschk&#8220;<\/a> \u00fcbergeben wurde. Sie vermittelt einen Eindruck von der Dimension und Ausstattung des Umzugs sowie vom hohen Schauwert bestimmter Gruppenbilder und nicht zuletzt von der Interaktion der Laiendarsteller:innen mit den Schaulustigen auf den Stra\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-responsive-lightbox-gallery\"><div class=\"rl-gallery-container rl-loading\" id=\"rl-gallery-container-1\" data-gallery_id=\"10350\"> <div class=\"rl-gallery rl-basicgrid-gallery rl-hover-icon-10\" id=\"rl-gallery-1\" data-gallery_no=\"1\"> <div class=\"rl-gallery-item\"><a href=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/09\/jenakultur-750-jahrfeierthueraz-f-rg-001-foto-gerhard-reuter-7.jpeg\" title=\"5.000 Freiwillige wirkten im Festzug mit, darunter Mitarbeiterinnen des VEB Jenapharm.\" data-rl_title=\"5.000 Freiwillige wirkten im Festzug mit, darunter Mitarbeiterinnen des VEB Jenapharm.\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"Th\u00fcrAZ (F-RG-043), Foto: Gerhard Reuter\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/09\/jenakultur-750-jahrfeierthueraz-f-rg-001-foto-gerhard-reuter-7-400x400.jpeg\" width=\"400\" height=\"400\" alt=\"Historisches Foto vom Festumzug der 750-Jahrfeier der Stadt Jena 1986: Umzugswagen des VEB Jenapharm\" \/><span class=\"rl-gallery-caption\"><span class=\"rl-gallery-item-title\">5.000 Freiwillige wirkten im Festzug mit, darunter Mitarbeiterinnen des VEB Jenapharm.<\/span><span class=\"rl-gallery-item-caption\">Th\u00fcrAZ (F-RG-043), Foto: Gerhard Reuter<\/span><\/span><\/a><\/div><div class=\"rl-gallery-item\"><a href=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/09\/jenakultur-750-jahrfeierthueraz-f-rg-001-foto-gerhard-reuter-8.jpeg\" title=\"Uni-Biologen pr\u00e4sentieren &quot;umweltfreundliche Technologien&quot;.\" data-rl_title=\"Uni-Biologen pr\u00e4sentieren &quot;umweltfreundliche Technologien&quot;.\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"Th\u00fcrAZ (F-RG-055), Foto: Gerhard Reuter\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/09\/jenakultur-750-jahrfeierthueraz-f-rg-001-foto-gerhard-reuter-8-400x400.jpeg\" width=\"400\" height=\"400\" alt=\"Historisches Foto vom Festumzug der 750-Jahrfeier der Stadt Jena 1986: Umzugswagen f\u00fcr Umweltfreundliche Technologie\" \/><span class=\"rl-gallery-caption\"><span class=\"rl-gallery-item-title\">Uni-Biologen pr\u00e4sentieren &quot;umweltfreundliche Technologien&quot;.<\/span><span class=\"rl-gallery-item-caption\">Th\u00fcrAZ (F-RG-055), Foto: Gerhard Reuter<\/span><\/span><\/a><\/div><div class=\"rl-gallery-item\"><a href=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/09\/jenakultur-750-jahrfeierthueraz-f-rg-001-foto-gerhard-reuter-1.jpeg\" title=\"Landsknechtsfigur als &quot;Torwache&quot; in der Weigelstra\u00dfe.\" data-rl_title=\"Landsknechtsfigur als &quot;Torwache&quot; in der Weigelstra\u00dfe.\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"Th\u00fcrAZ (F-RG-001), Foto: Gerhard Reuter\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/09\/jenakultur-750-jahrfeierthueraz-f-rg-001-foto-gerhard-reuter-1-400x400.jpeg\" width=\"400\" height=\"400\" alt=\"Historisches Foto vom Festumzug der 750-Jahrfeier der Stadt Jena 1986: Verkleideter Mann mit Standarte\" \/><span class=\"rl-gallery-caption\"><span class=\"rl-gallery-item-title\">Landsknechtsfigur als &quot;Torwache&quot; in der Weigelstra\u00dfe.<\/span><span class=\"rl-gallery-item-caption\">Th\u00fcrAZ (F-RG-001), Foto: Gerhard Reuter<\/span><\/span><\/a><\/div><div class=\"rl-gallery-item\"><a href=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/09\/jenakultur-750-jahrfeierthueraz-f-rg-001-foto-gerhard-reuter-2.jpeg\" title=\"Ein Modell der Burg Kirchberg II mit Bergfried, dem sp\u00e4teren Fuchsturm.\" data-rl_title=\"Ein Modell der Burg Kirchberg II mit Bergfried, dem sp\u00e4teren Fuchsturm.\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"Th\u00fcrAZ (F-RG-014), Foto: Gerhard Reuter\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/09\/jenakultur-750-jahrfeierthueraz-f-rg-001-foto-gerhard-reuter-2-400x400.jpeg\" width=\"400\" height=\"400\" alt=\"Historisches Foto vom Festumzug der 750-Jahrfeier der Stadt Jena 1986: Pferdekutsche mit einer Burg\" \/><span class=\"rl-gallery-caption\"><span class=\"rl-gallery-item-title\">Ein Modell der Burg Kirchberg II mit Bergfried, dem sp\u00e4teren Fuchsturm.<\/span><span class=\"rl-gallery-item-caption\">Th\u00fcrAZ (F-RG-014), Foto: Gerhard Reuter<\/span><\/span><\/a><\/div><div class=\"rl-gallery-item\"><a href=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/09\/jenakultur-750-jahrfeierthueraz-f-rg-001-foto-gerhard-reuter-3.jpeg\" title=\"110 Pferde aus allen Th\u00fcringer Bezirken zogen mit, zudem G\u00e4nse, Schafe und Schweine.\" data-rl_title=\"110 Pferde aus allen Th\u00fcringer Bezirken zogen mit, zudem G\u00e4nse, Schafe und Schweine.\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"Th\u00fcrAZ (F-RG-015), Foto: Gerhard Reuter\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/09\/jenakultur-750-jahrfeierthueraz-f-rg-001-foto-gerhard-reuter-3-400x400.jpeg\" width=\"400\" height=\"400\" alt=\"Historisches Foto vom Festumzug der 750-Jahrfeier der Stadt Jena 1986: als Soldaten verkleidete Reiter\" \/><span class=\"rl-gallery-caption\"><span class=\"rl-gallery-item-title\">110 Pferde aus allen Th\u00fcringer Bezirken zogen mit, zudem G\u00e4nse, Schafe und Schweine.<\/span><span class=\"rl-gallery-item-caption\">Th\u00fcrAZ (F-RG-015), Foto: Gerhard Reuter<\/span><\/span><\/a><\/div><div class=\"rl-gallery-item\"><a href=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/09\/jenakultur-750-jahrfeierthueraz-f-rg-001-foto-gerhard-reuter-4.jpeg\" title=\"Die Kost\u00fcme und Requisiten waren Leihgaben der DEFA-Studios Babelsberg.\" data-rl_title=\"Die Kost\u00fcme und Requisiten waren Leihgaben der DEFA-Studios Babelsberg.\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"Th\u00fcrAZ (F-RG-016), Foto: Gerhard Reuter\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/09\/jenakultur-750-jahrfeierthueraz-f-rg-001-foto-gerhard-reuter-4-400x400.jpeg\" width=\"400\" height=\"400\" alt=\"Historisches Foto vom Festumzug der 750-Jahrfeier der Stadt Jena 1986: Reiter:innen mittelalterlich verkleidet\" \/><span class=\"rl-gallery-caption\"><span class=\"rl-gallery-item-title\">Die Kost\u00fcme und Requisiten waren Leihgaben der DEFA-Studios Babelsberg.<\/span><span class=\"rl-gallery-item-caption\">Th\u00fcrAZ (F-RG-016), Foto: Gerhard Reuter<\/span><\/span><\/a><\/div><div class=\"rl-gallery-item\"><a href=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/09\/jenakultur-750-jahrfeierthueraz-f-rg-001-foto-gerhard-reuter-5.jpeg\" title=\"So soll das Rathaus zu Jena vor 1755 ausgesehen haben, noch ohne Barockturm.\" data-rl_title=\"So soll das Rathaus zu Jena vor 1755 ausgesehen haben, noch ohne Barockturm.\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"Th\u00fcrAZ (F-RG-023), Foto: Gerhard Reuter\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/09\/jenakultur-750-jahrfeierthueraz-f-rg-001-foto-gerhard-reuter-5-400x400.jpeg\" width=\"400\" height=\"400\" alt=\"Historisches Foto vom Festumzug der 750-Jahrfeier der Stadt Jena 1986: Modell einer Burg wird von vier Verkleideten getragen\" \/><span class=\"rl-gallery-caption\"><span class=\"rl-gallery-item-title\">So soll das Rathaus zu Jena vor 1755 ausgesehen haben, noch ohne Barockturm.<\/span><span class=\"rl-gallery-item-caption\">Th\u00fcrAZ (F-RG-023), Foto: Gerhard Reuter<\/span><\/span><\/a><\/div><div class=\"rl-gallery-item\"><a href=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/09\/jenakultur-750-jahrfeierthueraz-f-rg-001-foto-gerhard-reuter-6.jpeg\" title=\"&quot;Die Preu\u00dfen kommen!&quot;\" data-rl_title=\"&quot;Die Preu\u00dfen kommen!&quot;\" class=\"rl-gallery-link\" data-rl_caption=\"Th\u00fcrAZ (F-RG-038), Foto: Gerhard Reuter\" data-rel=\"lightbox-gallery-1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/09\/jenakultur-750-jahrfeierthueraz-f-rg-001-foto-gerhard-reuter-6-400x400.jpeg\" width=\"400\" height=\"400\" alt=\"Historisches Foto vom Festumzug der 750-Jahrfeier der Stadt Jena 1986: Soldaten mit Spitzhaube\" \/><span class=\"rl-gallery-caption\"><span class=\"rl-gallery-item-title\">&quot;Die Preu\u00dfen kommen!&quot;<\/span><span class=\"rl-gallery-item-caption\">Th\u00fcrAZ (F-RG-038), Foto: Gerhard Reuter<\/span><\/span><\/a><\/div> <\/div> <div class=\"rl-gallery-description\"><\/div> <\/div><\/div>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Gesamtkosten dieses Festumzugs sollen sich auf 2,2 Millionen Mark der DDR belaufen haben. Allein das Deutsche Nationaltheater Weimar stellte den Veranstaltern 40.000 Mark f\u00fcr entliehene Requisiten und Gegenst\u00e4nde zur Ausr\u00fcstung der Festwagen in Rechnung. <a href=\"#ftn19\">[19]<\/a><a id=\"ftn19_back\"><\/a><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a><\/p>\n<p><em>Film 5<\/em> er\u00f6ffnet uns wieder eine private Sicht auf die F\u00fclle von Veranstaltungen am letzten Tag der 750-Jahr-Feier. Die Amateuraufnahmen von G\u00fcnter R\u00f6diger sind in zweifacher Hinsicht aufschlussreich. Zum einen belegen sie das vergleichsweise breite Angebot von Verkaufs-, Bratwurst-, und Marktst\u00e4nden, das die &#8222;Wein-Tanne&#8220;, das Caf\u00e9 &#8222;Treff&#8220;, das Jenaer Kaffeehaus und die Professorenmensa &#8222;Zur Rosen&#8220; noch bereicherten. Ausnahmsweise durften an diesem Feiertag sogar Stra\u00dfenmusikanten in der Innenstadt aufspielen. Dieser Film enth\u00e4lt zudem seltene Bilder vom Volksfest auf dem Markt in Neulobeda-West, so von den Auftritten verschiedener Musikbands und von einer heute antiquiert erscheinenden Modenschau des VEB Jugendmode, die seinerzeit indes durchaus Interesse fand. Zum anderen filmte G\u00fcnter R\u00f6diger bestimmte Darstellergruppen mit ihren Fahrzeugen im historischen Festzug. Dabei f\u00e4llt auf, dass die Kamera nur die Gruppenthemen einfing, die sich auf \u00e4ltere Jahrhunderte bezogen, nach dem Vehikel der Gruppe &#8222;Rote Matrosen&#8220; 1918 bricht die \u00dcberlieferung ab.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Private Eindr\u00fccke vom Abschluss der Festwoche &quot;Jena. 750 Jahre Stadt&quot;, 7. Oktober 1986\" width=\"900\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/OI6U044wv_o?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption class=\"wp-element-caption\">Film 5: Private Eindr\u00fccke vom Abschluss der Festwoche &#8222;Jena. 750 Jahre Stadt&#8220;, 7. Oktober 1986. | \u00a9 Th\u00fcringer Archiv f\u00fcr Zeitgeschichte \u201eMatthias Domaschk\u201c, Sammlung Jena; Signatur: ThuerAZ-J-K-24.02, Urheber: G\u00fcnter R\u00f6diger.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Attraktivit\u00e4t der 750-Jahr-Feier resultierte f\u00fcr die B\u00fcrger:innen der Stadt nicht nur aus den verlockenden Angeboten f\u00fcr das leibliche Wohl, die zweifellos nicht jeden Tag von der staatlichen Handelsorganisation HO offeriert werden konnten. Auch die vertraute Umgebung der Jenaer Innenstadt vermittelte ihnen das Gef\u00fchl, an einem ganz besonderen Fest ihrer Heimatstadt teilzuhaben, das aus dem \u00fcblichen Rahmen der parteipolitischen und staatlichen Feiertage fiel. Insofern schlie\u00dfen wir uns der Einsch\u00e4tzung der Kulturhistorikerin Adelheid von Saldern an, die von einer &#8222;doppelten Einstellung&#8220; vieler Menschen gegen\u00fcber dem SED-Regime ausging. Vermutlich w\u00e4re auch in Jena an diesem Tag bei den meisten Anwesenden eine Mischung aus &#8222;Distanzieren <em>und<\/em> Mitmachen&#8220; <a href=\"#ftn20\">[20]<\/a><a id=\"ftn20_back\"><\/a><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a>&nbsp;bzw. aus Abgrenzung und individueller Aneignung zu beobachten gewesen. In dieser Gleichzeitigkeit dr\u00fcckte sich die Ambivalenz solcher Massenveranstaltungen&nbsp;aus, die von den lokalen SED- und MfS-Apparaten&nbsp;gesteuert bzw. \u00fcberwacht wurden und zugleich den Charakter eines Volksfestes annehmen konnten.<\/p>\n<p>Einen ganz anderen Blick auf die 750-Jahr-Feier bietet <em>Film 6<\/em>, n\u00e4mlich in der Form einer Persiflage. Den Super-8-Film nahm die Hinterhofproduction Jena auf, also Thomas &#8222;Kaktus&#8220; Grund. Neben Sequenzen aus einigen Veranstaltungen zur 750-Jahr-Feier sind auch Mitstreiter:innen der Jungen Gemeinde Stadtmitte zu sehen, die stumm und teilnahmslos das Massenspektakel beobachten und auf diese Weise verulken.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Jenas 750-Jahr-Feier am &quot;Geburtstag der Republik&quot; als filmische Persiflage\" width=\"900\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/M4jxJtNkQzU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption class=\"wp-element-caption\">Jenas 750-Jahrfeier am &#8222;Geburtstag der Republik&#8220; als filmische Persiflage. | Th\u00fcringer Archiv f\u00fcr Zeitgeschichte \u201eMatthias Domaschk\u201c, Signatur: ThuerAZ-P-GT-K-06.10; Sammlung\/Urheber: Thomas Grund.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zusammenfassend verdeutlichen die vorgestellten Jena-Images, dass sich lokale Selbstbilder zwar niemals vollst\u00e4ndig von den jeweiligen Realit\u00e4ten abl\u00f6sen k\u00f6nnen. Insofern weist die st\u00e4dtische Imagepolitik einen markanten Unterschied zur offenen Propaganda auf. Doch mit Hilfe der skizzierten Images wurden im vergangenen Jahrhundert latent soziale Gegens\u00e4tze gegl\u00e4ttet, wirtschaftliche Konflikte ausgeblendet oder der \u00d6ffentlichkeit nur in h\u00f6chst selektiver Weise pr\u00e4sentiert. Daraus kann nur der Schluss gezogen werden, k\u00fcnftig aus dem&nbsp;<em>Zusammenspiel <\/em>von k\u00fcnstlerischer und \u00f6konomischer Innovationskraft, von kultureller Heterogenit\u00e4t, Kreativit\u00e4t und Gemeinschaftsentwicklung zukunftsf\u00e4hige Images der Stadt Jena abzuleiten. <a href=\"#ftn21\">[21]<\/a><a id=\"ftn21_back\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p><em>Wir danken unserem Stadthistoriker Dr. R\u00fcdiger Stutz vielmals f\u00fcr diesen umfassenden R\u00fcckblick auf den Tag der Stadtgeschichte 2022, und den Blick zur\u00fcck in die Stadtgeschichte Jenas und ihre Selbst- und Fremdbilder!<\/em><\/p>\n<p><em>Welcher Aspekt unserer R\u00fcckschau auf die &#8222;Jena-Images&#8220; hat Sie besonders interessiert, vielleicht sogar \u00fcberrascht oder irritiert? Gibt es ein Thema der Jenaer Stadtgeschichte, zu dem Sie sich einmal einen Beitrag w\u00fcnschen w\u00fcrden? Wir lesen es gern in den Kommentaren!<\/em><\/p>\n<p><em>Der n\u00e4chste, <a href=\"https:\/\/www.jenakultur.de\/de\/aufgaben_und_service\/stadtgeschichte\/tag_der_stadtgeschichte\/832468\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>13. Tag der Stadtgeschichte Jena<\/strong><\/a> findet voraussichtlich am <strong>8. Juni 2024<\/strong> statt, also markieren Sie sich dieses Datum schon einmal im Kalender, liebe Leser:innen!<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"525\" src=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-ruedigerstutzjenakultur-cworsch-1000x525.jpg\" alt=\"Stadthistoriker R\u00fcdiger Stutz sitzt in einem Sessel und bl\u00e4ttert im Jenaer Stadtlexikon\" class=\"wp-image-10562\" srcset=\"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-ruedigerstutzjenakultur-cworsch-1000x525.jpg 1000w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-ruedigerstutzjenakultur-cworsch-500x263.jpg 500w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-ruedigerstutzjenakultur-cworsch-768x403.jpg 768w, https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-content\/uploads\/sites\/25\/2023\/10\/jenakultur-ruedigerstutzjenakultur-cworsch.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Jenaer Stadthistoriker Dr. R\u00fcdiger Stutz | \u00a9JenaKultur, C. Worsch<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><a id=\"ftn1\"><\/a>[1]<\/strong> Daniela M\u00fcnkel\/Lu Seegers: Einleitung, in: Dies. (Hg.): Medien und Imagepolitik im 20. Jahrhundert. Deutschland, Europa, USA, Frankfurt am Main\/New York 2008, S. 11. <a href=\"#ftn1_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn2\"><\/a>[2]<\/strong> Zitiert nach J\u00f6rg Opitz: SPD-Parteitag oder Theaterneubau? In: 07 Das Stadtmagazin, Februar 2023, S. 12. <a href=\"#ftn2_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn3\"><\/a>[3]<\/strong> Vgl. Doris Weilandt: Das Jenaer Paradies, Jena (2017), S. 24-28. <a href=\"#ftn3_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn4\"><\/a>[4]<\/strong> Jena. Die Universit\u00e4tsstadt. Herausgegeben vom Verkehrsverein Jena, Jena (1926), S. 16. <a href=\"#ftn4_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn5\"><\/a>[5]<\/strong> Jena. Die Musenstadt im Saaltal. Herausgegeben vom Verkehrsverein Jena, Jena 1926. <a href=\"#ftn5_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn6\"><\/a>[6]<\/strong> Alexander Elsner: Die Stadt Jena, in: Zeitschrift f\u00fcr Kommunalwirtschaft 17 (1927), Nr. 12, S. 942-946 u. Jena 700 Jahre Stadt. Jubelfeier und Paradiesfest 20.-28. Juni 1936, Jena 1936, S. 4. <a href=\"#ftn6_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn7\"><\/a>[7]<\/strong> Vgl. dagegen Georg Thieme: 1236 \u2013 Jenas Ersterw\u00e4hnung als Stadt, in: Bernd Wilhelmi (Hg.): 750 Jahre Jena = Wissenschaftliche Zeitschrift der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena. Gesellschaftswissenschaftliche Reihe, 34 (1985), H. 5\/6, S. 539-546. <a href=\"#ftn7_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn8\"><\/a>[8]<\/strong> Matthias Rupp: Zur vor- und fr\u00fchst\u00e4dtischen Entwicklung Jenas aus arch\u00e4ologischer Sicht, in: Hans-J\u00fcrgen Beier (Hg.): Jena und der Saale-Holzland-Kreis im fr\u00fchen und hohen Mittelalter, Langenwei\u00dfbach 2018, S. 81-96. <a href=\"#ftn8_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn9\"><\/a>[9]<\/strong> Vgl. Alice von Plato: Stadtjubil\u00e4en im Nationalsozialismus. <em>Propaganda von oben oder Konsens von unten<\/em>?, in: Die alte Stadt. Zeitschrift f\u00fcr Stadtgeschichte, Stadtsoziologie und Denkmalpflege, Bd. 28 (2001), H. 1, S. 30-38. <a href=\"#ftn9_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn10\"><\/a>[10]<\/strong> Zitiert nach \u201eDie Sportstadt Jena\u201c von 1921, in: Jenaer Beitr\u00e4ge zum Sport. Herausgegeben von Hans-Georg Kremer, H. 19, Jena 2014, S. 7-11. <a href=\"#ftn10_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn11\"><\/a>[11]<\/strong> Vgl. die Illustration \u201eEinzelheiten \u00fcber den Olympia-Zug\u201c, in: Jenaer Volksblatt, 25.6.1936, in: <a href=\"https:\/\/zs.thulb.uni-jena.de\/rsc\/viewer\/jportal_derivate_00328938\/JVB_19360625_146_167758667_B1_001.tif\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">zs.thulb.uni-jena.de\/rsc\/viewer\/jportal_derivate_00328938\/JVB_19360625_146_167758667_B1_009.tif.<\/a> [Aufruf am 15.10.2023]. <a href=\"#ftn11_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn12\"><\/a>[12]<\/strong> Vgl. R\u00fcdiger Stutz: \u201eDas Wunder von Jena\u201c. Zur Deutung des Abbeschen Stiftungswerks in der Zwischenkriegszeit, in: J\u00fcrgen John\/Justus H. Ulbricht (Hg.): Jena. Ein nationaler Erinnerungsort? K\u00f6ln\/Weimar\/Wien 2007, S. 497-515, hier S. 511-515. <a href=\"#ftn12_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn13\"><\/a>[13]<\/strong> Zitiert nach <a href=\"https:\/\/www.aktionsnetzwerk.de\/index.php\/netzwerk\/sprechende-vergangenheit\/214-jena-vor-70-jahren\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.aktionsnetzwerk.de\/index.php\/netzwerk\/sprechende-vergangenheit\/214-jena-vor-70-jahren<\/a> [Aufruf am 9.10.2023]. <a href=\"#ftn13_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn14\"><\/a>[14]<\/strong> 1949-1969. Die Zeiss- und Universit\u00e4tsstadt JENA im 20. Jahr der DDR. Herausgeber: Rat der Stadt Jena, Jena 1969, S. 4f. <a href=\"#ftn14_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn15\"><\/a>[15]<\/strong> Zum zeitgen\u00f6ssischen Begriffsverst\u00e4ndnis der SED-F\u00fchrung vgl. Irene Fischer u. a.: Schl\u00fcsseltechnologien: warum und f\u00fcr wen? Parteihochschule \u201eKarl Marx\u201c beim ZK der SED, Berlin 1987. <a href=\"#ftn15_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn16\"><\/a>[16]<\/strong> Vgl. Reinhard Buthmann: Kadersicherung im Kombinat VEB Carl Zeiss Jena. Die Staatssicherheit und das Scheitern des Mikroelektronikprogramms, Berlin 1997, S. 20-31. <a href=\"#ftn16_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn17\"><\/a>[17]<\/strong> Adelheid von Saldern (Hg.): Inszenierter Stolz. Stadtrepr\u00e4sentationen in drei deutschen Gesellschaften (1935-1975) unter Mitarbeit von Lu Seegers, Stuttgart 2005, Einleitung. <a href=\"#ftn17_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn18\"><\/a>[18]<\/strong> BArch, MfS, BV Gera\/X\/867\/82, Bl. 218. <a href=\"#ftn18_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn19\"><\/a>[19]<\/strong> BArch, MfS, BV Gera X\/1720\/80, Bl. 97-99 u. ebd., MfS, BV Gera\/X\/867\/82, Bl. 217-219. <a href=\"#ftn19_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn20\"><\/a>[20]<\/strong> Adelheid von Saldern: \u201eSinfonie der Festtagsstimmungen\u201c. Stadtrepr\u00e4sentationen in drei deutschen Gesellschaften (1935-1975), in: Dies. (Hg.): Inszenierter Stolz, Stuttgart 2005, S. 409-460, hier S. 430. <a href=\"#ftn20_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n<p><strong><a id=\"ftn21\"><\/a>[21]<\/strong> Vgl. Gudrun Quenzel (Hg.): Entwicklungsfaktor Kultur. Studien zum kulturellen und \u00f6konomischen Potenzial der europ\u00e4ischen Stadt, Bielefeld 2009, S. 11-21. <a href=\"#ftn21_back\">[zur\u00fcck]<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00fcckblick auf den Tag der Stadtgeschichte 2022 In den Kommunikations- und Kulturwissenschaften wird unter &#8222;Image&#8220; ein soziales Konstrukt verstanden, das als die &#8222;Gesamtheit&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":22,"featured_media":10518,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,9,358],"tags":[675,1038,77,360,1039,359,1022],"class_list":["post-10338","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-jenakultur","category-stadtgeschichtsforschung","tag-geschichte","tag-stadtfeste","tag-stadtgeschichte","tag-stadthistoriker","tag-stadtjubilaeen","tag-tag-der-stadtgeschichte","tag-thueringer-archiv-fuer-zeitgeschichte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10338","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/users\/22"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10338"}],"version-history":[{"count":61,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10338\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10584,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10338\/revisions\/10584"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10518"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10338"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10338"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.jena.de\/jenakultur\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10338"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}